Medien begleiten uns durch das gesamte Leben und sind in der industrialisierten Welt omnipräsent. Durch die zunehmende Verknüpfung der unterschiedlichen Einzel-medien miteinander wächst ein gewaltiges multimediales Netz und breitet sich in allen Lebensbereichen aus. Diese Entwicklung hat in den letzten Jahren stark zugenommen und ist als Phänomen der Medienkonvergenz oder aus Vermarktungssicht auch als „Cross-media“ bekannt. Die Medien wachsen zusammen, es gibt immer multifunktionellere Endgeräte und ein Produkt wird selten nur über ein Medium, sondern über die gesamte Medienpalette angeboten.
Neben dieser medialen Entwicklung ist eine weitere und davon unabhängige Entwicklung in den letzten Jahrzehnten von immer größerer Bedeutung gewesen: Der Anteil der älteren Generation in der Bevölkerung wächst stetig. In der Politik und Wirtschaft wurde schon längst erkannt, dass die Bedeutung dieser Entwicklung für die Gesellschaft gravierend ist - nicht nur, wenn es um die Rentenproblematik geht. Beide Entwicklungen, sowohl die der Medienkonvergenz als auch die der alternden Gesellschaft sind für die Medienforschung verhältnismäßig neu und noch un-genügend untersucht. Daher richtet sich der Fokus dieser Arbeit genau auf die Berührungspunkte dieser beiden Entwicklungen.
Die Rezipienten- und Nutzungsforschung beschäftigt sich erst seit einigen Jahren mit dem Untersuchungsgegenstand der Medienkonvergenz und konzentriert sich hierbei vor allem auf junge Nutzerinnen und Nutzer als Untersuchungsobjekte. Die Forschung weist zudem noch erhebliche Lücken auf, da sie lange Zeit quantitativ auf die Häufigkeit und Dauer der Nutzung beschränkt blieb. Erst seit kurzem wird sich tiefgreifender mit dem Aneignungsprozess auseinandergesetzt, das heißt mit der Frage, welche Prozesse vor, während und nach der Nutzung von konvergenten Medien ablaufen und welche Motive und Konsequenzen mit ihr verbunden sind.
Aber auch diese Forschungsarbeiten beziehen sich bislang nur auf die Aneignung bei Jugendlichen und Erwachsenen mittleren Alters, die höheren Alters-gruppen werden bis zum heutigen Tag ausgespart. Eine ähnlich schleppende Forschungsentwicklung hat sich in den letzten Jahren in der allgemeinen Medien-nutzungsforschung vollzogen, die lange Zeit aus sehr marktwirtschaftlich orientiertem Interesse heraus betrieben wurde und sich ebenfalls vor allem auf die Forschung an jüngeren und kaufkräftigen Bevölkerungsschichten konzentrierte. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsklärung
2.1 Medienkonvergenz
2.2 Medienaneignung
2.3 Kontextuelles Verstehen der Medienaneignung
2.4 Konvergenzbezogene Medienaneignung
3 Forschungsstand: Ältere Menschen und neue Medien
4 Methodik
4.1 Sampling
4.2 Forschungsleitende Prinzipien
4.3 Der Leitfaden
4.4 Datenaufbereitung
5 Auswertung
5.1 Zusammenfassende Inhaltsanalyse
5.2 Erkenntnisse und Ausblicke
6 Literaturverzeichnis
6.1 Internetlinks
7 Anhang 1: Interviewleitfaden
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht explorativ den Aneignungsprozess konvergenter Medienangebote durch Menschen im jungen Rentenalter. Ziel ist es, die individuellen Motive, Wahrnehmungen und Bewertungsprozesse zu verstehen, die den Umgang dieser Altersgruppe mit der medienübergreifenden Verknüpfung von Inhalten prägen, und so Anregungen für zukünftige medienpädagogische Forschungen zu liefern.
- Medienaneignung und konvergente Medienangebote im Alter
- Kontextuelles Verstehen von Medienhandeln und Biographien
- Methodik qualitativer Forschung mit älteren Zielgruppen
- Einflussfaktoren wie Neugier, Technikinteresse und soziales Umfeld
- Herausforderungen und Potenziale der Medienkonvergenz für ältere Nutzer
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Medien begleiten uns durch das gesamte Leben und sind in der industrialisierten Welt omnipräsent. Durch die zunehmende Verknüpfung der unterschiedlichen Einzelmedien miteinander wächst ein gewaltiges multimediales Netz und breitet sich in allen Lebensbereichen aus. Diese Entwicklung hat in den letzten Jahren stark zugenommen und ist als Phänomen der Medienkonvergenz oder aus Vermarktungssicht auch als „Cross-media“ bekannt. Die Medien wachsen zusammen, es gibt immer multifunktionellere Endgeräte und ein Produkt wird selten nur über ein Medium, sondern über die gesamte Medienpalette angeboten.
Neben dieser medialen Entwicklung ist eine weitere und davon unabhängige Entwicklung in den letzten Jahrzehnten von immer größerer Bedeutung gewesen: Der Anteil der älteren Generation in der Bevölkerung wächst stetig. In der Politik und Wirtschaft wurde schon längst erkannt, dass die Bedeutung dieser Entwicklung für die Gesellschaft gravierend ist - nicht nur, wenn es um die Rentenproblematik geht. Beide Entwicklungen, sowohl die der Medienkonvergenz als auch die der alternden Gesellschaft sind für die Medienforschung verhältnismäßig neu und noch ungenügend untersucht. Daher richtet sich der Fokus dieser Arbeit genau auf die Berührungspunkte dieser beiden Entwicklungen.
Die Rezipienten- und Nutzungsforschung beschäftigt sich erst seit einigen Jahren mit dem Untersuchungsgegenstand der Medienkonvergenz und konzentriert sich hierbei vor allem auf junge Nutzerinnen und Nutzer als Untersuchungsobjekte. Die Forschung weist zudem noch erhebliche Lücken auf, da sie lange Zeit quantitativ auf die Häufigkeit und Dauer der Nutzung beschränkt blieb. Erst seit kurzem wird sich tiefgreifender mit dem Aneignungsprozess auseinandergesetzt, das heißt mit der Frage, welche Prozesse vor, während und nach der Nutzung von konvergenten Medien ablaufen und welche Motive und Konsequenzen mit ihr verbunden sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themen Medienkonvergenz und alternde Gesellschaft ein und begründet die Relevanz der Untersuchung des Aneignungsverhaltens bei älteren Menschen.
2 Begriffsklärung: Hier werden die zentralen Begriffe Medienkonvergenz und Medienaneignung definiert und theoretisch in den Kontext des Medienhandelns älterer Menschen eingebettet.
3 Forschungsstand: Ältere Menschen und neue Medien: Das Kapitel bietet einen Überblick über den bisherigen Forschungsstand zur Mediennutzung durch ältere Menschen und beleuchtet deren Rolle als wachsende Zielgruppe.
4 Methodik: Hier wird der Einsatz qualitativer Leitfadeninterviews begründet, das Sampling der Probanden erläutert und der Interviewleitfaden sowie die Datenaufbereitung dargelegt.
5 Auswertung: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse, kategorisiert die Aneignungsprozesse und diskutiert die gewonnenen Erkenntnisse sowie zukünftige Ausblicke.
6 Literaturverzeichnis: Umfasst sämtliche in der Arbeit verwendeten Quellen, inklusive der genutzten Internetlinks.
7 Anhang 1: Interviewleitfaden: Dieses Kapitel dokumentiert den vollständigen Leitfaden, der zur Durchführung der qualitativen Experteninterviews verwendet wurde.
Schlüsselwörter
Medienkonvergenz, Medienaneignung, Ältere Menschen, Qualitative Sozialforschung, Medienhandeln, Kontextuelles Verstehen, Mediennutzung, Biografieanalyse, Technikinteresse, Leitfadeninterview, Inhaltsanalyse, Medienensemble, Lebenswelt, Cross-media, Nutzungsforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Art und Weise, wie Menschen im jungen Rentenalter konvergente Medienangebote aneignen und nutzen.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind Medienkonvergenz, die Medienaneignung durch Ältere sowie der Einfluss von Lebensbiografien und lebensweltlichen Kontexten auf dieses Verhalten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, explorativ herauszuarbeiten, wie das Aneignungsverhalten konvergenter Medienangebote bei älteren Personen aussieht und welche Rolle ihre Lebensgeschichte dabei spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor verwendet eine qualitative Forschungsmethode, basierend auf Leitfadeninterviews mit drei Probanden, die anschließend mittels zusammenfassender Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (Konvergenz/Aneignung), der Forschungsstand zu älteren Menschen und Medien, die methodische Vorgehensweise und eine detaillierte Auswertung der geführten Interviews präsentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Medienkonvergenz, Medienaneignung, Ältere Menschen, qualitative Sozialforschung und das lebensweltliche Kontextmodell des Medienhandelns.
Warum wurde gerade die Zielgruppe der 60- bis 70-Jährigen gewählt?
Diese Altersspanne markiert den Eintritt in das Rentenalter, was eine signifikante Veränderung der Lebenssituation und zeitlicher Freiräume darstellt, die für die Aneignung neuer Medien relevant ist.
Welche Bedeutung hat das soziale Umfeld für die Medienaneignung der Probanden?
Das soziale Umfeld, wie zum Beispiel Kinder oder Enkel, fungiert oft als wichtiger Impulsgeber für die Nutzung neuer Technologien und beeinflusst maßgeblich die Offenheit oder Skepsis gegenüber Innovationen.
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- Stephan Jung (Autor), 2011, Aneignung konvergenter Medien durch ältere Menschen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206782