Kreativität im Beruf


Hausarbeit, 2011

26 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Zusammenfassung

Vorwort

Erklärungsansätze von Kreativität
Kreativität als soziale Interaktion
Kreativität als Produkt divergenten Denkens
Kreativität als Prozess
Zusammenführung der Definitionen

Kreativität und kreative Leistung
Personmerkmale kreativer Personen
Das kreative Umfeld
Kreative Leistung

Erfassung von Kreativität
Der Torrance Test für kreatives Denken
Die Guilford Battery
Weitere Messverfahren

Förderung von Kreativität
Äußerliche Aspekte zur Entfaltung von Kreativität
Motivations- und Einstellungstrainings
Verbesserung der Problemwahrnehmung
Divergente Produktion
Aktivierung des Wissens
Kombinieren von Problemaspekten
Selbststeuerung des Problemlöseprozesses
Zusammenfassung: Acht Punkte zur Selbststeuerung kreativer Leistungen

Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungen

Tabellen

Abstract

This term paper focuses on advancement of creativity related to career. Introductory, the growing importance of creativity in the job and in everyday life is explained. Then different theories and explanatory approaches are provided and a holistic definition is formed. Subsequently variables of the person, its environment and the creative product which influence creativity are explicated and viewed critically. The diverse methods of measurement are introduced as well to then give a detailed overview of different approaches of creativity improvement and to show further needs of research.

Zusammenfassung

Diese Hausarbeit befasst sich hauptsächlich mit der Förderung von Kreativität im Beruf.

Einleitend wird die zunehmende Wichtigkeit von Kreativität in Beruf und Alltag erklärt. Dann werden zunächst verschiedene Theorien und Erklärungsansätze vorgestellt und diese zu einer einheitlichen Definition von Kreativität zusammengefasst. Im Anschluss werden die Merkmale von Person, Umwelt und kreativem Produkt, die Einfluss auf die Kreativität ausüben, erläutert und kritisch betrachtet. Ebenfalls wird kurz auf die verschiedenen Erhebungsmethoden und deren Validität eingegangen, um dann einen ausschöpfenden Überblick über verschiedene Ansätze zur Förderung von Kreativität zu geben und weiteren Forschungsbedarf aufzuzeigen.

Vorwort

Kreativität ist ein heutzutage viel genutzter Begriff. In vielen Berufsbereichen gilt sie als Kernkompetenz, die Schule fordert die Lösung von sogenannten „Kreativaufgaben“; Kreativität gilt allgemein als Erfolgsgarant. Natürlich gibt es Berufsbereiche, in denen Kreativität offensichtlich dazugehört: Designer, Musiker, Innenarchitekten. Aber auch ein Tischler verspricht sich mehr Aufträge, wenn er seine Arbeit als „kreativ“ bezeichnet und der Bewerber zum Automobilkaufmann muss sich als kreativ im Umgang mit Kunden verkaufen, um eine Chance zu haben.

Tatsächlich ist Kreativität ein Teil unseres alltäglichen Lebens, immer dort, wo uns Probleme begegnen, die es zu lösen gilt, dort, wo unsere Routinen des Alltags nicht mehr greifen (Torrance, 1968). Um Truman Capote zu zitieren: “Alle Menschen haben die Anlage, schöpferisch tätig zu sein. Nur merken es die meisten nie.” Jedermann ist also in seinem Alltag in gewisser Weise kreativ, oft ohne dies bewusst wahrzunehmen.

Sei es, indem wir beim Lüften den Wecker ins Fenster stellen, weil neuerdings das Fenster immer wieder zufällt, sei es, dass wir eine Hausarbeit über Kreativität schreiben und uns selber Beispiele dafür einfallen lassen anstatt vorhandene aus der Literatur zu entnehmen oder dass wir eine Idee haben, wie wir mit wenig Aufwand eine Lästigkeit des alltäglichen Lebens aus dem Weg schaffen können z.B. in Form des sogenannten „Guerilla Designs“: Als der neue ICE erstmals auf die Schienen Deutschlands ging, begannen die Reisenden im Bordbistro die Holzstäbchen, die zum Umrühren ihres Kaffees gedacht waren, in die Ritzen zwischen den Wandverkleidungen zu stecken und daran ihre Jacken aufzuhängen: Kleiderhaken hatte man bei der Planung nämlich vergessen.

In letzter Zeit gewinnt Kreativität im Alltag zunehmend an Bedeutung, da unsere Welt sich immer wieder und immer rascher verändert und ständig neue Anpassungsleistungen von uns fordert. Gleichzeitig wird der Begriff der Kreativität im Alltagsgebrauch in ganz unterschiedlichen Kontexten verwendet, konnotativ verzerrt, es avanciert zum Modewort. Was genau ist aber nun mit Kreativität gemeint? Was macht eine kreative Leistung überhaupt aus? Was kann man tun, um kreativ zu werden, kreativ zu bleiben? Wie wird man in einem kreativen Beruf erfolgreich?

Diese Hausarbeit bemüht sich, diesen Fragen, vor allem letzteren beiden, auf den Grund zu gehen. Dazu werden zunächst die wichtigsten Begriffe im Zusammenhang von Kreativität geklärt, anschließend Methoden zur Erfassung von Kreativität vorgestellt. Der Fokus liegt auf der Förderung von Kreativität, insbesondere in kreativen Berufen, hierzu folgt ein Überblick über die verschiedenen Ansatzmöglichkeiten und über spezielle Maßnahmen zur Verbesserung. Da es unzählige Möglichkeiten zur Förderung gibt, konzentriert sich die Arbeit nur auf die für Erwachsene konzipierten Maßnahmen. An entsprechenden Stellen wird auf weiteren Forschungsbedarf hingewiesen; Forschungsansätze selbst werden nur angerissen, da sich diese Hausarbeit mehr auf die Fördermöglichkeiten bezieht.

Grund dieses Schwerpunktes ist, dass, wie bereits erwähnt, in nahezu allen Bereichen Kreativität gefordert wird, allerdings in der Praxis nur sehr wenig zur Förderung der Kreativität getan wird. Die Allgemeinheit scheint Kreativität als „Mysterium“ aufzufassen, was den Einsatz von Kreativitätstechniken dämpft (Torrance, 1968). Dass dem nicht so sein muss und wie man Kreativität und kreativen Output konkret verbessern kann, wird in dieser Hausarbeit aufgezeigt.

Erklärungsansätze von Kreativität

Eine einheitliche Definition von Kreativität gibt es nicht, ebenso wie eine ganzheitliche Betrachtungsweise. Die einzelnen Definitionen oder Erklärungsansätze richten sich nach dem jeweils betrachteten Teilbereich. Davon seien die wichtigsten hier vorgestellt.

Kreativität als soziale Interaktion

Jackson und Messick (1967, zit. nach Hany, 2011) haben das Modell der Kreativität als soziale Interaktion entwickelt. Hierbei steht das kreative Produkt im Mittelpunkt, mithilfe dessen der Erfinder oder der kreativ Schaffende mit den Adressaten interagiert. Indem der kreativ Handelnde sein Produkt nach Kriterien der Originalität, Problemsensibilität, flexiblem Denken und einem gewissen Maß an Poesie oder Verspieltheit gestaltet, zielt er darauf ab, beim Adressaten, dem Betrachter positive Affekte auszulösen. Indem das Produkt besonders originell ist, führt es beim Betrachter zu Überraschung. Die durch das Produkt erreichte Problemlösung wirkt befriedigend, wobei die flexible Denkweise des Schaffenden, die durch das Produkt zum Vorschein kommt, den Adressaten zum eigenen Denken anregt. Die mitschwingende Poesie letztendlich lässt den Empfänger das Produkt genießen. Kreativität als Produkt divergenten Denkens Guilford unterscheidet zwei Arten von Denkprozessen, das konvergente und das divergente Denken. Sein Augenmerk liegt offensichtlich auf dem kreativen Prozess. Konvergentes Denken wird überall da eingesetzt, wo es eine einzige richtige Lösungsmöglichkeit gibt, quasi das typische Setting des Schulunterrichts. Divergentes Denken hingegen erfordert Neugier, es wird in verschiedene Richtungen gedacht und das Produkt wird häufig ein eher unkonventionelles, unerwartetes sein. Nach Guilford lassen sich fünf Phasen des kreativen Prozesses unterscheiden. Die erste Phase ist die des Vorbereitens, in der man sich die nötigen Fähigkeiten und das notwendige Wissen aneignet. Darauf folgt eine Phase konzentrierten Arbeitens auf der Suche nach einer angemessenen Lösung für das Problem. In der dritten Phase zieht man sich vom Problem zurück, macht sozusagen eine kreative Pause und lässt das Problem „schlummern“, um dann in der Phase der Erkenntnis oder Einsicht auf die Problemlösung zu kommen. Im letzten Schritt wird diese dann nochmals überprüft, bearbeitet und evaluiert (1973).

Kreativität als Prozess

Kreativität kann auch als ganzheitlicher Prozess betrachtet werden, bei dem Probleme, Schwierigkeiten, Informationslücken, Unstimmigkeiten oder fehlende Elemente wahrgenommen werden, für die keine gelernten Lösungsmöglichkeiten bereitstehen (vgl. dazu Guilfords divergentes Denken). Anschließend wird die Situation untersucht und das verfügbare Wissen angewandt, um Hinweise zur Lösung zu finden, darauf basierend Hypothesen oder Alternativlösungen formuliert und geprüft, gegebenenfalls überarbeitet und neu geprüft und schließlich werden die Ergebnisse kommuniziert (Torrance 1968). Auf dieser Grundlage lassen sich vier Faktoren für Kreativität festlegen: Sensibilität zum Erkennen des Problems, Ideenflüssigkeit und Flexibilität im Denken zur Produktion von Lösungsansätzen sowie Originalität der Ideen, d.h. wie selten oder häufig diese Idee von verschiedenen Personen hervorgebracht wird.

Nach dieser Prozessdefinition und den vier Faktoren entwickelte Torrance den gleichnamigen Test zur Erfassung von Kreativität, der weiter unten beschrieben ist. Zusammenführung der Definitionen Nach Betrachtung der einzelnen Definitionen kann man den Versuch einer ganzheitlichen Definition wagen: Kreativität wäre demnach ein mehrstufiger Prozess divergenten Denkens, der dann zum Einsatz kommt, wenn keine verfügbare Möglichkeit zur Lösung eines bestimmten Problems anwendbar ist und der das Anliegen hat, diese Lösung als möglichst angemessenes, neues und originelles Interaktionsmedium zwischen Schaffendem und Betrachter darzustellen. Voraussetzungen dafür sind die Fähigkeiten, Probleme als solche zu erkennen, divergent, flexibel und flüssig zu denken, die angemessenste der Lösungen zu finden und diese umzusetzen sowie ein gewisser Kenntnisstand auf dem jeweiligen Gebiet.

Kreativität und kreative Leistung

Die Kreativitätsforschung als eine Disziplin der Psychologie beschäftigt sich mit Eigenschaften der Persönlichkeit und Verhaltensweisen, um Kreativität zu erklären, zu beschreiben und Vorhersagen darüber treffen zu können. Dabei wird der Ursprung kreativer Leistungen im Individuum angesiedelt (Hany, 2000). Kreative Leistungen werden hierbei untersucht, um etwas über das Kreativitätspotential einer Person zu erfahren. Personmerkmale kreativer Personen Zunächst einmal muss man sich die Frage stellen, ob es überhaupt bestimmte Persönlichkeitseigenschaften gibt, die eine kreative Person ausmachen. Aufgrund der aktuellen Forschung lässt sich tatsächlich ein Profil skizzieren, nach dem eine kreative Person häufig zu Nonkonformität und Risikobereitschaft neigt, sich rebellisch und unkonventionell verhält, ein breitgefächertes Interesse besitzt, offen für Erfahrungen sowie flexibel im Denken und Verhalten ist (Sulloway 1996, zit. nach Runco 2004; Martindale 1989; Simonton 1999). Harrington et al. (1983) nehmen außerdem an, dass ein weniger stereotypes Verhalten bezüglich des Geschlechts ebenfalls Kreativität begünstigt. Diese Annahme begründet er damit, dass „androgynen“ Personen bei der Problemlösung eben nicht nur die stereotypen Ansichten und Ideen der Geschlechterrolle, sondern Denkweisen aus beiden Lagern zur Verfügung stehen, was eine größere Flexibilität mit sich bringt (Runco 2004).

Auch Csikszentmihalyi (1989) stellte bei erfolgreichen kreativen Personen eine gewisse Ambiguität der Persönlichkeit fest, in dem Sinne, dass diese flexibler und nicht eindeutig festlegbar ist, zum Teil gegensätzliche Eigenschaften hat. Solche können beispielsweise sein: bescheiden und stolz oder konservativ und rebellisch oder auch das eben schon angesprochene maskulin und feminin.

Ein weiteres vielfach im Zusammenhang mit Kreativität untersuchtes Merkmal ist die Intelligenz. Es zeigte sich, dass ausgehend von der Theorie der multiplen Intelligenzen (z.B. Gardner, 1983) die Intelligenz in der Tat eine Rolle bei der Kreativität spielt; ab einer IQSchwelle von etwa 120 (Getzels & Jackson 1962) ist allerdings keine erhöhte Auswirkung mehr zu beobachten (Sternberg, 1995).

Das kreative Umfeld

Untersucht man die Eigenschaften kreativer Personen, kommt man nicht umhin, auch die äußeren Umstände zu betrachten, die Einflüsse auf die Person nehmen. So wird dem familialen Hintergrund eine große Rolle zugeschrieben (Runco, 2004). Untersucht wurden hierbei vor allem die Geburtenfolge, Familiengröße, Anzahl der Geschwister, Altersunterschiede, und die Einstellungen und Werte innerhalb der Familie (Albert & Runco 1998, Gaynor & Runco 1992, Sulloway 1996).

Die größte prädiktive Kraft scheinen dabei die Ergebnisse zur Geburtenfolge zu haben. Demnach neigen vor allem die sogenannten „Sandwichkinder“ zu Rebellion und Nonkonformität. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass das Aufwachsen mit einem älteren Geschwister (vor allem, wenn es dasselbe Geschlecht hat) das mittlere Kind dazu drängt, einen anderen, eigenen Weg zu finden, der dann meistens in eine eher unkonventionelle Richtung führt (Runco, 2004).

Eine weitere Einflussquelle ist die des „Feldes“. Jeder, der kreativ tätig ist, misst sich und seine Arbeit an anderen aus diesem Bereich. Ebenso spielt auch der eingangs schon erwähnte Zeitgeist eine gewisse Rolle.

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Kreativität im Beruf
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
26
Katalognummer
V206527
ISBN (eBook)
9783656339366
ISBN (Buch)
9783656339991
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kreativität, kreativ, divergentes Denken, Torrance, Guilford, Kreativitätsförderung
Arbeit zitieren
Franziska Krumbein (Autor), 2011, Kreativität im Beruf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206527

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