In vielen Ländern kann man im Sport gesellschaftliche oder politische Phänomene, wie z.B. Minderheiten und deren Situation, Selbstverwirklichung und Konflikte oder Machtkämpfe zwischen rivalisierenden politischen Gruppierungen, beobachten. So kann man davon sprechen, dass Sport ein Spiegelbild der Gesellschaft eines Landes darstellt. Eine besondere Rolle kommt in den meisten Ländern der beliebtesten Sportart – Fußball – zu. Mit der vorliegenden Arbeit soll der Fokus auf den Nationalismus im jordanischen Sport gelenkt werden. [...]
Dabei tritt folgende Fragestellung in den Vordergrund: In wie weit ist der zentrale Konflikt in der jordanischen Sportszene – die Rivalität zwischen den beiden bekanntesten Clubs aus Amman, al-Fayṣalī und al-Wiḥdāt – politisch beeinflusst bzw. wie stark ist die sportliche Komponente dieser Vereinsrivalität? Zudem: Welche Auswirkungen hat der Konflikt auf die Nationalmannschaften Jordaniens?
Es ist auch zu klären, wie die Sicht der jordanischen Medien auf diesen Konflikt aussieht und ob das Thema Nationalismus überhaupt im Zusammenhang mit Sport diskutiert wird. Zudem muss aufgezeigt werden, welchen Stellenwert der Sport überhaupt in der jordanischen Gesellschaft besitzt und wie das Verhältnis zwischen Palästinensern und Jordaniern im Allgemeinen, sozusagen außerhalb der Sportanlagen von Amman, aussieht.
Inhalt:
[...]
1. Einleitung
2. Zum palästinensisch-jordanischen Verhältnis
3. Stellenwert des Sports in der jordanischen Gesellschaft
4. Konfliktlinien im jordanischen Sport (4.1 Vereinsfußball; 4.1.1 Der Verein der Königstreuen: al-Fayṣalī, 4.1.2 Der Club der Palästinenser: al-Wiḥdāt; 4.2 Nationalmannschaften)
5. Sicht der Medien auf die Rivalität zwischen Fayṣalī und Wiḥdāt (5.1 Quellenauswahl; 5.2 Untersuchung der Berichterstattung jordanischer Zeitungen, 5.2.1 Spielbericht aus ad-Dustour vom 4.5.2012, [...] 5.2.3 Artikel im Politikteil von ad-Dustour vom 11.12.2010 [...]; 5.3 Al-Jazeera und andere überregionale arabische Medien; 5.4 Inoffizielle Medien: Internetforen, Leserkommentare; [...])
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
[..]
Anhang:
[...]
b) Abbildungen
c) Arabischsprachige Zeitungsartikel und Webseitentexte.
Gesamtzahl Seiten: 92 (davon entfallen 53 auf Einleitung, Hauptteil, Schluss).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zum palästinensisch-jordanischen Verhältnis
3. Stellenwert des Sports in der jordanischen Gesellschaft
4. Konfliktlinien im jordanischen Sport
4.1 Vereinsfußball
4.1.1 Der Verein der Königstreuen: al-Fayṣalī
4.1.2 Der Club der Palästinenser: al-Wiḥdāt
4.2 Nationalmannschaften
5. Sicht der Medien auf die Rivalität zwischen Fayṣalī und Wiḥdāt
5.1 Quellenauswahl
5.2 Untersuchung der Berichterstattung jordanischer Zeitungen
5.2.1 Spielbericht aus ad-Dustour vom 4.5.2012
5.2.2 Spielbericht aus ad-Dustour vom 11.12.2010
5.2.3 Artikel im Politikteil von ad-Dustour vom 11.12.2010
5.2.4 Bericht von al-Ghad vom 11.12.2010
5.2.5 Bericht von Watan-News vom 11.12.2010
5.3 Al-Jazeera und andere überregionale arabische Medien
5.4 Inoffizielle Medien: Internetforen, Leserkommentare
5.5 Zu den Unterschieden in der Berichterstattung jordanischer und panarabischer Medien
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
7.1 Drucksachen
7.2 Fachaufsätze
7.3 Presseberichte (online)
7.4 Weitere Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen Jordaniern und Palästinensern im Spiegel der Rivalität zwischen den beiden größten Sportvereinen Jordaniens, al-Fayṣalī und al-Wiḥdāt, sowie deren mediale Aufarbeitung, um die Rolle des Sports als politisches Spiegelbild der Gesellschaft zu analysieren.
- Nationalismus und politische Spannungen im jordanischen Sport
- Soziopolitische Bedeutung der Rivalität zwischen al-Fayṣalī und al-Wiḥdāt
- Medienanalyse der Berichterstattung zu sportlichen Konflikten in Jordanien
- Einfluss des palästinensisch-jordanischen Verhältnisses auf den Fußball
- Vergleich zwischen jordanischer und panarabischer Medienberichterstattung
Auszug aus dem Buch
4. Konfliktlinien im jordanischen Sport
Beobachtet man die internationale Sportszene, so wird einem auffallen, dass etliche Konflikte, die zwischen bestimmten Mannschaften, Vereinen oder gar Sportnationen ausgefochten werden, mit sportlicher Rivalität zu tun haben. D.h. man gönnt seinem Gegner keinen Erfolg, versucht diesen mit allen Mitteln zu verhindern und neigt beim Misserfolg zu unsportlichem Verhalten.
Mitunter sind die Gründe dafür, dass der Sportsgeist, der u.a. über den Kontakt der Sportler und deren Anhänger untereinander zur Verständigung von Völkern und Nationen beizutragen vermag, missachtet wird, auch unter a) ethnischen, b) politischen oder teilweise sogar c) religiösen Gesichtspunkten zu suchen. Die genannten Punkte überschneiden sich fast immer.
Besonders bei Punkt c) sollte man vorsichtig argumentieren, da er meist völlig in b) untergeht, wie es z.B. im Libanon der Fall ist. Dort sind fast alle Sportvereine so stark finanziell von politischen Parteien, die sich wiederum meist anhand religiöser Bekenntnisse definieren, abhängig, dass insbesondere bei den professionellen Fußball- und Basketballligen politische und religiöse Konflikte auf den Tribünen und dem Spielfeld ausgefochten werden. In Israel kommen insbesondere bei Spielen zwischen Vereinen aus dem Umfeld der Likud-Partei und Clubs mit mehrheitlich arabischen Spielern (ein bekanntes Beispiel ist Beitar Jerusalem gegen Bnei Sakhnin) alle drei genannten Punkte zusammen.
Die ethnische und politische Komponente von Sportkonflikten ist auch in Europa nicht zu unterschätzen, da sie z.B. in den türkischen (etliche türkisch-kurdische Auseinandersetzungen), italienischen (Links- gegen Rechtsextreme) oder sogar auch deutschen Ligen (wie in Italien, nur in kleinerem Umfang) zu Tage tritt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Verbindung zwischen Sport, Politik und Gesellschaft in Jordanien sowie Erläuterung des Fokus auf Fußball.
2. Zum palästinensisch-jordanischen Verhältnis: Hintergrundinformationen zum komplexen demografischen und politischen Verhältnis zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen in Jordanien.
3. Stellenwert des Sports in der jordanischen Gesellschaft: Analyse der Bedeutung von Sport, insbesondere Fußball, und der Infrastruktur in Jordanien.
4. Konfliktlinien im jordanischen Sport: Darstellung der Rivalitäten, wobei besonders auf die politischen Hintergründe der Vereinsrivalität zwischen al-Fayṣalī und al-Wiḥdāt eingegangen wird.
5. Sicht der Medien auf die Rivalität zwischen Fayṣalī und Wiḥdāt: Detaillierte Untersuchung, wie verschiedene Zeitungen und Medien über die Ausschreitungen der beiden Vereine berichten.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Rolle des Sports als politisches Ventil und das Fehlen einer tiefgehenden medialen Auseinandersetzung mit der politischen Dimension der Rivalität in Jordanien.
Schlüsselwörter
Nationalismus, Jordanien, Palästinenser, al-Fayṣalī, al-Wiḥdāt, Fußball, Rivalität, Medienanalyse, Politische Spannungen, Gesellschaft, Identität, Sportberichterstattung, Regionalkonflikt, Naher Osten, Vereinsgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Nationalismus im jordanischen Sport und die Art und Weise, wie dieser in Medien und durch die Rivalität zweier Vereine thematisiert oder verschwiegen wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt das Verhältnis zwischen Jordaniern und Palästinensern, die politische Instrumentalisierung von Fußballvereinen und die Berichterstattung über diese Konflikte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, zu klären, inwiefern die Rivalität zwischen al-Fayṣalī und al-Wiḥdāt politisch beeinflusst ist und wie sich dieses Konfliktpotenzial in der jordanischen Öffentlichkeit und den Medien niederschlägt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine qualitative Analyse von Medienberichten sowie eine Untersuchung der Eigendarstellungen der beiden Sportvereine, ergänzt durch Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen und aktuellen politischen Spannungen, die Bedeutung des Sports in der jordanischen Gesellschaft und die spezifische mediale Berichterstattung zu Gewalttätigkeiten bei Spielen zwischen al-Fayṣalī und al-Wiḥdāt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Nationalismus, Jordanien, Palästinenser, Sportvereine, Rivalität, Identität und Medienberichterstattung.
Warum berichten jordanische Medien so zurückhaltend über die Gewalt bei Fußballspielen?
Die jordanische Presse vermeidet eine tiefergehende politische Diskussion, um den internen Konflikt nicht zusätzlich aufzuheizen und Stabilität sowie nationale Einheit zu wahren.
Wie unterscheidet sich die Berichterstattung von al-Jazeera?
Al-Jazeera thematisiert als überregionales Medium die politischen Hintergründe und die nationale Tragweite der Ausschreitungen expliziter als die lokalen jordanischen Zeitungen, die sich oft auf standardisierte politische Phrasen beschränken.
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- Göran Janson (Author), 2012, Nationalismus im jordanischen Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207423