"Umweltprobleme machen nicht an Staatsgrenzen halt" - Unterrichtsstunde im Fach Politik, Realschule: Klasse 9


Unterrichtsentwurf, 2012
22 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

1. Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Kompetenzen

Im Rahmen der geplanten Unterrichtsstunde werden in Anlehnung an das Niedersächsische Kerncurriculum für das Fach Politik schwerpunktmäßig folgende Kompetenzen angebahnt:

Prozessbezogene Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler… [1]

Analysekompetenz [2]

… analysieren einen Sachverhalt (lokale Umweltprobleme) mit Blick auf deren globale Folgen und Regulierungsmöglichkeiten auf globaler und lokaler Ebene.

Urteilskompetenz [3]

… bewerten die in der Stunde behandelten Fallbeispiele zu lokalen Umweltproblemen auch im Bezug auf ihre Lebenswelt und schätzen ihre eigene Betroffenheit ein.

Handlungskompetenz [4]

… setzen sich mit Fallbeispielen zu lokalen Umweltproblemen auseinander, erkennen Zusammenhänge zu globalen Fragen und überprüfen im Sinne der gemeinschaftlichen Interessenlage Einflussmöglichkeiten zur Lösung von globalen Umweltproblemen.

Inhaltsbezogene Kompetenzen>

Themenfeld: Entgrenzung/ Klimawandel[5]

Politische Handlungsfelder und Steuerungsansätze: globale/ ökologische Arbeitsteilung/ gegensätzliche Interessen von Industrienationen und Schwellenländern

Arbeitstechniken und Methoden

Lesen und Markieren/ Strukturieren und Exzerpieren/ Ergebnisse präsentieren/ Zwei-Minuten-Rede[6]

3. Lernziele der Unterrichtsstunde

Groblernziel (GLZ)

Die Schülerinnen und mittels einer Gruppenarbeit und mehrerer Zwei-Minuten-Reden exemplarisch mit lokalen Umweltproblemen auseinandersetzen. Sie sind in der Lage, begründet darzulegen, inwieweit diese Umweltprobleme globale Auswirkungen haben.

Feinlernziele (FLZ)

Die Schülerinnen und Schüler…

FLZ I … werden zu Beginn der Stunde durch das Rollenspiel zwischen einem Industrievertreter und einer Umweltaktivistin für das Thema der Stunde sensibilisiert.

FLZ II … erkennen die wesentlichen Aspekte ihres Fallbeispiels eines lokalen Umweltproblems und sind in der Lage, diese mit Blick auf die anstehende Zwei-Minuten-Rede zu erläutern.

FLZ III … können eine Zwei-Minuten-Rede über das in ihrer Gruppe behandelte Fallbeispiel eines lokal begrenzten Umweltproblems mithilfe ihrer MitschülerInnen vorbereiten und ansprechend präsentieren.

FLZ IV … erläutern auf Grundlage der Reden ihrer MitschülerInnen den Zusammenhang zwischen lokalen Umweltproblemen und deren globalen Auswirkungen auf andere Länder und Regionen der Welt.

4. Sachanalyse

Der Begriff Globalisierung ist aus der politischen Diskussion der heutigen Zeit kaum wegzudenken. Die Globalisierung ist für eine Vielzahl politischer, gesellschaftlicher, kultureller, wirtschaftlicher und ökologischer Veränderungen verantwortlich. Im Zuge der Diskussion über den Beginn der Globalisierung stellt sich die Frage, ob diese ein neues Phänomen sei, oder ob nicht bereits internationale Wirtschaftskooperationen vor mehr als 1000 Jahren zumindest als Vorboten der Globalisierung gesehen werden könnten. Als Zugpferd der Globalisierung der heutigen Zeit gilt ein weltweiter Ausbau der Infrastruktur, insbesondere der Transportwege und der Kommunikationstechniken.[7]

In der vorliegenden Stunde werden ökologische Aspekte der Globalisierung untersucht. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, inwieweit lokal begrenzte Umweltprobleme globale Ausmaße erreichen können. Es ist unbestritten, dass die durch die Globalisierung angestoßenen Industrialisierungsprozesse und die damit verbundenen westlichen Lebensweisen für eine Vielzahl von Umweltproblemen zuständig sind. Neben dem bekanntesten Umweltproblem, der Erwärmung der Erdatmosphäre, sind jedoch noch weitere Umweltproblematiken zu nennen:

- Die so genannte friedliche Nutzung der Kernenergie und das damit verbundene Restrisiko einer nuklearen Katastrophe über die Grenzen von Nationalstaaten hinweg (siehe Harrisburg, Tschernobyl, Fukushima)
- Die besonders durch die Industrieländer forcierte Plastik-Produktion inklusive deren Entsorgungsproblematik (Müll in den Ozeanen, Giftstoffe in der Nahrungsmittelkette)
- Die Abholzung des Regenwaldes in Zentralafrika und Südamerika, die zu einer globalen Veränderung des Klimas führt sowie mit einem Artensterben von im Regenwald lebenden Tieren verbunden ist
- Der permanent steigende Warenverkehr über die Seewege dieser Erde birgt ein großes Potential zur Zerstörung der Umwelt, wenn Schiffe Leck schlagen und große Mengen Schweröl in die Ozeane laufen.

Ein Viertel der Menschheit ist für den Großteil der Umweltverschmutzung und des Ressourcenverbrauchs verantwortlich. Dies insbesondere in den Industrieländern basierend auf Profitstreben und einer offensiven, wenig umweltfreundlichen Wirtschaftspolitik. Hiermit wird einmal mehr belegt, dass ein verhältnismäßig kleiner Teil der Weltbevölkerung für Umweltprobleme mit globalem Ausmaß zuständig ist. Lösungen zur Verbesserung oder Abmilderung dessen erfordern eine Etablierung nachhaltiger Entwicklung im globalen Maßstab. Das heißt, dass globale Umweltprobleme auch auf einer globalen Ebene und nicht durch Alleingänge einzelner Nationalstaaten angegangen werden sollten.[8]

5. Didaktische Analyse

Das Thema der Stunde „Umweltprobleme machen nicht an Staatsgrenzen halt“ lässt sich formal durch das Kerncurriculum für die Realschule – Politik[9] legitimieren. Darüber hinaus bietet sich das Thema aus mehreren Gründen zur Bearbeitung im Jahrgang 9 an: Globale Umweltprobleme betreffen die Schülerinnen und Schüler unmittelbar, sei es durch den Klimawandel und den Anstieg der Temperaturen mit all seinen Konsequenzen, oder die Verpestung der Meere durch Öl und Kunststoffe und die damit verbundenen Schadstoffe, die in die Nahrungskette gelangen. Das Thema hat somit einen immensen Aktualitätsbezug: Die Schülerinnen und Schüler können Rückschlüsse auf ihre eigene Lebenswelt ziehen und werden dafür sensibilisiert, dass auch sie direkt oder indirekt von den Folgen globaler Umweltprobleme betroffen sein können.

In der vorliegenden Stunde werden fünf Fallbeispiele für Umweltprobleme thematisiert (siehe Sachanalyse). Es ließe sich sicherlich noch eine Vielzahl weiterer Fallbeispiele finden. Ebenso könnte man die behandelten Fallbeispiele noch vertiefen und detaillierter besprechen. Im Sinne einer didaktischen Reduktion wird in der vorliegenden Stunde jedoch das Hauptaugenmerk auf den Zusammenhang zwischen regionaler Begrenztheit und den globalen Folgen von Umweltproblemen gelegt. Es wird somit der exemplarische Ansatz verfolgt, anhand konkreter, für die Schülerinnen und Schüler greifbarer Fallbeispiele die wichtigsten Aspekte lokaler Umweltprobleme in einen Bedeutungszusammenhang (Was bedeuten diese lokalen Probleme in einem globalen Kontext? Welche Auswirkungen haben diese?) zu stellen, der für die Schülerinnen und Schüler verständlich und nachvollziehbar ist.

Die Schülerinnen und Schüler sind als Teil dieser Gesellschaft sowohl von wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen, als auch von ökologischen Aspekten der Globalisierung direkt betroffen. Ferner sind Themen von globaler Tragweite, insbesondere Umweltthemen, in den Medien omnipräsent (Klimawandel, Energiewende, Fukushima, Deep Water Horizon). Insofern gehört es auch zu den Aufgaben von Politik und Schule, den Schülerinnen und Schülern zum Verständnis ökologischer Folgen der Globalisierung beizutragen. Die Rolle des Individuums in der Gesellschaft und dessen Einstellung zu einem Thema, welches die Gesellschaft als Ganzes betrifft, sind hierbei als Bildungsauftrag von Schule zu verstehen.

[...]


[1] Niedersächsisches Kultusministerium: Kerncurriculum für die Realschule. Schuljahrgänge 5-10. Politik. Hannover, 2008, S. 13.

[2] Vgl. ebd.

[3] Vgl. ebd. S. 14.

[4] Vgl. ebd. S. 15.

[5] Vgl. ebd. S. 17.

[6] Vgl. ebd. S. 26.

[7] Vgl. Jürgen Osterhammel, Niels P. Petterson: Geschichte der Globalisierung. München, 2003, S. 29.

[8] Vgl. Mols/ Lauth et al.: Politikwissenschaft, Eine Einführung. Paderborn, 2003, S. 279.

[9] Niedersächsisches Kultusministerium: Kerncurriculum für die Realschule Schuljahrgänge 5-10, 2008, S. 17.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
"Umweltprobleme machen nicht an Staatsgrenzen halt" - Unterrichtsstunde im Fach Politik, Realschule: Klasse 9
Hochschule
Studienseminar Hannover I für die Lehrämter an Grund-, Haupt- und Realschulen
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
22
Katalognummer
V207670
ISBN (eBook)
9783656366164
ISBN (Buch)
9783656366676
Dateigröße
1110 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
umweltprobleme, staatsgrenzen, unterrichtsstunde, fach, politik, realschule, klasse
Arbeit zitieren
Jens Goldschmidt (Autor), 2012, "Umweltprobleme machen nicht an Staatsgrenzen halt" - Unterrichtsstunde im Fach Politik, Realschule: Klasse 9, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207670

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