1. Einleitung
In dieser Hausarbeit soll das Werk Karl Friedrich Schinkels in Berlins heutiger Mitte besprochen werden. Der Baumeister erarbeitete in der preußischen Zeit einen Plan, wie er die Stadtansicht maßgeblich verändern kann. Der Fokus wird in der vorliegenden Hausarbeit auf dem Bau der Neuen Wache und dem Areal rund herum liegen. Karl Friedrich Schinkel bekam nach den Befreiungskriegen von König Friedrich Wilhelm III. den Auftrag für dieses Gebäude. In seine Planung bezog Schinkel die Umgebung mit ein und konstruierte eine VIA TRIUMPHALIS für das preußische Militär.
Genau diese VIA TRIUMPHALIS soll Gegenstand der Fragestellung werden. Wie erhoffte sich der Architekt diese Straße und welche Bildsprache wählte Schinkel dafür? Hierfür ist eine Betrachtung der Straße Unter den Linden notwendig. Diese beginnt im Westen mit dem Brandenburger Tor und endet im Osten auf der heutigen Museumsinsel. Ich möchte kurz auf das Brandenburger Tor eingehen, welches ab 1788 von Carl Gotthard Langhans errichtet wurde. Es bildet das westliche Ende der geplanten VIA TRIUMPHALIS. Weiter geht es an der Neuen Wache vorbei. Hier sind die Denkmäler der siegreichen Feldherren zu betrachten, welche Schinkel bei Christian Daniel Rauch in Auftrag gab. Und zu guter letzt möchte ich die Schlossbrücke mit ihrem Statuenschmuck besprechen. Diese Brücke führt die Straße Unter den Linden weiter auf die Museumsinsel, wo wir das Schloss und den Dom vorfinden.
Die verwendete Literatur bietet ein breites Spektrum zu der Arbeit des Städteplanersund Architekten. Schinkels Werke und Bauten sind vielfach beleuchtet und aufgearbeitet. Insgesamt soll die vorliegende Hausarbeit einen Einblick in Karl Friedrich Schinkels Planungen und seine Ideen geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historische Bedingungen
2.1 Die Umgebung der Neuen Wache
3. Die neue Wache
3.1 Entwürfe
3.2 Die Beschreibung des heute vorhandenen Baukörpers
3.3 Die Genese der Neuen Wache
3.4 Die Neue Wache, wie es weiterging
4. Die Denkmäler
4.1 Das Denkmal des General Scharnhorst
4.2 Das Denkmal des General Bülow von Dennewitz
4.3 Das Denkmal des Fürsten von Blücher
4.4 Das Denkmal des Grafen York von Wartenburg
4.5 Das Denkmal des Grafen Gneisenau
4.6 Das Denkmal für Friedrich den Großen
5. Die Schlossbrücke
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die städtebauliche und architektonische Konzeption der sogenannten VIA TRIUMPHALIS durch Karl Friedrich Schinkel im Berlin des 19. Jahrhunderts. Dabei liegt der Fokus auf der Neuen Wache, den dazugehörigen Denkmälern der Feldherren und der Schlossbrücke als repräsentative Elemente einer geplanten militärischen Achse.
- Architektonische Analyse der Neuen Wache unter Schinkel
- Städtebauliche Bedeutung der Straße Unter den Linden
- Entstehung und Bildprogramm der Denkmäler von Christian Daniel Rauch
- Konzeptuelle Gestaltung der Schlossbrücke als Teil der VIA TRIUMPHALIS
- Historischer Wandel der Denkmäler und Bauten bis zur Gegenwart
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Beschreibung des heute vorhandenen Baukörpers
Die Neue Wache liegt an der Straße Unter den Linden. Damals wie auch heute ist diese Straße eine wichtige Achse in Berlin. In preußischer Zeit war es eine Zufahrt zum Schloss auf der Spreeinsel und eine Flanierstraße. Heutzutage ist es eine stark befahrene Straße, welche den Osten der Stadt mit dem Westen verbindet. Hinzu kommen die wichtigen Gebäude, etwa die Oper, die an der Straße liegen. Wir erblicken die Neue Wache in dem Zustand nach der letzten Umbauphase von 1993. Das Gebäude liegt hinter einem breiten Bürgersteig umsäumt von Kastanienbäumen. Man blickt auf ein rechteckiges Gebäude, mit einem Pfeilerportikus und dominanten Eckrisaliten. Für die Vorderansicht wurde Sandstein verwendet. Die Säulen gehören zu der dorischen Gattung. Auf dem Portikus befindet sich ein Giebel, welcher ein Relief trägt. Unter dem Giebel sind auf einer Freifläche Figuren angebracht. Über zwei Stufen erreicht man den Portikus. In der ersten Reihe wurden sechs Säulen benutzt, um den Portikus zu stützen, in der zweiten Reihe stehen vier Säulen. Diese vier Säulen sitzen genau parallel hinter den mittleren vier aus der Vorderreihe. Schaut man sich den Grundriss an, so sieht man, dass der Portikus etwa zwei Drittel der gesamten Breite einnimmt. Durch die Risalite wird der Gebäudekörper jeweils an den Ecken nochmals in der Breite betont.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert das Ziel der Arbeit, die geplante VIA TRIUMPHALIS Schinkels in Berlin zu untersuchen und stellt die verwendete Forschungsliteratur vor.
2. Historische Bedingungen: Das Kapitel beleuchtet das Ende der Befreiungskriege als architektonische Wende in Berlin und Schinkels ersten Auftrag für ein Wachgebäude.
2.1 Die Umgebung der Neuen Wache: Hier werden die geografische Lage, die umliegenden historischen Bauten und die Einbettung der Wache in das städtische Umfeld beschrieben.
3. Die neue Wache: Dieser Abschnitt konzentriert sich auf den Baukörper der Neuen Wache und die Planungsprozesse unter dem Einfluss des Königs.
3.1 Entwürfe: Hier werden die verschiedenen Entwurfsstadien der Neuen Wache, von der ursprünglichen Loggia bis zum Pfeilerportikus, analysiert.
3.2 Die Beschreibung des heute vorhandenen Baukörpers: Das Kapitel bietet eine detaillierte bauliche Beschreibung der Fassaden, des Materials und der Grundrissstruktur des Gebäudes.
3.3 Die Genese der Neuen Wache: Fokus liegt auf den Einflussfaktoren bei der Realisierung, insbesondere dem direkten Eingreifen des Königs in die Standortwahl.
3.4 Die Neue Wache, wie es weiterging: Eine historische Nachbetrachtung zur unterschiedlichen Nutzung des Bauwerks von der Monarchie bis zur heutigen Zeit als Gedenkstätte.
4. Die Denkmäler: Vorstellung der marmornen Standbilder preußischer Generäle, die Schinkel zur Flankierung der Neuen Wache in Auftrag gab.
4.1 Das Denkmal des General Scharnhorst: Beschreibung des Standbilds und der allegorischen Reliefdarstellungen am Sockel, die Scharnhorsts Wirken ehren.
4.2 Das Denkmal des General Bülow von Dennewitz: Analyse dieses Denkmals, dessen Sockelprogramm die militärische Zusammenarbeit mit britischen Truppen hervorhebt.
4.3 Das Denkmal des Fürsten von Blücher: Behandlung der Bronzestatue, deren komplexes Sockelrelief den gesamten Siegeszug der preußischen Armee nachzeichnet.
4.4 Das Denkmal des Grafen York von Wartenburg: Vorstellung des Denkmals und der vereinfachten Sockelgestaltung aufgrund von Zeitdruck und Kosteneinsparungen.
4.5 Das Denkmal des Grafen Gneisenau: Fokus auf der dynamischen Pose des Generals und der symbolischen Ausrichtung des Reliefs hin zum Blücher-Denkmal.
4.6 Das Denkmal für Friedrich den Großen: Beschreibung des Reiterstandbildes als Gemeinschaftswerk von Schinkel und Rauch, das den Monarchen volksnah darstellt.
5. Die Schlossbrücke: Dieses Kapitel erläutert Schinkels Umgestaltung der ehemaligen Hundebrücke und deren künstlerische Dekoration als Abschluss der VIA TRIUMPHALIS.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung des architektonischen Vermächtnisses Schinkels und der konzeptionellen Idee der triumphalen Straße in Berlin.
Schlüsselwörter
Karl Friedrich Schinkel, Neue Wache, VIA TRIUMPHALIS, Berlin, Unter den Linden, Christian Daniel Rauch, Klassizismus, Preußen, Denkmal, Bildprogramm, Schlossbrücke, Architektur, Städteplanung, Befreiungskriege, Reliefkunst
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit den städtebaulichen und architektonischen Planungen von Karl Friedrich Schinkel für das Berliner Zentrum des 19. Jahrhunderts, insbesondere der Realisierung einer sogenannten VIA TRIUMPHALIS.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind der Bau der Neuen Wache, die Gestaltung der dazugehörigen Denkmäler für preußische Feldherren sowie die architektonische Einbindung der Schlossbrücke in dieses Gesamtkonzept.
Was ist das Hauptziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu klären, was genau unter Schinkels geplanter VIA TRIUMPHALIS zu verstehen ist und wie er dieses repräsentative Projekt in der Berliner Innenstadt umsetzte.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Analyse zeitgenössischer Architektur, Baugeschichte und Kunstgeschichte unter Verwendung einschlägiger Literatur und Quellen sowie der Auswertung von Entwurfs- und Bildprogrammen.
Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig diskutiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte architektonische Analyse der Neuen Wache, die Besprechung der einzelnen Standbilder der Generäle samt ihrer allegorischen Sockelreliefs sowie die Rolle der Schlossbrücke als gestalterischer Abschluss der Achse.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Schinkel, Neue Wache, VIA TRIUMPHALIS, Preußische Architektur, Christian Daniel Rauch und städtebauliche Monumentalität.
Welche Bedeutung hatten die Generals-Denkmäler für Schinkels Plan?
Die Denkmäler sollten als flankierende Elemente der Neuen Wache die militärischen Erfolge der Befreiungskriege ehren und so den heroischen Charakter der Straße Unter den Linden unterstreichen.
Inwiefern beeinflusste der preußische König die bauliche Umsetzung?
König Friedrich Wilhelm III. nahm als Auftraggeber maßgeblichen Einfluss, insbesondere auf die Standortwahl der Neuen Wache und die zeitliche sowie finanzielle Realisierung der gesamten Anlage.
Was lässt sich über die künstlerische Ausgestaltung der Sockel aussagen?
Die Sockel der Denkmäler tragen meist aufwendige Reliefs, die mittels antiker Allegorien und mythologischer Göttinnen wie Minerva oder Viktoria die historischen Leistungen der Dargestellten legitimieren und preisen.
- Citar trabajo
- Jenny Schwarzhaupt (Autor), 2008, Was versteht man unter der von Karl Friedrich Schinkel geplanten VIA TRIUMPHALIS und wie setzte er diese Planung in Berlin im 19. Jahrhundert um?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205934