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Das Heiratsritual – ein altes Ritual mit neuer Bedeutung

Titre: Das Heiratsritual – ein altes Ritual mit neuer Bedeutung

Essai , 2012 , 10 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Andrea Beckert (Auteur)

Sociologie - Individu, Groupe, Société
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Obwohl das partnerschaftliche Zusammenleben heute nicht mehr notwendigerweise in einer Ehe mündet und sich immer mehr Paare für eine nichteheliche Lebensgemeinschaft entscheiden, ist es dennoch für viele Menschen wichtig, die Zusammengehörigkeit zu dem eigenen Partner mit dem Bund der Ehe zu besiegeln. Meist wird der „schönste Tag des Lebens“, wie der Tag des Heiratens im Volksmund oft bezeichnet wird, feierlich und festlich gestaltet. Nicht nur der Gang zum Standesamt beziehungsweise zum Altar wird zelebriert, auch die Eheschließung an sich und die anschließenden Feierlichkeiten beinhalten zahlreiche Riten. Diese sind, wie es auch für andere Rituale üblich ist, traditionell überliefert.
Das Heiraten gehörte bis in die 1970er Jahre in der modernen westlichen Kultur zur Standartbiographie eines Menschen. Verbesserte Bildungs- und Erwerbschancen für Frauen und eine damit verbundene ökonomisch bessere Stellung sowie ein neues Rollenverständnis der Frau führten dazu, dass ein neues Leitbild der Partnerschaft entstand, welches die Gleichberechtigung beider Partner betont und auf Aushandlungsprozessen innerhalb der Beziehung basiert (vgl. Schmidt/Moritz, 2009, S.91f.). Vor allem in den westlichen Industrieländern hat sich die Qualität der Ehe im letzten Jahrhundert verändert und die Heiratsneigung ist zurückgegangen (vgl. Lenz, 2009, S.17).
Obwohl das Heiraten ein altertümliches Ritual ist, das lange zurückreicht, kann man anhand eines Vergleichs heutiger und bürgerlicher Hochzeiten gut erkennen, dass das Heiratsritual und dessen Symboliken in der damaligen Zeit auf der Untergeordnetheit der Frau gegenüber dem Mann sowie der Dominanz des Mannes basierten, während die Symbole heute eher auf Liebe und Partnerschaftlichkeit beruhen. Trotzdem ist das Heiratsritual sowohl für das Paar als auch für die Angehörigen weiterhin von großer Bedeutung. Ein neuer Anspruch an die Ehe, die nicht mehr notwendigerweise zur Normalbiographie eines Menschen gehört, sondern zu einer möglichen Option im Leben geworden ist, schlägt sich auch in der Art und Weise des Vollzugs des Heiratsrituals nieder. Mit Blick auf die Veränderungen innerhalb der persönlichen Beziehung in der Ehe lohnt es sich deshalb, die einzelnen Riten des Heiratsrituals genauer zu untersuchen. Es ist festzustellen, dass das Heiraten in der modernen westlichen Kultur in den letzten Jahrzehnten einem Bedeutungswandel unterlag und dies zu einer Veränderung der Bedeutung und Ausübung der Hochzeitsriten führte.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Das Heiratsritual – ein altes Ritual mit neuer Bedeutung

2. Der Begriff des Übergangsritus

3. Wandel der Bedeutung des Heiratsrituals

3.1 Die Bedeutung der Brautübergabe

3.2 Die ökonomische Bedeutung der Mitgift

3.3 Die Symbolik des Ringes

3.4 Das weiße Brautkleid als Symbol

3.5 Neu entstandene Riten

4. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den soziologischen Bedeutungswandel des Heiratsrituals in der modernen westlichen Gesellschaft, wobei der Fokus auf dem Übergang von einer ökonomisch motivierten Institution zu einer auf emotionaler Partnerschaft basierenden Entscheidung liegt. Dabei wird analysiert, wie sich traditionelle Symboliken und Riten im gesellschaftlichen Wandel anpassen und neue Formen der individuellen Ausgestaltung entstehen.

  • Das Heiratsritual als soziologischer Übergangsritus
  • Wandel von ökonomischen Motiven hin zu emotionaler Liebesheirat
  • Veränderung der Symbolik bei Brautübergabe, Mitgift und Ring
  • Die Rolle von Individualisierung und partnerschaftlicher Gleichberechtigung
  • Integration von neuen Riten in die moderne Hochzeitsgestaltung

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung der Brautübergabe

Zum einen gibt es den heute noch aktuellen Ritus der Übergabe der Braut an den Bräutigam durch den Brautvater. Während der Bräutigam bereits vor dem Altar auf die Braut wartet, wurde diese von ihrem Vater langsam zum Alter geführt und dort an den zukünftigen Ehemann übergeben, bevor die eigentliche Trauung stattfindet. Dieser Ritus, von patriarchalischen Strukturen geprägt, symbolisierte die Übergabe von der alten Herkunftsfamilie in die neue eigene Familie und damit dem Heiratsritual zugrundeliegende Trennungritus, welcher die Ablösung aus dem alten Zustand aufzeigt und von van Gennep beschrieben wurde (vgl. Herlyn, 2002, S.21). Die Frau, welche zukünftig für Haushalt und Kindererziehung zuständig war, wechselte sozusagen von einer alten Abhängigkeit von den Eltern in die neue Abhängigkeit der Ehe, da sie auch hier ebenso materiell auf den Erwerb des Mannes angewiesen war, denn nun hatte dieser für die materielle Absicherung der Frau zu sorgen (vgl. Hirsch, 2008, S.175). Ebenso war es nun des Mannes Pflicht, für den Rest des Lebens materiell für die Frau zu sorgen. Auch heute ist dieser Brauch noch üblich und ist vor allem in kirchlichen Trauungen noch zu finden. Jedoch gilt heute die Brautübergabe eher als eine Übergabe von der Fürsorge der Herkunftsfamilie in die Fürsorge der Ehe. Mit dem wachsenden Anspruch an Selbst- und Eigenständigkeit und an ein „eigenes Leben“ sind heute die Voraussetzungen für auch ökonomische Selbständigkeit innerhalb der Ehe geschaffen (vgl. Lenz, 2009, S.21). Zudem reicht oft das Einkommen des Mannes nicht mehr aus, um die Familie finanziell zu versorgen, so dass die Frau notwendigerweise einen Teil dazu beitragen muss. Man kann also sagen, dass die Bedeutung des Symbols der Brautübergabe sich von einer materiellen zu einer emotionalen Bedeutung verschoben hat. Außerdem kann nun frei gewählt werden, ob die Braut allein, mit dem Partner oder vom Brautvater geführt das Standesamt oder die Kirche betritt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Heiratsritual – ein altes Ritual mit neuer Bedeutung: Einleitung in das Thema, die zeigt, dass trotz sinkender Heiratsneigung das Interesse an einer festlichen Zeremonie als Übergangsereignis bestehen bleibt.

2. Der Begriff des Übergangsritus: Theoretische Herleitung des Hochzeitsrituals als Instrument zur Bewältigung von Lebensphasenwechseln nach Arnold van Gennep.

3. Wandel der Bedeutung des Heiratsrituals: Detaillierte Analyse verschiedener Symbole wie Brautübergabe, Mitgift, Ring und Brautkleid sowie deren Anpassung an moderne, gleichberechtigte Partnerschaftsmodelle.

4. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee über den Rückgang ökonomischer Aspekte zugunsten emotionaler Beweggründe und Ausblick auf die fortlaufende Anpassungsfähigkeit des Rituals.

Schlüsselwörter

Heiratsritual, Übergangsritus, Liebesheirat, Symbolik, Ehe, Bedeutungswandel, Patriarchat, Partnerschaft, Soziologie, Individualisierung, Brautübergabe, Ehering, Geschlechterrollen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Analyse des Heiratsrituals und wie sich dessen Bedeutung und Symbolik von traditionellen, ökonomisch geprägten Strukturen hin zu einer modernen, emotionalen Entscheidung gewandelt hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind der Wandel von Geschlechterrollen, die Bedeutung der Ehe als Übergangsritus, die Veränderung von Symbolen wie der Mitgift oder der Brautübergabe sowie die Einflüsse von Individualisierung und Selbstbestimmung.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie sich das Heiratsritual angesichts gesellschaftlicher Veränderungen in seiner Bedeutung wandelt und wie sich moderne Paare in diesem rituellen Kontext positionieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen theoretisch orientierten Essay, der soziologische Fachliteratur und ethnologische Konzepte, insbesondere den Begriff des Übergangsritus nach Arnold van Gennep, auf das moderne Heiratsgeschehen anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden spezifische Riten und Symbole wie die Brautübergabe, der Ehering, die Mitgift und das weiße Brautkleid historisch kontrastiert, um den Wandel von patriarchalen zu partnerschaftlichen Interpretationsmustern zu belegen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Schlagworte sind Heiratsritual, Übergangsritus, Liebesheirat, Bedeutungswandel, Symbolik und Geschlechterrollen.

Inwieweit spielt die ökonomische Unabhängigkeit der Frau eine Rolle für den Ritus?

Die finanzielle Eigenständigkeit der Frau hat dazu geführt, dass ökonomische Riten wie die Mitgift weitgehend verschwunden sind und die Brautübergabe heute eher als symbolischer Akt der emotionalen Begleitung statt als materielles Versorgungsgeschäft verstanden wird.

Welche Rolle spielt die Kirche in heutigen Heiratsriten?

Die Arbeit stellt fest, dass der Einfluss der Kirche bei der Eheschließung abnimmt, was sich unter anderem daran zeigt, dass der Ringtausch vermehrt bereits im Standesamt stattfindet und nicht mehr exklusiv an den kirchlichen Segen gebunden ist.

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Résumé des informations

Titre
Das Heiratsritual – ein altes Ritual mit neuer Bedeutung
Université
Dresden Technical University  (Soziologie)
Cours
Rituale gestern und heute
Note
1,3
Auteur
Andrea Beckert (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
10
N° de catalogue
V207619
ISBN (ebook)
9783656349563
ISBN (Livre)
9783656534235
Langue
allemand
mots-clé
heiratsritual ritual bedeutung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Andrea Beckert (Auteur), 2012, Das Heiratsritual – ein altes Ritual mit neuer Bedeutung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207619
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Extrait de  10  pages
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