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Möglichkeiten und Grenzen der Erlebnispädagogik in der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Lernbeeinträchtigungen

Eine Literaturstudie und Auswertung empirischer Befunde

Title: Möglichkeiten und Grenzen der Erlebnispädagogik in der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Lernbeeinträchtigungen

Bachelor Thesis , 2011 , 52 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tobias Schwamm (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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„Bildung braucht Persönlichkeit – wie Lernen gelingt“ - so lautet der Titel des im Februar 2011 erschienenen Buches von Gerhard ROTH. Er zählt zu den bekanntesten Hirnforschern Deutschlands. Seine Schlussfolgerungen und Erkenntnisse, die er aus der Neurobiologie und Neurophilosophie auf das Lernen des Menschen überträgt, sind nicht unbedingt neu. Jedoch hat sein Wort in der Wissenschaft offenbar solches Gewicht, dass die Hoffnung besteht, dass diese Erkenntnisse nun endlich zunehmend Einzug in deutsche Klassenzimmer halten könnten. ROTH (2011, 291) postuliert, es sei unabdingbar, „dass die Förderung der Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler und Schüler, zu der natürlich auch soziale Kompetenz gehört, in viel stärkerem Maße […] in den Schulen [stattfinden müsse]. Ihr kommt eine ebenso große Bedeutung zu wie der Wissensvermittlung.“

Auch der „PISA-Schock“ hat die öffentliche und wissenschaftliche Debatte darüber, was Schülerinnen und Schüler wissen müssen, welche „Kernkompetenzen“ sie beherrschen müssen und was für ihren Lernerfolg gut und nützlich ist, neu belebt. Der Focus der ersten PISA-Studie 2000 auf den Fähigkeiten und Fertigkeiten 15-jähriger Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Leseverständnis, Mathematik und Naturwissenschaften (OECD 2002) und die sich anschließende Diskussion über das Abschneiden deutscher Schülerinnen und Schüler in diesen Bereichen zeigt, dass hier offenbar der Bereich der sozialen Kompetenzen nahezu völlig ausgeblendet wurde. Cornelia SCHÖDLBAUER spricht hier von den Bereichen Körper, Gemeinschaft und Werte und nennt diese die „blinden Flecken der PISA-Debatte“ (SCHÖDLBAUER o.J., zit. nach HECKMAIR/MICHL 2008, 180). Wie wichtig jedoch insbesondere soziale Kompetenzen, Selbstvertrauen und Motivation für das Lernen und den Aufbau von Lernstrategien sind, ist hinlänglich bekannt und wird selbstverständlich nicht erst seit PISA diskutiert. Für Schülerinnen und Schüler, die der Gruppe der Lernbeeinträchtigten zugerechnet werden, spielen die Aspekte des Lernens und des schulischen Miteinanders, die über das bloße Vermitteln von Sachwissen hinausgehen, eine noch bedeutendere Rolle als für andere Schülerinnen und Schüler und sind hauptausschlaggebend für ihren schulischen und damit persönlichen Erfolg (WERNING/LÜTJE KLOSE 2006, 132 ff). Es ist demnach unabdingbar, die sozialen Kompetenzen in der Schule stärker mit in das Blickfeld zu nehmen und diese zu fördern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Lernbeeinträchtigung

1.1 Definitionen von Lernbeeinträchtigung

1.2 Lernbeeinträchtigung im schulischen Kontext

1.3 Didaktische Aspekte bei Lernbeeinträchtigungen

1.4 Neuropsychologische Aspekte

1.5 Aspekte der Selbstwirksamkeit

2. Erlebnispädagogik

2.1 Begriffsklärung der Erlebnispädagogik

2.2 Definitionen von Erlebnispädagogik

2.3 Geschichte der Erlebnispädagogik

2.3.1 Vordenker der Erlebnispädagogik

2.3.2 Einflüsse aus der Reformpädagogik

2.3.3 Kurt Hahn

2.4 Grundelemente der HAHNschen Erlebnistherapie

2.5 Ziele der modernen Erlebnispädagogik

2.6 Leitideen und Methoden der Erlebnispädagogik

2.6.1 Wachstumsorientierung

2.6.2 Ganzheitlichkeit

2.6.3 Selbstorganisation

3. Die Relevanz der Erlebnispädagogik für Schülerinnen und Schüler mit Lernbeeinträchtigungen

3.1 Empirische Untersuchungen zur Wirksamkeit der Erlebnispädagogik

3.1.1 Wirksamkeit von Outdoor Aktivitäten

3.1.2 Einfluss von erlebnispädagogischen Programmen auf die Selbstwirksamkeit

3.2 Möglichkeiten und Grenzen der Erlebnispädagogik für Schülerinnen und Schüler mit Lernbeeinträchtigungen

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der Erlebnispädagogik als Förderinstrument für Schülerinnen und Schüler mit Lernbeeinträchtigungen, insbesondere im Hinblick auf deren Persönlichkeitsentwicklung und Selbstwirksamkeit, und reflektiert dabei die Möglichkeiten sowie systemischen Grenzen im schulischen Kontext.

  • Grundlagen der Lernbeeinträchtigung im schulischen Kontext
  • Historische und theoretische Fundierung der Erlebnispädagogik
  • Analyse der Wirksamkeit erlebnispädagogischer Programme
  • Förderung der Selbstwirksamkeit als zentraler Erziehungsfaktor
  • Möglichkeiten und Grenzen der Implementierung im Schulalltag

Auszug aus dem Buch

2.6.1 Wachstumsorientierung

Im Zentrum aller Überlegungen vor einer erlebnispädagogischen Maßnahme stehen die individuellen Potentiale der Schülerinnen und Schüler und deren Entfaltung. Aus dem Blickfeld dürfen dabei die Schwächen bzw. Defizite selbstverständlich nicht gänzlich geraten, es findet an ihnen jedoch keine maßgebliche Orientierung statt. Der Fokus richtet sich nicht auf die Vermittlung von Inhalten, sondern auf die Vermittlung von Kompetenzen sich Inhalte anzueignen. Dies betrifft Lerntechniken ebenso wie die Fähigkeit, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden. Wachstums-orientierung meint auch „Schülerinnen und Schüler eine Weile auf einem Weg zu begleiten, den sie als lebenslang Lernende fortsetzen.“ (GILSDORF & VOLKERT 2004, 27).

Herausforderung: In vielen erlebnispädagogischen Maßnahmen werden insbesondere die Natursportarten Klettern, Wandern, Segeln, Kanufahren oder Höhlenwandern dafür eingesetzt, die Schülerinnen und Schüler motorisch zu aktivieren. Durch eine herausfordernde Aktion im Natursportbereich sollen die Schülerinnen und Schüler neben dem Erlernen von Techniken über das entsprechende Medium, ungewohnte und besondere Situation erleben, welche sie vor eine Herausforderung stellen (REINERS 1995, 36). Ausgangspunkt einer herausfordernden Aktion ist es, die Schülerinnen und Schüler in neuartige und unbekannte Situationen zu bringen, in denen alte Denk- und Verhaltensmuster nichts bewirken können. Dies versetzt die Schülerinnen und Schüler zunächst in einen Zustand des Ungleichgewichts, eröffnet aber während des sich anschließenden Problemlöseprozesses neue Perspektiven und Möglichkeiten im Denken und im Handeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Lernbeeinträchtigung: Dieses Kapitel definiert Lernbeeinträchtigung im schulischen Kontext und beleuchtet didaktische sowie neuropsychologische Aspekte, wobei die Bedeutung der Selbstwirksamkeit hervorgehoben wird.

2. Erlebnispädagogik: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss der Erlebnispädagogik, definiert deren Begriffe und stellt die zentralen Leitideen sowie Ziele vor.

3. Die Relevanz der Erlebnispädagogik für Schülerinnen und Schüler mit Lernbeeinträchtigungen: Hier werden empirische Studien zur Wirksamkeit der Erlebnispädagogik analysiert und auf die spezifischen Bedürfnisse und Fördermöglichkeiten der Zielgruppe übertragen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der Erlebnispädagogik für die Persönlichkeitsförderung zusammen und diskutiert die Herausforderungen einer Implementierung im schulischen Alltag.

Schlüsselwörter

Erlebnispädagogik, Lernbeeinträchtigung, Selbstwirksamkeit, Persönlichkeitsentwicklung, Sozialkompetenz, Schulpädagogik, Handlungsorientierung, Ganzheitlichkeit, Selbstorganisation, Inklusion, Outdoor-Aktivitäten, Förderung, Schulerfolg, Motivation, Lernschwierigkeiten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und wie erlebnispädagogische Ansätze dazu beitragen können, Schülerinnen und Schüler mit Lernbeeinträchtigungen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Selbstwirksamkeit zu unterstützen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die theoretischen Grundlagen der Lernbeeinträchtigung, die historische Entwicklung der Erlebnispädagogik sowie deren Methoden und Ziele im Hinblick auf schulische Anwendungsmöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Chancen und Grenzen der Erlebnispädagogik für die Zielgruppe aufzuzeigen und zu prüfen, wie durch solche Methoden implizit auch Lernprozesse und die Persönlichkeit gestärkt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Bachelorarbeit, die bestehende Fachliteratur, historische Konzepte und empirische Studien analysiert und auf die spezifische Gruppe der Schüler mit Lernbeeinträchtigungen überträgt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Begriffsbestimmung, Geschichte, Methoden der Erlebnispädagogik) und die anschließende Relevanzprüfung für Schüler mit Lernbeeinträchtigungen auf Basis vorhandener Wirksamkeitsuntersuchungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Erlebnispädagogik, Lernbeeinträchtigung, Selbstwirksamkeit und Persönlichkeitsförderung.

Warum ist die Selbstwirksamkeit für diese Schülergruppe so wichtig?

Da diese Schüler häufig durch Misserfolge geprägt sind, ist die Steigerung der Selbstwirksamkeit essenziell, um ihr Selbstvertrauen wieder aufzubauen und sie zu motivieren, sich neuen Anforderungen zu stellen.

Welche Rolle spielt die Lehrkraft in diesem Kontext?

Die Lehrkraft fungiert als sensible Begleitung, die den Lernraum gestaltet und gleichzeitig eine vertrauensvolle Beziehung aufbaut, um Überforderungen zu vermeiden und den Transfer in den Alltag zu unterstützen.

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Details

Title
Möglichkeiten und Grenzen der Erlebnispädagogik in der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Lernbeeinträchtigungen
Subtitle
Eine Literaturstudie und Auswertung empirischer Befunde
College
Humboldt-University of Berlin  (Rehabilitationswissenschaften)
Grade
1,0
Author
Tobias Schwamm (Author)
Publication Year
2011
Pages
52
Catalog Number
V206223
ISBN (eBook)
9783656338932
ISBN (Book)
9783656340225
Language
German
Tags
erlebnispädagogik arbeit schülerinnen schüler lernbeeinträchtigungen möglichkeiten grenzen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Schwamm (Author), 2011, Möglichkeiten und Grenzen der Erlebnispädagogik in der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Lernbeeinträchtigungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206223
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