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Schillers „Verbrecher aus verlorener Ehre“ - Befund eines Philosophischen Arztes

Titre: Schillers „Verbrecher aus verlorener Ehre“ - Befund eines Philosophischen Arztes

Dossier / Travail , 2012 , 21 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Ronny Ladwig (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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In der deutschen Spätaufklärung zieht die Frage „Was ist der Mensch?“ ein gemeinschaftliches Interesse verschiedener Wissenschaften (Medizin, Philosophie, Geschichte, Ästhetik) auf sich, denen vormals ein einheitlicher Nenner verwehrt wurde. Vor allem Philosophie und Medizin (Physiologie) greifen im Namen der „Kenntnis des Menschen“ ineinander und setzen dabei gleichsam auf ein gewinnbringendes Zusammenspiel mit der schönen Literatur.
Diese Hausarbeit soll einen Einblick in jene Allianz aus Literatur und Anthropologie in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eröffnen. Ausgehend von der Entstehung der Anthropologie als eigenständige Wissenschaft vom „ganzen Menschen“, stelle ich Schiller pointiert als „philosophischen Arzt“ vor. Anschließend wird es meine Intention sein, die Verschmelzung von Literatur und Anthropologie in kürzen Zügen darzustellen, um diese Entwicklung dann beispielhaft anhand der Kriminalerzählung „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ zu verdeutlichen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anthropologie am Ende des 18. Jahrhunderts

2.1. Ein neuer Anthropologiebegriff

2.2. Schiller im Kreise philosophischer Arzte

3. Literarische Seelenforschung in der deutschen Spätaufklärung

3.1. Allianz von Anthropologie und Literatur

3.2. „Kriminal-Geschichten“

4. „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ – Analyse abweichenden Verhaltens

4.1. „Handlung nicht bloß vollbringen, sondern wollen sehen“!

4.2. „Eine wahre Geschichte“

4. 3. Der ganze Mensch „Christian Wolf“

4.3.1. Anthropologische Faktorenanalyse

4.3.2. Stufenlogik des Verbrechens

4.4. Doppelte Bildung des Lesers

5. Zusammenfassung

6. Literatur

Zielsetzung und Forschungsfokus

Die vorliegende Arbeit untersucht die enge Verbindung zwischen Anthropologie und Literatur in der deutschen Spätaufklärung. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Friedrich Schiller seine medizinisch-philosophische Ausbildung nutzte, um in der Erzählung „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ ein psychologisches Profil eines Kriminellen zu erstellen, das über die bloße Unterhaltung hinausgeht und zu einer tieferen Erkenntnis über das menschliche Handeln sowie die Wechselwirkung von Leib und Seele anregt.

  • Die Entstehung der Anthropologie als Wissenschaft vom „ganzen Menschen“ am Ende des 18. Jahrhunderts.
  • Die Rolle der „philosophischen Ärzte“ und ihr Einfluss auf Schillers Menschenbild.
  • Die Allianz zwischen literarischem Schreiben und anthropologischer Forschung zur Erklärung abweichenden Verhaltens.
  • Die literarische Analyse von Christian Wolfs „Verirrungen“ als Fallbeispiel für eine „Leichenöffnung des Lasters“.
  • Die pädagogische Dimension der Erzählung zur Förderung der psychologischen Kompetenz des Lesers.

Auszug aus dem Buch

4.1. Die „Handlung nicht bloß vollbringen, sondern wollen sehen“!

Bevor Schiller mit der Erzählung einsetzt, rechtfertigt er seine Themenwahl in einem Vorwort: „In der ganzen Geschichte der Menschheit ist kein Kapitel unterrichtender für Herz und Geist als die Annalen seiner Verirrungen. Bei jedem großen Verbrechen war eine verhältnismäßig große Kraft in Bewegung. Wenn sich das geheime Spiel der Begehrungskraft bei dem matteren Licht gewöhnlicher Affekte versteckt, so wird es im Zustand gewaltsamer Leidenschaft desto hervorspringender, kolossalischer, lauter; der feinere Menschenforscher, welcher weiß, wie viel man auf die Mechanik der menschlichen Freiheit eigentlich rechnen darf und wie weit es erlaubt ist, analogisch zu schließen, wird manche Erfahrung aus diesem Gebiete in seine Seelenlehre herübertragen und für das sittliche Leben verarbeiten.“

Anhand der Verbrechensgeschichte sollen Erkenntnisse über den Menschen gewonnen werden, wodurch Handlungsmotivationen besser verstanden und „für das sittliche Leben verarbeiten“ werden können. Kriminalgeschichten eignen sich laut Schiller besonders gut für dieses Vorhaben, denn hier übertreten Leidenschaften und „Triebfedern“ menschlichen Verhaltens die Eingrenzungen durch Gesetz und Affektbeherrschung und zeigen sich ungeschminkt dem Beobachter. Der interessierte Blick des „Menschenforschers“ entdeckt hier entblößt, was ihn lockt: die Ursachen „der kriminellen Verirrung“.

Damit sich zwischen Publikum und Held eine „Beziehung“ aufbauen kann, muss, so der Autor weiter, die Distanz „zwischen der heftigen Gemütsbewegung des handelnden Menschen und der ruhigen Stimmung des Lesers“ überwunden werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in das interdisziplinäre Interesse der Spätaufklärung an der „Kenntnis des Menschen“ ein und verortet Schillers Erzählung in diesem Kontext.

2. Anthropologie am Ende des 18. Jahrhunderts: Dieser Abschnitt thematisiert das Leib-Seele-Problem und die Entstehung der empirischen Psychologie, die den Menschen als Einheit aus Körper und Geist betrachtet.

2.1. Ein neuer Anthropologiebegriff: Hier wird die Definition der Anthropologie als Wissenschaft vom „ganzen Menschen“ durch Denker wie Ernst Platner erläutert.

2.2. Schiller im Kreise philosophischer Arzte: Der Fokus liegt auf Schillers medizinischem Studium an der Hohen Karlsschule und seinem Austausch mit zeitgenössischen Wissenschaftlern.

3. Literarische Seelenforschung in der deutschen Spätaufklärung: Das Kapitel behandelt die Verflechtung von Literatur und Anthropologie als Reflexionsorte für menschliches Verhalten.

3.1. Allianz von Anthropologie und Literatur: Es wird dargelegt, wie literarische Gattungen wie der Roman oder das Drama als Quellen für Menschenkenntnis genutzt wurden.

3.2. „Kriminal-Geschichten“: Dieses Kapitel beschreibt, wie das Kriminalgenre durch den anthropologischen Blick zu einem Instrument der psychologischen Analyse wurde.

4. „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ – Analyse abweichenden Verhaltens: Eine vertiefende Analyse der Erzählung Schillers und ihrer Verbindung zur authentischen Kriminalbiographie.

4.1. „Handlung nicht bloß vollbringen, sondern wollen sehen“!: Schiller rechtfertigt hier seinen erzählerischen Ansatz, der den Leser als Beobachter psychologischer Prozesse einbindet.

4.2. „Eine wahre Geschichte“: Dieses Kapitel thematisiert den Wahrheitsanspruch des Textes und die literarische Bearbeitung des historischen Falls Friedrich Schwan.

4. 3. Der ganze Mensch „Christian Wolf“: Die Analyse konzentriert sich auf die Titelfigur als Musterbeispiel für das Zusammenspiel von inneren Anlagen und äußeren Lebensumständen.

4.3.1. Anthropologische Faktorenanalyse: Untersuchung der spezifischen Auslöser für Wolfs kriminelle Laufbahn aus anthropologischer Sicht.

4.3.2. Stufenlogik des Verbrechens: Darstellung der spiralförmigen Eskalation von Wolfs Verbrechen bis hin zum Mord.

4.4. Doppelte Bildung des Lesers: Reflexion über die pädagogische Absicht, das Urteilsvermögen des Lesers durch die Leichenöffnung des Lasters zu schärfen.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst zusammen, wie durch die literarische Darstellung des Innenlebens die „Literarische Anthropologie“ als wertvolle Erkenntnisquelle für das Verständnis von Handlungen etabliert wird.

6. Literatur: Verzeichnis der herangezogenen Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Literarische Anthropologie, Friedrich Schiller, Spätaufklärung, Leib-Seele-Problem, Christian Wolf, Kriminalgeschichte, Menschenkenntnis, Psychologie, Erzähltheorie, abweichendes Verhalten, philosophische Ärzte, Menschenbild, Seelenmechanik, soziale Ausgrenzung, Fallanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Wechselspiel zwischen anthropologischer Wissenschaft und Literatur in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, konkret anhand von Friedrich Schillers Erzählung „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind das Leib-Seele-Problem, die Entwicklung der empirischen Psychologie, die Rolle der Kriminalliteratur als Erkenntnismedium und Schillers Menschenbild als „philosophischer Arzt“.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit primär?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Schiller durch die literarische Bearbeitung eines Kriminalfalls psychologische Abläufe und menschliches Handeln sichtbar macht, um das Verständnis für soziale und seelische Ursachen von Kriminalität zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit bedient sich einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die den Text unter Einbeziehung zeitgenössischer anthropologischer Diskurse und der damaligen Erzähltheorie betrachtet.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung der literarischen Anthropologie, die Bedeutung von Kriminalgeschichten sowie die gezielte psychologische Analyse der Hauptfigur Christian Wolf hinsichtlich seiner Stufenlogik des Verbrechens.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Begriffe Literarische Anthropologie, Seelenmechanik, psychophysische Untersuchung, Menschenbild und soziale Resozialisierung prägen die inhaltliche Ausrichtung.

Warum spielt die Umbenennung des historischen Vorbilds Friedrich Schwan zu Christian Wolf eine wichtige Rolle?

Durch die fiktive Umbenennung verdeutlicht Schiller den anthropologischen Fokus seiner Erzählung: Wolf steht symbolisch für die „tierische Natur“ des Menschen, während das neue Profil dazu dient, ihn als „Mensch wie wir“ für den Leser nahbar zu machen.

Welche Bedeutung hat Schillers „Leichenöffnung des Lasters“ in diesem Kontext?

Dieser Begriff steht für Schillers Methode, nicht bloß das Verbrechen zu schildern, sondern die zugrunde liegenden seelischen und sozialen Ursachen freizulegen, um den Leser zu einer tieferen, toleranteren Urteilsfähigkeit zu erziehen.

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Résumé des informations

Titre
Schillers „Verbrecher aus verlorener Ehre“ - Befund eines Philosophischen Arztes
Université
University of Hagen  (Institut für neuere deutsche und europäische Literatur)
Cours
Literarische Anthropologie
Note
2,0
Auteur
Ronny Ladwig (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
21
N° de catalogue
V206804
ISBN (ebook)
9783656337393
ISBN (Livre)
9783656339533
Langue
allemand
mots-clé
schillers verbrecher ehre befund philosophischen arztes
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Ronny Ladwig (Auteur), 2012, Schillers „Verbrecher aus verlorener Ehre“ - Befund eines Philosophischen Arztes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206804
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Extrait de  21  pages
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