In den letzten Jahren wurde sehr viel über den Wandel von Familie berichtet, fast wöchentlich finden sich in Presse und Rundfunk Beispiele für neue Familienformen, familiales Fehlverhalten u.v.a.m. Resultierend daraus lassen sich nach einer Trennung oder Scheidung der Eltern, Konflikte und schwierige Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Kinder vermuten.
Eine Forschungsarbeit[2009].
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Familialer Wandel im Hinblick auf Trennungen/ Scheidungen
3 Thematisierte Problematiken
3.1 Konflikte in der Familie
3.2 Diskriminierende Problematik in der Gesellschaft
3.3 Auswirkungen im Umfeld des Kindes
4 Bewältigungsstrategien und Ressourcen
4.1 Begriffsdefinitionen
4.2 Die Bedeutung von Ressourcen bei Kindern nach einer Trennung
4.3 Kinderbücher als Bewältigungshilfe
5 Elternpräsenz
5.1 Aspekte elterlicher Präsenz
5.2 Erlebensaspekt
5.3 Systemischer Aspekt
5.4 Verhaltensaspekt
6 Eltern-Kind-Beziehung nach der Trennung
6.1 Die Alleinerziehende Mutter
6.2 Der abwesender Vater
6.3 Elternpräsenz nach der Trennung/ Scheidung
7 Forschungsmethode
7.1 Forschungsfragen und Interviewleitfaden
7.2 Interviewpartner/innen
7.3 Interviewverlauf
8 Empirie
8.1 Ergebnisse zu den Ressourcen
8.2 Ergebnisse zu den Bewältigungsstrategien
8.3 Ergebnisse zu geschlechtsspezifischen Unterschieden
8.4 Ergebnisse zu den Konflikten
8.5 Ergebnisse zur Elternpräsenz
9 Resümee`
10 Literaturverzeichnis
11 Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die Forschungsarbeit untersucht die Lebenssituation von Kindern nach der Trennung oder Scheidung ihrer Eltern mit einem Fokus auf die Rolle der Elternpräsenz, kindliche Ressourcen sowie Bewältigungsstrategien in dieser Krisensituation.
- Analyse der kindlichen Lebenssituation und Belastungsfaktoren nach der Trennung
- Untersuchung von Bewältigungsstrategien (Coping) und Ressourcen (intern/extern)
- Bedeutung der elterlichen Präsenz nach dem Zerbrechen des Paarsystems
- Geschlechtsspezifische Unterschiede im kindlichen Verhalten und Erleben
- Empirische Erkenntnisse durch Experteninterviews mit Fachleuten
Auszug aus dem Buch
Die schmerzliche Erkenntnis
Mama hat am nächsten Morgen ganz verweinte Augen. Der Papa ist schon zu seiner Arbeit gefahren, ohne Paulchen einen Abschiedskuss zu geben. Mama erklärt Paulchen, dass Papa nicht mehr nach Hause kommen wird und in eine andere Stadt zieht.
„Papa wohnt doch hier bei Mama und ihm. Oma und Opa wohnen ein paar Häuser weiter und Papas Schwester – Paulchens Tante Neni – hat auch ganz in der Nähe eine schöne Wohnung. Außerdem hat Paulchen doch hier seine Freunde.“
Für Paulchen scheint nun eine Welt zusammen zu brechen. Alles ihm Bekannte, alles Regelmäßige in seinem Leben scheint nun eine radikale Wendung zu erhalten. An dieser Stelle wird genau auf das Umfeld in dem Paulchen lebt eingegangen. Die Ratlosigkeit des Kindes kommt an dieser Stelle besonders deutlich hervor, alle gewohnten Rollen und Muster scheinen keine Gültigkeit mehr zu haben.
Mama erklärt Paulchen, dass nur Papa in eine andere Stadt ziehen wird. Sie drückt Paulchen ganz fest. Für die Reise braucht Papa nicht den Koffer, den sie sonst immer gemeinsam gepackt haben. Papa wird irgendwann alles abholen was er benötigt. Auch Möbel… Der endgültige Bruch scheint sich abzuzeichnen. Das Familiensystem verändert sich durch den Auszug des Vaters.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Autorin begründet ihr Interesse am Thema durch den gesellschaftlichen Wandel und stellt das Forschungsvorhaben basierend auf Experteninterviews vor.
2 Familialer Wandel im Hinblick auf Trennungen/ Scheidungen: Dieses Kapitel thematisiert die abnehmende Bedeutung der Ehe und die steigenden Scheidungsraten in Österreich.
3 Thematisierte Problematiken: Es werden familiäre Konflikte, gesellschaftliche Diskriminierung und die Auswirkungen auf Kinder im Schul- und Freundesumfeld diskutiert.
4 Bewältigungsstrategien und Ressourcen: Das Kapitel definiert Ressourcen und Bewältigungsstile und erörtert, wie Kinder mithilfe von Geschichten oder Kinderbüchern Krisen bewältigen können.
5 Elternpräsenz: Das Konzept der elterlichen Präsenz als wichtige Stütze für Kinder in Trennungssituationen wird in drei Teilbereiche gegliedert.
6 Eltern-Kind-Beziehung nach der Trennung: Analyse der veränderten Rollen von Mutter und abwesendem Vater sowie die Herausforderungen für die Eltern-Kind-Beziehung.
7 Forschungsmethode: Darstellung des qualitativen Forschungsdesigns und der angewandten Experteninterviews.
8 Empirie: Zusammenfassung der Experteninterviews zu Themen wie Ressourcen, Bewältigungsstrategien, geschlechtsspezifische Unterschiede und Konflikte.
9 Resümee`: Abschließende Reflexion der Ergebnisse und Bedeutung der Verlässlichkeit und Kommunikation für die kindliche Stabilität.
Schlüsselwörter
Trennung, Scheidung, Elternpräsenz, Kinder, Bewältigungsstrategien, Ressourcen, Vater-Kind-Beziehung, Mutter-Kind-Beziehung, Konflikte, qualitative Forschung, Experteninterview, Coping, Familiensystem, Kindesentwicklung, Loyalitätskonflikt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Forschungsarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen von Trennungen und Scheidungen auf Kinder und untersucht, wie Eltern trotz Beendigung ihrer Partnerschaft eine präsente und unterstützende Rolle für ihre Kinder einnehmen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind elterliche Präsenz, kindliche Ressourcen, Bewältigungsstrategien (Coping) und die veränderte Eltern-Kind-Beziehung nach der Trennung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kinder durch Trennungserfahrungen belastet werden und welche Faktoren – wie Verlässlichkeit und Kommunikation der Eltern – dazu beitragen können, die kindliche Entwicklung in dieser Phase zu stabilisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine qualitative Forschungsmethode, bei der Experteninterviews nach Meuser & Nagel geführt und anschließend nach Philipp Mayring ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Familienwandel und Problematiken, Bewältigungsmöglichkeiten durch Ressourcen und Kinderbücher, das Konzept der Elternpräsenz sowie die empirische Analyse durch Expertenmeinungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Trennung, Scheidung, Elternpräsenz, Bewältigungsstrategien, Ressourcen und elterliche Verantwortung.
Welche Rolle spielt die elterliche Präsenz nach der Trennung?
Sie wird als entscheidendes Fundament betrachtet, um Sicherheit und Stabilität zu bieten. Die Präsenz umfasst dabei nicht nur physische Anwesenheit, sondern vor allem das bewusste Eingehen auf die Bedürfnisse des Kindes.
Wie gehen Jungen und Mädchen unterschiedlich mit Trennung um?
Experten zufolge neigen Jungen eher zu externalisierendem Verhalten (Aggressivität), während Mädchen häufig internalisierend reagieren und sich eher anpassen oder zurückziehen, was die Wahrnehmung ihrer Probleme erschweren kann.
- Citar trabajo
- Mag. Daniela Bitschnau (Autor), 2009, Familiendrama und Trennung – Was ist mit den Kindern?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206827