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Theorie und Praxis von Bertolt Brechts epischem Theater

Title: Theorie und Praxis von Bertolt Brechts epischem Theater

Term Paper , 2011 , 18 Pages

Autor:in: Julia Schriewer (Author)

Literature - General
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Summary Excerpt Details

Das Theater, die über zweitausend Jahre alte Tradition, die die szenische Performanz in ihren unzähligen Erscheinungsformen umschreibt, diente über einen langen Zeitraum hinweg der Vermittlung und Festigung von kultischen, religiösen, politischen und ästhetischen Ideen. Jede Epoche brachte eigene Spielarten und Theorien des Theaters hervor. Die Vermittlung von politischen und gesellschaftlichen Ideen steht bei dem von Bertolt Brecht entwickelten epischen Theater im Vordergrund.
In der folgenden Auseinandersetzung geht es zunächst im zweiten Kapitel um die Theorie des epischen Theaters. Im ersten Teil wird dargelegt, dass die Entstehung der Theorie durch die politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen in der Zeit zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg in großem Maß beeinflusst wird. Brechts Interesse an der arbeitenden Bevölkerungsschicht und Kontakte zu linken Intellektuellen führen zu einer Beschäftigung mit dem Marxismus, die seine Arbeit prägen sollte. Der zweite Teil des zweiten Kapitels soll verdeutlichen, wie Brecht den marxistischen Aufklärungsgedanken in seine Theorie mit einbezieht und mit welchen Mitteln er die erwünschte Wirkung bei den Zuschauern herbeiführen möchte.
Im Zentrum des dritten Kapitels steht Brechts Arbeit am Berliner Ensemble. Nach einer kurzen Übersicht zu dem Hintergrund der Entstehung des Berliner Ensembles geht es im ersten Teil um die Inszenierungsarbeit unter der Gesamtleitung Brechts. Dabei wird die Probenarbeit Brechts mit den Schauspielern und ebenso die Arbeit mit den Bühnenbildnern und Komponisten thematisiert. Im zweiten Teil soll gezeigt werden, dass Brecht seine Arbeit mit dem Berliner Ensemble auch direkt und indirekt jenseits der eigenen Theatermauern fortführt. Fremde Bühnen, die Brechts am Berliner Ensemble aufgeführte Stücke inszenieren, erhalten Unterstützung durch die von Brecht und seinen Mitarbeitern hergestellten Modellbücher.
Zusätzlich bringt Brecht seine Inszenierungen mit dem Ensemble neben Gastspielen im nahen Ausland in den Jahren 1949- 1951 direkt in die Betriebe.
Das letzte Kapitel der Arbeit dient der übersichtlichen Zusammenfassung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Theorie des epischen Theaters

2.1 Der Weg zu einer neuen Theatertheorie

2.2 Die Einflüsse des Marxismus auf die Theorie des epischen Theaters

3. Die Praxis des epischen Theaters- Brechts Arbeit am Berliner Ensemble

3.1 Brechts Inszenierungsarbeit am Berliner Ensemble

3.1.1 Die ersten Inszenierungen

3.1.2 Die Arbeit mit den Schauspielern

3.1.3 Die Arbeit mit den Bühnenbildnern

3.1.4 Die Arbeit mit den Komponisten

3.2 Brechts Arbeit mit dem Berliner Ensemble jenseits der Theatermauern

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und praktische Umsetzung des von Bertolt Brecht geprägten epischen Theaters. Dabei wird analysiert, wie marxistische Theorien in das Konzept einflossen und welche methodischen Ansätze, insbesondere die Verfremdung und Historisierung, zur Anwendung kamen, um das Publikum zur kritischen Reflexion über gesellschaftliche Verhältnisse zu bewegen.

  • Theoretische Fundierung des epischen Theaters durch den Marxismus
  • Methoden der Verfremdung und Historisierung
  • Praktische Inszenierungsarbeit und Ensembleführung am Berliner Ensemble
  • Zusammenarbeit mit Schauspielern, Bühnenbildnern und Komponisten
  • Kulturarbeit und Reichweite des Theaters in Betrieben

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Arbeit mit Schauspielern

Mit seinen Schauspielern und Mitarbeitern entwickelt Brecht während der Probephase die Geschichte, die das jeweilige Stück erzählen soll. Zunächst arbeitet Brecht in Leseproben mit seinen Schauspielern an der allgemeinen Analyse des Stücks. Stellproben auf der Bühne, in denen erste Gänge und Stellungen probiert werden, folgen Detailproben, in denen der Schauspieler die Haltung seiner Figur auch im Zusammenspiel mit den andern Figuren ausprobieren kann. Über Detailproben schreibt der Schauspieler Willi Schwabe:

„In den Proben wuchs diese stumme Szene zu einem Begrüßungszeremoniell, das Minuten währte und das bis auf die Bewegung des kleinen Fingers genau festgelegt war. An dieser Szene wurde bei der Einzelprobe mehrere Stunden gearbeitet.“

Brecht bevorzugt das Probieren unterschiedlicher Ideen gegenüber der Diskussion. Häufig spielt er selbst kurze Ausschnitte vor, um die Phantasie seiner Darsteller anzuregen. Um durch Abstand die richtige Haltung zur Figur zu finden, arbeitet Brecht mit seinen Schauspielern zeitweise mit Texten in der dritten Person sowie im Konjunktiv. Daher muss Angelika Hurwicz, Darstellerin der stummen Kattrin in Mutter Courage und ihre Kinder, in den ersten Proben zunächst das aussprechen, was hinter ihren Gesten und Lauten in der Aufführung steht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung des Theaters ein und erläutert Brechts Ziel, durch das epische Theater ein kritisches Verständnis für gesellschaftliche und politische Zusammenhänge zu fördern.

2. Die Theorie des epischen Theaters: Das Kapitel beleuchtet die Entstehung der Theatertheorie unter dem Einfluss der Weltwirtschaftskrise und der Auseinandersetzung mit marxistischem Gedankengut.

2.1 Der Weg zu einer neuen Theatertheorie: Dieser Abschnitt beschreibt die Kontakte Brechts zu Intellektuellen wie Karl Korsch und Fritz Sternberg, die maßgeblich zur Entwicklung eines episch-dialektischen Theaterkonzepts beitrugen.

2.2 Die Einflüsse des Marxismus auf die Theorie des epischen Theaters: Es wird dargelegt, wie Konzepte der materialistischen Dialektik und der Aufklärung in Brechts Theater einfließen, um Zuschauer zur Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse zu motivieren.

3. Die Praxis des epischen Theaters- Brechts Arbeit am Berliner Ensemble: Dieser Hauptteil beschreibt die Gründung und Leitung des Berliner Ensembles nach Brechts Rückkehr aus dem Exil sowie die praktische Umsetzung seiner Theorie in den Jahren 1949 bis 1951.

3.1 Brechts Inszenierungsarbeit am Berliner Ensemble: Hier wird der Fokus auf die konkrete Probenarbeit und die dramaturgische Ausrichtung der Inszenierungen unter der Leitung Brechts gelegt.

3.1.1 Die ersten Inszenierungen: Ein Überblick über die ersten Aufführungen wie Mutter Courage und ihre Kinder sowie Herr Puntila und sein Knecht Matti, die als Instrumente zur Entlarvung gesellschaftlicher Missstände dienten.

3.1.2 Die Arbeit mit den Schauspielern: Dieses Unterkapitel verdeutlicht Brechts methodisches Vorgehen mit den Darstellern, um eine realistische, distanzierte und gesellschaftlich engagierte Spielweise zu entwickeln.

3.1.3 Die Arbeit mit den Bühnenbildnern: Hier wird die enge Kooperation mit Bühnenbildnern wie Caspar Neher beschrieben, wobei der Fokus auf funktionaler, nicht-illusionistischer Ausstattung liegt.

3.1.4 Die Arbeit mit den Komponisten: Dieser Abschnitt thematisiert die Rolle der Musik als eigenständiges, verfremdendes Element, das der kritischen Reflexion des Zuschauers dient.

3.2 Brechts Arbeit mit dem Berliner Ensemble jenseits der Theatermauern: Es wird beschrieben, wie Brecht durch Modellbücher, Gastspielreisen und Aufführungen direkt in Betrieben seine Arbeit über den festen Spielort hinaus ausdehnte.

4. Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der lebenslangen Entwicklung der Theorie des epischen Theaters und ihrer erfolgreichen praktischen Anwendung nach 1949.

Schlüsselwörter

Bertolt Brecht, Episches Theater, Berliner Ensemble, Marxismus, Materialistische Dialektik, Verfremdungseffekt, Historisierung, Inszenierungsarbeit, Politisches Theater, Arbeiterklasse, Klassenkampf, Modellbücher, Gesellschaftskritik, Kleines Organon für das Theater, Theaterarbeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung des epischen Theaters von Bertolt Brecht, insbesondere während seiner Arbeit am Berliner Ensemble.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die marxistische Beeinflussung der Theaterästhetik, die Inszenierungsmethodik, die Rolle des Publikums sowie die kulturpolitische Mission des Theaters in der Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Brechts marxistischer Weltanschauung und der Entwicklung von Theatermitteln wie Verfremdung und Historisierung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, insbesondere unter Heranziehung von Dokumentationen wie "Theaterarbeit" sowie theoretischen Schriften von Brecht und einschlägiger Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Praxis am Berliner Ensemble, einschließlich der Probenarbeit mit Schauspielern, Bühnenbildnern und Komponisten sowie die Ausdehnung der Theaterarbeit auf Betriebe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Episches Theater, Marxistische Dialektik, Verfremdung, Historisierung, Modellbücher und gesellschaftliches Engagement.

Welche Rolle spielt die Musik im epischen Theater nach Brecht?

Musik fungiert nicht als bloße Stimmungskulisse, sondern als autonomes, verfremdendes Element, das das Spiel unterbricht und den Zuschauer zur kritischen Reflexion über das Dargestellte anregt.

Warum legte Brecht Wert auf die Arbeit in Betrieben?

Brecht wollte ein Publikum erreichen, das dem bürgerlichen Theater fernblieb, um die Arbeiter für gesellschaftliche Missstände zu sensibilisieren und ihnen Handlungsmöglichkeiten gegen Unterdrückung aufzuzeigen.

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Details

Title
Theorie und Praxis von Bertolt Brechts epischem Theater
College
University of Hagen
Author
Julia Schriewer (Author)
Publication Year
2011
Pages
18
Catalog Number
V205692
ISBN (eBook)
9783656323655
ISBN (Book)
9783656325079
Language
German
Tags
theorie praxis bertolt brechts theater
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Schriewer (Author), 2011, Theorie und Praxis von Bertolt Brechts epischem Theater , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205692
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