Die Rolle der Ratingagenturen für die Entstehung der Finanzkrise und die Konsequenzen für die Zukunft


Hausarbeit, 2011
23 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

1. Problemstellung und Zielsetzung

2. Die Grundlagen des Ratings
2.1 Begriffsdefinition und Herkunft desRatings
2.2 Die Ratingarten
2.3 Der Ablauf des Ratingprozesses
2.4 Die Symbolik des Ratings

3. Die Rolle der Ratingagenturen in der Finanzkrise
3.1 Die Entwicklung der Finanzkrise
3.1.1 DieSubprime-Kredite
3.1.2 Die Verbriefung von Subprime-Krediten
3.1.3 Der Zusammenbruch
3.2 Die Kritik an den Ratingagenturen
3.2.1 Das Problem der Informationsasymmetrie
3.2.1.1 Die Principal-Agent-Beziehungen
3.2.1.1.1 Die Investor-Emittent-Beziehung
3.2.1.1.2DieInvestor-Ratingagentur-Beziehung
3.2.1.1.3DieEmittent-Ratingagentur-Beziehung
3.2.1.2 DieGegenüberstellung vonTheorie undPraxis
3.2.2 Das Problem der Marktmacht
3.2.3 DieFehler imRatingprozess

4. DieKonsequenzen für die Zukunft
4.1 DieOptimierung des Ratingprozesses
4.2 DieRegulierung desRatingmarktes
4.3 Fazit

5. Schlussbemerkung

Anhang I: Der Ablaufbei einem erstmaligen Rating

Anhang II: Die Änderungen am lOSCO-Kodex

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 : Die Symbolik der führenden Ratingagenturen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Differenzierung der Ratingbegriffe

Abbildung 2: Die Principal-Agent-Beziehungen

1. Problemstellung und Zielsetzung

Im Rahmen der weltweiten Finanzmarktkrise hat die Kritik an den Marktakteuren, insbesondere den Ratingagenturen, stark zugenommen. Im Fokus stehen hier vor allem die drei führenden amerikanischen Ratingagenturen, S&P,Moody’s und Fitch. Ihnen werden Fehleinschätzungen bei der Einstufung von Hypothekenpapieren vorgeworfen. Diese wurden zunächst mit Bestnoten bewertet, bevor es dann zum Zusammenbruch des kompletten amerikanischen Immobilienmarktes kam und die Papiere stark an Wert verloren.[1]

Einführend werden zunächst Grundlagen hinsichtlich des Ratings erläutert, bevor dann die Ursachen der Krise sowie das Verhalten der Ratingagenturen betrachtet werden. Im Fokus steht das Problem der Informationsasymmetrie, welches sich mit dem Principal-Agent-Ansatz darstellen lässt. Abschließend wird in Kapitel 4 auf die Lösungs- bzw. Regulierungsansätze eingegangen.

2. Die Grundlagen des Ratings

Um die Grundlagen des Ratings zu verstehen, erfolgt zunächst eine Einordnung des Ratingbegriffs. Darauf aufbauend wird der Prozess sowie die Symbolik eines Ratings dargestellt.

2.1 Begriffsdefinition und Herkunft des Ratings

Der Begriff des Ratings stammt ursprünglich aus dem angloamerikanischen Sprachraum und trat dort erstmals 1850 auf.[2] Da der Ratingbegriff in verschiedenen Bereichen verwendet wird, bedarfes zunächst einer allgemeinen Begriffserläuterung: „Ein Rating ist das Ergebnis einer Bewertung wirtschaftlicher Sachverhalte, das durch nichtnummerische Symbole dargestellt wird und durch eine der Änderungsdynamik der zugrunde liegenden Sachverhalte entsprechenden, periodischen Aktualisierung jederzeit eine Klassifikation der betrachteten Sachverhalte durch einen Entscheidungsträger, der nicht der Produzent des Ratings ist, mit ordinalem Skalenniveau zulässt.“[3]

2.2 Die Ratingarten

Die ausführliche Einordnung des Ratingbegriffs wurde bewusst vorgenommen, da es innerhalb des Ratingmarktes verschiedene Ratingbegriffe gibt, die zu berücksichtigen sind. Eine Übersicht hierzu liefert die folgende Abbildung 1.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Differenzierung der Ratingbegriffe[4]

Eine Unterscheidung der jeweiligen Ratingart kann in Bezug auf die Institution (Ratingagentur oder Bank), das zu untersuchende Objekt, die Laufzeit sowie die Initiierung vorgenommen werden.[5] Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich im Wesentlichen mit den Emittentenratings, die von externen Institutionen erstellt werden. Ein Emittentenrating ist eine Einschätzung, inwieweit ein Emittent die generelle Fähigkeit besitzt, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.[6]

2.3 Der Ablauf des Ratingprozesses

Der Prozess besteht aus mehreren Vorgängen. „Er beginnt gewöhnlich mit dem Auftrag des Unternehmens, dass bewertet werden möchte. Nimmt die Agentur den Auftrag an, prüft sie zunächst die öffentlich zugänglichen Informationen und interne Unternehmensdaten.“[7] Veranschaulicht wird dies durch Anhang I. Während sich die externen Daten aus Jahresabschlüssen und Geschäftsberichte zusammensetzen,
bestehen die internen Daten aus kurz- und mittelfristitgen Erfolgsrechnungen, Cash Flow-Planungen und Planbilanzen sowie den diesen zugrunde liegenden Annahmen.“[8] Nach der Analyse der vorliegenden Informationen wird eine erste Beurteilung vorgenommen, welche anschließend in einem Treffen mit dem Unternehmensmanagement erörtert wird. Gegenstand des Hauptgespräches sind vorwiegend qualitative Fragestellungen bezüglich der Realisierbarkeit der Unternehmensstrategien und genereller zukünftiger Erfolgspotentiale.[9] Aufbauend auf diesem Gespräch zwischen Management und Ratingagentur werden die Ergebnisse dem Ratingkomitee vorgelegt. Dieses akzeptiert das vorliegende Rating oder lehnt es ab. Das Unternehmen bzw. der Emittent wird über die Entscheidung des Ratingkomitees in Kenntnis gesetzt und erhält Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen und ggf. neue Daten bereitzustellen.“[10] Ist das Unternehmen mit dem Rating einverstanden, so wird dieses durch die Ratingagentur publiziert. Sollte sich das Unternehmen gegen das Rating aussprechen, setzen sich die Beteiligten erneut zusammen um Unklarheiten zu diskutieren.

2.4 Die Symbolik des Ratings

Die Auswertung eines Ratings wird mit Symbolen dargestellt (siehe Tabelle 1), die das individuelle Bonitätsrisiko eines Emittenten aufzeigen. Während sich die Symbolik von S&P und Fitch einander gleichen, sind bei der Ratingagentur Moody’s Unterschiede festzustellen. Generell gilt jedoch, dass es einen sicheren und einen spekulativen Klassifizierungsbereich gibt. Der obere Bereich wird als Investment Grade und der untere Bereich als Speculative Grade bezeichnet. Auf dieser Skala können Emittenten, je nach Entwicklung ihres Bonitätsrisikos, herauf- oder herabgestuft werden. Dieses sogenannte Up- und Downgrading dient dem Anleger als Überwachungsinstrument, welches in regelmäßigen Abständen von den Ratingagenturen angeglichen wird. Die Beurteilung ist somit nicht zeitpunktbezogen, sondern erfasst eine mittel- bis längerfristige Zeitspanne.[11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Die Symbolik der führenden Ratingagenturen[12]

3. Die Rolle der Ratingagenturen in der Finanzkrise

3.1 Die Entwicklung der Finanzkrise

Um die Rolle der Ratingagenturen während der Finanzmarktkrise einzuordnen, werden zunächst die Ursachen und der Verlaufder Krise dargestellt.

3.1.1 Die Subprime-Kredite

Der Ursprung der Finanzmarktkrise beginnt mit den US-lmmobilien im Jahr 2000. Amerikaner mit geringer Bonität erhielten die Möglichkeit, sich mit Hilfe von zinsgünstigen Darlehen Eigenheime zu finanzieren. Diese waren nicht mit Eigenkapital hinterlegt.[13] Aufgrund der steigenden Immobilienpreise blieb der Kosum von US-Bürgern unverändert, da dieser durch weitere Kredite, den sogenannten Subprime-Krediten, finanziert wurde.[14]

3.1.2 Die Verbriefung von Subprime-Krediten

Damit die Banken sich refinanzieren konnten, wurden die Subprime-Kredite als Wertpapier verbrieft und auf dem Kapitalmarkt angeboten. Um das Risiko zu minimieren, wurden die Kredite bzw. Assets aus der Bilanz einer Bank ausgegliedert. Dies geschah, indem die Bank eine rechtlich unabhängige Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle) gründete und die Wertpapiere in Form von Asset-Backed Securities an den weltweiten Finanzmärkten vertrieb. Das ABS-System basiert auf den Hypotheken und den besicherten Anleihen, auch Mortage-Backed-Securities (MBS) genannt. Mit diesen Finanzprodukten konnten ungedeckte Immobiliendarlehen in Vermögenswerte umgewandelt werden. Die Risiken konnten aufgrund der Bündelung der strukturierten Finanzprodukte nicht mehr eingeschätzt werden.[15] Eine weitere, durchaus komplexere Verbriefungsform stellen die Collateralised Debt Obligations (CDO) dar. Im Vergleich zu den MBS unterscheiden sie sich darin, dass Forderungen gegenüber institutionellen Schuldnern (i.d.R. großen Firmen, Organisationen oder Staaten) verbrieft werden.

3.1.3 Der Zusammenbruch

Im Zuge der Finanzmarktkrise waren es die ABS, die zum Zusammenbruch beigetragen haben. Nachdem viele Hedgefonds, die diese Wertpapiere gekauft hatten, geschlossen wurden, sank die Investitionsbereitschaft der Investoren und sie entzogen dem Markt das Geld. Infolgedessen stiegen die Zinsen am Kapitalmarkt, wodurch die Neufinanzierung für Banken teurer wurde. Es wurden sehr hohe Beträge benötigt, um die Forderungen zu begleichen. Dies führte wiederum zu Liquiditätsengpässen am Geldmarkt.[16] [17] Die Verursacher der Krise wurden schnell ausfindig gemacht. Aufgrund ihrer fehlerhaften Einschätzungen hinsichtlich der ABS gerieten Ratingagenturen zunehmend in die Kritik. Ihre Urteile dienten vielen Marktakteuren (Finanzberater und Käufer) als Orientierung. Nachdem die Agenturen anfingen, die CDO herabzustufen, brach der Finanzmarkt zusammen.[18]

[...]


[1] vgl. Will, Reiner/ Sönnichsen, Christoph (2010), S. 53

[2] vgl. Sönnichsen, Christoph (2007), S. 323

[3] Sönnichsen, Christoph (2007), S. 324

[4] angelehnt an Everling, Oliver / Hübner, Ralph Ch. (2006), S.113

[5] vgl. Everling, Oliver / Hübner, Ralph Ch. (2O06), S. 113 f.

[6] vgl. Everling, Oliver / Hübner, Ralph Ch. (200б), S. 115 f.

[7] Kliger, Doron / Sarig, Oded (2000), S.2882

[8] Heinke, Volker G. (1998), S. 32

[9] vgl. Heinke, Volker G. (1998), S. 32

[10] Heinke, Volker G. (1998), S. 33

[11] vgl. Heinke, Volker G. (1998), S. 21 f.

[12] Hübner, Gerd (2005), URL siehe Literaturverzeichnis

[13] vgl. Wirtschaftswoche (2009), URL siehe Literaturverzeichnis

[14] vgl. Otto, Gisbert (2008), URLsiehe Literaturverzeichnis

[15] vgl. Stäbler, Albrecht (o.J.), URL siehe Literaturverzeichnis

[16] Michel, Nicolas (2010), URLsiehe Literaturverzeichnis

[17] vgl. Brinkmann, Ralph (2008), S. 334

[18] vgl. Stäbler, Albrecht (o.J.), URL siehe Literaturverzeichnis

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Die Rolle der Ratingagenturen für die Entstehung der Finanzkrise und die Konsequenzen für die Zukunft
Hochschule
Universität Stuttgart  (Institut für Volkswirtschaftslehre und Recht )
Veranstaltung
Technisch orientierte Betriebswirtschaftslehre
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
23
Katalognummer
V206227
ISBN (eBook)
9783656332824
ISBN (Buch)
9783656333432
Dateigröße
732 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ratingprozess, Grundlagen des Ratings, Intermediäre, Die Principal-Agent-Beziehungen, Ratingagenturen Finanzmarktkrise, Ratingagenturen Finanzkrise, Ratingagenturen Marktmacht, Ratingagenturen USA Finanzkrise, Die Rolle der Ratingagenturen Entstehung Finanzkrise, Ratingagenturen Bewertung, Rating Ratingagenturen, Gefahr Ratingagenturen, Ratingagentur Finanzkrise, Wirtschaftskrise Ratingagenturen, Finanzmarktkrise USA, Weltwirtschaftskrise Ratingagenturen, USA Finanzkrise, Rating Agenturen Finanzkrise, Schuldenkrise Ratingagenturen, Entstehung der Schuldenkrise, Schuldenkrise USA
Arbeit zitieren
Kevin-René Schilling (Autor), 2011, Die Rolle der Ratingagenturen für die Entstehung der Finanzkrise und die Konsequenzen für die Zukunft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206227

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