Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sprechakttheorie
2.1. Der „frühe“ Austin – Performativität und deren Gelingenheitsbedingungen
2.2. Der „frühe“ Austin- Konstativa und deren Wahrheitsbedingungen
2.3. Probleme bei der Unterscheidung von konstativ und performativ
2.4. Der „späte“ Austin – allgemeine Theorie der Sprechakte
2.5. Zusammenhang vom „frühen“ Austin mit dem „späten“ Austin
3. Formen sprachlicher Gewalt
3.1. sprachliche Gewalt in Form von sexistischer Sprache
3.2. Repräsentation als sprachliche Gewalt über Subalterne
4. Wie kann mit Austin sprachliche Gewalt gedacht werden?
4.1. Perlokution, Illokution und die Möglichkeiten sprachlicher Gewalt
4.2. Performative und die Möglichkeiten sprachlicher Gewalt
5. Fazit
6. Quellenverzeichnis
7. Abbildungen
7.1. Abbildung 1
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sprechakttheorie
2.1. Der „frühe“ Austin – Performativität und deren Gelingenheitsbedingungen
2.2. Der „frühe“ Austin- Konstativa und deren Wahrheitsbedingungen
2.3. Probleme bei der Unterscheidung von konstativ und performativ
2.4. Der „späte“ Austin – allgemeine Theorie der Sprechakte
2.5. Zusammenhang vom „frühen“ Austin mit dem „späten“ Austin
3. Formen sprachlicher Gewalt
3.1. sprachliche Gewalt in Form von sexistischer Sprache
3.2. Repräsentation als sprachliche Gewalt über Subalterne
4. Wie kann mit Austin sprachliche Gewalt gedacht werden?
4.1. Perlokution, Illokution und die Möglichkeiten sprachlicher Gewalt
4.2. Performative und die Möglichkeiten sprachlicher Gewalt
5. Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht, inwiefern die „Theorie der Sprechakte“ von John L. Austin dazu beitragen kann, das Phänomen sprachlicher Gewalt theoretisch zu fundieren und zu verstehen. Dabei wird analysiert, wie verschiedene sprachphilosophische Konzepte – insbesondere die Unterscheidung von lokutionären, illokutionären und perlokutionären Akten sowie die performative Dimension von Sprache – genutzt werden können, um Machtausübung und Diskriminierung in der Sprache aufzuzeigen.
- John L. Austins Sprechakttheorie
- Sprachliche Gewalt in Form von Sexismus
- Spivaks Konzept der Subalternität
- Soziale Kraft von Sprechakten
- Verhältnis von Konvention und Performanz
Auszug aus dem Buch
3.2. Repräsentation als sprachliche Gewalt über Subalterne
Eine ganz andere Perspektive, um auf sprachliche Gewalt zu schauen ist die von G. C. Spivak. Hier steht die Frage im Raum, ob die „Unterdrückte“ sprechen kann und gehört werden kann. Nicht Sprechen können heißt hier, dass ihnen kein Raum gegeben wird ihre Interessen zu artikulieren, und wenn sie es doch versuchen, ihnen nicht zugehört wird. Die Subalterne („Unterdrückte“) gehört „nicht in die hegemoniale Ordnung eingebundene[n] Klassen, jedoch im internationalen Kontext einer (neo-) kolonialen Ordnung“ (Ziai, 2010, 404) an.
Die Gewalt, die Spivak hier beschreibt, wirkt im Gegensatz zu sexistischer Sprache über eine „gute“ Intention. Der Subalternen soll und will geholfen werden, indem „weiße Männer […] braune Frauen vor braunen Männern [retten]“ (Spivak, 2008, 78). Dies macht sie beispielhaft am Witwenopfer in Indien deutlich, überträgt es aber im Allgemeinen auf die „Frau der Dritten Welt“ (Spivak, 2008, 82). Die zwei Positionen, die hier über die Frauen sprechen ist zum Einen die der Briten mit dem Inhalt, dass die Frauen gerettet werden müssen und zum Anderen die der Inder mit dem Inhalt, dass die Frauen sterben wollen. Die dritte und wichtigste Position, die der sich opfernden Frauen wurde nicht einbezogen. Hier zeigt Spivak, dass über die Köpfe der Frauen entschieden wird und in ihrem Namen gesprochen wird. Die Frauen selber können nicht gehört werden. Hier wirkt sprachliche Gewalt in Form von Repräsentationen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob und wie die Theorie der Sprechakte von Austin als Werkzeug zur Analyse von sprachlicher Gewalt dienen kann.
2. Sprechakttheorie: Dieses Kapitel erläutert die Grundzüge der Theorie von John L. Austin, von der Unterscheidung zwischen konstativen und performativen Äußerungen bis hin zur allgemeinen Sprechakttheorie.
3. Formen sprachlicher Gewalt: Es werden zwei konkrete Formen sprachlicher Gewalt analysiert: sexistische Sprache und die Repräsentation von Subalternen nach Spivak.
4. Wie kann mit Austin sprachliche Gewalt gedacht werden?: Hier wird untersucht, wie die Konzepte von Illokution, Perlokution und Performanz genutzt werden können, um die Mechanismen sprachlicher Gewalt und die Rolle von Konventionen zu verstehen.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Analyse sprachlicher Gewalt durch den Begriff des Performativen und die Berücksichtigung sozialer Konventionen sinnvoll erweitert werden kann.
Schlüsselwörter
Sprechakttheorie, John L. Austin, Sprachliche Gewalt, Performativität, Illokution, Perlokution, Sexistische Sprache, Subalterne, Gayatri Chakravorty Spivak, Machtverhältnisse, Soziale Konventionen, Diskurs, Performanz, Sprachphilosophie, Repräsentation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie John L. Austins Theorie der Sprechakte genutzt werden kann, um das Phänomen sprachlicher Gewalt theoretisch zu begreifen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Sprechakttheorie, sexistische Sprache, das Konzept der Subalternität nach Spivak und das Wirken sozialer Kraft in der Sprache.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, sprachliche Gewalt durch die philosophischen Werkzeuge von Austin neu zu denken und zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse und Rekonstruktion sprachphilosophischer Konzepte in Anwendung auf soziologische Phänomene der Gewalt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Sprechakttheorie, die Untersuchung sexistischer und kolonialer Gewalt sowie eine kritische Verknüpfung dieser Konzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Sprechakttheorie, Performativität, sprachliche Gewalt, Subalterne und soziale Konventionen.
Wie spielt die Konvention in Austins Theorie bei Gewalt eine Rolle?
Ohne Konventionen kann sprachliche Gewalt nicht wirken, da die Macht des Sprechers von der gesellschaftlichen Anerkennung bestimmter Rollen und Verfahren abhängt.
Warum spielt bei Spivaks Analyse die Repräsentation eine entscheidende Rolle für Gewalt?
Die Repräsentation wird als Gewaltform verstanden, da über die Köpfe der Subalternen hinweg entschieden wird und ihnen die eigene Stimme abgesprochen wird, oft unter dem Deckmantel guter Absichten.
- Citar trabajo
- Maria Jahn (Autor), 2012, Wie lässt sich mit John L. Austins „Theorie der Sprechakte“ sprachliche Gewalt verstehen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206844