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Tot an der Innerdeutschen Grenze

Umgang und Sichtweise der SED-Diktatur mit den Opfern, eine Fallanalyse am Beispiel von zwei 15jährigen Jungen

Título: Tot an der Innerdeutschen Grenze

Trabajo , 2012 , 21 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Bachelor of Education Katja Neumann (Autor)

Historia de Alemania - Posguerra, Guerra Fría
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Vom Gründungsdatum der DDR am 07.10.1949 bis zu ihrem Ende am 03.10.1990 kamen zahlreiche Menschen bei dem Versuch die Innerdeutsche Grenze oder die Berliner Mauer zu überwinden ums Leben. Allein in Berlin starben 136 Menschen, die Zahl der an der Innerdeutschen Grenze Getöteten dürfte weitaus höher liegen, ist jedoch nach jetzigem Stand der Forschung nicht hinreichend ermittelt. Unklar bleiben wird wahrscheinlich auch eine genaue Zahl der bei einem Fluchtversuch Verletzten oder Inhaftierten, wobei diese nach Schätzungen im sechsstelligen Bereich liege dürfte.
Die ehemalige SED-Herrschaft polarisiert auch heute noch. Um den Opfern den nötigen Respekt zu zollen und um uns an diese in angemessener Form zu erinnern, ist es als Historiker unsere Aufgabe die historischen Ereignisse kritisch zu hinterfragen und in ihrer vollen Dimension aufzuklären.
Daher liegt das Ziel dieser Arbeit neben der Analyse der Motive der SED-Diktatur für die Verhinderung von Grenzdurchbrüchen, in der Darstellung des Umgangs der DDR-Führung mit Republikflüchtlingen. Dabei soll sowohl das Feindbild der DDR erläutert, als auch die Folgen eines ungesetzlichen Grenzdurchbruchs für die Betroffenen, ihre Familien und ihr gesellschaftliches Umfeld thematisiert werden. Zu diesem Zweck wird eine Akte des Ministeriums für Staatssicherheit herangezogen und bildet damit die zentrale Quellengrundlage dieser Arbeit. Die Akte umfasst den bereits erwähnten gescheiterten Fluchtversuch von zwei Jugendlichen.
Das wichtigste sekundärliterarische Werk, welches dieser Arbeit zu Grunde liegt, ist das von Klaus-Dietmar Henke 2011 herausgegebene Buch „Die Mauer. Errichtung, Überwindung, Erinnerung.“ Dieser Sammelband sollte als Grundlagenwerk angesehen werden, denn er enthält eine Vielzahl von Aufsätzen mit großer thematischer Spannweite. Ferner war zum besseren historischen Verständnis auch der Sammelband „Lernfeld DDR-Geschichte“, welcher von Heidi Behrens, Paul Ciupke und Norbert Reichling herausgegeben wurde sowie die Monographie von Ehrhart Neubert „ Geschichte der Opposition in der DDR 1949-1989“, nützlich.
Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass sich bei der vorliegenden Thematik, ein weites Forschungsfeld ausbreitet, welches hier nur unter den Bedingungen der quantitativen Anforderungen an die Arbeit erfasst werden kann.
Sehr interessant wäre es auch nach der Schuld der Grenzsoldaten oder nach den Auswirkungen auf die Erinnerungskultur zu fragen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mauerbau und Errichtung der Innerdeutschen Grenze

3. Der Umgang mit den Opfern des DDR-Regimes

3.1 Die Ereignisse am Nachmittag des 08.12.19.79 bei Benneckenstein im Harz

3.2 Der Maßnahmenplan – Eine gezielte Anleitung zur Vertuschung

3.3 Täuschung, Vertuschung und Kriminalisierung Der Kampf der SED-Diktatur gegen den Klassenfeind

4. Résumée

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Umgang der SED-Diktatur mit den Opfern eines gescheiterten Fluchtversuchs zweier Jugendlicher im Jahr 1979. Ziel ist es, die Motive des Regimes zur Vertuschung und Kriminalisierung von Fluchtversuchen aufzuzeigen sowie die Auswirkungen dieses staatlichen Handelns auf die Betroffenen und deren Umfeld kritisch zu analysieren.

  • Analyse von Stasi-Akten zu einem spezifischen Grenzzwischenfall
  • Untersuchung der Mechanismen staatlicher Vertuschung und Desinformation
  • Darstellung des Feindbildes der SED gegenüber Republikflüchtlingen
  • Betrachtung der psychologischen und sozialen Folgen für Hinterbliebene
  • Reflexion über den Herrschaftsanspruch des SED-Regimes

Auszug aus dem Buch

3.2. Der Maßnahmenplan – Eine gezielte Anleitung zur Vertuschung

Bei näherer Betrachtung der Akte ist es evident, dass die Zuständigen die Verantwortung für den Tod des 15 Jährigen Tom nicht zu tragen bereit waren. Diese These lässt sich vor allem aus dem Maßnahmenplan ziehen, welcher zwei Tage nach dem Tod des Jungen schriftlich fixiert wurde und das weitere Vorgehen in dieser Angelegenheit regeln sollte.

Auffällig dabei ist, dass die 15 Schritte dieses Plans – bis auf den ersten Schritt zur Information von Mutter und Schwester über den Tod des Jungen – darauf abgestimmt sind, die Begebenheit zu verheimlich. So regelt der Plan zum einen, dass die Kleidungsstücke des Jungen zu verbrennen sind und wohin die Leiche gebracht wird und wo diese „unter dem Vorwand einer gerichtlichen Sektion“ verbleibt, um Außenstehende an der Betrachtung der Leiche zu hindern. An dieser Stelle ist es fraglich, in welchem Zustand sich die Leiche befunden hat, da in keinem Bericht der Akte die Rede davon ist, mit wie vielen Kugeln der Junge wirklich zu Tode gebracht wurde, lediglich im Untersuchungsbericht der BV Halle an das MfS Berlin wird als Todesursache ein „brustkorbdurchschusz mit einschusz am ruecken rechts und ausschusz am brustkorb rechts vorne oben (festgestellt). der schuszkanal verlaeuft von unten nach oben, fast parallel zur koerpermittellinie.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Relevanz der Opfer an der innerdeutschen Grenze und definiert die zentrale Fragestellung sowie die Quellengrundlage dieser Untersuchung anhand einer Stasi-Akte.

2. Mauerbau und Errichtung der Innerdeutschen Grenze: Dieses Kapitel erläutert die politisch-historischen Hintergründe der deutschen Teilung und die zunehmende Abschottung durch das SED-Regime bis zum Mauerbau 1961.

3. Der Umgang mit den Opfern des DDR-Regimes: Das Hauptkapitel analysiert detailliert den konkreten Fall zweier Jugendlicher, untersucht die bürokratischen Vertuschungsstrategien des MfS und beleuchtet die Ideologie des SED-Regimes.

4. Résumée: Das abschließende Résumée reflektiert die historischen Ereignisse, positioniert sich kritisch zur Verharmlosung der DDR-Diktatur und unterstreicht die Notwendigkeit einer klaren ethischen Haltung gegenüber der damaligen Unterdrückungspolitik.

Schlüsselwörter

DDR, SED-Diktatur, Innerdeutsche Grenze, Fluchtversuch, Ministerium für Staatssicherheit, Vertuschung, Kriminalisierung, Schießbefehl, Grenzsoldaten, Repression, Menschenrechte, Klassenfeind, Opfer, Fallanalyse, Aufarbeitung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Umgang der DDR-Führung mit Opfern von Fluchtversuchen an der innerdeutschen Grenze am Beispiel eines konkreten Vorfalls aus dem Jahr 1979.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die staatlich organisierte Vertuschung von Tötungsdelikten, das konstruierte Feindbild gegenüber Republikflüchtlingen und der Herrschaftsanspruch des SED-Regimes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Motive für das staatliche Handeln und die systematische Kriminalisierung von Jugendlichen aufzuzeigen, um die historischen Ereignisse in ihrer vollen Dimension aufzuklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Fallanalyse auf Basis von Primärquellen, insbesondere Akten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), ergänzt durch sekundärliterarische Forschungswerke.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der konkrete Hergang des Grenzdurchbruchs, die darauf folgenden Maßnahmen zur Vertuschung, wie etwa die gezielte Desinformation der Angehörigen und Schulleitung, sowie die ideologischen Grundlagen des Handelns analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem DDR, SED-Diktatur, Vertuschung, Kriminalisierung, Schießbefehl und Grenzregime.

Wie reagierte das DDR-Regime auf die Familie des getöteten Jugendlichen?

Die Familie wurde durch das MfS unter Druck gesetzt, zur Verschwiegenheit verpflichtet und sogar durch einen IM sowie den eigenen Onkel des Verstorbenen überwacht.

Warum wurde die Kleidung des Verstorbenen verbrannt?

Dies geschah im Rahmen der Vertuschungsstrategie, um keine Beweise für den tatsächlichen Hergang der Tötung (insbesondere die Anzahl der Schüsse) zu hinterlassen.

Final del extracto de 21 páginas  - subir

Detalles

Título
Tot an der Innerdeutschen Grenze
Subtítulo
Umgang und Sichtweise der SED-Diktatur mit den Opfern, eine Fallanalyse am Beispiel von zwei 15jährigen Jungen
Universidad
Dresden Technical University  (Geschichte)
Curso
Die Mauer. Errichtung. Überwindung. Erinnerung
Calificación
1,7
Autor
Bachelor of Education Katja Neumann (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
21
No. de catálogo
V205961
ISBN (Ebook)
9783656328346
ISBN (Libro)
9783656329220
Idioma
Alemán
Etiqueta
innerdeutschen grenze umgang sichtweise sed-diktatur opfern fallanalyse beispiel jungen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Bachelor of Education Katja Neumann (Autor), 2012, Tot an der Innerdeutschen Grenze, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205961
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