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Liebe und Ehe im Mittelalter

Rechte, Riten und Realität

Título: Liebe und Ehe im Mittelalter

Tesis (Bachelor) , 2008 , 46 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Anna Dück (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Norbert Elisas spricht in dem Vorwort zu einem Buch von Michael Schröter über Eheschließungsvorgänge die in den Köpfen vieler bestehende Vorstellung an, dass Ehe und Familie zu allen Zeiten und in allen Gesellschaften im Wesentlichen identisch seien. Doch er betont, dass sowohl Ehe als auch Familie Veränderungen unterliegen.
Nach Michael Schröter steckt die Ehe heute in einer „Krise“. Lange und bis in unsere Tage hinein galt die Ehe als einzige legitime Form der Geschlechterbeziehung. Doch ihre Stellung in unserer Gesellschaft wurde erschüttert. Die abnehmende Bedeutung der Ehe in unserer Gesellschaft lässt sich an der Zahl der Eheschließungen und an der relativ hohen Scheidungsrate ablesen. Wenn die Liebe aufzuhören scheint, wird der Ehe schnell ein Ende gesetzt.
Als eine sehr wichtige Bedingung für eine Eheschließung wird in der heutigen westlichen Welt die Liebe zwischen zwei Personen angesehen. Der Liebe würde man impulsiv zuschreiben, dass es sich bei ihr um ein erstaunliches Phänomen handelt, das bereits immer Bestand hatte. Eine der Frage, um die es in dieser Arbeit gehen soll, ist die nach der Liebe zwischen den Ehepartner im Mittelalter. War die Beziehung zwischen einem Mann und seiner Ehefrau eine Liebesbeziehung? War wie in unserer heutigen Gesellschaft bereit damals die Liebe der Grund für die Eheschließung zweier Personen? Gab es die Liebe im Mittelalter? Diese Fragen sind eingebettet in den Fragenkomplex, wie Ehe im Mittelalter zustande kam und gelebt wurde.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Eheschließung und Eheform

2. 1 Eheschließung im frühen Mittelalter

2. 1. 1 Muntehe

2. 1. 2 Friedelehe

2. 1. 3 Kebsehe

2. 1. 4 Raub- oder Entführungsehe

2. 1. 5 Ehehindernisse

2. 2 Eheschließung unter dem Einfluss der Kirche im Hoch- und Spätmittelalter

2. 2. 1 Konsens

2. 2. 2 Die „rechte Ehe“

2. 2. 3 Eheschließung der „rechten Ehe“

2. 2. 4 Ehehindernisse

3. Eheleben

3. 1 Stellung von Mann und Frau

3. 1. 1 Munt des Mannes

3. 1. 2 Unterordnung der Frau

3. 2 Sexualität

3. 2. 1 Eheliche Sexualität

3. 2. 1. 1 Fortpflanzung

3. 2. 1. 2 Vermeidung der Unzucht

3. 2. 2 Außereheliche Sexualität

3. 2. 2. 1 Voreheliche Sexualität

3. 2. 2. 2 Prostitution und Konkubinat

3. 3 Ehebruch

3. 3. 1 „Nur die Frau begeht Ehebruch…“

3. 3. 2 Schutz der Institution Ehe

3. 4 Scheidung

3. 4. 1 „Eine Möglichkeit des Mannes?!“

3. 4. 2 Unauflöslichkeit der Ehe

4. Die Kirche und die Ehe

4. 1 Ehe aus der Sicht der Kirche

4. 2 Auswirkungen des kirchlichen Einflusses

5. Liebe und Ehe

5. 1 Partnerwahl

5. 2 Beziehung von Mann und Frau

5. 2. 1 Annäherung an den Begriff Liebe

5. 2. 2 „Entdeckung der Liebe“

5. 2. 3 Liebe zwischen den Ehegatten

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Institution der Ehe im Mittelalter, mit einem besonderen Fokus auf die Frage, welche Rolle die Liebe bei der Partnerwahl und innerhalb der ehelichen Beziehung spielte, und wie sich gesellschaftliche sowie kirchliche Einflüsse auf die Ehepraxis auswirkten.

  • Entwicklung und Formen der Eheschließung (vom germanischen Recht bis zur kirchlichen Prägung)
  • Die Stellung von Mann und Frau in der Ehe und die Veränderung von Machtverhältnissen
  • Moralische Bewertung von Sexualität und Ehebruch im Kontext kirchlicher Lehren
  • Die Rolle der Liebe bei der Partnerwahl und der "Entdeckung der Liebe" im Hochmittelalter

Auszug aus dem Buch

2. 1. 1 Muntehe

Die Muntehe bildete im Frühmittelalter die regelmäßige und am häufigsten anzutreffende Form der Ehe, bei der die Eheschließung durch einen Vertrag zwischen den beiden Sippen der zukünftigen Eheleute zustande kam, wobei dem Bräutigam aber schon früh die führende Rolle bei dem Vertragsschluss zugefallen sein muss. Die Rolle seiner Verwandten bestand dann in der Zustimmung und Unterstützung seiner Werbung. Auf die Zustimmung der Braut, die bloßes Objekt es Vertrages blieb, kam es rechtlich aufgrund der bestehenden Vormundschaft über sie nicht an. Die vorherrschende Auffassung, dass die Braut lediglich verheiratet wurde ohne ihren Willen zu berücksichtigen, lässt sich jedoch quellenmäßig nicht sicher belegen. Eine Reihe von Rechten lassen zwar dem Verlober die eigentliche Parteistellung bei dem Abschluss des für die Ehe maßgeblichen Vertrages, doch sie erkennen daneben an, dass die Zustimmung der Braut zu ihrer Verheiratung erforderlich ist. Der Wille der zukünftigen Ehefrau gewinnt besonders seit dem 7. Jahrhundert an Bedeutung für die Eheschließung.

Fest steht, dass sich die Parteien des Vertrages wandelten. Zuerst wurde der Vertrag zwischen den beiden Sippen geschlossen, später lag der Vertragsschluss in der Hand des Bräutigams selbst.

Für den zu schließenden Vertrag setzte sich die Bezeichnung Verlobung (desponsatio) durch. Die Sippe der Braut verpflichtete sich mit diesem Vertragsschluss dem Bräutigam beziehungsweise seiner Sippe gegenüber dazu, ihm die Frau zu übergeben und die eheherrliche Gewalt (Munt) über diese zu verschaffen.

Das Verlöbnis war an bestimmte Rechtssymbole und Rituale gebunden. Bei einer Reihe von Stämmen wurden bestimmte Gegenstände, wie z.B. ein Handschuh, ein Schwert oder ein Mantel überreicht als Sinnbild des bevorstehenden Überganges der Gewalt über die Frau.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob Ehe und Liebe im Mittelalter miteinander verknüpft waren und wie die Ehe als gesellschaftliche Institution im Wandel der Zeit betrachtet werden kann.

2. Eheschließung und Eheform: Das Kapitel analysiert die verschiedenen rechtlichen Formen der Eheschließung, angefangen bei den germanischen Traditionen der Muntehe und Friedelehe bis hin zum wachsenden Einfluss der Kirche und des kanonischen Rechts.

3. Eheleben: Hier werden die Rollenverteilung zwischen den Ehepartnern, die moralische Bewertung von Sexualität, das Phänomen des Ehebruchs sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen der Scheidung innerhalb der mittelalterlichen Gesellschaft untersucht.

4. Die Kirche und die Ehe: Dieses Kapitel erläutert, wie die Kirche das Eheverständnis durch die Einsetzung als Sakrament und die Etablierung eigener Ehehindernisse prägte und zur Durchsetzung des Konsensgedankens beitrug.

5. Liebe und Ehe: Die Untersuchung befasst sich mit der Frage nach der Liebe bei der Partnerwahl und der sogenannten "Entdeckung der Liebe" im Hochmittelalter sowie der emotionalen Realität in mittelalterlichen Ehen.

6. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die mittelalterliche Ehe trotz ihrer oft zweckgebundenen Natur bereits moderne Ansätze von partnerschaftlichem Miteinander und emotionaler Bindung aufwies.

Schlüsselwörter

Ehe, Mittelalter, Muntehe, Eheschließung, Kirche, Liebe, Partnerwahl, Sexualität, Ehebruch, Konsens, Eheleben, Feudalgesellschaft, Frauenrolle, Kanonisches Recht, Historische Mentalitätsforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den rechtlichen, sozialen und emotionalen Bedingungen der Ehe im Mittelalter und untersucht deren Entwicklung und Wandel.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die verschiedenen Eheschließungsformen, der Einfluss der Kirche, die Stellung der Frau, die Wahrnehmung von Sexualität sowie die Frage nach der Bedeutung von Liebe innerhalb der Ehe.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das mittelalterliche Eheverständnis zu analysieren und zu klären, ob Liebe eine Rolle bei der Partnerwahl und im Ehealltag spielte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, um das Ehe- und Familienrecht sowie die Mentalitätsgeschichte des Mittelalters anhand zeitgenössischer Quellen zu untersuchen.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Eheschließungsformen, die Dynamik zwischen Ehepartnern, die moralischen Vorstellungen zur Sexualität und zum Ehebruch sowie die historische Einordnung der "Liebe" beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Muntehe, Konsens, kanonisches Recht, Ehebruch, Partnerwahl und Mentalitätswandel charakterisiert.

Wie unterschied sich die Rolle von Mann und Frau rechtlich in der Muntehe?

In der Muntehe stand die Frau unter der rechtlichen Vormundschaft (Munt) des Mannes, welcher die Hausgewalt innehatte, während der Frau eine untergeordnete, rechtlich eingeschränkte Stellung zukam.

Was verstand man unter der sogenannten "Entdeckung der Liebe"?

Damit wird der ab dem Hochmittelalter festzustellende Mentalitätswandel beschrieben, bei dem die Liebe zwischen den Geschlechtern als zentrales Lebenselement und Ideal an Bedeutung gewann.

Final del extracto de 46 páginas  - subir

Detalles

Título
Liebe und Ehe im Mittelalter
Subtítulo
Rechte, Riten und Realität
Universidad
University of Münster  (Didaktik der Geschichte)
Calificación
1,3
Autor
Anna Dück (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
46
No. de catálogo
V205883
ISBN (Ebook)
9783656332145
ISBN (Libro)
9783656332992
Idioma
Alemán
Etiqueta
liebe mittelalter rechte riten realität
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anna Dück (Autor), 2008, Liebe und Ehe im Mittelalter, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205883
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