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Essay zu Martha Nussbaum: Erschwert die Umstellungsbegutachtung der Berliner Behindertenhilfe das Überschreiten der "Schwelle" für Herrn L.?

Título: Essay zu Martha Nussbaum: Erschwert die Umstellungsbegutachtung der Berliner Behindertenhilfe das Überschreiten der "Schwelle" für Herrn L.?

Ensayo , 2012 , 5 Páginas , Calificación: 1,9

Autor:in: BA Siri Boehlke (Autor)

Ética
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Um die Fragestellung zu erläutern, werde ich zunächst erklären, was die Umstellungsbegutachtung ist: Ende 2010 hatte die Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales den Hilfebedarf aller geistig und körperlich behinderten Heimbewohner in Berlin überprüfen und nach neuen Kriterien beurteilen lassen. Die Begutachtungen sind die Grundlage einer neuen einheitliche Preisgestaltung und Personalbemessung in den Wohnheimen der Berliner Behindertenhilfe. Die genauen Folgen der Umstellungsbegutachtung sind noch nicht geklärt. Es steht jedoch fest, dass Personalkürzungen dazu gehören.
Seit dem Tod seiner Mutter vor drei Jahr wohnt der 60 jähirge Herr L. in einer stationären Einrichtung der Behindertenhilfe in Berlin und wurde somit ebenfalls begutachtet. Herr L. hat Autismus in Verbindung mit einer geistigen Behinderung. Das Krankheitsbild wird hier kurz vorgestellt, da es im späteren Verlauf noch eine Rolle spielt. Autismus gehört nach dem ICD-10 zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (F 84). Der Begriff kommt aus dem griechischen und bezeichnet die extreme Selbstbezogenheit, die auch als Flucht in eine „Innenwelt“ geschrieben wird. Typische Aspekte des Autismus, die auch Herr L. aufweist sind: auffälliges Kontakt- und Sozialverhalten, Veränderungsängste, weshalb der Umzug für Herrn L. Und das Leben in der Einrichtung eine große Herausforderung darstellt, Fixierung auf bestimmte Themen, für Herrn L. Ist die DDR sehr bedeutend, in sich gekehrt und Autoaggression, sprich selbstverletzendes Verhalten.
Herr L. hat es in den drei Jahren geschafft sich dem Gruppengeschehen anzupassen, bei Überforderung nicht autoaggressiv zu reagieren, spontane Ideen und Handlungen verhältnismäßig häufiger umzusetzen und einer externen Tätigkeit nachzugehen. Hierbei ist eine ständige Begleitung und Assistenz erforderlich, um Herrn L. zu unterstützen. Trotz der zusätzlichen geistigen Behinderung verfügt Herr L. über eine „Inselbegabung“, eine ausgeprägte Begabung in einem bestimmten Teilbereich. Sie liegt darin zu jedem Datum den Wochentage benennen zu können, sowohl in der Zukunft, als auch in der Vergangenheit.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Erläuterung der Fragestellung

2. Argumentationslinie von Martha C. Nussbaum

3. Argumente in Bezug auf die Fragestellung

4. Stellungnahme

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die im Jahr 2010 eingeführte Umstellungsbegutachtung der Berliner Behindertenhilfe das Überschreiten der sogenannten "Schwelle" für Menschen mit Behinderung, beispielhaft dargestellt am Fall von Herrn L., negativ beeinflusst oder erschwert.

  • Analyse der Auswirkungen der Umstellungsbegutachtung auf die Personalausstattung in Wohnheimen
  • Darstellung des Krankheitsbildes Autismus in Verbindung mit geistiger Behinderung
  • Diskussion des Capability-Ansatzes von Martha C. Nussbaum im Kontext der Behindertenhilfe
  • Kritische Reflexion der staatlichen Verantwortung und der Inklusionsvorgaben
  • Bewertung der drohenden Versorgungsengpässe durch mögliche Personalkürzungen

Auszug aus dem Buch

Argumentationslinie von Martha C. Nussbaum

Martha Nussbaum erstellt in dem Text „Der aristotelische Sozialdemokratismus“ eine Theorie über die „Versorgung“ der Bürger eines Staates, dabei bezieht sie sich auf Aristoteles. Sie zitiert Aristoteles zu Beginn aus dem Buch „Politik“. Anhand der drei Abschnitte, die sie zitiert, baut sie ihren Text auf, wie ein „gutes“ Leben durch den Staat ermöglicht werden soll.

Sie geht nicht darauf ein, dass Aristoteles ein anderes Menschenbild hatte als sie. Bei Aristoteles waren nur Männer, die keine Sklaven waren und ein bestimmtes Alter erreicht hatten Bürger. Da ihr Text von 1999 ist, kann davon ausgegangen werden, dass sie das heutige Bild vom Bürger meint, in dem es keine Sklaven gibt und Frauen genauso gemeint sind, obwohl sie dies nicht explizit klar stellt.

Der Ansatz wird von Liberalismus abgegrenzt durch die Begründung, dass dieser Ansatz das Gute vor das Rechte setzt. Sie stellt 11 Bedingungen auf, die das Menschsein auszeichnen, dabei nennt sie ganz Grundlegendes, wie zum Beispiel die Sterblichkeit, den menschlichen Körper oder die Verbundenheit mit anderen Menschen. Aus diesen schlussfolgert sie „die Grundfähigkeiten des Menschen“. Sie gibt zu bedenken, ob ein Mensch ohne diese Fähigkeiten überhaupt menschlich sein kann, geschweige denn ein gutes Leben führen könnte.

Zusammenfassung der Kapitel

Erläuterung der Fragestellung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Umstellungsbegutachtung der Berliner Behindertenhilfe ein und stellt den Fall von Herrn L. als praktisches Beispiel für die Auswirkungen vor.

Argumentationslinie von Martha C. Nussbaum: Hier wird der theoretische Rahmen durch den "aristotelischen Sozialdemokratismus" und die von Nussbaum definierten Grundfähigkeiten des Menschen abgesteckt.

Argumente in Bezug auf die Fragestellung: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Anforderungen Nussbaums mit der Lebenssituation von Herrn L. und reflektiert die Rolle des Staates bei der Bereitstellung notwendiger Ressourcen.

Stellungnahme: Abschließend wird der capability-orientierte Ansatz kritisch bewertet und die Forschungsfrage, ob die Begutachtung das Überschreiten der Schwelle erschwert, bejaht.

Schlüsselwörter

Umstellungsbegutachtung, Behindertenhilfe, Berlin, Autismus, geistige Behinderung, Martha C. Nussbaum, Capability-Ansatz, soziale Teilhabe, Personalkürzungen, Inklusion, staatliche Verantwortung, Lebensführung, Grundfähigkeiten, Betreuungsschlüssel, Herr L.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Berliner Umstellungsbegutachtung im Bereich der Behindertenhilfe auf das Leben und die Teilhabechancen von Bewohnern stationärer Einrichtungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die staatliche Umstrukturierung der Behindertenhilfe, die Auswirkungen von Personalkürzungen sowie die philosophische Auseinandersetzung mit dem Capability-Ansatz nach Martha C. Nussbaum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, kritisch zu beleuchten, ob die neuen Begutachtungskriterien durch potenzielle Ressourcenkürzungen das Überschreiten einer sogenannten "Schwelle" zur guten Lebensführung für Betroffene wie Herrn L. erschweren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse unter Einbeziehung des Capability-Ansatzes von Martha C. Nussbaum sowie eine fallbezogene Reflexion auf Basis der individuellen Situation von Herrn L.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Nussbaums theoretische Bedingungen für ein menschliches Leben dargelegt und diesen die Realität eines Menschen mit Autismus und geistiger Behinderung in einer stationären Einrichtung gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Inklusion, Umstellungsbegutachtung, staatliche Pflicht, Ressourcen, Autismus und Nussbaums Grundfähigkeiten charakterisiert.

Welchen Bezug nimmt der Autor zu Herrn L.?

Herr L. dient als anonymisiertes Fallbeispiel, an dem aufgezeigt wird, wie sehr Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf auf konstante soziale Ressourcen angewiesen sind, um am Leben teilzuhaben.

Warum wird die Liste der "Grundfähigkeiten" kritisiert?

Die Autorin kritisiert, dass Nussbaums Liste Menschen mit Behinderungen, Obdachlose oder psychisch Kranke ausschließt, da diese die geforderten Fähigkeiten nicht in dem Maße erfüllen können, wie Nussbaum es als Voraussetzung für ein menschliches Leben definiert.

Zu welchem Ergebnis kommt die Arbeit?

Die Autorin kommt zu dem eindeutigen Schluss, dass die Umstellungsbegutachtung aufgrund des drohenden Ressourcen- und Personalmangels die Bemühungen, Menschen wie Herrn L. zur Teilhabe zu befähigen, erschwert.

Welche Rolle spielt Geld bei der Unterstützung von Herrn L.?

Die Autorin betont, dass Geld im direkten Kontakt eine untergeordnete Rolle spielt; ausschlaggebend für die Entwicklung der internen Fähigkeiten seien soziale Bedingungen, wie die Assistenz durch Menschen, die den Betroffenen als Individuum wahrnehmen.

Final del extracto de 5 páginas  - subir

Detalles

Título
Essay zu Martha Nussbaum: Erschwert die Umstellungsbegutachtung der Berliner Behindertenhilfe das Überschreiten der "Schwelle" für Herrn L.?
Universidad
University of Cooperative Education Stuttgart; Horb
Calificación
1,9
Autor
BA Siri Boehlke (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
5
No. de catálogo
V207794
ISBN (Ebook)
9783656352594
Idioma
Alemán
Etiqueta
Ethik Umgang mit Menschen mit geistiger Behinderung Umstellungsbegutachtung Sozialdemokratismus Autismus Martha Nussbaum
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
BA Siri Boehlke (Autor), 2012, Essay zu Martha Nussbaum: Erschwert die Umstellungsbegutachtung der Berliner Behindertenhilfe das Überschreiten der "Schwelle" für Herrn L.?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207794
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