Betriebliche Gesundheitsförderung in Deutschland


Hausarbeit, 2012

26 Seiten, Note: 1,5

Alyssa Nachtigall (Autor)


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung

2 Grundlagen zur betrieblichen Gesundheitsförderung
2.1 Der Begriff Gesundheit
2.2 Entwicklung der Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt
2.3 Gesetzliche Rahmenbedingungen in Deutschland
2.4 Grundlegende Beschlüsse zur Förderung der Gesundheit
2.4.1 Die Ottawa Charta
2.4.2 Die Luxemburger Deklaration

3 Durchführung der Gesundheitsförderung in den Unternehmen
3.1 Akteure im Bereich der gesundheitlichen Stärkung
3.2 Gesundheitsförderliche Maßnahmen
3.3 Instrumente zur Unterstützung in der Umsetzung
3.4 Betriebliche Gesundheitsförderung in der Praxis – die REWE Group

4 Fazit

Quellenverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abb. 1: Das deutsche Arbeitsschutzsystem

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Das Thema Gesundheit hat an Bedeutung gewonnen. Die Zahl der Ratgeber und sonstigen Publikationen, die sich damit beschäftigen, wie man gesund leben kann, ist groß. Viele Menschen sind mit ihrer persönlichen Situation am Arbeitsplatz unzufrieden und klagen über zunehmende Belastungen im körperlichen sowie psychischen Bereich. Gesundheit am Arbeitsplatz wird in diesem Zusammenhang zu einem wichtigen Thema.

Beschäftigt man sich mit den Gründen die hinter dieser Entwicklung stehen, erkennt man, dass die vielfältigen Veränderungen in Gesellschaft und Arbeitswelt zum größten Teil dafür verantwortlich sind.

Das Ziel dieser Arbeit ist es, in verständlicher Art und Weise einen umfassenden Überblick über die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) in Deutschland zu geben. Dabei wird im ersten Schritt auf die theoretischen Grundlagen der Gesundheitsförderung eingegangen, in dem wichtige Begriffe, Gesetze und sonstige Grundsatzdokumente erläutert werden. Ziel ist es auch, herauszustellen, welche Gründe dazu geführt haben, dass BGF derart an Bedeutung gewonnen hat. Zuletzt steht die Implementierung von betrieblicher Gesundheitsförderung in den Unternehmensalltag im Vordergrund. Hierbei werden konkrete Maßnahmen und Instrumente herausgearbeitet sowie die Akteure betrachtet. Abschließend wird ein Beispiel aus der Praxis betrachtet.

2 Grundlagen zur betrieblichen Gesundheitsförderung

2.1 Der Begriff Gesundheit

Bei der Beschäftigung mit der betrieblichen Gesundheitsförderung ist es unumgänglich, sich zunächst mit der Definition des Gesundheitsbegriffes zu befassen.

In einer Informationsschrift des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) über betriebliches Gesundheitsmanagement wird angeführt, dass die Auffassung von Gesundheit sich innerhalb der letzten Jahre geändert hat (vgl. BKK Bundesverband [Hrsg.] 2004, S. 10). Gesundheit wird nun nicht mehr als ein Zustand gesehen, sondern als Prozess, der sich im Laufe des Lebens vollzieht. Dieser Prozess beinhaltet die Entwicklung des Menschen mit all seinen Potenzialen. Die These, dass Gesundheit ein lebenslanger Prozess ist, ist durchaus plausibel. Gesundheit verändert sich im Laufe des Lebens, da sie von vielen inneren und äußeren Faktoren bzw. Einflüssen bestimmt wird. Badura et al. greifen ebenfalls diesen Aspekt auf und stellen fest, dass „Gesundheit immer zugleich Voraussetzung und auch Ergebnis der Wechselwirkung zwischen Person, Verhalten und Umwelt“ ist (2010, S. 32). Als innere Faktoren gelten hier die Person und das Verhalten, während äußere Faktoren auch mit dem Begriff der Umwelt beschrieben werden können. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu erwähnen, dass Gesundheit nicht nur als eine Angelegenheit des Individuums zu sehen ist. Stattdessen sollte ein ganzheitliches Verständnis von Gesundheit entwickelt werden, in welchem zum Vorschein kommt, dass Gesundheit nicht nur vom Menschen selbst abhängig ist, sondern auch von der Gesellschaft oder den alltäglichen Umständen. Gleichermaßen wirkt die Gesundheit aber auch auf den Alltag zurück. (vgl. Badura et. al. 2010, S. 34). Das zeigt sich beispielsweise darin, dass in der Arbeitswelt die Leistungsfähigkeit bei nicht vorhandender Gesundheit erheblich abnimmt. Während früher Gesundheit allein unter körperlichen Gesichtspunkten gesehen wurde, ist es durch den Wandel der Arbeitswelt und der Gesellschaft nun erforderlich den Gesundheitsbegriff inklusive des psychischen Befindens zu sehen. Badura et al. plädieren dafür, dass der Gesundheitsbegriff neben der körperlichen, physischen Ebene auch das psychische Befinden eines Menschen umfassen sollte (vgl. 1997, S. 11). Fraglich ist, weshalb das Befinden der Psyche derart an Bedeutung gewonnen hat. Dabei ist festzustellen, dass dafür im großen Maße der Wandel in der Arbeitswelt verantwortlich ist, der sich u. a. durch den hohen zeitlichen Druck, die steigenden Anforderungen und die abnehmende Sicherheit des Arbeitsplatzes bemerkbar macht. Dadurch nimmt der Stress für die Beschäftigten zu, wenn man auch noch berücksichtigt, dass im privaten Umfeld Belastungen vorhanden sind (vgl. BKK Bundesverband [Hrsg.] 2011, S. 162). Aus diesem Grund ist es auch ersichtlich, weshalb Gesundheit sowohl den Körper als auch die Psyche umfassen sollte.

Abschließend soll noch die Definition des Gesundheitsbegriffs in der Ottawa-Charta herangezogen werden. Auf die Einzelheiten dieses Dokuments der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird an einer späteren Stelle genauer eingegangen. In der Ottawa-Erklärung wurde deklariert, dass „Gesundheit für ein positives Konzept [steht], das in gleicher Weise die Bedeutung sozialer und individueller Ressourcen für die Gesundheit betont wie die körperlichen Fähigkeiten“ (vgl. WHO [Hrsg.] 1986, S.1). Hieraus erschließt sich, dass der neue Gesundheitsbegriff sich nicht nur mit den Belastungen befasst, sondern auch mit den Ressourcen, die zur Förderung der Gesundheit beitragen. Demnach wird Gesundheit nicht mehr nach traditioneller Sichtweise als bloße Abwesenheit von Krankheit gesehen (vgl. BKK Bundesverband [Hrsg.] 2011, S. 12). Gesundheit ist ein wichtiges Gut bzw. eine Ressource des Menschen, welches bzw. welche durch geeignete Maßnahmen erhalten und gefördert werden muss.

2.2 Entwicklung der Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt

Es wird ergründet, worauf die Entstehung der BGF zurückzuführen ist und was hinter diesem Begriff steht. In Deutschland wurde schon früh erkannt, dass Gesundheit am Arbeitsplatz vorrangig eine soziale und humanitäre Aufgabe ist. Dazu wurden rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen, die dazu geführt haben, dass bestimmte vorbeugende Maßnahmen und Sicherheitsvorschriften verbindlich für alle Betriebe sind. Dabei ist das deutsche Arbeitsschutzsystem davon gekennzeichnet, dass bestimmte Pflichten den Staat betreffen, während andere Aufgabengebiete die Berufsgenossenschaften betreffen (vgl. Bamberg, E. et al. 2004, S. 11-12). Es stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, weshalb Gesundheitsförderung derart an Bedeutung gewonnen hat. Kritiker könnten einwenden, dass der traditionelle Gesundheitsschutz schon ausreichend genug wäre und die Diskussion um die betriebliche Gesundheitsförderung überflüssig sei. Aus diesem Grund sollte ermittelt werden, weshalb BGF eine Bereicherung für die Unternehmen aber auch eine wichtige Notwendigkeit darstellt.

Dunckel/Resch (2004, S. 37 -38) stellen fest, dass der Wandel innerhalb der Arbeitswelt ein Umdenken in der betrieblichen Gesundheitspolitik ausgelöst hat. Es wird in diesem Zusammenhang argumentiert, dass Betriebe zunehmend erkennen, dass der klassische Arbeitsschutz unzureichend angesichts der neuen Herausforderungen ist. Stattdessen müssen Möglichkeiten der Gesundheitsförderung gesucht werden. Anstatt sich mit der Frage zu befassen, wie Unfallrisiken oder betriebsbedingte Krankheiten vermieden oder behoben werden können, beschäftigt sich die BGF mit der Frage, wie Menschen trotz Belastungen gesund bleiben können und welche Möglichkeiten im Betrieb vorhanden sind, die Erhaltung der Gesundheit zu fördern. Im Vordergrund dieser Sichtweise steht der Wandel innerhalb der Arbeitswelt, der dazu geführt hat, dass der traditionelle, gesetzlich abgesicherte Gesundheitsschutz nicht mehr in der Lage ist, das zu leisten, was angesichts neuer Probleme dringend notwendig ist.

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Betriebliche Gesundheitsförderung in Deutschland
Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin
Note
1,5
Autor
Jahr
2012
Seiten
26
Katalognummer
V206802
ISBN (eBook)
9783656337089
ISBN (Buch)
9783656337966
Dateigröße
637 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
betriebliche, gesundheitsförderung, deutschland
Arbeit zitieren
Alyssa Nachtigall (Autor), 2012, Betriebliche Gesundheitsförderung in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206802

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