Kinder sind von Natur aus neugierig, und wollen die Welt mit all ihren Sinnen und dem ganzen Körper erfahren, kennen lernen. Leider ist es heute vielen Kindern, insbesondere in der Stadt nicht mehr möglich Natur hautnah zu erleben, oder das Interesse fehlt, weil ihnen die Vorbilder fehlen, die Ihnen die Natur als "Abenteuerspielplatz" und Erlebnis- und Entwicklungsfeld von klein auf schmackhaft machen. Hier setzt die Idee der Naturpädagogik an. Ganzheitliches Lernen mit Auge, Herz und Hand bildet die Grundlage der Naturpädagogik. Ein weiterer Grundsatz der Naturpädagogik ist die Beziehungsarbeit in der
Natur, diese führt wiederum zur Handlungsbereitschaft des Individuums mit seiner direkten Umwelt. Die kosmische Erziehung nach Maria Montessori verfolgt übrigens ähnliche Ansätze. Hierbei geht es auch um das Erleben und Begreifen des Kindes in seiner direkten Umwelt. Das Verstehen der Welt erfolgt in übergreifenden Kreisen von der Makro- zur Mikroebene. Elementare Fragen werden durch verschiedene methodische Herangehensweisen und Materialien erfahren. Der Kosmos als Ganzes wird vermittelt mit respektvollem Umgang allen Lebewesen gegenüber. Die Vielfalt der Methoden der Naturpädagogik geben Pädagogen, Eltern und Kindern neue Wege zu einem umfassenden Wissen und Verhältnis mit sich selbst und der erlebten Welt.
Inhaltsverzeichnis
I. Theoretische Grundlagen
1. Die Grundlagen der Naturpädagogik
1.1 Allgemeines
1.2 Familien und Kinder in der heutigen Welt
1.3 Konzeptionelle Grundlagen und Ziele
2. Die pädagogische Praxis im Wald/ draußen
2.1 Projektarbeit
2.2 Aktivitäten
3. Regeln
3.1 Allgemeine Regeln
3.2 Regeln im Umgang mit Pflanzen und Tieren
II. Praktische Umsetzung „Mit Winterwichtel im Zauberwald“
4. Ablauf
a. Unterwegs zum Wichtelwald
b. „Echowichtel“ und der „Wichtelball“
c. Wissensvermittlung Bäume
d. Wahrnehmungsspiel „Schau hier ist mein Baum“
e. Aktion „Bärenspäher“
f. Wissensvermittlung Tiere
g. Powerspiel „Wichtel- und Bärenkinder“
h. Kooperationsspiel „Wichtelhausbau“
i. Wahrnehmungsspiel „Der Wald mit Wichtelaugen“
j. Aktion „Mein Weg zum Wichtelwald“
k. Kreativspiel „Mein Wichtelwald“
l. Abschluss
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines naturpädagogischen Konzepts für Familienbildungsstätten, das Kindern durch eine fantasievolle Mitmach-Geschichte den bewussten Kontakt zur Natur ermöglicht und ökologisches Wissen vermittelt.
- Ganzheitliches Lernen mit Hand, Herz und Verstand im Naturraum
- Umsetzung naturpädagogischer Konzepte in einer Bildungseinrichtung
- Integration von Wissensvermittlung über Bäume und Tiere in ein Spielkonzept
- Förderung der Eltern-Kind-Bindung durch gemeinsames Erleben und Kreativprojekte
- Anwendung erlebnispädagogischer Methoden wie Improvisationstheater und Wahrnehmungsübungen
Auszug aus dem Buch
d. Wahrnehmungsspiel „Schau hier ist mein Baum“
Die Kinder finden sich zu Paaren. Einen von beiden werden die Augen verbunden. Das andere führt es durch den Wald zu irgendeinen Baum, welcher ihm gefällt. (Wie weit, hängt vom Alter deines Partners ab und seiner Fähigkeit sich zu orientieren. Außer für ganz Kleine ist eine Entfernung von 20 – 30 Metern nicht zu weit.)
Dem „blinden“ Kind soll nun geholfen werden seinen Baum kennen zu lernen. Das geht am Besten mit konkreten Vorschlägen. Zum Beispiel werden die Kinder auf den Satz „Erkunde den Baum“! Mit weniger Interesse reagieren, als wenn du sagst, „Reibe deine Wange an der Rinde“, oder sie fragst, „Lebt der Baum noch? … Kannst du ihn mit deinen Armen umfassen? … Ist der Baum älter als du? … Kannst du Pflanzen finden, die auf ihm wachsen? … Spuren von Tieren? … Flechten?“
Wenn dein Partner mit dem Baum gründlich Bekanntschaft gemacht hat, führe ihn zum Ausgangspunkt zurück, aber auf einem anderen Weg. Nun nimm die Augenbinde ab und lass das Kind seinen Baum wieder finden. Auf der Suche nach dem eigenen Baum wird plötzlich das, was vorher einfach Wald war, eine Gruppe von höchst individuellen Bäumen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Grundsätze der Naturpädagogik, beleuchtet die heutige Situation von Kindern in der Natur und definiert die pädagogische Praxis sowie notwendige Verhaltensregeln im Wald.
II. Praktische Umsetzung „Mit Winterwichtel im Zauberwald“: Dieser Abschnitt beschreibt die konkrete Ausgestaltung des Naturpädagogikangebots als Veranstaltungsreihe, inklusive einer detaillierten Auflistung der pädagogischen Einheiten und deren Zielsetzungen.
III. Anhang: Flyer: Hier findet sich das Werbematerial zur Ankündigung der Veranstaltung „Mit Winterwichtel im Zauberwald“ für interessierte Familien.
IV. Literaturverzeichnis: Dieses Verzeichnis listet die verwendeten Fachbücher, Konzeptionen und Online-Quellen auf, die als Grundlage für die methodische und inhaltliche Arbeit dienten.
Schlüsselwörter
Naturpädagogik, Waldkinder, Familienbildung, Ganzheitliches Lernen, Umwelterziehung, Naturerlebnis, Waldsofa, Wissensvermittlung, Winterschlaf, Winterruhe, Wahrnehmungsspiel, Mitmachgeschichte, Nachhaltigkeit, Kooperationsspiel, Wald
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwickelt ein naturpädagogisches Konzept für Familienbildungsstätten, um Kindern und Eltern einen tieferen Zugang zur Natur zu ermöglichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Grundlagen der Naturpädagogik, die praktische Gestaltung von Aktivitäten im Wald sowie der respektvolle Umgang mit ökologischen Themen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein planbares und konzeptionelles Angebot zu schaffen, das spielerisches Lernen mit ökologischem Wissen verbindet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird auf Ansätze der Naturpädagogik, der „kosmischen Erziehung“ nach Montessori und erlebnispädagogische Methoden zurückgegriffen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen und eine detaillierte Ausarbeitung der praktischen Aktivitäten für das Angebot „Mit Winterwichtel im Zauberwald“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Naturpädagogik, Ganzheitliches Lernen, Umweltbildung, Erlebnispädagogik und Familienbildung.
Warum wird eine Mitmach-Geschichte als Rahmen gewählt?
Sie dient als Vehikel, um die kindliche Fantasie anzuregen und die Hemmschwelle für das Erforschen der Natur auf spielerische Weise zu senken.
Wie werden Tiere und Pflanzen in das Konzept eingebunden?
Durch gezielte Wissensvermittlung und Wahrnehmungsspiele lernen Kinder, Bäume und Tiere (deren Verhalten im Winter) intensiv zu beobachten und wertzuschätzen.
Welche Rolle spielt die Stille in diesem Konzept?
Stille wird als wesentlicher Faktor für die Wahrnehmungsdifferenzierung und zur Förderung der Konzentrationsfähigkeit und inneren Ruhe der Kinder hervorgehoben.
- Citation du texte
- Bachelor of Arts Eugen Daser (Auteur), 2011, Naturpädagogisches Konzept „Mit Wichteln unterwegs im Zauberwald“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206970