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Die sozialkritische Darstellung von Kirche, Liebe und Ehe in Heinrich Bölls "Und sagte kein einziges Wort" am Beispiel ausgewählter Protagonisten

Titre: Die sozialkritische Darstellung von Kirche, Liebe und Ehe in Heinrich Bölls "Und sagte kein einziges Wort" am Beispiel ausgewählter Protagonisten

Dossier / Travail de Séminaire , 2009 , 20 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Nika Ragua (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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"Wie meistens, wollte ich im Grund auch nur eine Liebesgeschichte schreiben."1
Nach Selbstaussagen von Böll basieren die meisten seiner Werke auf Liebesgeschichten. Mit Blick auf seine frühen Romane der späten 1940er und frühen 1950er gewinnt man jedoch den Eindruck, dass diese unter anderem auch aufgrund der dort kritisch beleuchteten Kriegs- und Nachkriegssituation eher Gegenbilder zu (traditionellen) Liebesgeschichten aufzeigen.2 Auch Bölls 1953 erschienene Roman Und sagte kein einziges Wort thematisiert eine Liebesgeschichte und wirft zugleich einen zeitgenössischen Blick auf die fünfziger Jahre der Bundesrepublik, die geprägt wurden durch die vergangenen Kriegsjahre und das aufkommende Wirtschaftswunder. (...) Bölls Realitätsdarstellung ist also mitunter sozialkritisch angelegt.
Die Leserinnen und Leser von Und sagte kein einziges Wort erfahren von diesen Problemen, indem Böll seine beiden Hauptfiguren ihre Erfahrungen und Gedanken darstellen lässt. Dies geschieht in den 13 Kapiteln alternierend jeweils aus der Ich-Perspektive der Protagonisten Kate und Fred Bogner heraus.4 (...)
Mit der Wahl seiner Protagonisten setzt Böll dabei auf das Kleinbürgertum, auf die ‚kleinen Leute’ und Benachteiligten, und vermittelt so deren spezifischen Alltagsprobleme beim Versuch, sich einzurichten, bedrängt von materieller und moralischer Not. Ausdrücklich im Roman Und sagte kein einziges Wort angesprochen werden beispielsweise die Wohnungsnot sowie die drückende Armut am Beispiel der Familie Bogner.6 Aber auch die Kritik an bestehender Scheinheiligkeit, Manipulation und Korruption in der Gesellschaft wird am Beispiel der katholischen Kirche überdeutlich dargestellt.7 Die Naziherrschaft und die Langzeitfolgen des Krieges erscheinen dabei jedoch ebenso nebensächlich wie die Frage nach der Schuld.8
Wie nun einführend deutlich gemacht wurde, unternimmt Bölls Roman Und sagte kein einziges Wort eine sozialkritische Haltung gegenüber der westdeutschen Nachkriegszeit der fünfziger Jahre. In dieser Hausarbeit soll daher folgende Frage untersucht werden: Welche kritische Haltung nimmt Heinrich Bölls Und sagte kein einziges Wort hinsichtlich der getrennt voneinander zu betrachtenden Themen Kirche und Geschlechterrollen ein? Der Frage soll dabei mithilfe einer Charakterisierung und - bei den Themen Liebe und Ehe – mithilfe der Diskussion über dargestellte Geschlechterbilder – nachgegangen werden. (...)

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die kapitalistische Leistungsgesellschaft - Bölls Kritik an der katholischen Kirche

1.1 Die Vermieterin Frau Franke

1.2 Der Bischof

3. Liebe und Ehe in den fünfziger Jahren – Bölls Kritik an tradierten Geschlechterrollen

1.3 Fred Bogner

1.4 Käte Bogner

1.5 Fred und Käte Bogners Liebesbeziehung

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht Heinrich Bölls Roman "Und sagte kein einziges Wort" im Hinblick auf die darin enthaltene sozialkritische Haltung gegenüber der westdeutschen Nachkriegszeit der 1950er Jahre. Ziel ist es, die Kritik an der katholischen Kirche sowie die Darstellung tradierter Geschlechterrollen durch eine Charakterisierung der Hauptfiguren Käte und Fred Bogner kritisch zu analysieren und deren gesellschaftspolitische Relevanz einzuordnen.

  • Sozialkritik an der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft
  • Kritik an der katholischen Kirche und deren Kapitalismusnähe
  • Analyse tradierter Geschlechterrollen und Ehemodelle
  • Charakterisierung und Perspektiven der Protagonisten Käte und Fred Bogner
  • Untersuchung von Entfremdung und familiärer Not im Wirtschaftswunder

Auszug aus dem Buch

3.1 Fred Bogner

Der fast 44jährige männliche Protagonist Fred Bogner wird als herumziehender gelangweilter und gleichgültiger Zeitgenosse dargestellt, der staatliche Autoritäten und Vorschriften verachtet. Neben seinem Beruf als Telefonist bei einer kirchlichen Behörde stockt er sein Gehalt durch Nachhilfestunden auf. Sein Einkommen übergibt er zwar zu großen Anteilen seiner Frau, so dass er als Ernährer und Verdiener der Familie gelten kann, doch mal borgt er sich etwas von dem Geld für seine Frau und mal ist er auf der Suche nach Personen, die ihm Geld leihen könnten, um dieses dann für Alkohol oder Glücksspiel wieder auszugeben. Huffzky stellt daher auch fest, dass Böll in seinen Romanen nicht mit dem klassischen Leitbild eines psychisch und beruflich omnipotenten Mannes drohe.

Doch was bedeutet die Haltung der Langweile bei Fred Bogner? Nach Herlyn impliziere das Wort „eine bewusste und negative Erfahrung der Zeit, die ein typisches Kennzeichen für entfremdete Lebensweisen und Tätigkeiten darstellt.“ So wechselt Fred beispielsweise auch alle drei Jahre seinen Beruf, da er einfach keine bezahlte Tätigkeit ernst nehmen kann. Er äußert keine Karriereabsichten und ist auch sonst einer, der nach Kätes Meinung „zu früh von Gleichgültigkeit erfasst wurde gegen alles, was ernstzunehmen andere Männer sich entschlossen haben […].“

Dabei kann die Ursache nicht in traumatischen Kriegserlebnissen gesucht werden, denn die gleiche Entfremdung und Langweile, die er auch im Krieg verspürte, war neben seinem Alkoholismus schon zuvor vorhanden. Menschen selbst kann er prinzipiell nicht viel abgewinnen, zieht er doch den Lebenden die Toten vor, weil „er bei diesen die jenseitige Verwirklichung seiner utopischen Sehnsüchte nach einem unentfremdeten Menschen zu verspüren meint.“ Nur Tätigkeiten und Empfindungen der sinnlichen Art besitzen für Fred einen gewissen Wert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung bettet Bölls Roman in den zeitgenössischen Kontext der 1950er Jahre ein und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich der Sozialkritik an Kirche und Geschlechterrollen.

2. Die kapitalistische Leistungsgesellschaft - Bölls Kritik an der katholischen Kirche: Dieses Kapitel analysiert Bölls Vorwurf gegenüber der Amtskirche, sich als Institution an den Werten der kapitalistischen Leistungsgesellschaft zu orientieren und die Armen zu vernachlässigen.

1.1 Die Vermieterin Frau Franke: Anhand der Figur Frau Franke wird die Scheinheiligkeit christlicher Nächstenliebe und ihre Rolle als Repräsentantin der Kirche verdeutlicht.

1.2 Der Bischof: Der Bischof wird als Repräsentant der Amtskirche kritisiert, der durch Eitelkeit und soziale Indifferenz zur Restauration der Leistungsgesellschaft beiträgt.

3. Liebe und Ehe in den fünfziger Jahren – Bölls Kritik an tradierten Geschlechterrollen: Hier steht die Untersuchung der bürgerlichen Ehe- und Familienmodelle im Fokus, die von Böll als restriktiv und problembeladen dargestellt werden.

1.3 Fred Bogner: Fred wird als antriebsloser, entfremdeter Mann charakterisiert, der an den gesellschaftlichen Erwartungen als Ehemann und Vater scheitert.

1.4 Käte Bogner: Käte Bogner wird als von traditionellen Weiblichkeitszuschreibungen geprägte Figur analysiert, die jedoch erste Ansätze eines kritischen Bewusstseins zeigt.

1.5 Fred und Käte Bogners Liebesbeziehung: Dieses Kapitel beleuchtet die schwierige Liebesbeziehung des Ehepaares, die durch prekäre Wohnverhältnisse und ungleiche Rollenbilder belastet ist.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Böll zwar scharfe Sozialkritik übt, aber hinsichtlich konservativer Geschlechterrollen teilweise in den Mustern der Zeit verhaftet bleibt.

Schlüsselwörter

Heinrich Böll, Und sagte kein einziges Wort, Nachkriegsliteratur, Sozialkritik, Katholische Kirche, Leistungsgesellschaft, Geschlechterrollen, Ehe, Familie, Entfremdung, Käte Bogner, Fred Bogner, Bundesrepublik Deutschland, 1950er Jahre, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die sozialkritischen Aspekte in Heinrich Bölls Roman "Und sagte kein einziges Wort" mit dem Fokus auf die Institution Kirche und die Geschlechterrollen der 1950er Jahre.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Die zentralen Themen sind die Kritik an der katholischen Kirche, die Auswirkungen der kapitalistischen Leistungsgesellschaft auf das Individuum sowie die Problematik traditioneller Ehe- und Rollenbilder.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche kritische Haltung Böll hinsichtlich Kirche und Geschlechterrollen einnimmt und inwieweit diese durch die Charakterisierung der Protagonisten Käte und Fred Bogner vermittelt wird.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Charakterisierung der Hauptfiguren und der Diskussion zeitgenössischer gesellschaftlicher Leitbilder basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Kirchenkritik an den Beispielen Frau Franke und Bischof sowie eine detaillierte Analyse der Eheproblematik und der Geschlechterhierarchien bei den Bogners.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialkritik, Nachkriegszeit, Leistungsgesellschaft, Geschlechterrollen, Entfremdung und Böllsche Gesellschaftsanalyse.

Wie wird die Rolle von Käte Bogner bewertet?

Käte Bogner wird als Figur analysiert, die zwar unter den traditionellen Erwartungen leidet, aber gleichzeitig Ansätze von Selbstermächtigung und Aufbegehren gegen die restriktive Ehemoral zeigt.

Was bedeutet das Ende des Romans für Bölls Gesellschaftsbild?

Das Ende, an dem Fred zu seiner Familie zurückkehrt, wird als Indiz dafür gewertet, dass Böll trotz kritischer Ansätze in Bezug auf die Geschlechterrollen in konservativen Denkstrukturen der 1950er Jahre verhaftet bleibt.

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Résumé des informations

Titre
Die sozialkritische Darstellung von Kirche, Liebe und Ehe in Heinrich Bölls "Und sagte kein einziges Wort" am Beispiel ausgewählter Protagonisten
Université
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Institut für Germanistik)
Note
2,0
Auteur
Nika Ragua (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
20
N° de catalogue
V207189
ISBN (ebook)
9783656342618
Langue
allemand
mots-clé
darstellung kirche liebe heinrich bölls wort beispiel protagonisten
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Nika Ragua (Auteur), 2009, Die sozialkritische Darstellung von Kirche, Liebe und Ehe in Heinrich Bölls "Und sagte kein einziges Wort" am Beispiel ausgewählter Protagonisten , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207189
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Extrait de  20  pages
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