Die Biogasgewinnung ist eine in Deutschland schon seit vielen Jahren genutzte Technik die durch innovative Möglichkeiten der Aufbereitung zu Bio-Erdgas, welche in den letzten Jahren entstanden sind, einen deutlichen höheren Anreiz, auch ökonomischer Natur hinzu gewonnen hat. Die Biogasgewinnung und Nutzung kann in der Zukunft einen deutlichen Teil dazu beitragen den deutschen, aber auch den weltweiten Energiebedarf zu decken, was vorteilhafterweise mit einem sehr geringen Ausstoß an klimaschädlichen Gasen verbunden ist.
Die vorliegende Ausarbeitung zur Biogasproduktion und deren Aufbereitung zu Bio-Erdgas hat ergeben, dass bereits sehr viele Formen dieses Verfahrens existieren, die auf dem Markt angeboten und auch betrieben werden und welche jetzt und noch zunehmend in absehbarer Zeit ökonomisch vertretbar und gewinnbringend nutzbar sind. Die Kosten für die Biogasproduktion und deren Aufbereitung zu Bio-Erdgas variieren je nach Anlagentyp und genutzten Substraten, dies allerdings im Durchschnitt auf geringem Niveau, wobei die größten Kosten in der Investition beim Anlagenbau liegen, da die laufenden Kosten bei Betrieb eher gering ausfallen.
Eine Versorgung der Biogasanlagen mit den zum Betrieb nötigen Substraten ist insoweit unproblematisch, da verschiedenste Formen von nachwachsenden Rohstoffen genutzt werden können, wie auch alle Formen von organischen Abfällen aus Industrie, Landwirtschaft oder privaten Betrieben und Liegenschaften. Somit dient die Biogasgewinnung auch der Nutzung und Aufbereitung von Abfällen und macht diese nach der Biogasgewinnung in Form von Reststoffen zu einem idealen Dünger für die landwirtschaftliche Nutzung. Diese Art der Gasgewinnung ist gerade in kleineren dezentralen Biogas Anlagen äußerst effektiv und somit ideal für die Nutzung in landwirtschaftlichen Betrieben oder kleineren Industrieanlagen. Gerade für diese gibt es heute bereits Produzenten welche die Anlagen schlüsselfertig liefern und aufstellen.
Der Produktion von Biogas, sowie der Aufbereitung zu Bioerdgas liegt ein technisch komplizierter Prozess zugrunde, der allerdings durch Innovationen in den letzten Jahren vereinfacht wurde und heute schon in vielen Anlagen auch in Deutschland genutzt wird. Ein Ausbau und eine weitere Förderung dieser Technik sind zu wünschen, da sie den Anteil an klimaschädlichen Gasen bei der Energiegewinnung verringert und den Anteil von regenerativen Energien „Made in Germany“ vergrößert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in das Thema
1.1 Grundlagen und Hintergründe der Thematik
1.2 Stand der Technik
1.3 Begriffs- und Abkürzungserklärung
2. Biogasgewinnung
2.1 Verwendete Grundstoffe
2.2 Aufbau und Funktion einer Biogas Anlage
2.3 Endprodukte
2.3.1 Biogase
2.3.2 Reststoffe
3. Biogasaufbereitung
3.1 Grundlagen der Aufbereitung
3.2 Entschwefelung
3.3 Gastrocknung
3.4 CO2 Abtrennung
3.4.1 DWA – Druckwechseladsorption
3.4.2 DWW – Druckwasserwaschung
3,5 Genosorbwäsche
3.6 Aminwäsche
3.7 Einspeisung ins Erdgasnetz
4. Rechtliche und ökonomische Möglichkeiten
4.1 Vermarktung des Bio-Erdgases über Biomethanhändler
4.2 Einspeisung in das Erdgasnetz
4.3 Zukunftsperspektiven
4,4 Direktvermarktung
4.5 Ökonomische Betrachtung des Prozesses
4.5.1 Berechnungsbeispiel für den Prozess
4.5.2 Analyse der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die technischen und ökonomischen Grundlagen der Biogasgewinnung sowie deren Aufbereitung zu Bio-Erdgas, um dessen Potential als regenerativen Energieträger und Alternative zu fossilen Brennstoffen zu bewerten.
- Verfahrenstechnische Grundlagen der Biogasgewinnung und -aufbereitung.
- Vergleich verschiedener CO2-Abtrennverfahren hinsichtlich Effizienz und Kosten.
- Analyse der rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen der Einspeisung ins Erdgasnetz.
- Bewertung von Vermarktungsmodellen für Bio-Erdgas.
- Wirtschaftlichkeitsbetrachtung anhand von Modellbeispielen verschiedener Anlagentypen.
Auszug aus dem Buch
2.2 Aufbau und Funktion einer Biogas Anlage
Eine Biogasanlage besteht generell aus einer Vorgrube, dem Fermenter, dem Reststoffseperator, einem Endlager und besitzt zudem bei größeren Anlagen eine Notgasfackel.
Die Abb. 2.2. zeigt den schematischen Ablauf einer Biogasanlage: von der Herkunft des Substrats bis zum genutzten Endprodukt in Form von Biogas, welches dann in diesem Schema in einem BHKW zur Verwendung kommt.
Der Prozess beginnt in der Vorgrube. In diese wird das jeweils zur Nutzung gewünschte Substrat gegeben. Das Substrat ist entweder am Standort direkt vorhanden und wird dort gelagert oder aber angeliefert. Die Bestandteile, die in die Vorgrube gegeben werden, bestimmen dann den weiteren Ablauf der Vergärung im Fermenter. Das gesammelte Substrat wird in den Fermenter befördert. Dies geschieht je nach Flüssigkeitsgehalt über Rohre oder Förderbänder.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung in das Thema: Erläutert die Hintergründe der Energiewende und stellt die Biogastechnologie als dezentrale Lösung zur Reduktion klimaschädlicher Gase vor.
Biogasgewinnung: Beschreibt die verschiedenen einsetzbaren Grundstoffe und den verfahrenstechnischen Aufbau einer Biogasanlage sowie die entstehenden Endprodukte.
Biogasaufbereitung: Detaildarstellung der notwendigen Schritte zur Reinigung und Aufbereitung von Rohbiogas zu einspeisefähigem Bio-Erdgas, inklusive verschiedener Technologien wie Entschwefelung und CO2-Abtrennung.
Rechtliche und ökonomische Möglichkeiten: Analysiert die Handelsstrukturen für Bio-Erdgas, die Einspeisebedingungen in das Erdgasnetz sowie die Kostenstrukturen und Wirtschaftlichkeit des Gesamtprozesses.
Schlüsselwörter
Biogas, Bio-Erdgas, Vergärung, Aufbereitung, Biomethan, Methangehalt, Fermenter, CO2-Abtrennung, Einspeisung, Erdgasnetz, Wirtschaftlichkeit, Substrat, Erneuerbare Energien, BHKW, Netzanschluss.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die technischen Grundlagen der Umwandlung von Biomasse in Biogas und dessen weiterführende Aufbereitung zu hochwertigem Bio-Erdgas.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf die Biogasproduktion, Verfahren zur Gasaufbereitung, die Einspeisung in das öffentliche Erdgasnetz sowie die wirtschaftliche Bewertung dieser Prozesse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Praxistauglichkeit und Rentabilität der Biogasaufbereitung aufzuzeigen, um den Beitrag von Bio-Erdgas zur Deckung des Energiebedarfs zu quantifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von Abschlussberichten, Forschungsstudien und technologischen Modellen zur Kostenkalkulation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die technische Beschreibung der Gasanlagen und Aufbereitungsverfahren sowie eine detaillierte ökonomische Untersuchung mittels Beispielrechnungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Biogas, Aufbereitung, Netzanschluss, Wirtschaftlichkeit und erneuerbare Rohstoffe.
Warum ist die CO2-Abtrennung so relevant für den Prozess?
Sie stellt den aufwändigsten Schritt dar, da nur durch die Abtrennung von CO2 die für die Netzeinspeisung notwendige Energiedichte des Gases erreicht wird.
Was unterscheidet Nass- von Trockenfermentierung?
Nassfermentierung ist ein kontinuierlicher Prozess für flüssige Substrate, während die Trockenfermentierung chargenweise arbeitet und sich für faserhaltige Substrate eignet.
Welche Rolle spielen Biomethanhändler bei der Vermarktung?
Sie fungieren als Unterhändler, die komplexe vertragliche Regularien zwischen Produzenten, Netzbetreibern und Abnehmern verwalten.
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- Sebastian Kolb (Author), 2011, Grundlagen der Bioerdgaserzeugung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205651