Die vorliegende Arbeit thematisiert die Herausforderungen für die berufliche Bildung in den
Pflegeberufen. Sie soll vor dem Hintergrund der ständig propagierten, aber selten
differenziert betrachteten Schlagwörter des Fachkräftemangels und demographischen
Wandels einen Überblick über das deutsche Pflegeberufsbildungssystem gewähren. Dabei
wird ein Verständnis für das heterogene Feld der Pflegebranche entwickelt, sich theoretisch
an die Problematik eines Mangels an Fachkräften und einer Alterung der deutschen
Bevölkerung angenähert sowie die Herausforderungen, denen sich die die berufliche Bildung
in den Pflegeberufen zukünftig stellen muss, erörtert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Berufe in der Pflege
2.1.1 Gesundheits- und Krankenpfleger/in bzw. Gesundheits- und
Kinderkrankenpfleger/in
2.1.2 Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/in
2.1.3 Gesundheits- und Pflegeassistent/in
2.1.4 Betreuungsassistent und Alltagsbegleiter
2.2 Theoretische Konzeptionen
2.2.1 Fachkräftemangel
2.2.2 Demographischer Wandel
2.3 Herausforderungen in den Pflegeberufen
2.3.1 Demographie
2.3.2 Fachkräfte
2.3.3 Finanzierung
2.3.4 Qualifizierung
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die gegenwärtigen Herausforderungen für die berufliche Bildung in der deutschen Pflegebranche vor dem Hintergrund der Schlagworte Fachkräftemangel und demographischer Wandel.
- Heterogenität der Berufslandschaft in der Pflege
- Theoretische Einordnung von Fachkräftemangel und demographischem Wandel
- Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung auf den Pflegebedarf
- Herausforderungen in Finanzierung und Qualifizierung
- Ansätze zur Reform des Pflegeberufegesetzes
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Demographie
Im Jahr 2011 betrug die Gesamtbevölkerung in Deutschland rund 81,8 Millionen. Davon waren 66 Prozent im Alter zwischen 15 und 65 Jahren, wodurch davon ausgegangen werden kann, dass sich 53,5 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter befinden. (Vgl. Statista 2012) Dass aus dieser Zahl Berufsinvaliden, Frührentner, behinderte Menschen etc. heraus gerechnet werden müssen, ist dabei obligatorisch. Bis zum Jahr 2020 kann auf Grundlage der jetzigen Bevölkerungsstruktur ein Rückgang von Gesamtbevölkerung bzw. Personen im Erwerbsalter um ca. drei bzw. vier Prozent prognostiziert werden. Nach 2020 wird dagegen von einer verstärkten Abnahme ausgegangen. Bis zum Jahr 2050 sinkt die Gesamtbevölkerung demnach um ca. 17 Prozent auf 69 Millionen, die Zahl der Personen im Erwerbsalter um ca. 32 Prozent auf nur noch 35 Millionen. (Vgl. Kay/Richter 2010, S. 23 f.)
Erschwerend hinzu kommt die Schätzung, dass 2050 16 Prozent der Bevölkerung über 80 Jahre alt sein wird (vgl. BGW 2007, S. 19).
Für die Pflegebranche ergeben sich folgende Konsequenzen aus diesen Entwicklungen: Eine Zunahme der Lebenserwartung bringt einen Zuwachs an Krankheitsfällen und Krankheitsbildern mit sich (vgl. Brunnhuber 2008, S. 15). Demnach wird die Zahl der pflegebedürftigen Menschen bis 2050 auf über drei Millionen wachsen. Einhergehend mit den demographischen Entwicklungen steigt auch der Altersdurchschnitt des pflegenden Personals. Hier müssen verschiedene Instrumente Anwendung finden, die eine ständige Kompetenzerweiterung und ein gesundheitsförderliches Arbeiten sicherstellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die aktuelle Diskussion um die Pflegeberufe vor und skizziert die Problematik des Fachkräftemangels sowie des demographischen Wandels als Ausgangspunkt der Arbeit.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert differenziert das Berufsangebot, theoretische Hintergründe sowie die konkreten Herausforderungen in den Bereichen Demographie, Fachkräfte, Finanzierung und Qualifizierung.
2.1 Berufe in der Pflege: In diesem Kapitel wird das heterogene Berufsfeld von examinierten Pflegekräften bis hin zu Betreuungsassistenten und Alltagsbegleitern skizziert und rechtlich eingeordnet.
2.2 Theoretische Konzeptionen: Dieses Kapitel nähert sich theoretisch den Begriffen Fachkräftemangel und demographischer Wandel an, um diese für die Pflegebranche nutzbar zu machen.
2.3 Herausforderungen in den Pflegeberufen: Hier werden die Einflussfaktoren Demographie, Fachkräftemangel, Finanzierung und Qualifizierung im Kontext der anstehenden Reformen der Pflegebranche detailliert betrachtet.
3. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet die Auswirkungen der geplanten Reformen, wobei offene Fragen identifiziert werden.
Schlüsselwörter
Pflegeberufe, Fachkräftemangel, demographischer Wandel, berufliche Bildung, Pflegeberufegesetz, Altenpflege, Qualifizierung, Finanzierung, Pflegeversicherung, Gesundheitsfachberufe, Pflegepersonal, Demenz, Arbeitsmarkt, Berufsqualifikation, Betreuungskraft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Herausforderungen für die berufliche Bildung in den Pflegeberufen im Kontext aktueller gesellschaftlicher Veränderungen.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die heterogene Berufsstruktur in der Pflege, der demographische Wandel, der Fachkräftemangel sowie die Finanzierung und Qualifizierung im Rahmen der Pflegeausbildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über das deutsche Pflegeberufsbildungssystem zu geben und die Auswirkungen des Fachkräftemangels und demographischen Wandels auf die berufliche Bildung zu erörtern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer inhaltlichen Auswertung aktueller Gesetzesentwürfe, Statistiken und berufsständischer Diskussionen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Pflegeberufe, eine theoretische Einordnung der zentralen Begriffe und eine eingehende Analyse der Herausforderungen durch Demographie, Fachkräftemangel, Finanzierung und Qualifizierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Pflegeberufe, Fachkräftemangel, demographischer Wandel, berufliche Bildung und Reform des Pflegeberufegesetzes.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Betreuungsassistenten?
Betreuungsassistenten und Alltagsbegleiter leisten eine wichtige unterstützende Arbeit, insbesondere für demenzkranke Menschen, sind jedoch abzugrenzen von den eigentlichen pflegerischen Fachkräften.
Welchen Einfluss hat die demographische Entwicklung auf die Pflegeausbildung?
Aufgrund der steigenden Anzahl pflegebedürftiger Menschen bei gleichzeitigem Rückgang junger Fachkräfte wird eine Zusammenführung und Aufwertung der Ausbildung sowie eine höhere Transparenz durch Qualifikationsrahmen gefordert.
Was ist die zentrale Hürde bei der Finanzierung der Pflegeausbildung?
Die größte Hürde besteht in der notwendigen gesicherten Finanzierung bei einer Reform, die die Ausbildungskosten insgesamt um etwa eine Milliarde Euro steigen lässt.
- Arbeit zitieren
- Daniel Zäck (Autor:in), 2012, Aktuelle Entwicklungen in der Pflegebranche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207778