Inhalt:
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2. Die Zeitung Agos
2.1 Geschichte, Erscheinungsbild und Auflagenstärke
2.2 Inhalte der Zeitung
2.3 Agos im Vergleich zu anderen armenischen Zeitungen der Türkei
3. Der Fall Hrant Dink
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Anhang: Übersetzung des Abschnittes „Agos’un Yayınlandığı Dönem“ aus Agos (1996-2005). Türkçe-Ermenice Bir Gazetenin Tarihi.
Einleitung
Die Armenier sind – mit weitem Abstand hinter der zahlenmäßig stärksten Minderheit, den Kurden – eine der größeren ethnischen (und weitestgehend auch religiösen) Minderheiten der Türkei. Die armenische Buchkunst und der Buchdruck haben eine lange Tradition1, sodass es nicht verwunderlich ist, dass es im weiten Feld der türkischen Presse auch mehrere Zeitungen und Zeitschriften gibt, die von Armeniern herausgegeben werden und sich in erster Linie auch an die Gemeindemitglieder richten. Unter den derzeit mindestens drei Zeitungen und zwei Zeitschriften sticht die Zeitung Agos nicht nur aufgrund ihrer im Vergleich zu den anderen Zeitungen höheren Auflagenstärke hervor. Besonders hervorzuheben ist die Zweisprachigkeit der in Istanbul herausgegebenen Zeitung. Damit erreicht sie nicht nur die Mitglieder der armenischen Gemeinde, sondern auch interessierte Türken, die dem Armenischen nicht mächtig sind.
In dieser Hausarbeit geht es um die Entstehung ebendieser Wochenzeitung Agos und ihren allgemeinen Daten wie Auflagenstärke und Umfang. Es wird ein Überblick über die Themen gegeben, die in der Agos veröffentlicht werden und auch die Besonderheiten und Unterschiede gegenüber anderen armenischen Presseerzeugnissen in der Türkei dargestellt. Da der Name Hrant Dink mit der Zeitung Agos untrennbar verknüpft ist, muss auch auf den Journalisten Dink und seine Ermordung eingegangen werden. Denn nicht zuletzt auch durch diesen Mordanschlag geriet die Zeitung stärker in das Blickfeld der türkischen und internationalen Öffentlichkeit. Somit wird auch die gegenwärtige Situation der türkisch-armenischen Zeitung Agos in dieser Arbeit thematisiert.
Des Weiteren befindet sich im Anhang meine Übersetzung eines Kapitels aus der für diese Arbeit relevantesten Sekundärquelle Agos (1996-2005). Türkçe-Ermenice Bir Gazetenin Tarihi. Bei dem Buch von Hülya Eraslan handelt es sich um eine Arbeit zur Erlangung der Lehrgenehmigung. Im übersetzten Text „Agos’un Yayınlandığı Dönem“ wird die Gründung von Agos in das politische Umfeld ihrer Zeit eingeordnet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Zeitung Agos
2.1 Geschichte, Erscheinungsbild und Auflagenstärke
2.2 Inhalte der Zeitung
2.3 Agos im Vergleich zu anderen armenischen Zeitungen der Türkei
3. Der Fall Hrant Dink
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wochenzeitung Agos als zentrales Presseorgan der armenischen Minderheit in der Türkei. Ziel ist es, die Rolle der Zeitung innerhalb der armenischen Gemeinde sowie ihre Bedeutung als zweisprachiges Medium für den interkulturellen Dialog zu analysieren, wobei auch der prägende Einfluss des Mitbegründers Hrant Dink und die Folgen seiner Ermordung beleuchtet werden.
- Entstehung und organisatorische Struktur der Wochenzeitung Agos
- Vergleich der armenischen Presselandschaft in der Türkei
- Die inhaltliche Ausrichtung und zweisprachige Berichterstattung
- Der Einfluss von Hrant Dink und die Folgen seiner Ermordung auf das Medienhaus
- Die gesellschaftspolitische Bedeutung von Agos für den türkisch-armenischen Dialog
Auszug aus dem Buch
2.2 Inhalte der Zeitung
Da mir keine Druckausgabe von Agos zur Verfügung stand, beschreibe ich die Inhalte der Zeitung im Folgenden anhand des Aufbaus der Website. In der Onlineausgabe finden sich folgende Rubriken: Güncel (Aktuelle Nachrichten), Toplum (Gesellschaft), Kültür Sanat (Kultur und Kunst), Basından (Aus der Presse), Tarih Defteri (Geschichtshefter), Hrant Dink Davası (Der Fall Hrant Dink), Okurlardan (Von den Lesern) und Misafirane (Gästebuch). Außerdem gibt es ein Nachrichtenarchiv und Abonnementmöglichkeiten (v.a. an Exil-Armenier gerichtet).
Unter den Rubriken findet sich ein breites Feld an Themen, die hauptsächlich auf armenische bzw. armenischstämmige Leser abgestellt sind. So stechen folgende Themenkomplexe hervor: a) Armenische Kultur und Religion in der Türkei (ein Beispiel hierfür ist ein Artikel vom 14.8.2010; der Nachruf auf einen armenisch türkischen Theaterregisseur). b) Armenische Kultur und Religion in Armenien (z.B. ein Bericht zum Jerewaner Filmfestival) und c) Armenische Kultur und Religion außerhalb Armeniens und der Türkei (z.B. Restaurierung der verfallenen armenischen Kirche Surb Gevorg Mughnitzi in der georgischen Hauptstadt Tiflis). Außerdem sind typischerweise die Nachrichten aus der Politik fast ausschließlich zu Themen, die Armenien, die Türkei und teilweise auch noch Russland betreffen. Zwar schafften es die Proteste gegen den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak als ein Aufmacher auf die Startseite des Internetauftrittes der Zeitung, doch überwiegen Meldungen von Geschehnissen, bei denen Türkei und Armenien direkt involviert sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Bedeutung der armenischen Presse in der Türkei und skizziert das Ziel der Arbeit, die Zeitung Agos in ihrem historischen und politischen Kontext zu untersuchen.
2. Die Zeitung Agos: Dieses Kapitel beschreibt die Gründung, das Erscheinungsbild und die inhaltliche Ausrichtung von Agos im Vergleich zu anderen armenischen Publikationen.
3. Der Fall Hrant Dink: Hier wird der Einfluss des Gründers und Chefredakteurs Hrant Dink sowie die Auswirkungen seiner Ermordung auf die Wahrnehmung der Zeitung in der türkischen Öffentlichkeit analysiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Rolle von Agos als Brückenbauer zwischen den Kulturen zusammen und bewertet die zukünftigen Herausforderungen für das Medium.
Schlüsselwörter
Agos, Hrant Dink, Armenische Minderheit, Türkei, Journalismus, Zweisprachigkeit, Minderheitenrechte, Medienpolitik, Interkultureller Dialog, Zeitungsgeschichte, Paragraph 301, Armenisch-türkische Beziehungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Bedeutung der Wochenzeitung Agos, dem bekanntesten Presseorgan der armenischen Minderheit in der Türkei.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Entstehungsgeschichte, das inhaltliche Profil, die Zweisprachigkeit der Berichterstattung sowie der politische Kontext, insbesondere im Hinblick auf den Fall Hrant Dink.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist die Darstellung von Agos als Plattform, die nicht nur für die armenische Gemeinde, sondern auch für die türkische Gesellschaft eine wichtige Brückenfunktion einnimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?
Die Untersuchung basiert auf einer Analyse von Sekundärquellen, Internetauftritten der Zeitung und einer historischen Einordnung in das politische Umfeld der 1990er Jahre.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Zeitung selbst, einen Vergleich mit anderen armenischen Zeitungen sowie eine detaillierte Betrachtung des Mordfalls Hrant Dink und dessen Folgen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Wesentliche Begriffe sind Agos, Hrant Dink, armenische Minderheit, Journalismus, Zweisprachigkeit und der interkulturelle Dialog zwischen Türken und Armeniern.
Welchen Einfluss hatte der Tod von Hrant Dink auf die Zeitung?
Der Mordanschlag rückte die Zeitung in den Fokus der nationalen und internationalen Öffentlichkeit und führte temporär zu einer drastisch erhöhten Auflage und gesteigerter Aufmerksamkeit.
Inwiefern unterscheidet sich Agos von anderen armenischen Zeitungen?
Im Gegensatz zu rein armenischsprachigen Zeitungen wie Jamanak oder Nor Marmara setzt Agos konsequent auf Zweisprachigkeit, um auch ein türkischsprachiges Publikum zu erreichen.
Welche Rolle spielt die Zweisprachigkeit in der strategischen Ausrichtung?
Sie dient als bewusstes Mittel, um den Dialog zwischen Armeniern und Türken zu fördern und eine Öffentlichkeit für die Anliegen der Minderheit zu schaffen.
- Arbeit zitieren
- Göran Janson (Autor:in), 2011, Agos – Zeitung der armenischen Minderheit in der Türkei, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207428