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Die satzmediale Groß- und Kleinschreibung im Deutschen

Ein Vergleich des traditionellen, lexikalischen Ansatzes mit einem aktuellen, syntaktischen Ansatz

Title: Die satzmediale Groß- und Kleinschreibung im Deutschen

Term Paper , 2010 , 17 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Christian Osterfeld (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Ein Hauptgrund für abgelehnte Bewerbungen sind die mangelnden Rechtschreibkenntnisse der Schulabgänger. „Wer mit dem Einstellungsgespräch einen fehlerhaften
Lebenslauf abliefert und danach noch einen rechtschreibfehlerhaften schriftlichen Test, disquali-fiziert sich selbst.“ (Scheuringer 1996, S. 13). Das liest und hört man immer wieder. Da die Vermittlung von sicheren Rechtschreibfähigkeiten eine wichtige Aufgabe des Deutschunterrichts ist, wird meistens den Lehrern die Schuld für eine schlechte Rechtschreibung zugewiesen. Aber sollte nicht auch die Didaktik, nach der die Lehrer unterrichten, beleuchtet werden? Und dann gibt es da noch die Rechtschreibreform (1996) sowie eine Reform der Reform (2006). Vielleicht sind ja viele Beteiligte auch durch diesen Umstand verunsichert? Gibt es einen Weg, um dem Mangel ein Ende zu bereiten? Sicherlich sind diese Fragen nicht oder nur sehr schwierig zu be-antworten, aber wenn die Rechtschreibkenntnisse der Schulabgänger bemängelt werden, so ist ein „Nachdenken über eine Optimierung des Schrifterwerbs höchst aktuell" (Röber-Siekmeyer 1999, S. 9) und unbedingt notwendig.
Ein großes Problemfeld im Bereich der Orthographie ist die satzinterne Groß-Klein-Schreibung . Fehleruntersuchungen zeigen, dass im 3. und 4. Schuljahr der Grundschule jeder vierte Recht-schreibfehler aus dem Bereich der GKS stamme (vgl. Menzel 1985, S. 10), in den mittleren und oberen Klassen betrage der Fehleranteil an der GKS etwa ein Sechstel (vgl. Küttel 2003, S. 384). Da die GKS ein sehr weites Feld umfasst, beschränke ich mich in dieser Arbeit auf die satzinter-ne Großschreibung von Substantiven sowie Substantivierungen , da diese an Lernende die größ-ten Herausforderungen stellen und gehe nicht näher auf Großschreibungen von Satzanfängen, Anredepronomina oder Eigennamen ein.
Um der Problematik der GKS auf den Grund zu gehen, wird nachfolgend zunächst die Vermitt-lung der Regeln zur GKS dargestellt, wie sie seit jeher in der Schule mit dem Duden als allge-meiner Norm gelehrt wird. Daran anschließend wird ein alternativer Ansatz vorgestellt, der die GKS weniger morphologisch-lexikalisch zu vermitteln versucht, als vielmehr eine syntaktische Markierung ins Zentrum rückt.
Parallel zu der Gegenüberstellung arbeite ich die jeweiligen Vorteile beziehungsweise Kritik-punkte der Vermittlungsansätze heraus.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführende Bemerkungen

2. Zur Entwicklung der satzinternen Großschreibung

3. Der lexikalische und der syntaktische Ansatz

3.1 Die traditionelle Didaktik und ihre Problematik

3.1.1 Problematik der Substantivierung

3.1.2 Problematik der Artikelprobe

3.2 Der syntaktische Ansatz

3.2.1 Die Bestimmung der Nominalgruppe und des Kerns

3.2.2 Vorteile und Problematik

4. Lösungsansätze für die aufgeworfenen Fragen in dieser Arbeit

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Effektivität verschiedener Ansätze zur Vermittlung der satzinternen Groß- und Kleinschreibung im Deutschunterricht. Ziel ist es, den traditionellen, wortartbezogenen Lernweg kritisch dem modernen, syntaktischen Ansatz gegenüberzustellen und zu prüfen, inwieweit ein Wechsel oder eine Ergänzung der Lehrmethoden zu einer Optimierung des Schrifterwerbs bei Schülern beitragen kann.

  • Vergleichende Analyse von lexikalischen und syntaktischen Vermittlungsansätzen
  • Kritik an der traditionellen Didaktik und deren Problemstellen (Substantivierung, Artikelprobe)
  • Einführung in das syntaktische Konzept der Nominalgruppe und des Kerns
  • Bewertung von Probenverfahren (Umstell- und Ersetzungsprobe) als Hilfsmittel
  • Diskussion über die praktische Anwendbarkeit und Herausforderungen für Grundschüler

Auszug aus dem Buch

3.1 Die traditionelle Didaktik und ihre Problematik

„Substantive schreibt man groß <§55>.“ (Rechtschreibduden 2009, S. 57). Dies ist die erste und auf den ersten Blick relativ simple Regel im Rechtschreibduden für die GKS. Des Weiteren wird gelehrt, dass man vor Substantive einen Artikel setzen kann und dass Verben und Adjektive kleinzuschreiben sind.

Nach dieser wortartbezogenen Didaktik vermitteln noch immer alle Schulbücher die GKS. Nomen werden von anderen Wortarten getrennt und nur ihnen gebührt das Recht der Großschreibung. Dabei lernen die SuS in der Grundschule, dass Nomen neben Dingen und Lebewesen (Konkreta) auch Abstrakta, also Vorstellungen bezeichnen können (vgl. Birck u. a. 1994, S. 52). Daneben wird in den ersten Klassen nicht selten mit vereinfachten, inhaltsbezogenen Tests für Nomen gearbeitet, die bei unsicheren Schreibern Missverständnisse nahelegen können: „Kann man es anfassen, fotografieren?“ (Lindauer/Schmellentin 2008, S. 38). Mit dieser Erkennungshilfe gibt es bei den Abstrakta Probleme, denn „Glaube“ oder „Hoffnung“ können nicht angefasst oder fotografiert werden.

„Um Nomen als solche identifizieren zu können, lernen SuS, dass diese einen Begleiter, also Artikel haben können. Nomen werden in der Primarstufe auch als Namenwörter, Verben als Tuwörter und Adjektive als Wiewörter bezeichnet. Auch das dient der Identifizierung. Sind sich die SuS unsicher, zu welcher Wortart ein Wort gehört, überprüfen sie es mit Hilfe der Artikelprobe und mit bestimmten Fragen. Sie lernen, dass man bei Wiewörtern fragen kann: ,,Wie ist es?". Tuwörter kann man mit der Frage: ,,Was macht oder tut er?" identifizieren und sich schließlich für die Kleinschreibung entscheiden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführende Bemerkungen: Die Arbeit beleuchtet die aktuelle Problematik der satzinternen Groß- und Kleinschreibung und stellt die Relevanz einer didaktischen Optimierung für Schulabgänger dar.

2. Zur Entwicklung der satzinternen Großschreibung: Dieses Kapitel skizziert die historische Entstehung der Großschreibung im Buchdruck und die daraus resultierenden unterschiedlichen fachwissenschaftlichen Sichtweisen.

3. Der lexikalische und der syntaktische Ansatz: Es erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung der traditionellen, wortartbezogenen Didaktik und des modernen, syntaktisch orientierten Modells.

4. Lösungsansätze für die aufgeworfenen Fragen in dieser Arbeit: Hier werden bisherige empirische Versuche und fachwissenschaftliche Kontroversen zur Wirksamkeit der beiden Ansätze analysiert.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Anwendbarkeit des syntaktischen Ansatzes im schulischen Kontext sowie den Bedarf an weiterer Forschung.

Schlüsselwörter

Groß- und Kleinschreibung, GKS, Wortarten, syntaktischer Ansatz, Nominalgruppe, Artikelprobe, Schrifterwerb, Substantivierung, Didaktik, Rechtschreibunterricht, Grammatik, Linguistik, Grundschule, Sprachdidaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die didaktische Vermittlung der satzinternen Groß- und Kleinschreibung im Deutschen und vergleicht dabei den klassischen, auf Wortarten basierenden Unterricht mit einem syntaktischen Ansatz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die historische Entwicklung der Großschreibung, die Schwächen der traditionellen Vermittlung von Substantiven sowie die theoretischen Grundlagen der syntaktischen Analyse von Nominalgruppen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu prüfen, ob der syntaktische Ansatz effektiver ist als der traditionelle Weg und ob er Schülern bei der korrekten Großschreibung besser unterstützen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin führt einen Literaturvergleich durch, diskutiert existierende empirische Studien aus der Sprachdidaktik und analysiert theoretische Konzepte der deutschen Grammatik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Problematik der Substantivierung und Artikelprobe, führt das Konzept des "Kerns einer Nominalgruppe" ein und evaluiert Umstell- sowie Ersetzungsproben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie GKS, Nominalgruppe, syntaktischer Ansatz, Wortartenlehre und Schrifterwerb charakterisiert.

Warum ist die Artikelprobe nach Ansicht der Autorin problematisch?

Die Autorin weist darauf hin, dass die isolierte Anwendung der Artikelprobe bei komplexeren Satzstrukturen, etwa wenn Attribute zwischen Artikel und Substantiv treten, zu Fehlern bei Schülern führt.

Welche Rolle spielt die Nominalgruppe im syntaktischen Modell?

Die Nominalgruppe dient als strukturgebende Einheit, in deren Kern das zu großschreibende Wort steht, wobei der Kern unabhängig von der lexikalischen Wortart nach syntaktischen Regeln identifiziert wird.

Wie wird der syntaktische Ansatz in der Grundschule bewertet?

Die Arbeit stellt fest, dass der Ansatz zwar vielversprechend ist, aber aufgrund fehlender Lehrmaterialien und der sprachanalytischen Komplexität möglicherweise für Grundschüler noch zu anspruchsvoll sein könnte.

Wird der traditionelle Unterricht komplett abgelehnt?

Nein, die Autorin nimmt Abstand von einem kompletten Ersetzen des alten Modells und plädiert stattdessen für eine reflektierte Auseinandersetzung und eine mögliche Kombination beider Ansätze.

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Details

Title
Die satzmediale Groß- und Kleinschreibung im Deutschen
Subtitle
Ein Vergleich des traditionellen, lexikalischen Ansatzes mit einem aktuellen, syntaktischen Ansatz
College
University of Education Ludwigsburg  (Fakultät II: Institut für Sprachen)
Grade
1.0
Author
Christian Osterfeld (Author)
Publication Year
2010
Pages
17
Catalog Number
V205702
ISBN (eBook)
9783656326366
Language
German
Tags
lexikalischer Ansatz syntaktischer Ansatz Groß- und Kleinschreibung im Satz traditioneller Ansatz vs. aktueller Ansatz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Osterfeld (Author), 2010, Die satzmediale Groß- und Kleinschreibung im Deutschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205702
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