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Die Kunst im Horrorgenre: Gewaltexzesse und Pornografie in Lars von Triers ‚Antichrist’

Titel: Die Kunst im Horrorgenre: Gewaltexzesse und Pornografie in Lars von Triers ‚Antichrist’

Bachelorarbeit , 2012 , 43 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Leo Stühl (Autor:in)

Kunst - Kunstgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Einleitung

Die entscheidende Fragestellung für die Betrachtung des Spielfilms ANTICHRIST ist, wie Lars von Trier sein Werk aufbaut und ob er dabei das Genrekino zu einer ei- genen Kunstform erhebt. Ferner soll diese Arbeit ergeben, ob genreimmanente Stil- mittel den Film dominieren, und entscheiden, wie der Film schlussendlich kategori- siert werden kann.
Zu Beginn der Arbeit soll der künstlerische Werdegang des Filmemachers geschildert werden. Sowohl sein Auftreten in der Öffentlichkeit als auch sein Durchbruch als anerkannter Autorenfilmer werden hierbei schwerpunktmäßig betrachtet.
Die anschließende Zusammenfassung erläutert in kurzen Abschnitten die einzelnen Kapitel des Spielfilms ANTICHRIST. Dieser Überblick soll im Verlauf der Arbeit der Orientierung dienen, da im Folgenden einzelne Szenen und Sequenzen ihrem jewei- ligen Akt zugeordnet werden können.
Der nächste Abschnitt befasst sich mit der Analyse des Films. In dieser Betrachtung wird in zwei Kategorien unterschieden, in denen zunächst Handlungselemente, dann Methoden der Stilisierung betrachtet werden.
Der erste Teil interpretiert das Werk als einen Genre- respektive Horrorfilm. Dabei werden die markanten Motive dieses Kinos exemplarisch aufgeführt, erläutert und anschließend auf Filmbeispiele bezogen. Hier wird erklärt, wie ANTICHRIST diese Motive einsetzt und in die Narration einbindet. Sowohl Handlungsstrukturen als auch Figurenaufbau werden dabei mit den Genrekonventionen verglichen.
Ein besonderes Augenmerk gilt hierbei der Darstellung der weiblichen Protagonistin, die sowohl nach Genreregeln als auch im Vergleich zu Triers gesamten Œuvre kate- gorisiert und verglichen werden soll.
Der nächste Teil widmet sich der visuellen Ebene des Werkes. In einzelnen Punkten wird erklärt, welche Methoden und Effekte im Film Anwendung finden, wie diese funktionieren und welche Wirkung sie erzeugen. Die folgenden Schlüsse rücken den Film in die Nähe des Avantgardefilms, da hierbei das Interesse an der Handlung zu- rückgestellt wird. Die Ästhetik tritt in den Vordergrund und trägt entscheidend dazu bei, dass der Film als eigenständiges Kunstwerk angesehen werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil

1. Filmischer Werdegang

2. Über seine Filme hinaus

3. Trier als Selbstdarsteller

4. ANTICHRIST Inhaltsangabe

5. ANTICHRIST als Genrefilm

5.1 Horror Setting

5.2 Natur als Horrormotiv

5.3 Frauen im Horrorfilm

5.3.1 Sie als Frauenfigur des Rape-and-Revenge-Films

5.3.2 Sie als Typus der Hexe und der Verschmähten

5.3.3 Sie als Frau in Lars von Triers Œuvre

5.4 ANTICHRIST als Torture-Film

6. Stilisierung und Artifizialisierung

6.1 Visuelle Effekte in Prologue und Epilogue

6.2 Menschliche und tierische Zeitlupenaufnahmen

7. Symbolische Filmsprache

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Spielfilm ANTICHRIST von Lars von Trier mit dem Ziel, dessen filmischen Aufbau zu analysieren und zu bestimmen, ob und wie der Regisseur das Genrekino zu einer eigenen Kunstform erhebt. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern genreimmanente Stilmittel den Film dominieren und wie das Werk schlussendlich innerhalb der Kinolandschaft kategorisiert werden kann.

  • Analyse des künstlerischen Werdegangs von Lars von Trier als Autorenfilmer.
  • Untersuchung von ANTICHRIST als Genre- respektive Horrorfilm unter Berücksichtigung von Konventionen und Abweichungen.
  • Betrachtung der Darstellung weiblicher Figuren und deren Rolle im Kontext des Horrorfilms.
  • Analyse der visuellen Ebene, insbesondere des Einsatzes von Stilisierung und Spezialeffekten.
  • Erforschung der symbolischen Filmsprache und deren Funktion im narrativen Gefüge des Werkes.

Auszug aus dem Buch

5.2 Natur als Horrormotiv

Die Natur ist Satans Kirche, und dringt man ungebeten in sie ein, muss man mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen. In sogenannten „Rache-der-Natur-Filmen“ wird gezeigt, wie sich die Menschheit in Vorgänge der natürlichen Ordnung einmischt und daraus Konsequenzen ziehen muss.

Liest man ANTICHRIST als solch einen Film, könnte die Hybris des Mannes, der gleichzeitig Ehemann und Psychiater sein will, als Einmischung in die natürliche Ordnung interpretiert werden. Denn wie eine eigens für den Film engagierte Misogynie-Expertin folgerte, sind Frauen mit der Natur mehr verbunden als der Mann, was insbesondere für diesen Film gelten darf.

Sein Regelbruch führt dazu, dass sich die Natur samt seiner Frau gegen ihn richtet. Doch auch ohne Motivation liegt in der natürlichen Umgebung das Böse verborgen und sucht einen Weg auszubrechen. Das Grauen zeigt sich in Vanitas-Motiven, die additiv in die Narration eingebunden werden. Wie zum Beispiel das aus dem Nest gefallene Küken, welches von Ameisen angegriffen, schließlich von einem Greifvogel davongetragen und zuletzt zerfleischt wird.

In all ihren Facetten zeigt sich eine Topographie des Todes, die teils direkt sichtbar und teilweise erst durch die Interpretation der Frau erkennbar wird. Sie artikuliert ihre Angst vor dem Unheimlichen, das sich in der Natur versteckt, und erfährt am eigenen Leib, dass sie ihr reale Schmerzen zufügen kann, als das Gras ihre Füße verbrennt. Das Fallen der Eicheln beschreibt sie als Sterben und äußert im Weiteren, „dass alles, was mir bisher an Eden so wunderschön vorkam, womöglich hässlich ist, und jetzt hörte ich, was ich vorher nicht hören konnte, das Weinen und Schreien von all den Dingen, die sterben müssen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Filmischer Werdegang: Detaillierte Darstellung des künstlerischen Werdegangs von Lars von Trier, inklusive seiner frühen Erfolge, der Europa- und Goldherz-Trilogien sowie seiner Entwicklung zum international anerkannten Autorenfilmer.

2. Über seine Filme hinaus: Untersuchung des Einflusses von Lars von Trier auf die Filmtheorie, insbesondere durch die Dogma-95-Bewegung und das Label Zentropa, sowie seine Regietätigkeit in anderen Formaten.

3. Trier als Selbstdarsteller: Analyse der öffentlichen Inszenierung von Lars von Trier, seiner bewussten Provokationen und der engen Verknüpfung seiner persönlichen Neurosen mit seinem filmischen Schaffen.

4. ANTICHRIST Inhaltsangabe: Zusammenfassung der Handlung des Films ANTICHRIST, unterteilt in die Kapitel Prolog, Chapter One bis Four sowie Epilog.

5. ANTICHRIST als Genrefilm: Untersuchung der Einordnung von ANTICHRIST in das Genre des Horrorfilms, wobei die genretheoretische Ästhetik und die gezielte Abwandlung von Konventionen betrachtet werden.

6. Stilisierung und Artifizialisierung: Betrachtung der visuellen Ebene des Films, mit Fokus auf innovative Aufnahmetechniken, Zeitlupeneffekte und die ästhetische Gestaltung als stilistisches Mittel.

7. Symbolische Filmsprache: Deutung der im Film verwendeten Zeichen, Motive und Symbole, insbesondere der drei Tiere Reh, Fuchs und Krähe, und deren Integration in ein mythologisiertes Gesamtwerk.

Schlüsselwörter

Lars von Trier, ANTICHRIST, Horrorgenre, Autorenfilm, Torture-Film, Rape-and-Revenge, Filmanalyse, Weibliche Identität, Symbolik, Stilisierung, Zeitlupe, Dogma-95, Filmtheorie, Gewalt im Film, Naturmetaphorik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Film ANTICHRIST von Lars von Trier, um zu klären, wie der Regisseur sein Werk strukturiert und ob er dabei das Genrekino zu einer eigenständigen Kunstform weiterentwickelt.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Zentrale Themen sind die Kategorisierung des Films als Genrewerk, die Rolle der weiblichen Protagonistin, die visuelle Ästhetik und die symbolische Bedeutungsebene, eingebettet in Triers Gesamtwerk.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es zu analysieren, ob genreimmanente Stilmittel den Film dominieren und wie der Spielfilm schlussendlich, trotz seiner künstlerischen Ausgestaltung, filmwissenschaftlich eingeordnet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine film- und genretheoretische Analyse, ergänzt durch die Untersuchung von Sekundärliteratur, Interviews und eine detaillierte Szenenanalyse des Hauptteils.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der Werdegang des Regisseurs, die Inhaltsangabe, die Einordnung in den Horrorfilm und den Torture-Film sowie die Analyse visueller Stilisierungen und der symbolischen Sprache behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Autorenfilm, Horrorgenre, Torture-Film, visuelle Stilisierung, Weiblichkeitsdarstellung und mythologische Symbolik.

Wie deutet die Autorin/der Autor das Ende des Films im Kontext der Symbolik?

Das Ende wird als Steigerung ins Absurde betrachtet, bei der die zuvor eingeführten Symbole (Tiere, Eicheln) in einer kunstvollen, künstlichen Einheit zusammenlaufen, wobei die Zuschauererwartungen bewusst untergraben werden.

Inwiefern spielt der "Torture-Film"-Aspekt eine Rolle für die Bewertung von ANTICHRIST?

Die Arbeit argumentiert, dass Trier zwar die Ästhetik des Torture-Films nutzt, diese jedoch durch eine radikale, pornographisch anmutende Inszenierung überschreitet, um eine bewusste Provokation und affektive Reaktion zu erzielen.

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Details

Titel
Die Kunst im Horrorgenre: Gewaltexzesse und Pornografie in Lars von Triers ‚Antichrist’
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,3
Autor
Leo Stühl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
43
Katalognummer
V205691
ISBN (eBook)
9783656327172
ISBN (Buch)
9783656327851
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lars trier antichrist eine analyse genrekino kunstform
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Leo Stühl (Autor:in), 2012, Die Kunst im Horrorgenre: Gewaltexzesse und Pornografie in Lars von Triers ‚Antichrist’, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205691
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  43  Seiten
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