Die Finanzierungstheorie ist bislang nicht im Stande, die Existenz von Finanzintermediären deutlich zu erläutern. Diese Theorie setzt an einem vollkommenen Markt ohne Transaktionskosten an und verdeutlicht den Unterschied zu einem unvollkommenen Markt.
Die folgende Arbeit befasst sich mit der Theorie der Finanzierungsgeschäfte, welche am Fall der Metallgesellschaft erläutert wird, der 1993 einen Verlust in Milliardenhöhe erlitten hat. Die Tochtergesellschaft MGRM Inc. der MG AG, zuständig für die Ölgeschäfte in der USA, welche als Finanzintermediär zwischen Ölmarkt und Einzelhändler fungieren sollte, fiel in eine große Finanzkrise und setze den Auslöser für das darauffolgende Dilemma.
Im letzten Abschnitt wird erläutert, welche Ereignisse unter Ausübung von Terminintermediation im Allgemeinen hervor treten können. Die aufgeführten Beispiele sollen hierbei verdeutlichen, dass durch den Einsatz von Derivaten sowohl positive als auch negative Ergebnisse erzielt werden können.
Gliederung
Abbildungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hauptteil
2.1 Intermediation
2.1.1 Kassaintermediation
2.1.2 Finanzintermediation
2.1.3 Terminintermediation
2.2 Terminintermediation am Beispiel der Fall der Metallgesellschaft
2.2.1 Entwicklung
2.2.2 Krise
3 Zusammenfassung
Literaturverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 Grundmuster der Intermediationsprozessen
Abb. 2 Eigene Darstellung der Entwicklung der Ölpreise von Juni 1992 bis Dez
Abb. 3 Monatliche Auszahlungen aus den Abischerungskontrakten
Abkürzungsverzeichnis
Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten
1 Einleitung
Die Finanzierungstheorie ist bislang nicht im Stande, die Existenz von Finanzintermediären deutlich zu erläutern.[1] Diese Theorie setzt an einem vollkommenen Markt ohne Transaktionskosten an und verdeutlicht den Unterschied zu einem unvollkommenen Markt.
Die folgende Arbeit befasst sich mit der Theorie der Finanzierungsgeschäfte, welche am Fall der Metallgesellschaft erläutert wird, der 1993 einen Verlust in Milliardenhöhe erlitten hat. Die Tochtergesellschaft MGRM Inc. der MG AG, zuständig für die Ölgeschäfte in der USA, welche als Finanzintermediär zwischen Ölmarkt und Einzelhändler fungieren sollte, fiel in eine große Finanzkrise und setze den Auslöser für das darauffolgende Dilemma.
Im letzten Abschnitt wird erläutert, welche Ereignisse unter Ausübung von Terminintermediation im Allgemeinen hervor treten können. Die aufgeführten Beispiele sollen hierbei verdeutlichen, dass durch den Einsatz von Derivaten sowohl positive als auch negative Ergebnisse erzielt werden können.
2 Hauptteil
2.1 Intermediation
Die Bezeichnung Intermediation wird als Aktivierung von Institutionen bei Tauschverträgen, wie z.B. Banken und Versicherungen, definiert Die Intermediation tritt zum gleichlaufenden Abschluss indirekter Tauschverträge am Primärmarkt ein. Durch Einbeziehen des Intermediärs wird ein weiterer Tauschvertrag unkonventionell zum vorherigen Tauschvertrag abgeschlossen. Im Finanzmanagement wird die Intermediation in drei Kategorien unterteilt, und zwar zu einem Kassaintermediation, zum anderen Finanzintermediation und zuletzt Terminintermediation.[2] Bei allen drei Intermediationsformen sind unterschiedliche Tauschverträge ausführbar.
Die folgende Grafik dient zur Übersicht der Intermediationsprozesse.
Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten
Abb. 1 Grundmuster der Intermediationsprozessen [3]
2.1.1 Kassaintermediation
Bei Kassaverträgen liegt ein Tauschvertrag vor, wodurch Vorleistungen und Gegenleistungen sofort oder i.d.R. zum gleichen Zeitpunkt erfolgen.[4] Wird ein Kassavertrag abgeschlossen und die zu erbringende Leistung fehlt, wird diese durch einen zweiten Kassavertrag für die Beschaffung der Leistung abgeschlossen, woraus sich die Kassaintermediation resultiert.[5]
2.1.2 Finanzintermediation
Die Finanzintermediäre treten bei Geschäftsprozessen auf, in dem sie die liquiden Mitteln zu Verfügung stellen. Diese Art von Intermediation wird bei Kassaverträgen, sowie bei Terminverträgen ermöglicht. Solche Finanzintermediäre sind Kreditinstitute nach § 1 I KWG und Versicherungsunternehmen nach § 1 I VAG.[6]
[...]
[1] Vgl. Gerke (1980), S. 128f.
[2] Vgl. Kaiser (2006), S. 103.
[3] Vgl. Kaiser (2007), S. 179.
[4] Vgl. Kaiser (2007), S. 177.
[5] Vgl. Kaiser (2006), S. 103.
[6] Vgl. Kaiser (2007), S. 179.
Häufig gestellte Fragen
Was geschah im Fall der Metallgesellschaft im Jahr 1993?
Die Metallgesellschaft erlitt 1993 einen Verlust in Milliardenhöhe. Auslöser war die US-Tochtergesellschaft MGRM Inc., die als Finanzintermediär im Ölmarkt agierte und durch riskante Termingeschäfte in eine massive Finanzkrise geriet.
Was versteht man unter Intermediation?
Intermediation bezeichnet die Einschaltung von Institutionen wie Banken oder Versicherungen bei Tauschverträgen. Dabei wird neben dem ursprünglichen Tauschvertrag ein weiterer Vertrag über den Intermediär abgeschlossen.
Was ist der Unterschied zwischen Kassaintermediation und Terminintermediation?
Bei der Kassaintermediation erfolgen Leistung und Gegenleistung sofort oder zeitnah. Die Terminintermediation hingegen bezieht sich auf Geschäfte, die in der Zukunft abgewickelt werden, oft unter Einsatz von Derivaten zur Absicherung oder Spekulation.
Welche Rolle spielen Finanzintermediäre?
Finanzintermediäre stellen bei Geschäftsprozessen liquide Mittel zur Verfügung. Typische Beispiele sind Kreditinstitute nach dem KWG oder Versicherungsunternehmen nach dem VAG.
Können Derivate auch positive Ergebnisse erzielen?
Ja, der Einsatz von Derivaten im Rahmen der Terminintermediation kann sowohl zu negativen als auch zu positiven Ergebnissen führen, je nachdem, wie die Marktentwicklung verläuft und wie die Absicherungsstrategie gewählt wurde.
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- Serdar Yalcinkaya (Author), 2012, Terminintermediation und der Fall der Metallgesellschaft 1993, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206858