Soziale Arbeit ist eine Dienstleistung, die einem Einzelnen, einer Gruppe oder einem Gemeinwesen die nötige Hilfe leistet und sich gleichzeitig bei ihrer Beauftragung an sozialstaatlichen, fachlichen und ethischen Normen orientiert. Anhaltspunkt für das sozialarbeiterische Handeln ist immer bei jedem konkreten Fall die Differenz zwischen vorgegebener und erwünschter Situation. Soziale Arbeit verfolgt das Ziel, den KlientInnen und/oder der Gesellschaft Hilfe in verschiedenen Einrichtungen zu gewährleisten. Zugleich muss ein Interessenausgleich berücksichtigt werden und ein Integrationsprozess stattfinden.
Meiner Meinung nach ist Soziale Arbeit eine Dienstleistung, die in erster Linie auf alle gesellschaftlichen Veränderungen reagieren muss, damit alle Menschen mit den ihnen zustehenden elementaren Rechten ausgestattet werden und „die Entwicklung einer Gesellschaft mit gleichen Teilhabechancen möglich wird“ (Maus 2008, S.30).
Aufgrund des Globalisierungsprozesses, der in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren stattfindet und gleichzeitig die Entwicklung der multikulturellen Gesellschaft fördert, sind für die heutige Soziale Arbeit solche Tätigkeitsbereiche wie Gleichstellungs-, Antirassismus-, Antidiskriminierungs- und zuletzt die interkulturelle Arbeit mit Migranten und deren Familien wichtig.
Das Phänomen der Mehrkulturalität bringt einige bestimmte Belastungen für beide Seiten dieser multikulturellen Gesellschaft mit sich. Und zwar begegnen die Einheimischen in ihrem Alltagsleben Menschen mit einer anderen Muttersprache, Kultur und Religion und müssen dies akzeptieren. Sie müssen anerkennen, dass sie diese Menschen aufgrund unterschiedlicher Sprachen, Kulturvorstellungen oder Religionen nicht immer verstehen werden. Aber sie müssen ebenfalls anerkennen, dass Migranten in erster Linie auch freie Bürger sind und die gleichen Rechte besitzen. Die Migranten wiederum müssen lernen, in einer fremden Gesellschaft zu leben. Sie müssen die Einheimischen ebenso akzeptieren und respektieren. Sie müssen deren Sprache lernen und versuchen sich zu integrieren. Dabei ist die Hilfe der Gesellschaft erforderlich. Die Migranten „müssen für sich eine Balance finden zwischen dem, was ihnen von ihrer Heimatkultur her wichtig bleibt, und dem, was an Akkulturation [...] [bzw.] Eingliederung in das rechtliche und politische System des Gastlandes [...] gefordert ist.“ (Freise 2007, S. 9)
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Interkulturelle Kompetenz
1.1 Was ist interkulturelle Kompetenz?
1.2 Verschiedene Ebenen der interkulturellen Kompetenz
1.3 Erwerb interkultureller Kompetenz
2. Interkulturelle Kompetenz in der Sozialen Arbeit
2.1 Interkulturalität in der Sozialen Arbeit
2.2 Zwei Modelle von Kultur und kultureller Begegnung
2.2.1 Interkulturelle Kompetenzen in der Sozialen Arbeit
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und den Erwerb interkultureller Kompetenz als unverzichtbare Schlüsselqualifikation in der Sozialen Arbeit. Sie analysiert theoretische Begriffsbestimmungen, strukturelle Ebenen des Handelns sowie konkrete Modelle, um Fachkräfte für einen professionellen und wertschätzenden Umgang mit der kulturellen Vielfalt in einer globalisierten Gesellschaft zu befähigen.
- Definitionen und theoretische Grundlagen interkultureller Kompetenz
- Die verschiedenen Ebenen (Ich, Wir, Sache, Organisation, global) der interkulturellen Kompetenz
- Dynamische versus statische Kulturmodelle in der Migrationsarbeit
- Anforderungsprofile für Sozialarbeiter in kulturellen Überschneidungssituationen
- Interkulturelle Kompetenz als Querschnittsaufgabe der Sozialen Arbeit
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Interkulturelle Kompetenzen in der Sozialen Arbeit
Unter Kompetenz versteht Keiser einen „Bestand an Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten eines Individuums […], auf den es zur Bewältigung bestimmter Anforderungssituationen zurückgreifen kann“ (Keiser zit. in Leenen 2008, S. 109).
Diese Anforderungssituationen lassen sich aus Sicht des dynamischen Modells interkultureller Begegnung folgendermaßen beschreiben:
• Bedeutsamkeit für die Interaktionspartner/innen des unterschiedlichen kulturellen Deutungsmusters, eines anderen Hintergrundwissens und inkongruenten Relevanzsystems,
• die Entwicklung durch Interaktionen und besonders durch interkulturelle Konflikte einer irritierenden Eigendynamik,
• die Entstehung des Gefühls des Kontrollverlustes durch das Handeln unter Unsicherheit,
• die Einschränkung des Spielraums metakommunikativer Steuerung der Interaktion (vgl. Leenen 2008, S. 109 f.).
Für solche kulturellen Situationen ist charakteristisch, „dass das Verhalten aller Beteiligten nicht nur durch kollektive Erwartungsmuster sondern auch durch persönlich-biographische und situative bzw. sozial-strukturelle Einflussfaktoren bestimmt wird, die untereinander wiederum in einem komplizierten Wechselspiel stehen“ (Leenen 2008, S. 110). Interkulturelle Kompetenz bedeutet nicht nur ein konkreter Diapason auseinander gehender Erwartungsstrukturen, sondern kann auch
• das persönliche Verhalten der Individuen zu kollektiven Erwartungsstrukturen einschätzen,
• eine Sensibilität nicht nur gegenüber den Fremden sondern auch gegenüber eigenen kulturellen Vorurteilen entwickeln und
• hilft in Situationen mit ungleichen Handlungschancen adäquat integrieren zu können (vgl. Leenen 2008, S. 110).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Sozialen Arbeit als Dienstleistung im Kontext von Globalisierung und einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft.
1. Interkulturelle Kompetenz: Dieses Kapitel definiert den Begriff der interkulturellen Kompetenz, beleuchtet verschiedene Bedeutungsebenen und diskutiert den Prozess ihres Erwerbs.
1.1 Was ist interkulturelle Kompetenz?: Es werden verschiedene Definitionen gegenübergestellt, wobei der Fokus auf der Fähigkeit liegt, in kulturell vielfältigen Kontexten erfolgreich zu kommunizieren.
1.2 Verschiedene Ebenen der interkulturellen Kompetenz: Anhand eines Schemas werden die Ich-, Wir-, Sach- und Organisationsebenen als Bestandteile professionellen Handelns in einer globalisierten Welt erläutert.
1.3 Erwerb interkultureller Kompetenz: Der Abschnitt betont, dass der Erwerb dieser Kompetenz auf ständiger Selbstreflexion und Offenheit gegenüber fremden Lebenswelten basiert.
2. Interkulturelle Kompetenz in der Sozialen Arbeit: Hier wird der Transfer der theoretischen Konzepte in das spezifische Berufsfeld der Sozialarbeit vollzogen.
2.1 Interkulturalität in der Sozialen Arbeit: Dieses Kapitel erläutert die zentrale Aufgabe, eine vorurteilsfreie Integration von Migranten zu fördern und Konflikte konstruktiv zu bewältigen.
2.2 Zwei Modelle von Kultur und kultureller Begegnung: Es erfolgt die Gegenüberstellung eines statischen Modells des Kulturzusammenstoßes und eines dynamischen Modells interkultureller Interaktion.
2.2.1 Interkulturelle Kompetenzen in der Sozialen Arbeit: Das Kapitel konkretisiert das Anforderungsprofil für Fachkräfte in komplexen Überschneidungssituationen und benennt notwendige Kompetenzbereiche.
Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz interkultureller Kompetenz als notwendige Querschnittsaufgabe zusammen und plädiert für ihre tiefere Integration in die professionelle Ausbildung.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kompetenz, Soziale Arbeit, Migration, Kulturbegegnung, Multikulturalität, Integrationsprozess, Kommunikation, Sozialarbeit, Interkulturalität, Selbstreflexion, Schlüsselqualifikation, Diversity, Handlungsfähigkeit, Globalisierung, Migrationshintergrund
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung interkultureller Kompetenz für professionelles Handeln im Bereich der Sozialen Arbeit in einer durch Globalisierung geprägten Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind Begriffsdefinitionen der interkulturellen Kompetenz, theoretische Modelle kultureller Begegnung, praktische Anforderungen im Migrationskontext sowie der Erwerb und die Anwendung dieser Kompetenzen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum interkulturelle Kompetenz eine unerlässliche Schlüsselqualifikation für Fachkräfte der Sozialen Arbeit darstellt, um Integration vorurteilsfrei zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte theoretische Analyse, die verschiedene Fachkonzepte und Definitionen kritisch gegenüberstellt und auf das Arbeitsfeld der Sozialpädagogik bezieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Begriffs, die Analyse verschiedener Kompetenzebenen und die Vorstellung von zwei idealtypischen Modellen (statisch versus dynamisch) zur Beschreibung kultureller Interaktion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Wichtige Begriffe sind interkulturelle Kompetenz, Sozialarbeit, kulturelle Vielfalt, Reflexion, Integrationsarbeit, Kommunikation und professionelles Handeln.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen einem statischen und einem dynamischen Kulturmodell?
Das statische Modell sieht Kulturen als feste, homogene Einheiten, während das dynamische Modell Kulturen als fluide, ständig durch Kommunikation neu ausgehandelte Prozesse betrachtet.
Warum wird im Fazit die "interkulturelle Öffnung" von Institutionen hervorgehoben?
Weil interkulturelle Kompetenz nicht nur eine individuelle Fähigkeit einzelner Mitarbeiter ist, sondern auch die strukturelle und organisatorische Weiterentwicklung sozialer Einrichtungen erfordert.
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- Roman R (Author), 2011, Interkulturelle Kompetenz in der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206542