Demokratie unter Platons Lupe der Gerechtigkeit


Hausarbeit, 2009

13 Seiten, Note: 2.7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Merkmale der attischen Demokratie

3. Platons Idee der Gerechtigkeit
3.1 Die Notwendigkeit einer ständischen Gliederung
3.2. Der Wächterstand
3.3. Die Tugenden

4. Platons Kritik an der Demokratie
4.1. Das Problem der Freiheit
4.2. Das Problem der Naturverwirklichung

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Idee der Demokratie taucht erstmals in der Antike auf und wird als Herrschaft des Volkes verstanden, bei der jeder Bürger das Recht auf eine politische Beteiligung hat und die Macht auf die Mehrheit der Bürger ausgerichtet ist anstatt nur auf einige Wenige. Es scheint gerecht, dass jeder Bürger Anteil am politischen Leben des Staates haben darf, weil Gerechtigkeit doch gleiches Recht für alle bedeutet. Nun ist es fraglich, ob die Demokratie Athens eine gerechte Staatsordnung war, denn abgesehen vom Ausschluss der Frauen, Sklaven und Metöken von der Politik, ist dies sicherlich eine Frage der Definition von Gerechtigkeit. Wenn man einen Tyrannen im klassischen Athen gefragt hätte „Was ist Gerechtigkeit?“ hätte er sicherlich geantwortet, dass Gerechtigkeit stets das Recht des Stärkeren sei. Eine andere Vorstellung von Gerechtigkeit stellt uns hingegen Platon in seinem Buch die „Politeia“ vor und kritisiert damit gleichzeitig die bestehende Demokratie und die Abwesenheit von Gerechtigkeit in dieser.

Diese Arbeit soll sich mit der Frage auseinandersetzen in wie weit die athenische Demokratie und Platons Verständnis von Gerechtigkeit miteinander vereinbar sind. Um dies untersuchen zu können, werden zunächst die Grundzüge der athenischen Demokratie dargelegt und ihre Verfassung näher betrachtet. Der Schwerpunkt dieser Arbeit soll jedoch darauf gelegt werden die Idee der Gerechtigkeit zu erläutern und sie auf die bestehende athenische Demokratie zu richten, wobei hierfür zunächst zentrale Begriffe wie die der Tugenden, sowie Platons Vorstellung einer ständischen Ordnung geklärt werden müssen, damit die Idee der Gerechtigkeit begreifbar wird.

Um eine Antwort auf die Frage ‚Was ist Gerechtigkeit? ‘ zu erlangen, wird Platons „Politeia“ als Grundlage dienen. Es zählt zu seinem Hauptwerk und ist in zehn Bücher unterteilt, von denen die ersten Beiden sich eben mit dieser Frage auseinander setzen. Der Rest des Werkes stellt den Versuch dar einen idealen Staat zu konstruieren, wobei auch bereits bestehende Verfassungsformen, wie etwa die Demokratie kritisiert werden. Sicherlich ist zu berücksichtigen, dass Platon (427- 347 v. Chr.) gerade aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen um einen idealen Staat bemüht war. Er sah, dass die Demokratie im Zuge des Peloponnesischen Krieges abgesetzt wurde und erlebte als Folge der Niederlage die Schwächung des athenischen Staates mit.

Dieses Thema scheint deshalb so interessant, da die Kritik an der Demokratie keineswegs an Aktualität verloren hat. Sie wird heutzutage als die Gerechteste aller Staatsformen angesehen, da jeder Bürger vor dem Gesetz gleich ist und die Freiheit in ihr verankert ist.

Betrachtet man jedoch die Demokratie mit den Augen Platons, müssen wir zunächst berücksichtigen, dass es sich dabei zwar um eine Kritik an der athenischen Demokratie handelt, diese aber durchaus auch auf die bestehenden modernen Demokratien übertragbar ist.

Vor allem ergibt sich aber von Platons Blickwinkel aus ein vollkommen anderes Bild von Gerechtigkeit und Recht, welches es im Folgenden zu verdeutlichen gilt.

Diese Arbeit soll die Möglichkeit bieten die Demokratie aus einer anderen Sichtweise, nämlich der Platonischen, zu betrachten.

2. Merkmale der attischen Demokratie

Der Übergang von einer oligarchischen zu einer demokratischen Regierung, wie sie im 5. und 4. Jh. v.Chr. in Athen bestand, wurde durch die Reformen des Solon[1] eingeleitet. Ihr vorbereitender Charakter verschaffte Solon den Ruf als Begründer der Demokratie.

Mit der Einführung einer Timokratie ebnete er nicht nur den unteren Bevölkerungsschichten den Weg zur politischen Partizipation, sondern entmachtete zusätzlich den Adel, der bis dahin die Hegemonie inne hatte. Mit der Einführung einer Volksversammlung, welche sich aus den vier Vermögensklassen zusammensetze, schuf er die Voraussetzung für eine Demokratie.

Kleisthenes[2] Verfassungsreform des Jahres 508/ 507 dagegen teilte die Bürger nach einem territorialen Prinzip in Gemeinden ein, den so genannten Demen. Diese wurden wieder in dreißig so genannte Trittyen eingeteilt, die sich per Los aus je zehn Trittyen aus den Regionen der Stadt, Küste und Binnenland zusammensetzen. Der Zusammenschluss von je einer Trittys aus einer der drei Regionen zu einer Phyle sorgte für eine politische Neuordnung innerhalb des Staates. Durch das System der Verlosung sowie der neuartigen politischen Einteilung war eine Isonomie gewährleistet, was gleiches Recht für alle Bürger bedeutet.

[...]


[1] Solon (circa 640-560 v.Chr.) stammte aus dem Geschlecht der Medontiden. Bedeutender Reformer der Archaik, der im Jahre 594.v.Chr. Archon mit diktatorischen Vollmachten war. Zu seinen großen reformatorischen Leistungen zählt die Abschaffung der alten aristokratischen Ordnung durch die Einführung einer Timokratie, sowie die Bauernbefreiung durch die Lastenabschüttelung.

[2] Kleisthenes ( circa 570-506 v.Chr.) stammte dem Geschlecht der Alkmeoniden, einem führenden Adelsgeschlecht in Athen, ab. Er verhalf Athen mit seinen Reformen zu einer neuen Basis für die Demokratie, die noch mehr Bürger in die Politik miteinbezog als bis dahin gekannt. Siehe Gehrke/ Schneider. Geschichte der Antike- Ein Studienbuch. Stuttgart 2006. S.125 f.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Demokratie unter Platons Lupe der Gerechtigkeit
Hochschule
Universität zu Köln
Note
2.7
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V206645
ISBN (eBook)
9783656338703
ISBN (Buch)
9783656339588
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Demokratie, Platon, Gerechtigkeit, Politeia
Arbeit zitieren
Melek Dingil (Autor), 2009, Demokratie unter Platons Lupe der Gerechtigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206645

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