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Goffmans Interaktionsordnung übertragen auf das Seminar an der Universität

Title: Goffmans Interaktionsordnung übertragen auf das Seminar an der Universität

Essay , 2012 , 5 Pages , Grade: 2,2

Autor:in: Aron Kraft (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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In diesem Essay möchte ich aufzeigen inwiefern die Interaktionsordnung von Goffman universal auf andere Alltagssituationen zu übertragen ist. Ganz konkret beziehe ich mich hierbei auf ein beliebiges Seminar an einer beliebigen Universität. Denn besonders deutlich dort scheint eine Interaktionsordnung zu bestehen. Diese ist natürlich auch im Unterricht an einer Schule vorhanden, doch gibt es hier einige Unterschiede, worauf ich noch zu sprechen kommen werde. Zunächst aber werde ich aufzeigen welchen Einfluss überhaupt der Körper an sich auf die Interaktionsordnung hat. Dabei streife ich also die Ebene der Mikrosoziologie. Ausführlicher mit der Ordnung befasst sich der anschließende Absatz. In der Abfolge Begegnung, Handlung und Rahmen wird die Grundlage der Interaktionsordnung konkretisiert. Dass jeder, der am Seminar involviert ist, eine Rolle in sich hat, wird folgend erörtert. Die im Zusammenhang nicht unwichtig erscheinenden Statuskategorien will schließlich auch ich nicht außer Acht lassen. Dazwischen und dem Fazit anschließend möchte ich noch einen latenten Vergleich mit der Theorie von Talcott Parsons wagen und seine Orientierungsalternativen auf die gegebene Situation übersetzen. Denn dessen Theorie über die Rollenverteilung beispielsweise von Arzt und Patient kann sich auch auf die Rollenverteilung von etwa Seminarleiter und Teilnehmer im weitesten Sinne übertragen. Auch hier hat die Interaktionsordnung einen nicht zu unterschätzenden Faktor.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mikrosoziologische Grundlagen der Wahrnehmung

3. Interaktionspraxis und subjektiver Sinn

4. Die Bedeutung von Alltagssituationen für die Makroebene

5. Begegnungstypen: Zentrierte und nicht zentrierte Begegnung

6. Der Handlungsrahmen und Rahmenmodulationen

7. Rollenverteilung im Vergleich: Arzt-Patient und Seminarleiter-Teilnehmer

8. Identität und das Konzept von Vorder- und Hinterbühne

9. Normen, Rituale und territoriale Ansprüche

10. Redezugwechsel und informelle Kommunikation im Seminar

11. Fazit und Übertragung auf Parsons Orientierungsalternativen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die mikrosoziologische Interaktionsordnung nach Erving Goffman auf die spezifische Alltagssituation eines Universitätsseminars übertragbar ist und wie diese durch Mechanismen wie Rahmenbedingungen, Rollenverteilung und performative Identitätsdarstellung strukturiert wird.

  • Übertragung der Interaktionsordnung auf den Seminarraum
  • Analyse von Handlungsrahmen und Rahmenmodulationen (Keyings)
  • Vergleich der Rollenverteilung mit Talcott Parsons' Theorie
  • Die Funktion von Vorder- und Hinterbühne in sozialen Interaktionen
  • Rolle von Normen, Ritualen und territorialen Ansprüchen

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung von Alltagssituationen für die Makroebene

Laut Goffman ist das Zustandekommen gesellschaftlicher Ordnung nur durch Interaktion und Ordnung möglich. Um die gesamtgesellschaftliche Ordnung zu verstehen knüpft sich Goffman dazu zunächst Alltagssituationen vor. Nur durch dieses Agieren auf der Mikroebene, so seine Annahme, ist eine realistische Analyse der Makroebene möglich. Bei Goffmans Interaktionsordnung ist vor allem das Zusammentreffen zweier fremden Personen, etwa in einem öffentlichen Raum interessant. Diese Thematik beschreibt er in seinem Buch "Verhalten in sozialen Situationen. Strukturen und Regeln der Interaktion im öffentlichen Raum" (1971). Diese Situation ist für die Beteiligten außerordentlich spannungsreich und erwartungsvoll. Verschiedene Faktoren wie Unwissenheit und im Interaktionsverlauf außerdem Meinungsverschiedenheit, Erwartung oder Enttäuschung sind hier mit von der Partie. Im Hinblick auf die daraus folgenden Überraschungen ist es für Goffman eine offene Frage warum trotzdem die Interaktionsordnung funktionieren kann. Doch beherrscht man diese Interaktionsordnung nicht kommt eine Situation der Entfremdung zustande, mit der sich bereits Alfred Schütz beschäftigte. Damit meine ich, dass ich einen anderen Schluss ziehe als mein gegenüber, weil ich zum Beispiel durch dessen Äußerung den ursprünglichen Sinn nicht erschließen kann. Um solch ein Missverständnis zu umgehen gibt es verschieden Kniffs und Tricks, wie etwa einem Hilfswort oder einer untermauernden Geste.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Fragestellung der Übertragbarkeit von Goffmans Interaktionsordnung auf universitäre Seminare.

2. Mikrosoziologische Grundlagen der Wahrnehmung: Erörterung der leibkörperlichen Interaktion und der unbewussten Steuerung der Atmosphäre.

3. Interaktionspraxis und subjektiver Sinn: Betrachtung der Rolle des Körpers als spontaner Stratege im Handlungskonsens.

4. Die Bedeutung von Alltagssituationen für die Makroebene: Darlegung der Notwendigkeit der Mikroebene zur Analyse gesellschaftlicher Ordnungen.

5. Begegnungstypen: Zentrierte und nicht zentrierte Begegnung: Unterscheidung von Interaktionsformen und deren Bedeutung für das Seminar.

6. Der Handlungsrahmen und Rahmenmodulationen: Analyse der sozialen Rahmenbedingungen und der bewussten Gestaltung durch die Teilnehmer.

7. Rollenverteilung im Vergleich: Arzt-Patient und Seminarleiter-Teilnehmer: Transfer von Parsons Theorie auf die strukturellen Pflichten im Seminar.

8. Identität und das Konzept von Vorder- und Hinterbühne: Erklärung der Identitätsdarstellung zur Vermeidung mentaler Angreifbarkeit.

9. Normen, Rituale und territoriale Ansprüche: Bedeutung fester Plätze und territorialer Ansprüche als strukturgebende Rituale.

10. Redezugwechsel und informelle Kommunikation im Seminar: Analyse der Kommunikationsformen und der Bedeutung informeller Nebengespräche.

11. Fazit und Übertragung auf Parsons Orientierungsalternativen: Zusammenfassende Bewertung der Organisationsformen in öffentlichen Interaktionen.

Schlüsselwörter

Interaktionsordnung, Erving Goffman, Mikrosoziologie, Seminar, Handlungsrahmen, Rahmenmodulationen, Talcott Parsons, Rollenverteilung, Vorderbühne, Hinterbühne, Soziale Ordnung, Alltagssituation, Identität, Performanz, Kommunikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit der mikrosoziologischen Theorien von Erving Goffman auf die spezifische soziale Situation eines Universitätsseminars.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen Konzepte wie Interaktionsordnung, Handlungsrahmen, die Unterscheidung zwischen Vorder- und Hinterbühne sowie die Rollenverteilung zwischen Seminarleiter und Studierenden.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sich soziale Interaktionen im universitären Alltag durch unbewusste Organisationsformen und bewusste Strategien strukturieren lassen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die theoretische Fundierung durch Goffman und zieht vergleichende Analysen zu Talcott Parsons heran, um die Interaktionsdynamiken im Seminar zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Begegnungstypen, die Bedeutung von Rahmenbedingungen, die Rollenverpflichtungen der Akteure sowie die Rolle von Normen und Ritualen.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Interaktionsordnung, Keyings, soziale Identität, emotionale Neutralität und leibkörperliche Interaktion aus.

Inwiefern beeinflusst der Seminarraum als physischer Ort die Interaktion?

Der Raum beeinflusst die Interaktion durch festgelegte Sitzordnungen und territoriale Ansprüche, die als strukturgebende Rituale fungieren.

Wie lässt sich die Rolle des Seminarleiters soziologisch einordnen?

Der Seminarleiter agiert ähnlich wie ein Arzt in Parsons Theorie; von ihm wird emotionale Neutralität und Kollektivitätsorientierung erwartet.

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Details

Title
Goffmans Interaktionsordnung übertragen auf das Seminar an der Universität
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
2,2
Author
Aron Kraft (Author)
Publication Year
2012
Pages
5
Catalog Number
V207805
ISBN (eBook)
9783656352587
Language
German
Tags
goffmans interaktionsordnung seminar universität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Aron Kraft (Author), 2012, Goffmans Interaktionsordnung übertragen auf das Seminar an der Universität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207805
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