Politikverdrossenheit


Hausarbeit, 2005

11 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Begrifflichkeit und Erscheinungsformen der Politikverdrossenheit
2.1 Politikverdrossenheit – Eine Begriffsannäherung
2.2 Mögliche Symptome von Politikverdrossenheit

3. Mögliche Ursachen von Politikverdrossenheit
3.1 Defizite der Parteien, Politiker und Politik
3.2 Erwartungen der Bürger und gesellschaftlicher Wandel
3.3 Verflechtungen und Ausmaße des politischen Aufgabenfeldes
3.4 Medienwandel

Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„ Das geringste Maß an Vertrauen genießen die Institutionen der etablierten Politik, und hier sind es die Parteien, die dabei am kritischsten eingeschätzt werden.“[1]

Doch warum werden die Parteien verstärkt kritisiert? In dieser Hausarbeit geht es um die Frage, welche tatsächliche Schuld und Verantwortung die Parteien und Politiker an dem Phänomen Politikverdrossenheit haben (vgl. 3.1), um dann weitere mögliche Ursachen aufzuzeigen (3.2-3.4). So soll versucht werden, die These zu stützen, dass Parteitätigkeit nicht das eigentliche oder gar alleinige Kernproblem darstellt und auch nicht als solches dargestellt werden sollte.

Spezifische Ursachen in den neuen Bundesländern sind vorhanden, jedoch wird hier auf eine ost- und westdeutsche Unterteilung verzichtet. Zudem wird von einer Ausführung über mögliche Verbesserungskonzepte und Gegenmaßnahmen auf Seiten der Politik abgesehen.

2. Begrifflichkeit und Erscheinungsformen der Politikverdrossenheit

Der mediengerechte Begriff „Politikverdrossenheit“, der oftmals synonym mit den Varianten Partei(en)-, Politiker-, Staats- und Demokratieverdrossenheit verwendet wird, bezeichnet etwas, was sich nur schwer in einen klar umrissenen Prozess fassen lässt. Eine dementsprechend kontroverse Diskussion um Ursachenforschung und Erklärung des Begriffes hat Anfang der neunziger Jahre rasant zugenommen und ist noch nicht abgeklungen. Auch die Frage nach eventuellen Überschneidungen mit traditionellen Konzepten der Politikwissenschaft ist noch nicht geklärt.

2.1 Politikverdrossenheit – eine Begriffsannäherung

Politikverdrossenheit wird in dieser Arbeit als ein emotionaler Zustand der Bürger begriffen und dient hier als Zusammenfassung unterschiedlicher negativer Haltungen gegenüber der Politik.[2] So a) durch Distanz zum Politischen, deutlich durch geringe individuelle Beschäftigung mit Politik, aber auch b) in Hinblick auf die jeweilige Einstellung zu den politischen Objekten und Prozessen c) durch generelle Unzufriedenheit in die Politik und/oder gegenüber politischen Institutionen als eine Enttäuschung von Ergebnis orientierten Erwartungen.[3] Demnach wird Politikverdrossenheit auch nicht als typisch deutsches Problem gehandelt, sondern als ein allgemeiner, sich vollziehender Prozess.[4]

2.2 Mögliche Symptome von Politikverdrossenheit

Um Politikverdrossenheit zu messen, werden meist verschiedene empirische Indizien herangezogen, die sich sowohl auf die Einstellung als auch auf die politische Handlungsweise der Befragten beziehen. Unter anderem tauchen folgende - häufig als Krisensymptome gewertete - Phänomene auf, die hier in den Punkten 1-4 zusammengefasst werden.[5]

1) Sinkende Wahlbeteiligung: Im Vergleich zu anderen westlichen Demokratien erscheint die Wahlenthaltung in Deutschland gering, aber im nationalen Verlauf zeigt sich dennoch eine mäßige Steigerung der Nichtwählerquote.[6]
2) Sinkende Mitgliedszahlen der Parteien und sinkende Stammwähleranteile: So verloren SPD und CDU in der Zeit von 1984 bis 1994 je ungefähr 12% ihrer Mitglieder. Aber auch die kleineren Parteien verzeichnen größtenteils rückläufige Zahlen. Gleichzeitig verlieren die Parteien zunehmend Stammwähler, während die Wechselwählerquote steigt.[7]
3) Zersplitterung des Parteiensystems: Konzentrierten sich 1976 noch 91,2% der Wählerstimmen auf CDU/CSU und SPD waren es bei der Bundestagswahl 2005 durch FDP, die Grünen, die Linke./PDS und kleineren Parteien nur noch 69,4%.[8] Auch die jeweilige große Opposition profitiert nicht mehr von der Unzufriedenheit an der Regierung, sondern büßt - meist zugunsten kleinerer teils populistischer Parteien - ein.
4) Genereller Vertrauensschwund gegenüber Politiker und Parteien, aber auch gegenüber öffentlichen Institutionen wie Gewerkschaften und Kirchen: Laut von Alemann ist das Vertrauen in die Politik/Politiker von 50% 1983 auf 21% 1992 gesunken.[9] Diese Entfremdung wird speziell bei den jungen Erwachsenen zwischen 18-24 Jahren deutlich. Denn ihre Wahlenthaltung steigerte sich von 15,5% (1972) auf 37,1% (1990), während Differenz der allgemeinen Wahlenthaltung „nur“ 13,3% ergab.

[...]


[1] Gaiser, in: APuZ 19-20/2002, S. 28.

[2] Vgl. Arzheimer 2002, S.16.

[3] Vgl. Gaiser, in: APuZ 19-20/2000 S.24.

[4] Vgl. Rudzio, in: Politische Studien 5/1992, S.5f.

[5] Das Krisenhafte selbst liegt mehr in der Kumulierung der Symptome. Denn so kann z.B. niedrige Wahlbeteiligung auch mit einer zufriedenen Bevölkerung erklärt werden.

[6] Vgl. Korte 2005, S.89.

[7] Vgl. Korte 2005, S. 85,89,93.

[8] Vgl. Bundeswahlleiter, Internetquelle 1.

[9] Vgl. Alemann, van 2003, S.189.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Politikverdrossenheit
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
11
Katalognummer
V207191
ISBN (eBook)
9783656342595
Dateigröße
432 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
politikverdrossenheit
Arbeit zitieren
Nika Ragua (Autor), 2005, Politikverdrossenheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207191

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