Fehler bei der Purchase Price Allocation im Rahmen der Akquisitionsbilanzierung

Bestandsaufnahme und Analyse anhand beispielhafter Veröffentlichungen nach § 37q Abs. 2 Satz 1 WpHG


Seminararbeit, 2011

27 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Problemstellung

2. Grundlagen der Purchase Price Allocation nach IFRS 3
2.1 Historische Entwicklung
2.2 Erstbilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen
2.2.1 Bestimmung des Erwerbers und des Erwerbszeitpunkts
2.2.2 Ansatz und Bewertung der Vermögenswerte und Schulden
2.2.3 Ansatz und Bewertung des Geschäfts- oder Firmenwerts
2.2.4 Angabepflichten

3. Analyse der bisherigen Fehlerbekanntmachungen
3.1 Grundlegende Kategorisierung
3.2 Analyse eines Saldierungsfehlers am Beispiel der Biolitec AG und der MTU Aero Engines Holding AG
3.3 Analyse eines Gewährleistungsrückstellungsfehlers am Beispiel der Air Berlin PLC & Co. KG
3.4 Analyse von Fehlern im Anhang am Beispiel der Indus Holding AG
3.5 Fazit der Analyse

4. Thesenförmige Zusammenfassung

Anhang

Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Gesetze, Verordnungen und Verwaltungsanweisungen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Ermittlung des Unterschiedsbetrags

Abbildung 2: Verteilung der Fehlerkategorien

Abbildung 3: Details zu den Fehlerbekanntmachungen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Kennzahlen der Biolitec AG

Tabelle 2: Kennzahlen der MTU Aero Engines Holding AG

Tabelle 3: Kennzahlen der Air Berlin PLC

Tabelle 4: Kennzahlen der Indus Holding AG

1. Problemstellung

Am 14. Mai 2004 wurde die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung („DPR“) zur Überwachung kapitalmarktorientierter Unternehmen in Deutschland gegründet. Sie überprüft deren Jahres- bzw. Konzernabschlüsse und die dazugehörigen Lageberichte auf Fehler in der Rechnungslegung. Die bilanzielle Behandlung von Unternehmenszusammenschlüssen hat sich dabei als besonders fehleranfällig herausgestellt. Seit Beginn der Prüfungen am 1. Juli 2005 sind in diesem Bereich die meisten Fehler entdeckt worden.[1] Der hierfür relevante Rechnungslegungsstandard IFRS 3 wurde erst im Jahr 2004 verabschiedet und stellt somit einen relativ jungen Standard dar. Neben den von der Finanzkrise verursachten Problemen wird von der DPR insbesondere der Umfang und die Komplexität der IFRS als wesentliche Fehlerursache genannt.[2] Mit einer Fehlerquote von 26% erreichte die DPR im Jahr 2010, vor allem vor dem Hintergrund, dass nur ein Teil der Unternehmen pro Jahr per Stichprobe geprüft werden kann, einen alarmierend hohen Wert. Aufgrund der hohen Relevanz der Unternehmenserwerbe und –verkäufe gehört dieser Bereich auch im Jahr 2011 zu den Prüfungsschwerpunkten der DPR.[3]

2. Grundlagen der Purchase Price Allocation nach IFRS 3

2.1 Historische Entwicklung

Grundsätzlich ist für Unternehmenserwerbe und –verkäufe der internationale Rechnungslegungsstandard IFRS 3 einschlägig. Im Folgenden wird die historische Entwicklung dieses Standards dargestellt.[4] Der IFRS 3 „Business Combinations“ wurde am 31. März 2004 als Ergebnis der ersten Phase des „Business Combinations“-Projekts des IASB verabschiedet und löste damit den IAS 12 „Business Combinations“ als internationalen Rechnungslegungsstandard für Unternehmenszusammenschlüsse ab. Zudem wurden Änderungen an IAS 36 „Impairment of Assets“ und IAS 38 „Intangible Assets“ vorgenommen sowie die Interpretationen aus SIC-9, SIC-22 und SIC-28 ersetzt. Die Entwicklung des IFRS 3 erfolgte in Anlehnung an die US-amerikanischen Rechnungslegungsstandards SFAS 141 „Business Combinations“ und SFAS 142 „Goodwill and Other Intangible Assets“ mit der Zielsetzung, einen größeren Konsens zwischen IFRS und US-GAAP zu schaffen. Am 10. Januar 2008 erfolgte nach Abschluss der zweiten Phase des Projekts des IASB eine umfassende Überarbeitung des IFRS 3.[5] Anwendungsbereich des Standards sind alle Unternehmenszusammenschlüsse, die ab dem 31. März 2004 erfolgt sind.[6] Die Regelungen der aktualisierten Version sind ab dem 01. Juli 2009 anzuwenden.[7] Eine wesentliche Neuerung durch Einführung des Standards ist die Unzulässigkeit der planmäßigen Abschreibung des bei der Kaufpreisallokation entstandenen Goodwills. Lediglich die außerplanmäßige Abschreibung ist ggf. nach Durchführung eines Werthaltigkeitstests erlaubt („impairment only approach“).[8] In diesem Punkt entschied sich das IASB gegen den Ansatz im US-GAAP, wonach ein zweistufiger Impairment-Test vorgeschrieben ist. Begründet wurde dies damit, dass aus Sicht des IASB die Komplexität eines zweistufigen Verfahrens nicht in angemessener Relation zu seinem Nutzenzuwachs steht.[9] Außerdem wurde die Interessenzusammenführungsmethode[10] nach IAS 22 für unzulässig erklärt, nach der bei einem Unternehmenszusammenschluss auf eine Goodwill-Aktivierung und dessen spätere Abschreibung verzichtet werden konnte. Nach IFRS 3 ist regelmäßig die Erwerbsmethode anzuwenden.[11] Ebenso wurde die Bilanzierung eines negativen Geschäfts- oder Firmenwerts und dessen Auflösung in den Folgejahren grundsätzlich für unzulässig erklärt und nur die Möglichkeit eröffnet, einen solchen Betrag nach Überprüfung seiner Werthaltigkeit sofort ergebniswirksam aufzulösen.[12] Zu den wesentlichen Neuerungen durch die Aktualisierung im Jahr 2008 gehört die Einführung der Full-Goodwill-Methode zur Bewertung der Anteile nicht-kontrollierender Gesellschafter. Auch hier unterscheiden sich jedoch die Regelungen der beiden Standardsetter. Während nach IFRS 3 ein Wahlrecht zwischen der Neubewertungsmethode und der Full-Goodwill-Methode eingeräumt wird, ist letztere nach US-GAAP verpflichtend anzuwenden.[13]

[...]


[1] Vgl. Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (2011), S. 8.

[2] Vgl. Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (2011), S. 5.

[3] Vgl. Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (2010), S. 1.

[4] Vgl. Arbeitskreis Immaterielle Werte im Rechnungswesen der Schmalenbach-Gesellschaft für

Betriebswirtschaft e.V. (2009), S. 3 – 5.

[5] Im Folgenden werden Standards in der Form vor der Aktualisierung mit dem Zusatz (2004) ge-

kennzeichnet.

[6] Vgl. IFRS 3.78 (2004).

[7] Vgl. Hendler/Zülch (2008), S. 484.

[8] Vgl. Kuhner (2008), S. 2.

[9] Vgl. IFRS 3.BC170 (2004).

[10] Vgl. IAS 22.8, IAS 22.13 und IAS 22.77 ff.

[11] Vgl. IFRS 3.14 (2004).

[12] Vgl. IFRS 3.56b (2004).

[13] Vgl. Küting/Weber/Wirth (2008), S. 139 f.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Fehler bei der Purchase Price Allocation im Rahmen der Akquisitionsbilanzierung
Untertitel
Bestandsaufnahme und Analyse anhand beispielhafter Veröffentlichungen nach § 37q Abs. 2 Satz 1 WpHG
Hochschule
Universität zu Köln
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
27
Katalognummer
V205916
ISBN (eBook)
9783656328728
ISBN (Buch)
9783656329039
Dateigröße
767 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Purchase Price Allocation, DPR, Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung, Jahresabschluss, Konzernabschluss, HGB, IFRS, IFRS 3, Unternehmensbewertung, Unternehmensverkäufe, Unternehmenskäufe, Goodwill, Geschäftswert, Firmenwert
Arbeit zitieren
Julian Langenhagen (Autor), 2011, Fehler bei der Purchase Price Allocation im Rahmen der Akquisitionsbilanzierung , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205916

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