Gewinnung von Erdöl aus bisher nicht wirtschaftlich nutzbaren Vorkommen und die daraus folgenden ökologischen Probleme

Am Fallbeispiel von Alberta – Kanada


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung - Erdöl als ein Grundpfeiler

2. Verfügbarkeit von Erdölvorkommen
2.1 Tiefseeöl, Öl aus Schelfbereichen und polares Öl
2.2 Ölschiefer
2.3 Ölsande
2.3.1 Grundlagen
2.3.2 Ex-Situ Verfahren
2.3.3 In-Situ Verfahren
2.4 Öl aus Kohle
2.5 Schwerstöl

3. Ökologische Auswirkungen am Fallbeispiel der Ölsande
von Alberta
3.1 Luft
3.2 Wasser
3.3 Flora
3.4 Lebewesen

4. Risikobegrenzung - „saubere Erdölgewinnung“

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: EVSROLL.COM, Verlauf des Ölpreises, 2012, online unter: http://www.evsroll.com/images/Historic-Oil-Price-Graph.gif (Stand: 28. Oktober 2012)

Abbildung 2: BABIES, Hans-Georg, In-place Schieferölressourcen (insgesamt 413 Gt) nach Ländern (%),Energierohstoffe 2009 – Reserven, Ressourcen, Verfügbarkeit, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Ressourcen, Hannover, 10. November 2009

Abbildung 3: OILSAND.ALBERTA.CA, Ölsandvorkommen in Alberta, November 2011, online unter: http://oilsands.alberta.ca/images/Alberta_Map_with_Legend_Nov_2011.JPG (Stand: 28. Oktober 2012)

1. Einleitung – Erdöl als ein Grundpfeiler der Wirtschaft

Erdöl dient seit dem Ende des 19. Jahrhunderts als Grundlage für unseren Verkehr, für die Energieversorgung und zur Herstellung von Konsumgütern. Es ist nur teilweise durch andere Rohstoffe ersetzbar und daher unabkömmlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Verlauf des Ölpreises, Quelle: EVSROLL.COM, 2012

Wie der Abbildung 1 zu entnehmen ist, steigt der Erdölpreis unaufhaltsam. Im Jahr 1970 lag der Preis für ein Barrel Erdöl noch bei unter 5 US-Dollar. In den Folgejahren wurde durch die modernen Explorationsverfahren deutlich, dass Erdöl nur begrenzt vorhanden ist und den stetig steigenden Bedarf langfristig nicht mehr decken kann. Heute liegt der Erdölpreis bei über 86 US-Dollar, was einer Steigung um über 1700 Prozent zum Jahr 1970 entspricht (vgl. Finanzen.net, 2012).

Neuexplorierte Vorkommen sind meist nur schwer zugänglich und deren Abbau sehr kostspielig. Mit dem steigenden Ölpreis wird die Förderung jedoch auch in diesen Gebieten lukrativ. Für diese Regionen wird der künftige Abbau eine neue ökologische Belastung darstellen, welche im Zuge dieser Arbeit genauer betrachtet werden soll.

2. Verfügbarkeit von Erdölvorkommen

Erdöl kann nach seiner Rentabilität in konventionelles und unkonventionelles Erdöl unterschieden werden. Konventionelles Erdöl ist leicht zu fördern, da die entsprechenden Schichten sich nah an der Oberfläche befinden und nur in geringem Umfang verunreinigt sind. Daher ist der Aufwand der Aufbereitung sehr gering. Der wichtigste Unterschied liegt aber in der geringen Viskosität von konventionellem Erdöl, dies macht das Erdöl viel fließfähiger und daher leicht förderungsfähig. Im Jahr 2007 lag der Anteil der Förderung von konventionellem Erdöl im Gegensatz zu unkonventionellem Erdöl bei 95% (vgl. Peter Tobler, 2007).

Unkonventionelles Erdöl ist nur aufwendig abbaubar, weil es sich in tieferen Schichten befindet oder nicht in reiner Form vorhanden und daher erst in energieintensiven Prozessen aufbereitet werden muss.

Welche Ölvorkommen erschlossen und gefördert werden, hängt von der Qualität des Erdöls ab. Diese lässt sich durch die Dichte, die Viskosität, den Schwefelgehalt und den Anteil an schwerflüchtigen Bestandteilen ermitteln. Dabei gilt, je höher diese Werte sind, desto schlechter ist die Qualität des Erdöls und desto höher sind seine Kosten in der Aufbereitung (vgl. Brian Horsfield et. al., 2011).

In den nächsten Abschnitten sollen die verschiedenen Erdölvorkommen nach ihrer Herkunft unterschieden und in ihrem Auftreten dargestellt werden. Da die ökologischen Auswirkungen der bisher ungenutzten Vorkommen erläutert werden, beschränkt sich auch meine Auswahl der Vorkommen auf die unkonventionellen, da diese die Zukunft der Ölgewinnung darstellen.

Dabei soll nur ein kurzer Überblick über die Eigenschaften der verschiedenen Öle gegeben werden; die Förderungsverfahren oder Extraktionsprozesse werden nicht im Detail erläutert, da der Fokus der Arbeit auf den ökologischen Folgen liegt.

2.1 Tiefseeöl, Öl aus Schelfbereichen & polares Öl

Die Abtrennung der Begriffe Tiefseeöl, das Öl aus den Schelfbereichen und dem polaren Öl ist schwierig. Oft gehen sie miteinander einher. So befindet sich ein Großteil des polaren Öls (zum Beispiel nördlich von Sibirien) in Schelfregionen und auch polares Öl liegt oft in großer Meerestiefe und befindet sich daher im Tiefstwasserbereich (Tiefseeöl).

Tiefseeöl und polares Öl gehören in manchen Definitionen von unkonventionellem Erdöl nicht dazu, da sie in fast reiner Form abbaubar sind und als materielle Basis konventionelles Erdöl aufweisen. Aufgrund der Tatsache das ihr Abbaugebiet sich aber nicht auf geologisch einfach abbaubaren Boden befindet und sich daher die Förderung sehr kostenintensiv gestaltet, werden sie fortlaufend zum unkonventionellen Erdöl gezählt.

Die Ölreserven auf dem Festland (Onshore-Förderung) haben ihr Maximum schon erreicht, deshalb werden neue Gebiete, vorallem unter dem Meeresboden exploriert. Eine Möglichkeit ist daher die Offshore-Förderung. Bei der Offshore-Förderung wird von Bohrplattformen aus durch das Richtbohren eine große Fläche unter dem Meeresboden angezapft. Dabei kann die Bohrmeißel gebogen werden und somit nicht nur unter der Fläche der Plattform sondern auch unter den umliegenden Flächen Erdöl gefördert werden (vgl. Peter Bölke, 2006).

Die bisher typische Off-Shore Quelle war das Öl aus Schelfbereichen, also der Teil des Meeres der sich noch über den Kontinentalplatten befindet und daher nur eine maximale Tiefe von 200m aufweist. In diesen Regionen befinden sich große Sedimentbecken, in denen vermehrt Erdöl auftritt. Allein im Gebiet des Nordost-Atlantik befanden sich 2008 431 Öl- oder Gasplattformen und davon die meisten speziell in der Nordsee (vgl. Jörg Feddern, 2011).

Das Öl aus den Schelfbereichen ist schon zu großen Teilen abgebaut, daher richtet sich die Aufmerksamtkeit jetzt auch an die Vorkommen an den Kontinentalrändern der Weltmeere im Tiefstwasserbereich von über 1500m Tiefe (vgl. Piepjohn, 2012).

Große Ölvorkommen werden auch in polaren Regionen vermutet, waren bisher aber weitgehend unerforscht. Man vermutet, dass ein Viertel der Erdöl- und Erdgasvorkommen sich in der Arktis befinden. Regionen in denen polares Öl gefördert wird und/oder Explorationsvorhaben gestartet wurden sind Russland, Grönland, Kanada und Alaska (vgl. Greenpeace, 2012). Der zweitgrößte Ölkonzern Shell mit einem jährlichen Gewinn von 31,9 Mrd. US-Dollar (vgl. Le Monde diplomatique, 2010) konnte seine sukzessiv sinkende Produktion von Erdöl durch die Nutzung polarer Vorkommen von 2011 zu 2012 um 30% steigern, was zeigt, welches enorme Potential in der Arktis steckt (vgl. Greenpeace, 2012).

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Gewinnung von Erdöl aus bisher nicht wirtschaftlich nutzbaren Vorkommen und die daraus folgenden ökologischen Probleme
Untertitel
Am Fallbeispiel von Alberta – Kanada
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt  (Physische Geographie )
Veranstaltung
Mensch-Umwelt-Konflikte
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
22
Katalognummer
V206635
ISBN (eBook)
9783656341338
ISBN (Buch)
9783656341925
Dateigröße
630 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gewinnung, erdöl, vorkommen, probleme, fallbeispiel, alberta, kanada
Arbeit zitieren
Max Keller (Autor), 2012, Gewinnung von Erdöl aus bisher nicht wirtschaftlich nutzbaren Vorkommen und die daraus folgenden ökologischen Probleme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206635

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