1.1. Hinführung zum Thema
Seit den 1990er Jahren haben Klimaschutzbemühungen international an Bedeutung ge-wonnen, da die Anzeichen für einen drohenden Klimawandel immer deutlicher wurden. Durch Klimakonferenzen wird seither versucht, internationale Abkommen zu vereinba-ren, welche die notwendigen Schritte zur Rettung unseres Klimasystems herbeiführen. Bisher scheiterten jedoch alle Versuche daran, dass einzelne Staaten, mit sehr hohen Treibhausgasemissionen, diese Abkommen nicht ratifizierten oder keine verbindlichen Ziele akzeptierten und somit keine globalen Fortschritte beim Klimaschutz erzielt wer-den konnten. Die Europäische Union hat beim Klimaschutz bisher eine Vorreiterrolle, da sie sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls anspruchsvolle Verpflichtungen zur Reduktion von Treibhausgasen auferlegt hat.
1.2. Problemstellung
Die Europäische Union versucht ihre Klimaschutzziele zum Teil durch handelbare Emissionsrechten (Emissionszertifikate) umzusetzen. Bisher konnten hiermit die ge-wünschten Ergebnisse jedoch auch nicht erreicht werden. Sowohl Ökologen, als auch Ökonomen sprechen diesem klimapolitischen Instrument bei richtiger Anwendung da-gegen eine große Wirkung zu .
1.3. Zielsetzung der Arbeit, Themenabgrenzung
Das Ziel dieser Arbeit ist, die aktuellen Entwicklungen des internationalen Klimaschut-zes zu erläutern und insbesondere die Strukturen, Chancen und Risiken des CO2-Zertifikate-Handels zu analysieren und zu bewerten. Weitere klimapolitische Instrumen-te werden in dieser Arbeit nicht behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Hinführung zum Thema
1.2. Problemstellung
1.3. Zielsetzung der Arbeit, Themenabgrenzung
1.4. Gang der Untersuchung
2. Grundlegendes zu CO2 und die Auswirkungen von CO2 auf das Klima
3. Internationale Abkommen zur Verringerung von CO2-Emissionen
4. Die flexiblen Instrumente des Kyoto-Protokolls zur CO2-Emissionsreduktion
5. Die Theorie des Emissionsrechtehandels
6. Die Arten von Emissionsrechten aus dem Kyoto-Protokoll
7. Der CO2-Emissionsrechtehandel in der Europäischen Union
8. Chancen und Risiken des CO2-Emissionsrechtehandels
9. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die aktuellen Entwicklungen des internationalen Klimaschutzes zu erläutern und dabei insbesondere die Strukturen, Chancen sowie Risiken des CO2-Zertifikate-Handels kritisch zu analysieren und zu bewerten.
- Grundlagen zur Klimawirkung von CO2
- Internationale klimapolitische Abkommen
- Funktionsweise der Kyoto-Instrumente
- Struktur des EU-Emissionsrechtehandels
- Bewertung der Innovationsanreize und Risiken
Auszug aus dem Buch
5. Die Theorie des Emissionsrechtehandels
Beim Emissionsrechtehandel handelt es sich um eine Mengenlösung, welche auf dem Verursacherprinzip basiert. Das Gegenstück zu einer Mengenlösung wäre eine Preislösung, bei welcher beispielsweise pro verursachte Tonne CO2 ein bestimmter Preis in Form einer Steuer verlangt werden würde. Bei einer Mengenlösung wird dagegen eine bestimmte Obergrenze in Form eines Gesamtemissionsvolumens festgelegt, die nicht überschritten werden darf, was einer Mengenfixierung entspricht. Das Gesamtemissionsvolumen wird hier in einzelne Einheiten, den sogenannten Emissionsrechten, unterteilt. Diese Emissionsrechte werden dann an die teilnehmenden Unternehmen verteilt, versteigert oder verkauft. Die Unternehmen können individuell entscheiden, ob es seine Emissionen vermindert oder zusätzliche Emissionsrechte von anderen Unternehmen erwirbt. Durch dieses Verfahren entsteht ein Knappheitsmarkt, welcher dazu führt, dass auf die individuell kostengünstigste Art und Weise Anreize für umweltfreundliche Technologien und Innovationen geschaffen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Klimawandels und Darlegung der Zielsetzung, den CO2-Handel als Instrument zu analysieren.
2. Grundlegendes zu CO2 und die Auswirkungen von CO2 auf das Klima: Darstellung der klimatischen Zusammenhänge sowie des Treibhauseffekts unter Berücksichtigung fossiler Energieträger.
3. Internationale Abkommen zur Verringerung von CO2-Emissionen: Analyse der UN-Klimakonferenz in Rio und der Bedeutung des Kyoto-Protokolls für die globale Klimapolitik.
4. Die flexiblen Instrumente des Kyoto-Protokolls zur CO2-Emissionsreduktion: Vorstellung der Mechanismen Joint Implementation, Clean Development Mechanism und Emission Trading.
5. Die Theorie des Emissionsrechtehandels: Erläuterung der ökonomischen Funktionsweise einer Mengenlösung und des daraus resultierenden Knappheitsmarktes.
6. Die Arten von Emissionsrechten aus dem Kyoto-Protokoll: Differenzierung der verschiedenen Emissionsrechte wie Assigned Amount Unit oder Removal Unit.
7. Der CO2-Emissionsrechtehandel in der Europäischen Union: Beschreibung des Cap-and-Trade-Systems und der praktischen Umsetzung in zwei Handelsphasen.
8. Chancen und Risiken des CO2-Emissionsrechtehandels: Kritische Beleuchtung der Effektivität, der Kosten sowie der notwendigen Rahmenbedingungen für echte Innovationsanreize.
9. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit des Instruments und Forderungen zur strukturellen Verbesserung.
Schlüsselwörter
CO2-Zertifikate, Emissionsrechtehandel, Klimaschutz, Kyoto-Protokoll, Cap-and-Trade, Treibhauseffekt, Emissionsreduktion, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Umweltpolitik, Zertifikate, Energieeffizienz, Joint Implementation, Clean Development Mechanism, Emissionsgutschriften.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Strukturen, Funktionsweisen sowie die Chancen und Risiken des Handels mit CO2-Emissionsrechten als klimapolitisches Instrument.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den CO2-Zertifikatehandel im Kontext internationaler Abkommen zu analysieren und dessen Potenzial sowie Defizite für den Klimaschutz zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung bestehender klimapolitischer Rahmenbedingungen und Mechanismen basiert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Neben den physikalischen Grundlagen des Treibhauseffekts fokussiert sich die Arbeit auf internationale Abkommen, insbesondere das Kyoto-Protokoll und das EU-System des Emissionshandels.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen, die Erläuterung der Kyoto-Instrumente, die spezifische Ausgestaltung innerhalb der EU und eine kritische Diskussion der Effektivität.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind unter anderem Cap-and-Trade, Emissionsrechte, Klimaschutzziele, Innovationsanreize und die verschiedenen Kyoto-Projektmechanismen.
Was besagt das "Cap-and-Trade"-Prinzip?
Es ist eine Mengensteuerung, bei der eine Höchstgrenze für Emissionen festgelegt wird und die handelbaren Zertifikate einen Knappheitsmarkt für CO2-Emissionen schaffen.
Wie unterscheidet sich die erste von der zweiten Handelsphase in der EU?
In der ersten Phase wurden Zertifikate weitgehend kostenfrei nach der "Grandfathering-Methode" verteilt, während in der zweiten Phase die Quote der kostenlosen Vergabe sank und strengere Regeln gelten.
Warum ist laut Autor die vollständige Versteigerung der Rechte notwendig?
Die kostenlose Vergabe schwächt den Innovationsanreiz ab; eine Versteigerung erhöht die Grenzkosten für Verschmutzung und erzwingt so eher technologische Innovationen.
Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der Wirksamkeit?
Der Handel ist ein vielversprechendes Instrument, erfordert jedoch strukturelle Anpassungen, wie die Abkehr von Sonderregelungen und die verpflichtende Teilnahme globaler Hauptemittenten.
- Quote paper
- Tobias Vielberth (Author), 2011, Der Handel mit CO2-Zertifikaten - Strukturen, Chancen und Risiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207327