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Farbtheorie: Pierre-Auguste Renoir und die Sprache der Farben

Title: Farbtheorie: Pierre-Auguste Renoir und die Sprache der Farben

Term Paper , 2012 , 13 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Anna Winkelmann (Author)

Art - Art Theory, General
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Ob Isaac Newton, Johann Wolfgang von Goethe oder Eugène Chevreul, jeder hatte seine eigene Auffassung, wie die Primärfarben anzuordnen seien und wie die besten Farbwirkungen auf der Leinwand erzielt werden könnten. Newton prägte das Farbverständnis vor allem durch die Betrachtung des Lichts durch ein Prisma. Die regenbogenartige Aufgliederung und der Glaube an die additive Farbmischung, dass Licht also durch die Zusammensetzung der drei Primärfarben entsteht, waren essentiell für die Kunst. (Gage, 1999 134-138) Goethe versuchte später diese Ansicht zu widerlegen und behauptete, dass Farben aus einer Wechselwirkung von Hell und Dunkel entstehen und nutzte seine Erkenntnisse außerdem, um darzulegen, dass Farben subjektiv empfunden werden und eine psychologische Wirkung hervorruft. Das Nachfarbensehen, das er in den Grundzügen entdeckte, wurde später zur Theorie des Komplementärkonstrasts weiterentwickelt. (Gage, 1999 169) Das außerdem von Goethe und Philipp Otto Runge erkannte Phänomen des Simultankonstrasts, wurde später von Eugène Chevreul weiterentwickelt und hatte maßgeblichen Einfluss auf die Kunst der Moderne. (Gage, 1999 196-200) Weitere Farbtheorien bestimmten die Geschichte und hatten Einfluss auf die Malerei, doch wie wirken die Farben bei verschiedenen Werken Renoirs? John Gage bezeichnet ihn vor allem aufgrund seiner Lasiertechnik als größten Traditionalisten unter den Impressionisten (Gage, 2001 223). Unbestreitbar ist, dass er durch die impressionistische Ateliergruppe seiner Jugend geprägt wurde und immer wieder Inspiration bei diesen suchte. Innerhalb kürzester Zeit wurden im 19. Jahrhundert verschiedenste Ansätze in wissenschaftlichen Abhandlungen über die Farbe in der Kunst veröffentlicht. In dieser Zeit des Umbruchs und der schnellen Entwicklungen mussten die jungen Künstler ihren Platz und Stil erst einmal finden. Durch das Ausprobieren verschiedener Malweisen fanden alle Künstler um Renoir am Ende ihren ganz eigenen Stil. In meiner Arbeit werde ich verschiedene Werke Renoirs auf ihre Farbgebung und –wirkung untersuchen. Grundlage sollen dabei die Farbtheorien des 19. Jahrhunderts und Rückgriffe auf die Theorien des späten 18. Jahrhunderts sein. Anhand dieser werde ich aufzeigen, dass Renoir, obwohl er die Tradition der alten Meister sehr schätzte, die impressionistische Malweise zu seinem Lebensinhalt machte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Lise mit Sonnenschirm, 1867

3 Pleinairmalerei – Der Spaziergang 1870

3.1 Palette

3.2 Lokalfarbe

3.3 Farbkontrast

4 Die Regenschirme, 1880-1883

5 Porträt Tilla Durieux, 1914

6 Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk des impressionistischen Malers Pierre-Auguste Renoir unter besonderer Berücksichtigung seiner individuellen Farbgebung und Farbwirkung. Dabei wird analysiert, wie Renoir trotz seiner anfänglichen akademischen Prägung und seiner lebenslangen Wertschätzung für die Tradition der alten Meister zunehmend zur impressionistischen Malweise fand und diese in seinen Werken transformierte.

  • Analyse der Farbtheorien des 19. Jahrhunderts und deren Einfluss auf Renoirs Malstil
  • Untersuchung der künstlerischen Entwicklung von frühen Werken wie "Lise mit Sonnenschirm" bis hin zu späteren Porträts
  • Bedeutung der Pleinairmalerei für die Abkehr von der klassischen Lokalfarbe
  • Die Rolle des Farbkontrasts und der pastosen Technik für die Lebendigkeit seiner Kompositionen
  • Renoir im Spannungsfeld zwischen traditionellem Handwerk und impressionistischer Wahrnehmung

Auszug aus dem Buch

3.3 Farbkontrast

Durch verschiedene Farbkontraste können in der Malerei verschiedene Wirkungen im Bild hervorgerufen werden. Die Gegenüberstellung von Komplementärfarben ist die einfachste Form der Farbenharmonie (Gage, 1999 142). Diese Ansicht geht auf Newton zurück und wurde durch Chevreul 1836 als Grundlage der impressionistischen Malerei etabliert (Itten 8-12). Es wird davon ausgegangen, dass Harmonie im Kontrast liegt. Renoir setzt in Der Spaziergang die rötliche Farbe des Armes bei der Frau neben grün-blaue Schatten. Außerdem werden die Schatten durch Akzente aus Ockerweißem und Blauweißem pastosen Auftrag moduliert. Das zum Orange tendierende Ocker im Bild ist komplementär zu den Blautönen des Kleides. Das Rot im Hut des Mannes und einige rötliche Tupfer im Hintergrund lassen das Bild harmonisch wirken. Würde dieses Rot fehlen, wäre das Bild doch sehr langweilig und würde nicht die gewisse Lebendigkeit des Impressionismus ausstrahlen.

Auch die Phänomene des Simultankontrasts und des Sukzessivkonstrasts machten die Impressionisten sich zunutze (vgl. Gage, 1999 196). Meist jedoch verzichteten sie auf scharfe Farbkonstraste (Gage 2001 197) und konzentrierten sich nur auf ein Segment des Farbenkreises, in dem sie dann mit verschiedensten Nuancen arbeiteten. Komplementarität blieb jedoch essentiell für die Bilder der Impressionisten, denn Licht besteht aus den drei Primärfarben und ohne ihre komplementären Farben konnte das Bild kein Eigenleben und Ausdruck entwickeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Suche nach dem vollendeten Malstil bei Renoir ein und setzt diese in den Kontext historischer Farbtheorien von Newton, Goethe und Chevreul.

2 Lise mit Sonnenschirm, 1867: Dieses Kapitel beleuchtet Renoirs Ausbildung, seinen frühen akademischen Einfluss durch Gleyre und die ersten Anzeichen impressionistischer Tendenzen in diesem Werk.

3 Pleinairmalerei – Der Spaziergang 1870: Hier wird der Übergang zur Freilichtmalerei und der Einfluss von Diaz auf Renoirs Palette und Malweise untersucht.

3.1 Palette: Der Fokus liegt auf der eingeschränkten Farbpalette Renoirs und dem Vergleich mit den Farbmischungen seiner Impressionisten-Kollegen.

3.2 Lokalfarbe: Dieses Kapitel analysiert die Abkehr von der traditionellen Lokalfarbe hin zur Beobachtung des sich ändernden Lichts, inspiriert durch Delacroix.

3.3 Farbkontrast: Untersuchung der harmonischen Wirkung durch Komplementärfarben und der Bedeutung der pastosen Pinselstrich-Textur in Renoirs Werk.

4 Die Regenschirme, 1880-1883: Eine Analyse von Renoirs Suche nach einem eigenen Stil innerhalb seiner „ästhetischen Krise“ und der Vermischung von linearen und impressionistischen Elementen.

5 Porträt Tilla Durieux, 1914: Untersuchung eines Spätwerks, in dem Renoir seine träumerische Sichtweise und eine zarte, neue Form des Impressionismus perfektioniert.

6 Zusammenfassung: Abschließende Betrachtung von Renoirs lebenslanger Gratwanderung zwischen traditioneller akademischer Malerei und impressionistischer Innovation.

Schlüsselwörter

Pierre-Auguste Renoir, Impressionismus, Farbtheorie, Pleinairmalerei, Lokalfarbe, Komplementärkontrast, Maltechnik, Lichtwirkung, 19. Jahrhundert, Kunstgeschichte, Malstil, Tradition, Pinselstrich, Farbe, Ästhetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die künstlerische Entwicklung von Pierre-Auguste Renoir, insbesondere wie er im 19. Jahrhundert zwischen klassischer Tradition und der neuen impressionistischen Malweise navigierte.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?

Die zentralen Themen umfassen Farbtheorien, die Entwicklung von Renoirs Farbpalette, die Rolle der Freilichtmalerei (Pleinair) und die Abkehr von klassischen Malprinzipien wie der Lokalfarbe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Renoir die impressionistische Malweise trotz seiner tiefen Wertschätzung für das Handwerk alter Meister zu seinem persönlichen Lebensinhalt machte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin nutzt eine kunsthistorische Analyse, bei der ausgewählte Werke Renoirs hinsichtlich ihrer Farbgebung und -wirkung interpretiert und auf Basis zeitgenössischer Farbtheorien eingeordnet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Werke wie „Lise mit Sonnenschirm“, „Der Spaziergang“, „Die Regenschirme“ und das Porträt „Tilla Durieux“, um die stilistischen Veränderungen Renoirs zu verdeutlichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Impressionismus, Farbkontrast, Maltradition und Lichtwirkung beschreiben.

Welchen Einfluss hatte die Porzellanmalerei auf Renoirs späteren Stil?

Laut der Arbeit haben die frühen Jahre in der Porzellanmanufaktur Spuren hinterlassen, die sich etwa in einer gewissen Zartheit und Sorgfalt in späteren Werken wie dem Porträt der Tilla Durieux widerspiegeln.

Wie unterscheidet sich Renoirs Impressionismus von dem anderer Künstler wie Monet oder Cézanne?

Die Arbeit betont, dass Renoir weniger als Bahnbrecher auftrat, sondern vielmehr durch seinen eigenen, oft als „träumerisch“ bezeichneten Blick auf Menschen und Jugend überzeugte, während er gleichzeitig als „größter Traditionalist“ unter den Impressionisten bezeichnet wird.

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Details

Title
Farbtheorie: Pierre-Auguste Renoir und die Sprache der Farben
College
University of Osnabrück  (Kunst/Kunstpädagogik)
Course
Farbe und Bildsinn in der Malerei des 20. Jahrhunderts
Grade
1.7
Author
Anna Winkelmann (Author)
Publication Year
2012
Pages
13
Catalog Number
V207153
ISBN (eBook)
9783656343042
ISBN (Book)
9783656343547
Language
German
Tags
farbtheorie pierre-auguste renoir sprache farben
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Winkelmann (Author), 2012, Farbtheorie: Pierre-Auguste Renoir und die Sprache der Farben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207153
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