Goffmans Interaktionsordnung übertragen auf das Seminar an der Universität


Essay, 2012
5 Seiten, Note: 2,2

Leseprobe

Goffmans Interaktionsordnung übertragen auf das Seminar an der Universität

In diesem Essay möchte ich aufzeigen inwiefern die Interaktionsordnung von Goffman universal auf andere Alltagssituationen zu übertragen ist. Ganz konkret beziehe ich mich hierbei auf ein beliebiges Seminar an einer beliebigen Universität. Denn besonders deutlich dort scheint eine Interaktionsordnung zu bestehen. Diese ist natürlich auch im Unterricht an einer Schule vorhanden, doch gibt es hier einige Unterschiede, worauf ich noch zu sprechen kommen werde. Zunächst aber werde ich aufzeigen welchen Einfluss überhaupt der Körper an sich auf die Interaktionsordnung hat. Dabei streife ich also die Ebene der Mikrosoziologie. Ausführlicher mit der Ordnung befasst sich der anschließende Absatz. In der Abfolge Begegnung, Handlung und Rahmen wird die Grundlage der Interaktionsordnung konkretisiert. Dass jeder, der am Seminar involviert ist, eine Rolle in sich hat, wird folgend erörtert. Die im Zusammenhang nicht unwichtig erscheinenden Statuskategorien will schließlich auch ich nicht außer Acht lassen. Dazwischen und dem Fazit anschließend möchte ich noch einen latenten Vergleich mit der Theorie von Talcott Parsons wagen und seine Orientierungsalternativen auf die gegebene Situation übersetzen. Denn dessen Theorie über die Rollenverteilung beispielsweise von Arzt und Patient kann sich auch auf die Rollenverteilung von etwa Seminarleiter und Teilnehmer im weitesten Sinne übertragen. Auch hier hat die Interaktionsordnung einen nicht zu unterschätzenden Faktor.

Als Ausgangslage nehme ich die nicht gehaltene Rede von Erving Goffman bei der American Sociological Association im Jahr 1983, worin Goffman anhand dieser Situation seine Interaktionsordnung erläutert. Die Situation im Seminarraum lässt sich nur bedingt mit der bei einer Rede vergleichen. Denn der Seminarleiter hat sein Rederecht mehr oder weniger schnell an seine Teilnehmer zumindest gelegentlich abzugeben.

Goffmans Augenmerk der sozialen Ordnung liegt auf der mikrosoziologischen Ebene. Dazu meine ich, dass es als Einführung hilfreich ist zunächst mit der am Anfang aller Interaktionen stehenden Wahrnehmung zu beginnen. Die Wahrnehmung basiert auf dem, was wir bereits erfahren haben. Das ist was die leibkörperliche Interaktion ausmacht. Nur ein kleiner Bruchteil läuft rational in Gehirn ab. Daraus schließe ich, dass wir uns in einer Interaktion unbewusst auf die Interaktionsordnung berufen. Dabei sind einige Punkte zu beachten. Man ist darauf bedacht eine bestimmte Atmosphäre zu erzeugen, gegebenenfalls mit bestimmten Strategien. Allerdings ist das Verhältnis mit Atmosphäre noch wenig erforscht in der Soziologie. Desweiteren wird in der Interaktionsordnung versucht seine Leiblichkeit zu managen. Es gelten bestimmte Interaktionsordnungen bei einer Beerdigung oder etwa einer Party. Traurigkeit als leibliche Ordnung bei einer Beerdigung und Fröhlichkeit bei der Party. Wie verhält es sich nun mit unserem Beispiel des Seminars? Ohne Zweifel wird dort eine Atmosphäre der Aufmerksamkeit erzeugt und weder ein zu fröhlicher noch ein trauriger Ausdruck bestrebt.

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Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Goffmans Interaktionsordnung übertragen auf das Seminar an der Universität
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,2
Autor
Jahr
2012
Seiten
5
Katalognummer
V207805
ISBN (eBook)
9783656352587
Dateigröße
423 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
goffmans, interaktionsordnung, seminar, universität
Arbeit zitieren
Aron Kraft (Autor), 2012, Goffmans Interaktionsordnung übertragen auf das Seminar an der Universität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207805

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