Der Inhalt dieses Aufsatzes ist Teil des Forschungsprojektes: „Berufsbildende Hochschule“. Ein Paradigmenwechsel im Europäischen Hochschul-Bildungswesen erfolgt im 21. Jahrhundert zunehmend durch das Bologna-Modell. Die Europäische „Bologna-Architektur“ erfordert zusätzlich eine ergänzende Europakonforme Weiterentwicklung der in der Vergangenheit bewährten und erfolgreichen „Berufsbildenden Höheren Schulen“. Eine „duale“ Höherqualifizierung der BHS-Absolventen erfolgt auf der akademischen Tertiär- und Hochschulebene. Die Die Betriebs- und Praxisnähe dieser Schulen sollte weiter ausgebaut werden. Die Höheren Technischen Lehranstalten haben nach wie vor einen zunehmende Frequenz auf hohem Niveau haben, wobei dies nicht unbedingt für alle Fachbereiche gilt. Studien kann entnommen werden, dass praxiserfahrene HTL- Ingenieure sich äußern, die Spezialisierung sollte bei der Ausbildung mit Maß und Ziel erfolgen. Nach der offiziellen STATISTK AUSTRIA steigen die Schülerzahlen an den Höheren Technischen Lehranstalten in den letzten zehn Jahren durchschnittlich um 18,4 Prozent. Der amtsführende Präsident des Landesschulrates äußert sich am 21. November 2012 in einer Kärntner Tageszeitung, dass HTL-Absolventen nach wie vor gute Berufschancen haben. Dies gilt allerdings nicht für alle Fach- und Ausbildungsschwerpunkte in gleichem Maße. Die HTL-Qualifikationsebene ist grundsätzlich durch einen großen Bedarf gegeben, wobei der computerisierte Werkstätten-Unterricht, vor allem im Bereich der Fertigung von großer Bedeutung ist. Im Gegenzug verlieren die Kaufmännischen Schulen mit ihren Handelsakademien zunehmend an Schülern. Die Kaufmännischen Lehranstalten sollen den Betriebs- und Praxisbezug erhöhen. Der „Werkstätten-Unterricht“ an den Maschinenbau- und Elektrotechnik Lehranstalten sollte auf den neuesten Stand der Technik ausgebaut werden.
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
1 Berufsbildende Höhere Schulen mit zusätzlicher Betriebsnaher tertiären Bildung zum durchlässigem Bologna BACHELOR
2 Berufsbildende höhere Schulen mit Wurzeln in der liberalen wirtschaftlich-fortschrittlichen Ära der Habsburgermonarchie
2.1 „Niederer“ gewerblich-beruflicher Unterricht der aufgeklärt absolutistischen Kaiserin Maria Theresia im 18. Jahrhundert
2.2 „Mittleres“ gewerblich-berufliches Unterrichtswesen entwickelt sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert
2.2.1 Höhere Gewerbe- und Handelsschulen als aufstrebende Mittelschulen zur gewerblichen und industriellen Berufsbildung
2.2.2 Mittlere staatliche und vollständige Fachschulen entstehen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert
2.3 „Höhere“ Poly-Technische Bildung zur wissenschaftlich-beruflichen Fachbildung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert
3 Europakonforme Berufsbildende Hochschule mit zusätzlicher tertiärer Bildung zum akademischen BACHELOR-Grad
4 BHS-Absolventen und erweiterte tertiäre Anbindung der Betriebspraxis an das bestehende Bildungssystem
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der notwendigen akademischen Aufwertung von BHS-Absolventen im österreichischen Bildungssystem. Ziel ist es, durch die Einführung eines „dualen“ Bachelor-Modells eine formale Durchlässigkeit zur Tertiärebene zu schaffen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Absolventen zu sichern und sie vor einer bildungspolitischen Sackgasse zu bewahren.
- Paradigmenwechsel im Bildungswesen durch den Bologna-Prozess
- Historische Entwicklung des österreichischen berufsbildenden Schulwesens
- Implementierung eines tertiär-akademischen Bachelor-Grads für BHS-Absolventen
- Verbindung von schulischer Ausbildung und praxisnaher Betriebserfahrung
Auszug aus dem Buch
„Höhere“ Poly-Technische Bildung zur wissenschaftlich-beruflichen Fachbildung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert
Der Gedanke die Kräfte des Dampfes in einer Kraftmaschine umzusetzen geht geschichtlich bereits sehr weit zurück. Diese Überlegungen führen zu keinem Erfolg. Der Aufschwung der physikalischen Naturwissenschaften im 17. Jahrhundert führt im 18. Jahrhundert dazu, die Dampfmaschine zu entwickelt. Das 18. Jahrhundert ist ein langes Jahrhundert der Entwicklung der modernen Dampfmaschine. Im technisch und industriell aufstrebenden England, hat James Watt eigentlich die Dampfmaschine nicht direkt erfunden. Watt trägt im Jahre 1769 ein Patent über die Dampfmaschine ein. Dies ist ein wesentlicher Beitrag zur Weiterentwicklung der Dampfmaschine und diese erreicht 1782 einen entsprechenden Durchbruch.
George Stephenson 1771-1748 muss als Sohn armer Eltern bereits früh Dampfmaschinen im Bergwerk bedienen. Stephenson wird zu einem bedeutenden Dampflokomotiven-Konstrukteur. Er wird damit ein Pionier im Eisenbahnwesen zu Beginn des 19. Jahrhundert. Unter der Leitung von Stephenson fährt im Jahre 1825 die erste dampfbetriebene Eisenbahn der Welt in England. Die Eisenbahn verbreitete sich im nächsten Jahrhundert fast auf der ganzen Welt aus. Die Technisierung durch die Dampfmaschine als Lokomotive revolutioniert die Mobilität des Transportes von Gütern und Personen. Die industrielle Revolution im 19. Jahrhundert ist ohne die Dampfmaschine undenkbar. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert entsteht parallel zur Dampfmaschine, die Verbrennungskraftmaschine mit dem Diesel- und Ottomotor. Die Physik beschäftigt sich zunehmend mit der Elektrizität und es erfolgen Entwicklungen im Elektromaschinenbau. Die Physik hat erst diese „Revolution“ im Maschinenbau und damit in der Industrie ermöglicht.
Zusammenfassung der Kapitel
Berufsbildende Höhere Schulen mit zusätzlicher Betriebsnaher tertiären Bildung zum durchlässigem Bologna BACHELOR: Dieses Kapitel erläutert die Notwendigkeit, das österreichische Berufsbildungssystem an internationale Bologna-Standards anzupassen, um die Wettbewerbsfähigkeit von Absolventen zu erhalten.
Berufsbildende höhere Schulen mit Wurzeln in der liberalen wirtschaftlich-fortschrittlichen Ära der Habsburgermonarchie: Hier wird der historische Kontext der gewerblichen Ausbildung in Österreich dargelegt, von den Anfängen unter Maria Theresia bis zur Entstehung staatlicher Fachschulen.
„Höhere“ Poly-Technische Bildung zur wissenschaftlich-beruflichen Fachbildung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert: Das Kapitel behandelt die technologische Entwicklung durch die Dampfmaschine und die daraus resultierende Gründung technischer Bildungsstätten in der Monarchie.
Europakonforme Berufsbildende Hochschule mit zusätzlicher tertiärer Bildung zum akademischen BACHELOR-Grad: Hier wird das Zukunftsmodell einer „Berufsbildenden Hochschule“ vorgestellt, das eine formale tertiäre Qualifizierung für BHS-Absolventen vorsieht.
BHS-Absolventen und erweiterte tertiäre Anbindung der Betriebspraxis an das bestehende Bildungssystem: Das abschließende Kapitel diskutiert die Anbindung der Betriebspraxis an tertiäre Bildungsstufen und die gesellschaftspolitische Bedeutung der Akademisierung von BHS-Absolventen.
Schlüsselwörter
Berufsbildende Höhere Schulen, BHS, Bologna-Prozess, tertiäre Bildung, Bachelor, duales Bildungsprinzip, Betriebspraxis, Höherqualifizierung, österreichisches Bildungssystem, Ingenieurausbildung, Fachhochschule, Berufsbildende Hochschule, Technisches Bildungswesen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Situation von Absolventen berufsbildender höherer Schulen (BHS) in Österreich im Kontext des Bologna-Prozesses und fordert eine formale akademische Aufwertung ihrer Ausbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zu den zentralen Themen gehören die historische Genese der gewerblichen Ausbildung, der Bologna-Prozess, die Bedeutung von Betriebspraxis in der Ausbildung sowie die strukturelle Integration in den tertiären Bildungsbereich.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist der Entwurf eines Modells zur „Berufsbildenden Hochschule“, das BHS-Absolventen eine akademische Qualifikation ermöglicht und sie in die Lage versetzt, auf tertiärem Niveau international konkurrenzfähig zu sein.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende historische Analyse der Bildungsentwicklung in Österreich sowie auf die Auswertung aktueller bildungspolitischer Rahmenbedingungen im europäischen Kontext.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der gewerblichen Schulen und eine detaillierte Ausarbeitung des vorgeschlagenen „dualen“ Bildungsmodells für eine höhere berufliche Bildung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Die Publikation wird durch Begriffe wie Durchlässigkeit, Tertiärisierung, duale Qualifizierung, Bologna-Architektur und Ingenieur-Aufwertung geprägt.
Warum wird eine Aufwertung der Ingenieurausbildung gefordert?
Da die traditionelle Standesbezeichnung „Ingenieur“ international kaum vergleichbar ist, soll eine formale Anbindung an das Bachelor-Niveau Klarheit und berufliche Anschlussfähigkeit schaffen.
Welche Rolle spielen die Fachhochschulen in diesem Modell?
Fachhochschulen werden als Instanzen für weiterführende Masterprogramme gesehen, zu denen Absolventen des vorgeschlagenen neuen Bachelor-Programms der BHS Zugang erhalten sollen.
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- Dipl.-Ing. MMag. Dr. Karl Josef Westritschnig (Author), 2012, BHS-Absolventen: Betriebs- und Praxisnähe zum europakonformen Bachelor in Österreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206502