Die Veränderungen der sozialen Verhältnisse im 3. Reich


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

17 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das kulturelle Leben
2.1 Der Rundfunk
2.2 Die Presse
2.3 Die Kunst
2.4 Die Musik S

3. Die Rolle der Frau

4. Die geplanten Veränderungen ab 1933
4.1 Die Rolle der Bauern

5. Ausgrenzung und Verfolgung
5.1 Das Leben der Verfolgten ab den „Nürnberger Gesetzen“ 1935
5.2 Der 9. November 1938 und seine Folgen

6. Schlussbetrachtung

7. Literatur

1. Einleitung

Die vorliegende Ausarbeitung meines Referates vom 09.06.2008 behandelt das Thema „Die Entwicklung der sozialen Verhältnisse im Dritten Reich“. Die Präsentation wurde im Rahmen des Hauptseminars „Herrschaft und Massenloyalität im Dritten Reich“ unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Fritzsche im Sommersemester 2008 gehalten.

Zuerst möchte ich einen Einblick in die verwendete Literatur geben, um dann mit den Gliederungspunkten meines Referates zu beginnen. Alle angesprochenen Quellen sind in der Literaturangabe enthalten.

Um einen Einblick in die Thematik der sozialen Verhältnisse und den geschichtlichen Verlauf der nationalsozialistischen Regierung zu bekommen, nahm ich das Werk von Wolfgang Benz zu Hand. Hier findet man in einem kompakt gehaltenen Abriss den Verlauf der Ereignisse ab 1933. Benz verzichtet in dieser knapp gehaltenen Dokumentation auf Quellenbelege und weitergehende Literaturangaben und gibt dennoch einen guten Überblick über die zwölf Jahre des Dritten Reiches. Die weiteren von mir genutzten Quellen gehen in der Thematik mehr in die Tiefe und beleuchten die Umstände und Ereignisse aus einer Sicht, die näher am Wesen der Bevölkerung Deutschlands zu dieser Zeit ist. Harald Focke und Monika Strocka zeigen in ihren Bänden ein detailliertes Bild der Bevölkerung. Sie besprechen das Schicksal der jüdischen Bevölkerung, indem sie sich einzelne Ereignisse oder Geschichten von Personen herausgreifen und exemplarisch für das Leid vieler vorstellen. Diese kleinen Fragmente aus dem Leben einzelner stützen sie mit Dokumenten und laden sie mit Authentizität auf.1 Es ist eine Art Lesebuch mit Wahrheitscharakter. Franz Janka betrachtet die Gesellschaft im Dritten Reich aus einem soziologischen Aspekt. Er spannt einen weiten Fächer auf und teilt die Gesellschaft in kleine Gruppen auf, die er einzeln betrachtet. Für meine Thematik war besonders das Kapitel C „Die Politisierung des Gesellschaftsmodells „Volksgemeinschaft““ relevant. Das angegebene Buch von Saul Friedländer ist ein umfassendes Werk mit über 450 Seiten zu dem Thema „Judenverfolgung“. Kapitelweise habe ich es rezipiert, um eine detaillierte Sicht auf diese verfolgte Bevölkerungsgruppe zu bekommen. Unterstützend nahm ich das Werk Peter Longerichs hinzu, der prüft, wie viel die deutsche Bevölkerung über den Terror und die Verfolgung von „Staatsfeinden“ wusste. Longerich belegt dies mit Zeitungsartikeln und zeigt auf, dass es im Dritten Reich schwer war, nichts von den Geschehnissen zu erfahren oder mit ihnen in Berührung zu kommen.

Durch das Seminar angeregt las ich weitere Biografien von Opfern der Nationalsozialisten, um mir ein noch besseres Bild von der Bevölkerung und dem Umgang miteinander machen zu können.

Da es sich in der vorliegenden Arbeit um eine Ausarbeitung eines Referates handelt und nicht um eine Hausarbeit im klassischen Sinn, gibt es keine konkrete Fragestellung für mein Thema. Es geht mehr darum, erarbeitetes Wissen offenzulegen.

2. Das kulturelle Leben

Die Reichskulturkammer wurde am 22.September 1933 gegründet. Sie stellte einen Zwangsverein für alle Künstler und Kunstschaffenden dar. Joseph Goebbels war der Präsident und er stellte die Richtlinien für das Verhalten und die zu bearbeiteten Themen auf. Die Reichskulturkammer umfasste sieben Einzelkammern2 des kulturellen Lebens und diente der Gleichschaltung und Überwachung dieser Bereiche. Wer nicht zugehörig war oder nicht zugehörig sein konnte, hatte automatisch Berufsverbot. Man musste durch den „Ariernachweis“ belegen, dass man der deutschen Rasse angehörte, um in eine der Einzelkammern hinein zu gelangen oder um in ihr zu bleiben. Somit hatte man ein „Monopol der Gestaltung der öffentlichen Meinung und Hoheit über die Kultur“3 geschaffen. Man überwachte das kulturelle Leben und begann mit der Gründung der Reichskulturkammer, einzelne Bevölkerungsgruppen auszugrenzen. Im Einzelnen werden nun vier kulturelle Bereiche besprochen.

2.1 Der Rundfunk

Der Rundfunk wurde im Dritten Reich zum Massenmedium der Bevölkerung. 1933 besaßen 25% aller Haushalte einen Rundfunkempfänger. Im Jahr 1939 waren es 70% der Bevölkerung, die einen Volksempfänger besaßen Dies Gerät diente der Massenbeeinflussung und wurde zu einem wichtigen Propagandaelement. Man empfing darüber unter anderem die offiziellen Verlautbarungen, die nationalsozialistische Weltanschauung und das für die Bevölkerung vorbestimmte Programm. Egal ob zu Hause oder in der Gemeinschaft, in Betrieben, Gaststätten, in Schulen und Behörden, die deutsche Bevölkerung war durch die Volksempfänger erreichbar geworden.

2.2 Die Presse

Die Presselandschaft ging in ihrer Vielfalt zurück. Am Ende der Weimarer Republik gab es zunächst fünf renommierte Großstadtpressehäuser von 3.400 Tageszeitungen. Die meisten davon hatten schwer zu kämpfen und waren verschuldet. Durchschnittlich vier Seiten stark war ein Provinzblatt.

Samstags gab es noch zwei Seiten mehr, wenn genug Anzeigen geschaltet worden waren. Die Zeitung der Nazis „Völkische Beobachter“ gab es seit 1933. Der Verlagsdirektor war Max Amann. Um 1933 war die nationalsozialistische Presse in geringem Teil vertreten und zudem hoch verschuldet. Durch die Gleichschaltung im neuen Staat nahmen die Nationalsozialisten im Sommer 1933 135sozialdemokratische und 49kommunistische Zeitungen in Beschlag. Die Konzentration im Zeitungswesen ging rasch voran und 1939 war nur noch 1/3 der Gesamtauflage in privater Hand. Den Privatverlegern blieben die kleinen Zeitungen in der Provinz. Das waren 1944 17,5% der Gesamtauflage. Peter Longerich stellt in seinem Buch die These auf, dass es bis 1938 kein einheitliches Bild in der deutschen Presse gab. Die Führung des Pressetrust ließ es zu, dass „gewisse Konzessionen an das Lesepublikum“4 gemacht wurden. Weiterhin sieht er einen Unterschied in der Parteipresse und in der Presse, welche täglich erschien. Denn in den Anweisungen des Propagandaministeriums waren bis etwa 1938 keine antisemitischen Themen überproportional vertreten. Diese Themen und die Hetze gegen die Regimegegner entnahm man der Parteipresse.5

Die Frankfurter Zeitung blieb lange Zeit von den Nazis verschont, da es sich um ein scheinbar bürgerlich-liberales Blatt handelte, welches im Ausland als renommiert galt. Jedoch gab es auch für dieses Blatt Reglements und Auflagen, an die sie sich in Thematik und Organisation halten musste.

[...]


1 Sie nutzen offizielle Briefe der Regierung und Gesetzesauszüge, sowie persönliche Dokumente und Briefe und „bebildern“ damit die Geschichten.

2 Die Einzelkammern waren in die Sparten Presse, Schrifttum, Theater, Rundfunk, Film, Bildende Künste und Musik aufgeteilt.

3 Wolfgang Benz: Geschichte des Deutschen Reiches. München: Deutscher Taschenbuchverlag 2005, S. 50.

4 Peter Longerich: „Davon haben wir nichts gewusst!“ Die Deutschen und die Judenverfolgung 1933-1945. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2006, S. 56.

5 Ebenda S. 55.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Veränderungen der sozialen Verhältnisse im 3. Reich
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
1
Autor
Jahr
2008
Seiten
17
Katalognummer
V205933
ISBN (eBook)
9783656328636
ISBN (Buch)
9783656329237
Dateigröße
447 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
veränderungen, verhältnisse, reich
Arbeit zitieren
Jenny Schwarzhaupt (Autor), 2008, Die Veränderungen der sozialen Verhältnisse im 3. Reich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205933

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