Bei meiner Forschungsfrage habe ich mich mit dem Bildungsgang
des Berufsgrundbildungsjahres (BGJ) befasst. Das BGJ stellt zusammen
mit dem Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und dem Berufsorientierungsjahr
(BOJ) Bildungsgänge des so genannten „Übergangssystems“
da. In solchen Klassen finden sich schwächere Schüler
wieder, die vergebens nach einem Ausbildungsplatz suchten
und/oder noch schulpflichtig sind.
Das Übergangssystem umfasst somit Berufsvorbereitende und beruflich
Teilqualifizierende Bildungsgänge, die die Chancen der Jugendlichen
auf dem Ausbildungsmarkt verbessern sollen. Schüler, die
noch keinen Schulabschluss erworben haben, wird die Möglichkeit
geboten, einen Haupt- oder Realschulabschluss zu erwerben. Bei
besonders guten Leistungen kann sogar ein qualifizierender Realschulabschluss
erlangt werden mit dem man berechtigt ist, das
Fachabitur zu erlangen. Generell sollen Grundqualifikationen wie
Lesen, Schreiben und Rechnen verbessert werden, um die Ausbildungsreife
der Jugendlichen zu erhöhen oder gar erst herzustellen.
Dies geschieht an praxisnahen Beispielen und Aufgaben, was den
Vorteil hat, dass die Schüler gleichzeitig eine berufliche Orientierung
geboten bekommen. Diese wird durch einige Praktika, die die Schüler
in Betrieben der jeweiligen Fachrichtung absolvieren, noch weiter
erhöht. Im besten Fall können sich die Absolventen die erworbenen
Fähigkeiten und Leistungen auf ihre Berufsausbildung anrechnen
lassen und diese so verkürzt abschließen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Informationen zur Schule und zu den Praktikumsinhalten
2.1. Vorstellung der Schule
2.2. Informationen zu den Praktikumsinhalten
3. Meine Erwartungen und Ziele an das Praktikum
4. Forschendes Lernen
4.1. Methodenauswahl und Beschreibung
4.2. Durchführung der Datenerfassung
4.3. Analyse und Auswertung
4.4. Fazit und individuelle Reflexion
5. Reflexion und Auswertung des Praktikums
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht im Rahmen eines Orientierungspraktikums an einem Berufskolleg die Wirksamkeit und Wahrnehmung des Berufsgrundbildungsjahres (BGJ) aus Sicht der Schülerinnen und Schüler. Dabei soll insbesondere geklärt werden, welchen persönlichen und fachlichen Nutzen die Jugendlichen aus diesem Bildungsgang ziehen und wie sie ihre eigene Vorbildung sowie die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt einschätzen.
- Analyse des "Übergangssystems" in der beruflichen Bildung
- Evaluation des persönlichen Nutzens des BGJ aus Sicht der Lernenden
- Untersuchung der pädagogischen Herausforderungen in heterogenen Lerngruppen
- Reflexion der eigenen Lehrerrolle und des Kompetenzerwerbs im Praktikum
- Vergleich von Theorie (Seminarinhalten) und schulpraktischer Realität
Auszug aus dem Buch
4.1. Methodenauswahl und Beschreibung
Für die Datenerfassung benutzte ich zwei Methoden. Zum Einen entwickelte ich einen Fragebogen, der den Nutzen des BGJ aus Sicht der Schüler erfasst und zum Anderen befragte ich die Schüler kurz zu ihrer persönlichen Vorbildung.
Ich entschied mich für einen kurzen Fragebogen, da die Datenerfassung sehr schnell durchführbar ist und ich somit den Unterricht nur kurz stören müsste. Zudem stieß ich während meiner Recherchen im Internet und in der Fachliteratur auf Empfehlungen, die diese Methode als sinnvollstes Mittel beziffern. Diese Quellen waren mir neben den Seminarinhalten zu dem Thema eine große Hilfestellung bei der Entwicklung des Fragebogens. Ich stellte nur geschlossene Fragen und entschied mich für die Bewertung die Ziffern 1-6 zu benutzen, die wie Schulnoten zu verstehen sind. Da die Fragen auf den persönlichen Nutzen der Jugendlichen abzielten, bedeutet die Eins „sehr hoch“ und die Sechs „gar nicht“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage zum Nutzen des Berufsgrundbildungsjahres (BGJ) ein und erläutert die Bedeutung des Übergangssystems für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf.
2. Informationen zur Schule und zu den Praktikumsinhalten: Dieses Kapitel stellt das Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg vor und beschreibt den organisatorischen Ablauf sowie die Rahmenbedingungen des absolvierten Praktikums.
3. Meine Erwartungen und Ziele an das Praktikum: Hier werden die persönlichen Lernziele der Autorin definiert, die insbesondere den Kompetenzerwerb für den Lehrerberuf und den Abgleich mit theoretischen Seminarinhalten umfassen.
4. Forschendes Lernen: Dieses Kapitel detailliert die methodische Herangehensweise, die Durchführung der Befragung in verschiedenen Fachklassen sowie die anschließende Analyse und Reflexion der erhobenen Daten.
5. Reflexion und Auswertung des Praktikums: Abschließend reflektiert die Autorin ihre Erfahrungen während der Hospitationen und des eigenen Unterrichts, zieht ein Fazit über ihre Eignung für den Lehrerberuf und bewertet den Nutzen des gesamten Praktikums für ihr Studium.
Schlüsselwörter
Berufsgrundbildungsjahr, BGJ, Übergangssystem, Orientierungspraktikum, Schulpraxis, Lehrerrolle, Berufsschule, Datenerfassung, Schülerbefragung, Kompetenzerwerb, berufliche Bildung, Lernmotivation, Fachunterricht, Reflexion, Pädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert ein Orientierungspraktikum an einem Berufskolleg und beleuchtet kritisch den Nutzen des Berufsgrundbildungsjahres (BGJ) für die dortigen Schülerinnen und Schüler.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das sogenannte "Übergangssystem" der beruflichen Schulen, die Motivation von Schülern in schwierigen Lernsituationen sowie die praktische Reflexion des Lehreralltags.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage: "Wie beurteilen Sie ihren persönlichen Nutzen durch die Teilnahme am BGJ?", ergänzt durch die Reflexion des eigenen beruflichen Kompetenzaufbaus.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzte eine Kombination aus einer standardisierten Schülerbefragung mittels Fragebogen (Skala 1-6) und einer mündlichen Abfrage zur schulischen Vorbildung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Schule, die Erläuterung der Forschungsziele, die methodische Durchführung der Datenerhebung sowie die detaillierte Auswertung und pädagogische Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Berufsgrundbildungsjahr, Übergangssystem, Schulpraxis, Lehrerrolle, Schülerbefragung und Kompetenzerwerb sind prägend für den Inhalt.
Warum wurde das BGJ Fahrzeugtechnik als "Problemklasse" bezeichnet?
Die Bezeichnung resultiert aus Beobachtungen im Unterricht, die durch Unruhe und Störungen gekennzeichnet waren, sowie aus Aussagen der Lehrkräfte vor Ort.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Lehrerrolle?
Die Autorin erkennt, dass eine professionelle Abgrenzung zu den Schülern wichtig ist und dass die Motivation der Lehrkraft einen maßgeblichen Einfluss auf das Lernverhalten in schwierigen Klassen hat.
- Quote paper
- Jana Philipp (Author), 2012, Wie beurteilen Schüler ihren persönlichen Nutzen durch die Teilnahme am Berufsgrundschuljahr?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206574