Martin Opitz und seine Fassung des Annolieds


Hausarbeit, 2011
13 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Martin Opitz
2.1 Vita
2.2 Sprachgesellschaften

3. Annolied
3.1 Anno als historische Figur
3.2 Das Annolied

4. Das Annolied in der Edition von Martin Opitz
4.1 Kommentare

5. Fazit

6. Literatur

1. Einleitung

Das Annolied gehört heute zu einer wichtigen Quelle für Forschungen über mittelalterliche Literatur. Da keine originale Fassung mehr vorhanden ist, spielt die Edition des deutschen Dichters und Literaturwissenschaftlers Martin Opitz von 1639 für die heutige Forschung eine besonders wichtige Rolle.

Doch wer war Martin Opitz? Welche Ziele verfolgte er mit seiner Arbeit? Was hat es mit der „Fruchtbringenden Gesellschaft“ auf sich? Inwiefern glaubte Opitz mit der Editierung des Annolieds den Zielen der Sprachgesellschaften näher zu kommen? Wie wurde die Veröffentlichung des Textes zu damaliger Zeit beachtet?

Die vorliegende Arbeit möchte auf diese Fragen genau eingehen und die uns heute vorliegende Fassung des Annolieds auf diese Gesichtspunkte hin untersuchen. Hierfür möchte ich zunächst auf Martin Opitz‘ Leben eingehen und auch die von ihm mitbegründete „Fruchtbringende Gesellschaft“ vorstellen; anschließend werde ich die historische Figur Anno II. und das nach ihm benannte Annolied beschreiben und schließlich die Edition des Textes von Martin Opitz untersuchen.

2. Martin Opitz

2.1 Vita

Martin Opitz von Boberfeld wurde 1597 in Bunzlau (Schlesien) als Sohn des Fleischermeisters Sebastian Opitz geboren.

Martin Opitz kam aus dem Bürgertum – um ein Gelehrter zu werden, bedurfte es reichen Gönnern. Zunächst waren dies die Rektoren der Bunzlauer und Breslauer Lateinschulen, später Gelehrte wie Caspar Cunrad, Henel von Hennenfeld, Caspar Dornau und Daniel Rindfleisch – allesamt waren diese Gönner Calvinisten, wodurch auf Martin Opitz seine spätere interkonfessionell-diplomatische Arbeit vorbereitet wurde.[1]

1619 begann Opitz sein Studium im reformierten Heidelberg. Zu dieser Zeit begannen dort viele junge Dichter, im Zeichen des Humanismus neue politische Theorien zu entwickeln und offen mit dem Calvinismus zu sympathisieren. Sie hofften, dass die deutsche Dichtkunst genau wie die französische, niederländische und englische als Sprachrohr ihrer Nation stehen würde und dass Friedrich V. von der Pfalz diese Wendung brächte. Doch am 8. November 1620 unterlagen die böhmischen Stämme den kaiserlichen Truppen. In den darauf folgenden Monaten wurde u. A. Heidelbergs „Bibliotheca Palatina“ auf Geheiß des Papstes nach Rom überführt. Viele der deutschen Gelehrten zerstreuten sich und gingen ins Exil – so auch Martin Opitz, der ebenfalls noch im Jahr 1620 nach Leiden in den Niederlanden ging.[2]

In Leiden befreundete Opitz sich mit dem niederländischen Dichter Daniel Heinsius. Heinsius (1580 – 1655) galt als „Nationaldichter“ der Niederlande; er schrieb als Gelehrter viele Abhandlungen und lateinische Gedichte – und Gedichte auf Niederländisch.[3]

Aufgrund der Nähe des Niederdeutschen zum Niederländischen galten diese beiden Sprache damals beide als deutsch und damit sowohl Opitz als auch Heinsius als deutsche Dichter.[4] Und doch unterschied sich die niederländische Dichtkunst von der deutschen: So wurde beispielsweise der Alexandriner bereits früh in der niederländischen Dichtung verwendet, was Opitz in seinem Buch von der deutschen Poeterey wieder aufgriff.[5] Aber auch in seiner Rolle als Gelehrter und Dichter, der nicht nur in lateinischer Sprache abgefasste Texte veröffentlichte, wurde Heinsius ein Vorbild für Opitz.[6]

Im Sommer 1621 kehrte Opitz über Jütland nach Schlesien zurück, wo er feststellen musste, dass seine calvinistischen Gönner, die Herzöge von Liegnitz und Brieg, sich den katholischen Machthabern hatten unterordnen müssen.[7] So zog Opitz bereits 1622 ins reformierte Fürstentum Siebenbürgen, lehrte dort an einem Gymnasium in Weißenburg und kehrte ein Jahr später nach Schlesien zurück, um sich dort einer Delegation anlässlich des Todes von Erzherzog Karl von Österreich anzuschließen, die auf dem Weg nach Wien war. Dort hielt er aus dem Stehgreif ein Lobgedicht in lateinischer Sprache, was insbesondere den Kaiser, Ferdinand II., beeindruckte. Opitz erhielt die Würde eines kaiserlich gekrönten Poeten und wurde 1627 nobilitiert.[8]

Im Jahr 1629 wurde Opitz zum Sekretär von Karl Hannibal von Dohna, dem Präsidenten der schlesischen Kammer. Seine Arbeit führte ihn in diplomatischer Mission unter anderem nach Prag, Berlin, Dresden und Paris, wo er die Gelehrten Europas traf. Nachdem Dohna jedoch 1932 aufgrund der politischen Situation in Breslau nach Schweden fliehen musste, arbeitete Opitz wieder für seine ehemaligen Gönner, die Herzöge von Liegnitz und Brieg. 1635 schließlich wechselte er aufgrund der politischen Lage als Sekretär und Historiograf zum polnischen König Vladislav IV., unterstützte während seiner Arbeit die protestantische Sache in seiner Heimat – und verstarb schließlich überraschend 1639 an der Pest.[9]

[...]


[1] Garber: Opitz, Martin. Gütersloh / München 1990, S. 715

[2] Ebd.

[3] Van Ingen: Holländisch-deutsche Wechselbeziehungen in der Literatur des 17. Jahrhundert. Bonn 1981, S. 9

[4] Ebd. S. 8

[5] Ebd. S. 11

[6] Ebd. S. 9

[7] Garber: Opitz. S. 715

[8] Ebd. S. 716

[9] Ebd. S. 716

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Martin Opitz und seine Fassung des Annolieds
Hochschule
Universität zu Köln
Note
2,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
13
Katalognummer
V206422
ISBN (eBook)
9783656335351
ISBN (Buch)
9783656336082
Dateigröße
495 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
martin, opitz, fassung, annolieds
Arbeit zitieren
Kristina Fittges (Autor), 2011, Martin Opitz und seine Fassung des Annolieds, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206422

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Martin Opitz und seine Fassung des Annolieds


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden