Exegese zu Exodus 3, 1-6, die „Dornbuscherzählung“


Hausarbeit, 2009

18 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis :

1. Die zu untersuchende Bibelstelle
1.1 Einleitung
1.2 Kurzer Vergleich verschiedener Übersetzungen und Auswahl

2. Synchrone Analyse
2.1 Sprachlich- syntaktische Analyse
2.2 Semantische Analyse
2.2 Pragmatische Analyse
2.3 Narrative Analyse
2.4 Gliederung des Textes

3. Diachrone Analyse
3.1 Literar- bzw. Quellenkritik
3.2 Form- und Gattungskritik
3.3 Begriffs- und Motivkritik
3.4 Traditions- und Überlieferungskritik

4. Literaturverzeichnis

1. Die zu untersuchende Bibelstelle

1. 1 Einleitung

Die folgende exegetische Arbeit befasst sich mit einer Sequenz der Textstelle mit der Überschrift „Berufung des Mose“, aus dem Buch Exodus 3, 1-6; vielen besser bekannt, als die „Dornbuscherzählung“. Zunächst soll hier zwischen drei bekannten und viel verwendeten Bibeln (Zürcher, Luther, Elberfelder) eine geeignete Textgrundlage gefunden werden, da eine eigene Übersetzung aus dem griechischen Originaltext aufgrund fehlender Sprachkenntnisse nicht möglich ist.

Die Textstelle wird dann unter den Vorgängen der synchronen Analyse genauer untersucht und in den Mikrokontext, in den die Passage in die Kapitel eingebettet ist, eingeordnet und letztendlich gegliedert. Ferner wird sie in den Makrokontext eingeordnet, der das ganze Buch Exodus umfasst. Die Perikope wird in Sinnzeilen unterteilt, um mit den einzelnen Versabschnitten in den folgenden Exegeseschritten besser arbeiten zu können. So wird die Bibelstelle sprachlich-syntaktisch, semantisch, pragmatisch und zuletzt auch narrativ analysiert. Nach diesen Exegeseschritten kann die Perikope mit Hilfe der einzelnen vorgegangenen Ergebnisse gegliedert werden.

Im weiteren Verlauf wird die Textstelle unter der Diachronen Analyse näher betrachtet und in ihren vielfältigen Schichten untersucht. So wird die Einheitlichkeit des Textes in der Literakritik aufgeklärt, darauf folgend die Form und Gattung, sowie wichtige Begriffe und Motive. Zum Ende hin wird die Perikope unter dem Punkt der Traditions- und Überlieferungskritik näher untersucht.

1.2 Kurzer Vergleich verschiedener Übersetzungen und Auswahl

Zu Beginn habe ich die „Zürcher Bibel“, die „Elberfelder Bibel“ und die „Luther Bibel“ miteinander verglichen und die markanten Divergenzen herausgefiltert. Hierbei viel auf, dass sich die Übersetzungen in der Topologie nur geringfügig unterscheiden und die Wortwahl annähernd gleich ist.

Bei genauerem Betrachten sieht man jedoch, dass die „Zürcher“ und die „Elberfelder“ Bibelübersetzungen bei manchen Worten, wie „Dornbusch“ und „Sandalen“ genauer ist als die „Luther Bibel“ mit „Busch“ und „Schuhe“.

Im weiteren wird bei allen drei Übersetzungen häufig die Konjunktion „und“ am Satzanfang verwendet. Die teils abweichende Wortwahl ist unerheblich, da sich durch sie weder der Kontext verändert, noch die Wörter sich grundlegend unterscheiden, sodass sie anders zu interpretieren wären.

Da es nur zu wenigen offensichtlichen Divergenzen kam, kann man davon ausgehen, dass der Urtext hierbei ziemlich genau übersetzt werden konnte, da es ansonsten zu schwerwiegenderen inhaltlichen Unterschieden in den einzelnen Übersetzungen gekommen wäre.

Im Weiteren der exegetischen Arbeit wird die Bibelübersetzung des Buches Exodus 3, 1-6 von der „Zürcher Bibel“ verwendet, da sie mit der „Elberfelder Bibel“ Fassung annähernd übereinstimmt und ebenso als relativ urtexttreu gilt; die „Luther Bibel“ ist meiner Meinung nach, wie bereits erwähnt, an manchen Stellen zu unkonkret .

2. Synchrone Analyse

In der synchronen Analyse soll der Inhalt und die Struktur der Textstelle bestimmt und in einzelnen Schritten der Handlungs-, Bedeutungs- und Erzählwert herausgearbeitet werden.

2.1 Sprachlich syntaktische Analyse

Zunächst wird für die Perikope der engere Kontext bestimmt. Hierbei werden die Textstellen betrachtet, die dieser Sequenz vorausgehen und direkt folgen. Im Anschluss an diesen sogenannten Mikrokontext folgt der Makrokontext. Hier wird die Sequenz mit dem gesamten biblischen Buch Exodus betrachtet und analysiert.

Im engeren Kontext greife ich vor bis zur Bibelstelle Exodus 2,1-10, die mit Moses Geburt, Aussetzung und Rettung beginnt. So wurde er als Säugling ausgesetzt und von der Tochter des Pharao gefunden und aufgenommen. Mose als zentrale Person der zu analysierenden Textstelle wird hier vorgestellt und sein weiterer Werdegang, sowie sein Weg nach Midian, als auch die Umstände, die dazu führten (2,11-25), beschrieben. Im Land Midian heiratete Mose die Tochter eines Priesters, der er zuvor beim Hüten der Schafe geholfen und vor Hirten beschützt hatte. Hierauf folgt bereits die zu analysierende Textstelle, in der Mose eine Gotteserscheinung, in Form eines brennenden Dornbusches am Choreb hat (3,1-7) und die Anweisung erhält, die Israeliten aus Ägypten zu führen, gegen die Mose sich zunächst wehrt, am Schluss aber doch nachkommt (3,8- 4,17). Wie im engeren Kontext zu ersehen, wird die Geschichte Mose erzählt, sowie die Erscheinung Gottes und dessen Auftrag an Mose.

Für den Makrokontext ist die zu bearbeitende Textstelle einer der wichtigsten Textstellen innerhalb des Buches Exodus, da Mose hier seine erste Weisung von Gott selbst in einer Theophanie erhält, auf die das weitere Buch aufbaut. So wird Ägypten, wie von Gott verheißen, von den zehn Plagen heimgesucht und Mose flüchtet mit dem Volk Israel in das Land Sinai. Gott zeigt sich abermals in einer Theophanie, diesmal auf dem Berg Sinai, in Form von Feuer und Rauch, und verkündet die zehn Gebote (20,1-17), sowie später das Bundesbuch (20,22-23,33). Im Folgenden erteilt Gott weitere Aufträge, denen Mose getreu nachkommt.

Wie der Makrokontext preisgibt, ist die Berufung Mose in Exodus 3 eine unabkömmliche Szene, die für die weiteren Kapitel im Buch Exodus die Basis legt und somit den gesamten Kontext beeinflusst.

Um die Textstellen, auf die ich mich beziehe, besser benennen zu können, wird im nächsten Abschnitt mit Hilfe der Sinnzeilenmethode eine genauere Einteilung der Verse vorgenommen als sie in der Zürcher Bibel vorgegeben ist.

1a Und Mose weidete die Schafe seines Schwiegervaters Jitro,
b des Priesters in Midian
c Und er trieb die Schafe über die Wüste hinaus
d und kam an den Gottesberg, den Choreb.

2a Da erschien ihm der Bote des HERRN in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornenbusch
b Und er sah hin und sieh, der Dornenbusch stand in Flammen,
c aber der Dornenbusch wurde nicht verzehrt.

3a Da dachte Mose: Ich will hingehen und diese grosse Erscheinung ansehen
b Warum verbrennt der Dornenbusch nicht?

4a Und der HERR sah
b dass er kam, um zu schauen
c Und Gott rief ihn aus dem Dornenbusch
d und sprach: Mose, Mose!
e Und er sprach: Hier bin ich.

5a Und er sprach:
b Komm nicht näher
c Nimm deine Sandalen von den Füßen,
d denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden!

6a Dann sprach er:
b Ich bin der Gott deines Vaters,
c der Gott Abrahams,
d der Gott Isaaks
e und der Gott Jakobs
f Und Mose verhüllte sein Angesicht, denn er fürchtete sich, zu Gott hin zu blicken.

Bei der sprachlich –syntaktischen Analyse sollen Wortschatz der Perikope als auch das grammatische Inventar überprüft werden.

Das Tempus der Perikope wechselt, so werden alle Handlungen im Präteritum wiedergegeben, in den wörtlichen Reden wird das Präsens verwendet.

Im ersten Vers der Perikope lassen sich zwei Verben der Fortbewegung, wie „trieb“ und „kam“ ausmachen, die die Geschichte dynamischer wirken lassen und mit aussagen, dass die Begebenheit am Berg Choreb (1c) ohne dieses aktive Handeln Moses nicht stattgefunden hätte. Verben der Bewegung treten im weiteren Verlauf der Perikope nochmals auf und halten sie dadurch dynamisch, man wird als Leser gerade dazu gedrängt sich dies bildlich vorzustellen. So „kam“ Mose zum Dornbusch hin und er musste stoppen durch den Ausspruch Gottes (5b). Zuvor sind Verben der Wahrnehmung festzustellen, „erschien“, „sah hin“, „sieh“, „sah“, die die Handlungen Moses bildlicher wirken lassen. Nun nimmt das Gespräch eine zentrale Rolle ein, was deutlich an dem häufig benutzten Wort „sprach“, das oft in Verbindung mit dem Personalpronomen „er“ verwendet wird, zu erkennen ist. „Nimm“ (5c) ist der Appell Gottes an Moses, sich die Schuhe auszuziehen, da er sich auf „heiligem Boden“ (5d) befindet. Durch die Verben, der Bewegung (vorwiegend Vers 1), des Wahrnehmens (Verse 2-3) und des Sprechens (Verse 4- 6) wird die Perikope bereits im Vorfeld in drei Einheiten getrennt, was zur späteren Gliederung hilfreich sein wird.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Exegese zu Exodus 3, 1-6, die „Dornbuscherzählung“
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Evangelische Theologie)
Veranstaltung
Proseminar AT
Note
3,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V205754
ISBN (eBook)
9783656325475
ISBN (Buch)
9783656326816
Dateigröße
532 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
exegese, exodus, dornbuscherzählung
Arbeit zitieren
Merle Willhöft (Autor), 2009, Exegese zu Exodus 3, 1-6, die „Dornbuscherzählung“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205754

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