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Die Rolle der Illustrationen in Bretons "Nadja"

Titel: Die Rolle der Illustrationen in Bretons "Nadja"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 27 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Konrad Rupp (Autor:in)

Französische Philologie - Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im 1963 von André Breton hinzugefügten Vorwort zu Nadja nennt er als Grund für die Verwendung von Fotografien in Nadja seine „principaux impératifs ‚antilittéraires’“ : Diese Fotografien hätten zur Aufgabe, „d’éliminer toute description“ . Des Weiteren soll Nadja, so sagt es uns zumindest der Erzähler, eine bloße Aneinanderreihung zufällig ausgewählter Erlebnisse sein, „sans ordre préétabli et selon le caprice de l’heure“ . So soll der Leser auch glauben, die Bilder seien zufällig ausgewählt und stellten einige Orte dieser Erlebnisse dar.

Es soll in dieser Arbeit unter anderem eingegangen werden auf die Frage, welche wiederkehrenden Zeichen in den Bildern auszumachen sind und damit, welche Zusammenhänge zwischen den Bildern und deren Referenzpunkten bestehen. Handelt es sich wirklich um unwillkürlich ausgewählte Bilder, ohne Zusammenhang, die einfach nur dazu dienen, ein Buch interessanter zu machen? Geht es nur darum, dass „ce genre de lecture est destiné aux gens peu cultivés […] un livre sans illustration n’encourageait pas la lecture“ ?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einzelbetrachtung der Bilder

2.1. L’Hôtel des Grands Hommes

2.2. Le Manoir d’Ango

2.2.1. Ausgabe von 1945

2.2.2. Ausgabe von 1963

2.3. La Statue d’Etienne Dolet

2.3.1. Ausgabe von 1945

2.3.2. Ausgabe von 1963

2.4. Paul Éluard

2.5. Bois-Charbons

2.6. Benjamin Péret

2.7. Robert Desnos

3. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Funktion der Fotografien in André Bretons Werk „Nadja“. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob diese Bilder lediglich den Text ergänzen, eine eigenständige Bedeutungsebene bilden oder gar ein antiliterarisches Zeichensystem etablieren, um die Suche des Erzählers nach seiner Identität und den ihn umtreibenden Personen zu unterstützen.

  • Die Rolle der Fotografie als antiliterarisches Element in Bretons „Nadja“.
  • Vergleichende Analyse der Bildauswahl und -qualität zwischen den Ausgaben von 1945 und 1963.
  • Die symbolische Verknüpfung von Bildmotiven mit Themen wie Tod, Verfolgung und Kunst.
  • Die Bedeutung der Fotografien für die Darstellung surrealistischer Trancezustände.

Auszug aus dem Buch

2.1.L’Hôtel des Grands Hommes

Bei der Betrachtung dieses Fotos sieht man im Hintergrund ein Haus, das Hôtel des Grands Hommes am Place du Panthéon in Paris. Dieses Hotel nimmt Bretons Erzähler in Nadja als „point de départ“ seiner Erzählung. Als Begründung dieser Auswahl legt er nahe, in diesem Hotel selbst gewohnt zu haben. Zuvor betont er aber, dass die Auswahl des Erzählten rein zufällig geschehe und somit auch dieses Foto, genauso gut wie jedes andere, als Anfangspunkt der Geschichte stehen könnte. Doch welche (nicht genannten) Gründe könnte er noch haben, dieses Foto und diesen Ort als Startpunkt der Handlung zu wählen?

Als erster möglicher Grund liegt der Name des Hotels nahe. Große Männer, große Menschen – also große Denker – die in diesem Haus und dessen Namen vereint sind. Hierzu zählt sich wohl auch Breton. Doch welche Denker teilen mit ihm diese Unterkunft?

Zunächst fällt auf, dass das Foto so gemacht wurde, dass man im Vordergrund eine Statue erkennen kann. Da das Hotel am Place du Panthéon liegt, muss es sich bei der Statue um die Jean-Jacques Rousseaus handeln. Es liegt nahe, dass diese Statue nicht zufällig auf dem Foto zu sehen ist, sondern der Verweis auf Rousseau bewusst gewählt wurde, da er etwas später im Text erwähnt wird. Auch kann er Vorbild für Breton gesehen werden, da er ebenso für seine Zeit unpassende und fortschrittliche Ideen vertrat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Bildverwendung in Nadja und Vorstellung der Forschungsfrage zur Funktion der Fotografien.

2. Einzelbetrachtung der Bilder: Detaillierte Analyse der ausgewählten Fotografien im Buch unter Berücksichtigung von Motiven, Bildunterschriften und Editionen.

2.1. L’Hôtel des Grands Hommes: Untersuchung des Startpunktes der Erzählung und der damit verbundenen Statuen- und Todessymbolik.

2.2. Le Manoir d’Ango: Analyse des zweiten Bildes und seiner Bedeutung im Kontext der Bestattungsisotopie und der Verbindung zum Autor.

2.2.1. Ausgabe von 1945: Spezifische Betrachtung des Ausschnitts im Herrenhaus-Foto der Erstausgabe.

2.2.2. Ausgabe von 1963: Untersuchung der veränderten Wirkung durch die Fokussierung auf den Turm in der späteren Ausgabe.

2.3. La Statue d’Etienne Dolet: Interpretation der Statue im Kontext von Einschränkung und künstlerischer Verfolgung.

2.3.1. Ausgabe von 1945: Analyse der Details wie des Steinmetzgeschäfts und der Straßenbahnschienen in Bezug auf das Todesmotiv.

2.3.2. Ausgabe von 1963: Untersuchung der textuellen Veränderung im Hintergrund des Bildes und der räumlichen Bedeutung.

2.4. Paul Éluard: Analyse des Porträts von Man Ray und der damit verbundenen Trauer- und Jenseits-Symbolik.

2.5. Bois-Charbons: Interpretation der Holzkohle als Allegorie für den Tod und Verknüpfung mit den anderen Bildmotiven.

2.6. Benjamin Péret: Betrachtung des fröhlichen Gesichtsausdrucks als Kontrast zu Vaché und der Zukunftsorientierung durch das Medium Film.

2.7. Robert Desnos: Analyse des tranceartigen Zustands und der Darstellung als Filmstreifen im Kontext der écriture automatique.

3. Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse zur gegenseitigen Abhängigkeit von Text und Bild sowie zur Rolle der Illustrationen bei der Deutung des Werkes.

Schlüsselwörter

André Breton, Nadja, Surrealismus, Fotografie, Bildanalyse, Literaturwissenschaft, Zeichen, Todessymbolik, Man Ray, écriture automatique, Identitätssuche, Bild-Text-Relation, Interpretation, Moderne, Zeichenebene.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Funktion und Bedeutung der Fotografien in André Bretons surrealistischem Werk „Nadja“ und deren Zusammenspiel mit dem Text.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die visuelle Semiotik, die Verbindung zwischen Literatur und Fotografie sowie die wiederkehrenden Motive von Tod, Verfolgung und künstlerischer Identität.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob die Bilder als eigenständiges antiliterarisches Zeichensystem fungieren oder ob sie den Text lediglich illustrieren und ergänzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine bildanalytische Methode, die Einzelmotive der Fotografien mit den entsprechenden Textpassagen von Breton sowie relevanten theoretischen Quellen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der systematischen Einzelbetrachtung der im Buch abgedruckten Fotos, wobei Unterschiede zwischen den Ausgaben von 1945 und 1963 berücksichtigt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Surrealismus, Bild-Text-Beziehung, Identitätssuche, Todessymbolik und die spezifische Bedeutung der Fotografien bei Breton.

Wie verändert sich die Interpretation durch die Ausgabe von 1963?

Die Ausgabe von 1963 führt durch teilweise andere Bilder oder geänderte Bildqualität zu einer veränderten Wahrnehmung der Symbolik, etwa bezüglich feierlicherer oder düsterer Eindrücke.

Welche Bedeutung kommt der „Kohle“ in den Bildern zu?

Kohle wird als wiederkehrende Allegorie des Todes interpretiert, die auf die historische Verfolgung von Künstlern sowie auf die „Verbrennung“ von Kunst durch gesellschaftliche Normen verweist.

Wie wird die Verbindung von Film und Trancezuständen erklärt?

Das Foto von Robert Desnos wird als Ausschnitt einer Filmrolle gedeutet, was die surrealistische Wahrnehmung von Trance und die Unvollständigkeit menschlicher Erinnerung widerspiegelt.

Was ist das Fazit der Untersuchung zur Bild-Text-Symbiose?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Bild und Text zwar eine gegenseitige Abhängigkeit aufweisen, die Fotografien jedoch eine eigene, komplexe Zeichenebene schaffen, die über das rein Illustrative hinausgeht.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Rolle der Illustrationen in Bretons "Nadja"
Hochschule
Universität Stuttgart  (Linguistik/Romanistik)
Veranstaltung
Surrealismus / Dadaismus / Futursimus
Note
1,7
Autor
Konrad Rupp (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
27
Katalognummer
V206315
ISBN (eBook)
9783656341857
ISBN (Buch)
9783656450269
Sprache
Deutsch
Schlagworte
André Breton Nadja Surrealismus Dadaismus Futurismus Marinetti Bilder Fotos Éluard Man Ray Paris
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Konrad Rupp (Autor:in), 2010, Die Rolle der Illustrationen in Bretons "Nadja", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206315
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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