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Lebenslanges Lernen als bildungspolitisches Leitprogramm auf internationaler und europäischer Ebene

Titel: Lebenslanges Lernen als bildungspolitisches Leitprogramm auf internationaler und europäischer Ebene

Bachelorarbeit , 2012 , 52 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Timo Fent (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

...In den letzten Jahrzehnten hat sich Lebenslanges Lernen nicht nur zu der elementarsten pädagogischen Leitidee in Europa entwickelt, nach der „Bildung umfassend und als lebenslanger Prozess gesehen werden muss, damit die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit (…) verwirklicht werden kann“ (Gerlach 2000, S. 89), sondern ist gleichzeitig zum Ober- und Schlüsselbegriff der bildungspolitischen Reformbemühungen der Europäischen Union (EU) geworden (vgl. Óhidy 2011, S. 11). Es ist in den bildungspolitischen Beschlüssen und amtlichen Verlautbarungen der EU mittlerweile als zentrale Leitidee fest verankert und damit essentieller Bestandteil der europäischen Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Sozialpolitik (vgl. ebd., S. 12). Entsprechend der „Lissabon-Strategie“ des Europäischen Rates (2000), die das Ziel verfolgt, die EU – ursprünglich bis 2010 – zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen, und des von der Europäischen Kommission formulierten Memorandums (2000), welches Lebenslanges Lernen als ein „Schlüsselelement stärker demokratisch ausgerichteter beschäftigungs- und sozialpolitischer Strategien“ (Europäisches Zentrum für die Förderung der Berufsbildung/Chisholm 2005, S. 1) darstellt sowie ein Verständnis des Begriffes „Lebenslanges Lernen“ dokumentiert, „das unterschiedliche Lernformen – formal, nicht-formal und informell – einschließt, neue Lernumwelten in Betracht zieht und sich auf die gesamte Lebensspanne erstreckt“ (Herzberg 2008, S. 8), intendiert die EU, ihre Mitgliedstaaten zur Umsetzung ihres „Lifelong-Learning-Konzepts“ im Rahmen des Subsidiaritätsprinzips anzuregen und sie dabei zu unterstützen (vgl. Óhidy 2011, S. 14). Während der deutsche Bildungsrat 1970 „ständige Weiterbildung“ (Deutscher Bildungsrat 1970, S. 51) noch so verstand, „daß das organisierte Lernen auf spätere Phasen des Lebens ausgedehnt wird, und daß sich die Bildungsmentalität weitgehend ändert“ (ebd.), jedoch „keineswegs“ (ebd.) in dem Sinne, „daß das Lernen zum beherrschenden Lebensinhalt werden soll“ (ebd.), ist letzteres gegenwärtig u.a. nach der Feststellung von Ludwig durchaus der Fall: „Heute wird Lernen zum beherrschenden Lebensinhalt definiert“ (Ludwig 2009, S. 2). Dies spiegelt sich auch in nationalen Programmen und Fördermaßnahmen zur Umsetzung Lebenslangen Lernens in der Bundesrepublik Deutschland – so etwa „Lernen im Lebenslauf“ (vgl. BMBF 2011, o. S.) – wider (vgl. hierzu Kap. 4 dieser Bachelorarbeit)....

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Annäherungen an das Lebenslange Lernen

1.1 Versuch einer Begriffsbestimmung

1.2 Hinwendung zum Lebenslangen Lernen und Ausweitung lebenslanger Lernprozesse – Gesellschaftliche Hintergründe

2. Die Entwicklung des bildungspolitischen Konzepts des Lebenslangen Lernens auf internationaler Ebene

2.1 Erste programmatische Ansätze von Europarat, OECD und UNESCO in den 1970er Jahren

2.2 1990er Jahre: Die Renaissance Lebenslangen Lernens in der europäischen und internationalen Bildungspolitik – Erneute Vorschläge von OECD und UNESCO

3. Die Etablierung Lebenslangen Lernens als bildungspolitisches Leitziel und -programm in Europa

3.1 Lissabon-Vereinbarung des Europäischen Rates (2000) und Memorandum über Lebenslanges Lernen (2000)

3.2 EU-Bildungsprogramm für Lebenslanges Lernen (2007-2013)

3.2.1 Comenius

3.2.2 Erasmus

3.2.3 Leonardo da Vinci

3.2.4 Grundtvig

3.2.5 Querschnittsprogramm und Jean Monnet

3.2.6 Zwischenbilanz und Ausblick: Neue Programmgeneration 2014 – 2020

4. Umsetzung Lebenslangen Lernens im EU-Mitgliedstaat Deutschland

5. Chancen und Risiken Lebenslangen Lernens im europäischen Kontext

6. Fazit und Ausblick mit einer kritischen Würdigung des bildungspolitischen Programms und der Entwicklung des Lebenslangen Lernens in der EU

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit analysiert die Entwicklung und Programmatik des Konzepts „Lebenslanges Lernen“ im europäischen Kontext. Dabei wird untersucht, wie sich das Verständnis dieses Konzepts von den 1970er Jahren bis zur Gegenwart gewandelt hat, welche Rolle internationale Organisationen wie OECD, UNESCO und EU dabei einnehmen und inwiefern eine kritische Würdigung der bildungspolitischen Implementierung, insbesondere unter dem Aspekt der Beschäftigungsfähigkeit und sozialer Herausforderungen, geboten ist.

  • Historische Genese des Konzepts „Lebenslanges Lernen“ auf internationaler Ebene
  • Analyse der europäischen Bildungspolitik und ihrer Leitziele (z.B. Lissabon-Strategie)
  • Struktur und Funktionsweise der EU-Bildungsprogramme (Comenius, Erasmus, Leonardo, Grundtvig)
  • Umsetzung und spezifische Ausprägung des Konzepts in Deutschland
  • Kritische Reflexion der Chancen und Risiken im Spannungsfeld von Ökonomisierung und Emanzipation

Auszug aus dem Buch

1.1 Versuch einer Begriffsbestimmung

Grundsätzlich beinhaltet lebenslanges Lernen entsprechend der Redewendung „Man lernt nie aus“ (zitiert nach Hof 2009, S. 11) „das Aufnehmen, das Erschließen und das Einordnen von Erfahrungen und Wissen über die gesamte Lebensspanne“ (Tippelt 2007, S. 110). Der Begriff „Lifelong Learning“ als Lebenslanges Lernen fand seine Prägung zu Beginn der 1970er Jahre in den bildungspolitischen Diskussionen des Europarates, der OECD sowie der UNESCO (vgl. ebd.) und hat sich inzwischen gegenüber verwandten Begriffen – wie etwa „Lifelong Education“ (Lebenslange Bildung) – in der internationalen Fachdiskussion durchgesetzt, auch gerade deshalb, weil er eine Verantwortung des Individuums bezüglich der Gestaltung und Entwicklung seines Bildungsweges impliziert (vgl. Lombeck 2011, S. 29).

Dennoch lässt sich der Begriff des Lebenslangen Lernens – unabhängig von der Begriffswahl „Lifelong Education“ oder „Lifelong Learning“ – nach Aspin und Chapman aufgrund seiner vielfältigen Verwendung und Akzentuierung nicht einheitlich bestimmen: „To think that one can find an ‚essential‘, ‚basic‘ or uncontestable definition of ‚lifelong education‘ is to embark upon a search for a chimera. Thus, rather than engaging in a futile search for the real meaning or an uncontested definition of lifelong education and lifelong learning, we would suggest that the best one can do is to follow Wittgenstein’s advice and ‚look at the use‘ of these terms in the discourse of those who employ it“ (Aspin/Chapman 2000, S. 9).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Annäherungen an das Lebenslange Lernen: Dieses Kapitel widmet sich der begrifflichen Klärung und den gesellschaftlichen Hintergründen, die zur wachsenden Bedeutung lebenslanger Lernprozesse geführt haben.

2. Die Entwicklung des bildungspolitischen Konzepts des Lebenslangen Lernens auf internationaler Ebene: Hier werden die frühen programmatischen Ansätze der 1970er Jahre sowie die Renaissance des Konzepts in den 1990er Jahren durch internationale Organisationen aufgezeigt.

3. Die Etablierung Lebenslangen Lernens als bildungspolitisches Leitziel und -programm in Europa: Dieses Kapitel erläutert die Implementierung auf EU-Ebene, inklusive der Lissabon-Strategie und der verschiedenen Teilprogramme wie Erasmus oder Comenius.

4. Umsetzung Lebenslangen Lernens im EU-Mitgliedstaat Deutschland: Es wird analysiert, wie die europäischen Vorgaben in den deutschen Kontext eingebettet wurden und welche nationalen Strategien dabei entstanden sind.

5. Chancen und Risiken Lebenslangen Lernens im europäischen Kontext: Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld zwischen emanzipatorischem Potenzial und dem Druck zur ökonomischen Verwertbarkeit des Individuums.

6. Fazit und Ausblick mit einer kritischen Würdigung des bildungspolitischen Programms und der Entwicklung des Lebenslangen Lernens in der EU: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden kritischen Reflexion über das Erreichte und die zukünftigen Herausforderungen des Konzepts.

Schlüsselwörter

Lebenslanges Lernen, Lifelong Learning, EU-Bildungspolitik, Lissabon-Strategie, Wissensgesellschaft, Beschäftigungsfähigkeit, Europäische Bildungsprogramme, Bildungsbiografie, Erziehungswissenschaft, Emanzipation, Ökonomisierung, Weiterbildung, informelles Lernen, Kompetenzentwicklung, Bildungsstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Etablierung des Konzepts „Lebenslanges Lernen“ als zentrales bildungspolitisches Leitziel innerhalb der Europäischen Union.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die internationale historische Entwicklung des Konzepts, die europäischen Förderprogramme, die spezifische Umsetzung in Deutschland sowie eine kritische Analyse der ökonomischen und sozialen Aspekte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Entwicklung von Zielsetzungen und Begründungen für das Konzept „Lebenslanges Lernen“ von den 1970er Jahren bis heute verständlich zu machen und kritisch zu hinterfragen, ob es eher ein emanzipatorisches oder ein ökonomisch instrumentelles Programm darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bildungspolitischer Publikationen, Dokumente internationaler Organisationen und relevanter erziehungswissenschaftlicher Diskurse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Genese auf internationaler Ebene, die Etablierung in Europa durch spezifische Programme, die Umsetzung in Deutschland sowie eine differenzierte Chancen-Risiken-Analyse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lebenslanges Lernen, EU-Bildungspolitik, Wissensgesellschaft, Beschäftigungsfähigkeit und kritische Erziehungswissenschaft geprägt.

Wie unterscheidet sich formales von informellem Lernen im Kontext dieser Arbeit?

Formales Lernen findet in staatlich anerkannten Bildungsinstitutionen mit Abschluss statt, während informelles Lernen als natürliche Begleiterscheinung des täglichen Lebens ohne Zertifizierung definiert wird.

Welche Bedeutung haben die EU-Bildungsprogramme für die Umsetzung?

Sie dienen als praktische Instrumente, um Mobilität, Austausch und die europäische Zusammenarbeit in verschiedenen Bildungssektoren zu fördern und das Konzept des Lebenslangen Lernens greifbar zu machen.

Was ist die Kernkritik an der „Ökonomisierung“ des Konzepts?

Die Kritik besagt, dass Lebenslanges Lernen in der EU oft zu stark auf die „Employability“ (Beschäftigungsfähigkeit) reduziert wird, was den ursprünglichen emanzipatorischen Bildungsgedanken verdrängen und den Menschen als reines Humankapital funktionalisieren könnte.

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Lebenslanges Lernen als bildungspolitisches Leitprogramm auf internationaler und europäischer Ebene
Hochschule
Universität Trier  (Fachbereich I: Pädagogik (Weiterbildung))
Note
1,0
Autor
Timo Fent (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
52
Katalognummer
V207465
ISBN (eBook)
9783656354536
ISBN (Buch)
9783656354802
Sprache
Deutsch
Schlagworte
programmatik lebenslangen lernens kontext
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Timo Fent (Autor:in), 2012, Lebenslanges Lernen als bildungspolitisches Leitprogramm auf internationaler und europäischer Ebene, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207465
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  52  Seiten
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