Mit einer Häufigkeit von 1:500 geborenen Lippen-, Kiefer-, Gaumen-, Segelspalten zählen Sie zu den zweithäufigsten Fehlbildungen.
Sie beinträchtigen das Sprechen, das Aussehen, die Okklusion und als Folge
nicht selten auch die Psyche. Zugunsten eines normalen Sprecherwerbs muss die ge-samte Spalte innerhalb der ersten 1,5 – 2 Jahre operativ verschlossen werden. Dabei wird ein Kompromiss eingegangen, weil Operationen im frühen Kindesalter zu Wachs-tumsstörungen führen können. Die gesamte Spalte wird ausschließlich durch Mobilisie-rung von Weichteilen aus der unmittelbaren Nachbarschaft verschlossen. Je breiter die Spalte, umso mehr muss mobilisiert werden, weshalb Narben entstehen, die dem Ober-kieferwachstum entgegen wirken. Ein schonendes Operieren ist nur bei anatomisch kor-rekter Position der Kiefersegmente möglich.
Ziel dieser Arbeit ist es eine prächirurgische Einordnung der Kiefersegmente mit der Rekonstruktionshilfe aufzuzeigen. (Planung , Herstellung, Funktion)
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2.0 Problemstellung
3.0 Medizinische Grundlagen der Lippen-, Kiefer,- Gaumenspalten
3.1 Genese
3.2 Ätiologie
3.3 Erscheinungsformen und Häufigkeit
3.4 Internationale Klassifikationen und Terminologie
3.5 Funktionelle und psychosoziale Problematik
3.6 Zeitplan
3.7 Operationsmethoden
4.0 Patientengut
5.0 Material und Methoden
5.1 Funktion der chirurgischen Rekonstruktionshilfe
5.2 Herstellung der chirurgischen Rekonstruktionshilfe
5.3 Verschiedene Konstruktionen
6.0 Modellvermessung
7.0 Ergebnisse
8.0 Diskussion
9.0 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Anwendung prächirurgischer Rekonstruktionshilfen bei Patienten mit einseitigen oder doppelseitigen Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten. Das primäre Ziel ist es, die Planung, Herstellung und Funktion dieser Hilfsmittel aufzuzeigen, um eine Einordnung der Kiefersegmente vor der chirurgischen Primärbehandlung zu ermöglichen.
- Medizinische Grundlagen und Ätiologie von Spaltfehlbildungen
- Klassifikationssysteme für Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten
- Techniken zur Herstellung chirurgischer Rekonstruktionshilfen
- Methodik der dreidimensionalen Modellvermessung
- Diskussion über kieferorthopädische Frühbehandlung und Operationsplanung
Auszug aus dem Buch
3.7 Operationsmethoden
In der Vergangenheit hat es zahlreiche Versuche des Lippenverschlusses gegeben. Durch ein mangelhaftes Weichteilangebot und die nach medial, in den Naseneingang verschobenen, spaltseitigen Lippenanteile, war der Versuch der operativen Wiederherstellung des Amorbogens mit zufrieden stellenden ästhetischen Aspekten erschwert. Dazu kommt das fehlende Knochenangebot im Bereich des Alveolarfortsatzes, welches zu Verziehungen der Narbe im Laufe des Wachstums der Patientinnen und Patienten geführt hat. Die Folge davon war, dass die Betroffenen sich häufig zahlreichen Korrekturoperationen unterziehen mussten, mit dem Ergebnis, dass die Narben meist auffällig waren und oftmals nicht mehr korrigiert werden konnten. Im 20. Jahrhundert wurden mehrere Schnittführungen entwickelt, die weltweit Anwendung fanden und finden. Hier soll eine der erfolgreichsten Lippenplastiken erläutert werden.
Bei den verschieden Operationstechniken der Lippenplastik wird zwischen:
• Der Winkelschnittführung wie z.B. bei Tennison (1952), Le Mesurier (1949) und Randall (1959) und
• der Wellenschnittführung wie z. B. bei Pfeiffer (1970)
• und der Bogenförmige Schnittführung wie z. B. bei Millard (1958)
unterschieden, wobei in dieser Arbeit auf die von Tennison entwickelte Schnittführung ausführlich eingegangen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Kurze Einführung in die Prävalenz von Spaltbildungen und die Zielsetzung der prächirurgischen Kiefersegment-Einordnung.
2.0 Problemstellung: Erläuterung der chirurgischen Herausforderungen bei der Wiederherstellung des Kieferbogens und der Vorteile des „boneless bone grafting“.
3.0 Medizinische Grundlagen der Lippen-, Kiefer,- Gaumenspalten: Umfassende Darstellung der embryonalen Entwicklung, Klassifikationen, funktionellen Problematiken und gängigen Operationsmethoden.
4.0 Patientengut: Beschreibung des untersuchten Patientenkollektivs und der methodischen Datenerfassung zwischen 2004 und 2008.
5.0 Material und Methoden: Detaillierte Anleitung zur Konstruktion, Herstellung und handwerklichen Umsetzung der chirurgischen Rekonstruktionshilfe.
6.0 Modellvermessung: Erklärung des Laser-Licht-Lichtschnitt-Verfahrens zur quantitativen Analyse morphologischer Kieferveränderungen.
7.0 Ergebnisse: Zusammenfassung der Behandlungserfolge bei der Einordnung der Kiefersegmente bei verschiedenen Spaltformen.
8.0 Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Therapieansätzen und den Auswirkungen auf das Oberkieferwachstum.
9.0 Zusammenfassung: Abschließende Bewertung der Wirksamkeit der chirurgischen Rekonstruktionshilfe als Behandlungsoption.
Schlüsselwörter
Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, prächirurgische Rekonstruktionshilfe, Kieferorthopädie, Kiefersegment, Spaltenchirurgie, Modellanalyse, LAHSHAL-Klassifikation, Oberkieferwachstum, Gingivoperiostplastik, chirurgische Prothetik, Implantatnägel, Weichteilhypoplasie, Ästhetik, Funktionsverbesserung, Progenie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die prächirurgische Einordnung von Kiefersegmenten bei Patienten mit Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten unter Verwendung spezieller Rekonstruktionshilfen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die medizinischen Grundlagen der Spaltbildungen, die technische Herstellung von Apparaturen zur kieferorthopädischen Frühbehandlung und deren klinischer Erfolg.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den gesamten Prozess von der Planung über die Herstellung bis zur klinischen Anwendung der Rekonstruktionshilfe darzustellen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Neben einer Literaturübersicht kommen klinische Beobachtungsstudien sowie dreidimensionale Modellvermessungen mittels Laser-Licht-Lichtschnitt-Triangulation zum Einsatz.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen medizinischen Grundlagen, die detaillierte Beschreibung der laborseitigen Apparateherstellung und die Analyse der Behandlungsergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Rekonstruktionshilfe, Kiefersegment, chirurgische Prothetik und Kieferorthopädie.
Warum ist eine prächirurgische Einordnung der Kiefersegmente so wichtig?
Sie ermöglicht eine anatomisch korrekte Positionierung der Segmente vor der Operation, was das spätere Oberkieferwachstum begünstigt und chirurgische Narbenbildung minimiert.
Welche Rolle spielt die 3D-Modellvermessung für die Studie?
Sie erlaubt eine präzise, rechnergestützte Quantifizierung der kieferorthopädischen Behandlungserfolge und den objektiven Vergleich der Behandlungsstadien.
Was ist das "boneless bone grafting" nach Skoog?
Es ist ein Verfahren, bei dem durch Bildung eines Mukoperiosttunnels Knochenwachstum in der Spalte durch die altersbedingte osteogene Potenz stimuliert wird.
Wann ist eine Anwendung der Rekonstruktionshilfe laut Autor gerechtfertigt?
Bei extremer Dislokation der Kiefersegmente ist ihre Anwendung eine gerechtfertigte Behandlungsoption, um unbefriedigende chirurgische Ergebnisse zu vermeiden.
- Quote paper
- Carsten Matuschek, M.Sc., Ztm (Author), 2012, Behandlung mit prächirurgischen Rekonstruktionshilfen bei Lippen-, Kiefer-, Gaumensegelspalten , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207492