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Das Alexanderbild Ulrich Wilckens

Title: Das Alexanderbild Ulrich Wilckens

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 35 Pages , Grade: 14 Punkte

Autor:in: Steffen Schneider (Author)

World History - Early and Ancient History
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„Wie ist Alexanders Persönlichkeit zu beurteilen? Welche Rolle kommt ihm in der Weltgeschichte zu? Fragen solcher Art sind auch im Hinblick auf andere geschichtsmächtige Persönlichkeiten die schwierigsten, die sich ein Historiker stellen kann. Dies gilt in besonderem Maße für Alexander.“ (1)
Wie die zahlreichen Referate im Hauptseminar „Alexander“ gezeigt haben, skizziert jeder Forscher bzw. Historiker sein „eigenes“ Alexanderbild, das in der Tat vom Weltbeglücker bis zum Psychopathen reicht. In der vorliegenden Hausarbeit wird der Autor nun die Alexander-Biografie Ulrich Wilckens vorstellen und untersuchen, inwiefern der Althistoriker ein realistisches Alexanderbild vermittelt.
Dabei darf der Leser durchaus hohe Erwartungen an die Arbeit Wilckens stellen, bezeichnet Walther Kolbe es in seiner Rezension aus dem Jahre 1931 doch als „ein Werk aus dem Geiste der Rankeschen Schule, es strebt nach Objektivität“ (2) . Der Rezensent überschüttet Wilcken förmlich mit Lob und preist das Buch als Schriftstück, das „in der Alexanderforschung einen guten Schritt vorwärts bedeutet“ (3.).
Der Autor wird sich den Lobpreisungen Kolbes indes nur teilweise anschließen können. Er will aufzeigen, dass Wilcken nur bedingt reüssiert – und zudem ganz entscheidende Facetten Alexanders unter den Tisch kehrt oder schlichtweg unrealistisch beurteilt.

1. Gehrke, H.-J., Alexander der Große, München 2004, S. 98.
2. Kolbe, W., Rez. Wilcken, U., Alexander der Grosse, Leipzig 1931, DLZ 19, 1931, S. 884.
3. ebd., S. 896.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Autor - Ulrich Wilcken

2.1 Akademische Laufbahn

2.2 Wilcken als „princeps papyrologorum“

3. Hintergrund der Alexander-Biografie

4. Quellen

5. Wilckens Philipp-Bild

6. Motive in Wilckens Alexander-Darstellung

6.1 Machtbewusster Realpolitiker vs. mythischer Eroberer

6.2 Alexander als „Vollgrieche“

6.3 Wilckens Perserbild

6.4 Alexander als genialer Stratege

7. Die Romantisierung Alexanders

7.1 Ermordung Philipps und Beseitigung der Thronrivalen

7.2 Alexander als „Forscher und Entdecker“

7.3 Die drei „Katastrophen“ in Alexanders Leben

8. Wie bewertet Wilcken die Leistung Alexanders?

9. Einordnung der Alexander-Biografie in Wilckens Gesamtwerk

10. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Alexanderbild des Althistorikers Ulrich Wilcken im Vergleich zu modernen Forschungsergebnissen. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit Wilcken ein realistisches Bild der historischen Persönlichkeit vermittelt oder ob er – entgegen dem Anspruch auf Objektivität – eine unvollständige, teils idealisierte Darstellung zeichnet.

  • Biografische Einordnung von Ulrich Wilcken als Gelehrter.
  • Analyse der quellenkritischen Basis der Wilckenschen Alexander-Biografie.
  • Untersuchung der zentralen Motive wie Machtpolitik vs. Romantisierung.
  • Kritische Würdigung der Darstellung von „Katastrophen“ und Herrschaftsmethoden.
  • Einordnung des Alexanderbildes in den Kontext von Wilckens Gesamtwerk.

Auszug aus dem Buch

6.1 Machtbewusster Realpolitiker vs. mythischer Eroberer

Wenn der Leser der vorliegenden Biografie Alexanders eine Art roten Faden feststellen kann, dann ist es zweifellos ein klaffender Gegensatz, den Ulrich Wilcken in das Charakterbild des Makedonenkönigs skizziert. Wie bereits zuvor beschrieben sieht er gerade darin – nämlich im Gegensatz zwischen dämonischer Leidenschaft auf der einen und Besonnenheit auf der anderen Seite – die grundlegende Schwierigkeit einer Darstellung Alexanders.

„Es gehört zu der wunderbaren Mischung der Gegensätze in Alexanders Natur, daß uns neben dieser Leidenschaft auch eine ganz überraschende kühle, ruhige Besonnenheit entgegentritt“76, betont der Historiker, der in seinem ganzen Werk förmlich hin- und hergerissen zu sein scheint zwischen einem Alexander, der als kühl kalkulierender Machtpolitiker agiert, und einem emotionalen Eroberer, angetrieben von wilder Leidenschaft und Gefühlen.

Für welche Seite sich Wilcken letztendlich entscheidet, wird nicht klar – und das mit Absicht: Dem Historiker liegt sehr viel daran, ein zweiseitiges Charakterbild Alexanders zu entwerfen. Dieses beinhaltet einen kühlen, machtbewussten Realpolitiker sowie einen romantischen, mythischen Eroberer: Wie der Autor später noch aufzeigen wird, begründet (und entschuldigt) Wilcken manch „fragwürdige“ Handlung des Makedonen mit jenem Zwiespalt – den auch andere Historiker betonen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Forschungsfrage, ob Wilckens Alexanderbild eine realistische und objektive Darstellung der historischen Figur darstellt.

2. Der Autor - Ulrich Wilcken: Dieses Kapitel stellt die akademische Laufbahn und das Wirken von Ulrich Wilcken als bedeutenden Althistoriker vor.

3. Hintergrund der Alexander-Biografie: Der Abschnitt beleuchtet die Entstehungsbedingungen der Monografie und die Zielsetzung Wilckens bei der Schilderung von Alexanders Lebensweg.

4. Quellen: Hier wird die Quellengrundlage analysiert, auf die sich Wilcken stützt, und ihre Problematik im Kontext der modernen Forschung erörtert.

5. Wilckens Philipp-Bild: Untersuchung der Art und Weise, wie Wilcken den Vater Alexanders, Philipp II., historisch und politisch bewertet.

6. Motive in Wilckens Alexander-Darstellung: Analyse der zentralen Charakterzüge und Motive, die Wilcken seinem Alexander-Bild zugrunde legt.

7. Die Romantisierung Alexanders: Kritische Auseinandersetzung mit der Darstellung von Alexanders Entscheidungen, insbesondere im Umgang mit Thronrivalen und Krisen.

8. Wie bewertet Wilcken die Leistung Alexanders?: Untersuchung der Gesamtschau Wilckens auf die historisch-kulturelle Bedeutung des Makedonen.

9. Einordnung der Alexander-Biografie in Wilckens Gesamtwerk: Kontextualisierung des Alexanderbildes innerhalb der weiteren wissenschaftlichen Ansichten Wilckens.

10. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Wilckenschen Biografie als fesselnde, jedoch wissenschaftlich lückenhafte Darstellung.

Schlüsselwörter

Ulrich Wilcken, Alexander der Große, Alexanderbild, Makedonien, Geschichtsschreibung, Antike, Quellenkritik, Realpolitik, Historismus, Aristoteles, Quellenforschung, Persönlichkeitsbild, Weltgeschichte, Heldenverehrung, Herrschaftssicherung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Alexander-Biografie von Ulrich Wilcken (1931) und prüft, ob dessen Darstellung des Makedonenkönigs den Anspruch auf Objektivität und Realismus erfüllt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen Wilckens Umgang mit Quellen, seine Bewertung von Alexanders Handlungen in Krisensituationen sowie die Spannungsfelder zwischen machtbewusstem Realpolitiker und mythischem Eroberer.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, inwieweit Wilcken ein realistisches Alexanderbild vermittelt oder ob er ein unvollständiges, romantisiertes Bild zeichnet, das entscheidende negative Aspekte ausblendet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der vergleichenden Quellenanalyse, indem sie Wilckens Interpretationen mit der modernen Alexanderforschung (z.B. Schachermeyr, Gehrke, Engels) konfrontiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Wilckens Bild des Vaters Philipp, der Analyse von zentralen Motiven wie dem "Vollgriechen", dem Asienfeldzug sowie einer kritischen Hinterfragung der sogenannten "Katastrophen" in Alexanders Leben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Alexanderbild, Ulrich Wilcken, Quellenkritik, Geschichtsschreibung, Antike, Makedonien und Realpolitik.

Wie bewertet Wilcken die Rolle von Parmenion?

Wilcken neigt dazu, Alexander die alleinige militärische Genialität zuzuschreiben und relativiert dabei die Leistungen von Generälen wie Parmenion, um das Bild des strahlenden Helden nicht zu trüben.

Wie geht Wilcken mit der Ermordung von Kleitos um?

Wilcken versucht, Alexander von der direkten Schuld freizusprechen, indem er den Vorfall als einen Zusammenprall zweier unvereinbarer Weltanschauungen und nicht als politisch motivierten Mord interpretiert.

Warum hält der Autor die Wilckensche Darstellung für unvollständig?

Der Autor argumentiert, dass Wilcken durch eine einseitige quellenkritische Auswahl (z.B. Bevorzugung von Arrian) und eine psychologisierende Romantisierung die Brutalität und die Machtlogik hinter Alexanders Handlungen verdeckt.

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Details

Title
Das Alexanderbild Ulrich Wilckens
College
University of Marburg  (Fachbereich Geschichte und Kulturwissenschaften )
Course
Hauptseminar "Alexander"
Grade
14 Punkte
Author
Steffen Schneider (Author)
Publication Year
2009
Pages
35
Catalog Number
V206994
ISBN (eBook)
9783656341086
ISBN (Book)
9783656341871
Language
German
Tags
alexanderbild ulrich wilckens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffen Schneider (Author), 2009, Das Alexanderbild Ulrich Wilckens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206994
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