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Die USA zwischen Machtanspruch und burden-sharing. Eine Falluntersuchung zum Zustandekommen des EU-Mandats für Mazedonien

Title: Die USA zwischen Machtanspruch und burden-sharing. Eine Falluntersuchung zum Zustandekommen des EU-Mandats für Mazedonien

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Frank Stadelmaier (Author)

Politics - Region: USA
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Am 31. März 2003 übernahm die EU erstmals die Verantwortung für eine internationale Stabilisierungsmission mit militärischen Mitteln; in Skopje ersetzte das EU-Banner den NATO-Stern. Die Mandatsübergabe erscheint jedoch verwunderlich vor dem Hintergrund der jahrzehntelangen Skepsis der USA gegenüber einer eigenständigen europäischen Sicherheitspolitik. Was machte diese Mandatsübergabe also möglich? Eine Analyse des Wandels US-amerikanischer Präferenzen zur Außen- und Sicherheitspolitik in Europa gibt Antwort.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Concordia

3. Die Präferenzen amerikanischer Europapolitik im Wandel

3.1. Kosovo

3.2. Ein neuer Präsident

3.3. Der 11. September

3.4. Ausblick: Der Irakkrieg

4. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht, warum die USA dem Zustandekommen des EU-Mandats für die Mission „Concordia“ in Mazedonien zustimmten, obwohl dies dem traditionellen US-Interesse an einer starken NATO-Führungsrolle widersprach. Der Autor analysiert hierfür den Wandel der US-Außen- und Sicherheitspolitik sowie die spezifische Präferenzkonfiguration innerhalb der amerikanischen Regierung in Bezug auf Europa.

  • Die Ambivalenz der US-Europapolitik zwischen Machtanspruch und Lastenteilung (burden-sharing).
  • Die Rolle der NATO und der ESVP als „interlocking institutions“.
  • Der Einfluss des Kosovokrieges auf die institutionelle Entwicklung der ESVP.
  • Die Auswirkungen der US-Außenpolitik unter der Regierung Bush nach dem 11. September.
  • Die Fallstudie zur Mandatsübergabe der Operation „Concordia“.

Auszug aus dem Buch

3.2. Ein neuer Präsident

Während die Regierung Clinton sich noch mit der traditionellen Rolle des benign hegemon identifiziert und deshalb die Führungsrolle als europäische Schutzmacht präferiert hatte, zog mit George W. Bush ein Präsident ins Weiße Haus ein, der im Wahlkampf nicht nur zeitweise mit dem Abbau kostspieliger Auslandseinsätze geworben hatte, sondern auch ein anderes Weltbild vertrat. Mit ihm gewann ein in der republikanischen Partei bestehender unilateralistischer Semi-Isolationismus an Gewicht, der nur noch einen selektiven Internationalismus zuließ. Die Kosten der internationalen Stabilisierungs- und Sicherheitspolitik sollten dabei möglichst auf andere übertragen werden, deren Interessen sich mit denen Washingtons deckten. Dies wurde für die Europäische Union weitgehend unterstellt.

Schon vorhandene Impulse, Kosten der europäischen Sicherheitspolitik auch zuungunsten der eigenen Führungsrolle auf die Europäer umzulegen, setzten sich nun durch. Diese Impulse waren indes nicht nur bei den „neokonservativen“ Beratern Bushs vorhanden. Robert D. Blackwill, ehemaliger Berater des älteren Bush in europäischen Fragen, unterstützte eine eigenständige europäische Sicherheitspolitik aufgrund seiner strategischen Bedrohungsanalyse, die den Blick von Europa auf andere Teile der Welt lenkt. Charles A. Kupchan, ehemals außenpolitischer Berater des Beinahe-Präsidenten Al Gore, begründet seine Unterstützung zur ESVP ebenfalls mit dem Wegfall der sowjetischen Bedrohung, aber auch mit dem Erfolg des europäischen Projekts, der amerikanische Hilfe kaum mehr notwendig mache.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Mandatsübergabe von der NATO an die EU in Mazedonien und Vorstellung der theoretischen Fragestellung.

2. Concordia: Darstellung der formalen Aspekte und der institutionellen Einbettung der EU-Mission „Concordia“ in Mazedonien.

3. Die Präferenzen amerikanischer Europapolitik im Wandel: Theoretische und historische Analyse der US-Außenpolitik, unterteilt in die Phasen Kosovo, Regierungswechsel, 11. September und Irakkrieg.

3.1. Kosovo: Untersuchung der Rolle des Kosovokrieges als Katalysator für die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP).

3.2. Ein neuer Präsident: Analyse des Politikwechsels unter George W. Bush und der damit einhergehenden Priorisierung eines selektiven Internationalismus.

3.3. Der 11. September: Analyse der Auswirkungen der Terroranschläge auf die US-Sicherheitsagenda und die Bereitschaft zur Lastenabgabe.

3.4. Ausblick: Der Irakkrieg: Kurzer Ausblick auf den Einfluss des Irakkrieges auf die transatlantischen Beziehungen und das amerikanische Kontrollbedürfnis.

4. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage über den Kausalmechanismus zwischen US-Präferenzen und der Mandatsübergabe.

Schlüsselwörter

USA, ESVP, NATO, Mazedonien, Concordia, Außenpolitik, Sicherheitspolitik, Lastenteilung, Burden-sharing, transatlantische Beziehungen, Unilateralismus, Kosovo, institutionelle Zusammenarbeit, Führungsanspruch, Präferenzen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Zustandekommen der Mandatsübergabe für die Mission „Concordia“ von der NATO an die EU in Mazedonien im Jahr 2003.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen NATO und ESVP, die Ambivalenz der US-Außenpolitik sowie die Konzepte von Machtanspruch und Lastenteilung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, welche spezifische Konfiguration US-amerikanischer Außenpolitik es ermöglichte, dass die USA ihre Führungsrolle in Europa zugunsten einer europäischen Stabilisierungsmission aufgaben.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine qualitative, theoriegeleitete Einzelfalluntersuchung durch, die auf der Auswertung von zeitgeschichtlichen Dokumenten und Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Phasen der amerikanischen Europapolitik seit dem Kosovokrieg bis hin zum Irakkrieg und untersucht, wie sich dort wechselnde Präferenzen auf die ESVP auswirkten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie ESVP, Burden-sharing, US-Außenpolitik, NATO-Missionen und das Konzept der „interlocking institutions“ charakterisiert.

Inwiefern beeinflusste die Regierung Bush die Entwicklung der ESVP im Vergleich zu Clinton?

Während Clinton an der traditionellen Führungsrolle festhielt, begünstigte der unter Bush aufkommende selektive Internationalismus die Bereitschaft, europäische Sicherheitsaufgaben eigenständig durch die EU wahrnehmen zu lassen.

Warum stellt die Mandatsübergabe in Mazedonien laut Autor ein theoretisches „Puzzle“ dar?

Es ist ein Puzzle, da die USA aus realistischer Sicht Einfluss und Macht in Europa abgaben, anstatt ihre dominante Position durch die NATO zu festigen.

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Details

Title
Die USA zwischen Machtanspruch und burden-sharing. Eine Falluntersuchung zum Zustandekommen des EU-Mandats für Mazedonien
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Course
Der Wandel europäischer Sicherheitsinstitutionen: Das Problem der 'interlocking instituitons'
Grade
1,3
Author
Frank Stadelmaier (Author)
Publication Year
2003
Pages
24
Catalog Number
V20565
ISBN (eBook)
9783638244114
ISBN (Book)
9783640300891
Language
German
Tags
Mazedonien Sicherheitsinstitutionen EU NATO ESVP ESDP burden-sharing USA US-Aussenpolitik Regierung Clinton NATO und ESVP europäische Sicherheit interlocking institutions Balkan peace-enforcement europäische Sicherheitspolitik Kosovo-Krieg Präferenzwandel in der Außenpolitik Regierung George W. Bush Außenpolitik Präferenzen der US-Außenpolitik Concordia (EU-Mission) 3 D's (Madeleine Albright)
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Stadelmaier (Author), 2003, Die USA zwischen Machtanspruch und burden-sharing. Eine Falluntersuchung zum Zustandekommen des EU-Mandats für Mazedonien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20565
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