Auswirkungen der deutschen Gleichstellungspolitik auf die Kinderarmut in Deutschland


Seminararbeit, 2011

19 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Vorort

1. Definition von Gleichstellung

2. Definition von Kinderarmut

3. Ursachen von Kinderarmut

4. Folgen von Kinderarmut

5. Vereinbarkeit mit Familie und Beruf

6. Erwerbsbeteiligung von Müttern

7. Zusammenfassende Betrachtung

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1

Tabelle 2

Tabelle 3

0 Vorwort

Während der Recherchen zu meiner Arbeit, musste ich zu meinem Erstaunen zwei Dinge feststellen.

Zum einen dass ich übermäßig viel Literatur und Information zu dem Thema Armut und Kinderarmut in Deutschland und zur diesbezüglich aktuellen Lage gefunden habe, und zum anderen wie w e n i g Material zu dem Thema der Gleichstellungspolitik in Deutschland zu finden war.

Desweiteren war ich über den zeitlichen Ablauf (der wohl auch das Interesse der Bundesregierung darüber widerspiegeln mag), erstaunt, auf den ich in der Einleitung des Gleichstellungsberichts zunächst gestoßen bin.

„Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD vom 11. November 2005 wurde vereinbart, einmal in jeder Legislaturperiode einen Bericht zur Gleichstellung von Frauen und Männern vorzulegen. Am 23. Juni 2008 übergab die damalige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Frau Dr. Ursula von der Leyen, den Auftrag zur Erstellung des Ersten Gleichstellungsberichtes an die interdisziplinär zusammengesetzte Sachverständigenkommission. Am 25. Januar 2011 wurde der vorliegende Bericht an das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend übergeben. (vgl. 1. Gleichstellungsbericht. S. 17)

Letztlich möchte ich noch darauf hinweisen, dass man zu dem Datum an dem ich die Arbeit erstellt habe, den 1. Gleichstellungsbericht der Bundesregierung nicht wie ich erwartet hätte, auf der Homepage des Familienministeriums findet, sondern auf den Internetseiten des Fraunhofer – Instituts. Das verwunderliche daran ist, dass das Fraunhofer- Institut bisweilen eher naturwissenschaftlichen Forschungen nachgegangen ist.

1. Definition von Gleichstellungspolitik

Wenn man zunächst versucht den Begriff der Gleichstellung zu definieren, stößt man an Grenzen, da er in vielerlei Hinsicht in Gebrauch ist.

Oftmals wird Gleichstellung als faktisch umgesetzte Gleichberechtigung verstanden. Dies würde bedeuten, dass, wenn aus identischen Rechten auch eine tatsächlich gerechtere Situation entsteht, sich sagen ließe, dass ein Mehr an Gleichstellung erfolgt ist.

Eine relativ kurze aber meiner Ansicht nach sehr treffende Definition, bietet Cordes:

„Gleichstellungspolitik bezeichnet die Gesamtheit der Mittel, mit denen das Ziel dergleichen Teilhabe von Frauen und Männern erreicht werden soll. Formale und materielle Gleichstellung werden hierbei gleichzeitig thematisiert.“ (Cordes. 2004. S. 713)

Die Sensibilisierung für ungleiche und unwürdige Behandlungen zeigt sich in Deutschland, wie in anderen europäischen Staaten, in erster Linie anhand der Geschlechterfrage.

Dies sollte zwar nicht das höchste aller Ziele sein, und viele anderen Diskriminierungen bleiben damit außer Acht gelassen, dennoch entstanden dadurch schon erste Wege, die sich seither mehr oder minder erfolgreich zeigen, wie die Frauenförderungsstrategie und die Einführung des Gender – Mainstreaming[1].

Der „Vorreiter“ und Grundstein zur Gleichstellung in Deutschland war ohne Zweifel jedoch das Gleichberechtigungsgesetz, das am 01.07.1958 in Kraft trat. Damit wurde erstmals mit dem bis dahin gültigen § 10 (Verbot der eigenen Wohnung für die Ehefrau) und des § 1354 BGB (das alleinige Entscheidungsrecht des Mannes

bei allen das eheliche Leben betreffenden Fragen), neue bis dahin unübliche, Möglichkeiten geschaffen.

Seit dem 01.07.1958 durfte die Ehefrau überhaupt erstmals einer eigenen Erwerbstätigkeit nachgehen, allerdings auch nur insoweit diese mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar war.

Ein weiterer Meilenstein zur Gleichstellung in Deutschland, erfolgte „nur“ knapp 50 Jahre später, denn am 18. August 2006, trat das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft.

2. Definition von Kinderarmut

Armut ist zunächst gesehen ein mehrdimensionales gesellschaftliches Phänomen, dass durch seine normativen Setzungen schwer fassbar ist.

In der Europäischen Gemeinschaft bezeichnet man anhand des Beschlusses des Ministerrates vom 19.12.1984, diejenigen Menschen als arm, „die über so geringe materielle, kulturelle und soziale Mittel verfügen, dass sie von der Lebensweise ausgeschlossen sind, die in dem Mitgliedstaat, in dem sie leben, als Minimum annehmbar ist“ (Kommission der Europäischen Gemeinschaft 1991, 4).

So lässt sich auch sagen: „Armut hängt von den sozialen und politischen Rahmendaten ab, die gesellschaftlich und politisch gestaltet werden“ (Holz. 2010. S. 32.).

Weitaus differenzierter betrachtet dies Lutz, so unterscheidet er noch zwischen der absoluten und der relativen Armut:

„Absolute Armut stellt das Überleben des Individuums in Frage, von der relativen Armut betroffen bezeichnet er die Menschen die in der vorherrschenden Gesellschaft, nicht den als annehmbar geltenden sozialen, kulturellen und ökonomischen Lebensstandard erreichen“ (vgl. Lutz. 2010. S. 15).

Da die Bundesrepublik Deutschland als ein moderner Industriestaat zu sehen ist, ist in dieser Arbeit der Begriff Kinderarmut stets mit der relativen Armut gleichzusetzen.

Kinderarmut ist demnach mehr als „nur“ zu wenig Geld zur Verfügung zu haben, sondern nimmt den Kindern auch die Fähigkeit über grundlegende Dinge wie Freizeit, kulturelle Teilhabe, Bildung und ihre Perspektive der Zukunft, quasi ihr „Schicksal“ mitbestimmen zu können.

[...]


[1] Besteht aus der (Re-) Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung der Entscheidungsprozesse, mit dem Ziel, das die an politischer Gestaltung beteiligten Akteurinnen und Akteure die Gleichstellung zwischen Frauen und Männern in allen Bereichen und auf allen Ebenen integriert. (vgl. Definition des Europarates von 1998)

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Auswirkungen der deutschen Gleichstellungspolitik auf die Kinderarmut in Deutschland
Hochschule
Fachhochschule Regensburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V206980
ISBN (eBook)
9783656340799
ISBN (Buch)
9783656340881
Dateigröße
794 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
auswirkungen, gleichstellungspolitik, kinderarmut, deutschland
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Eugen Daser (Autor), 2011, Auswirkungen der deutschen Gleichstellungspolitik auf die Kinderarmut in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206980

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