„Es ist schwer zu sagen was möglich ist,
denn der Traum von Gestern
ist die Hoffnung von Heute
und die Wirklichkeit von Morgen." (Robert Goddard)
In diesem Buch geht es darum, sich mit der Fragestellung auseinander zu setzen, die in unserer Gesellschaft an ganz vielen Stellen verdrängt und/oder aus dem Bewusstsein Erfolg verdrängt wird – dem Tod. Ich habe mich bei der Recherche mit vielen Menschen in allen Alterstufen und Schichten unterhalten, Schulklassen in die Gespräche einbezogen und dabei viele neue und interessante Erfahrungen gesammelt.
In unserer modernen Hightech – Welt wird ein Thema immer mehr und immer erfolgreicher verdrängt: Das Thema Sterben und Tod. Die Werbung verheißt dem Menschen die ewige Jugend, die medizinische Forschung macht immer mehr Fortschritte. Im Bereich der Pharmazie werden Medikamente entwickelt die altersbedingte Probleme verhindern sollen so das Leben zu verlängern zu helfen. Alter, unheilbare Krankheiten, Schmerzen, das Ende eines Lebens haben wenig Platz im Leben der Menschen.
In fast allen Gesprächen wurde deutlich, dass wir als Gesellschaft viel Erfolg in der Verdrängung dieses Themenbereiches aus unserem Leben haben.
Berufsschüler haben beispielsweise auf die Frage „Was würden Sie tun, wenn Sie wüssten, dass Sie mit Sicherheit (durch medizinische Untersuchungen nachgewiesen) nur noch drei Monate zu leben hätten?“ geantwortet:
„Schulden machen,
mich sinnlos betrinken …“
Die Jugendlichen haben sich aber durchaus in Frage stellen und deutlich verunsichern lassen, als sie sich damit beschäftigten, ob wohl ein genießen des Lebens, des Urlaubs mit diesem Wissen überhaupt noch möglich ist.
Bei der echten Auseinandersetzung mit dem Thema kam doch ein „Informationshunger“ zum Tragen. Es ging primär nicht um den Tod als solchen sondern um das Sterben, dem eigentlichen Sterbegeschehen; „vor dem Tod habe ich keine Angst, aber vor dem Sterben“, so die jungen Menschen; „Am liebsten möchte ich einschlafen und dann nie mehr aufwachen; das ist schmerzfrei und ohne Qualen“!
Menschen zwischen dem 30. Lebensjahr und dem 60. Lebensjahr haben sich nur sehr schwer und schon fast ungern auf die unterschiedlichen Fragen eingelassen. Andere Kulturen werden im Blick auf das Sterben kurz dargestellt.
Im zweiten Teil des Buches kommt die christliche Lehre etwas mehr zum Tragen, die ein Leben nach dem Tod, angstfrei und ermutigend darstellt.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Was ist der Tod?
Definitionen zum Tod
Tod und Todesursachen
Was versteht man unter dem Scheintot?
Nur auf dem Schein tot
Der Tod, ein endgültiges Geschehen?
Nahtoderfahrungen
Merkmale einer Nahtoderfahrung
Im Krankenhaus
Ein älterer Mann nach dem Aufwachen
Eine junge Mutter mit kleinen Kindern
Umgang mit dem Tod
Wie gehen wir mit dem Tod um?
Wie wir sterben wollen
Was bleibt am Ende?
Anruf aus dem Krankenhaus
Wer fährt mit Ihnen mit?
Was muss noch erfragt werden?
Was möchten Sie gerne mitnehmen?
Abschiedrituale am Totenbett
Trauer, ein beklemmendes Gefühl
Trauerbewältigung
Trauerphasen
Leben – Tod, eine unzertrennliche Einheit
Die Hospizbewegung
Das Hospizverständnis früher – heute
Der menschliche Tod im Unterschied zum Tod anderer Lebewesen
Todesverständnis früher – heute
Problemlage Tod
Die biblische Betrachtung im Alten Testament und im Neuen Testament
Philosophisches Denken über den Tod
Der Tod, kein eigenes Thema in der Dogmatik
Sterben nicht zum Einschläfern umgestalten
Der Tod und die Bestattung in anderen Kulturen und Religionen
Der Tod in den Weltreligionen und anderen Kulturen und Religionen
Bei den Ägyptern
Bei den Germanen
Hinduismus
In China
In den andere Religionen
Andere Kulturen
In den schriftlose Kulturen
Die christliche Tradition
Im Koran
Bei den Griechen im Altertums
Buddhistische Aussagen
Die hebräische Überlieferung
Anthropologische Studien
Gilgamesch – Epos
Die Aztekische Tradition
Hinduismus
Buddhismus
In der Kunst der Christen
Guarayo – Indianer
Huichol – Indianer
Die traditionelle Inkakultur
Afrikanische Gesellschaft
Wandlung im Sterbeverständnis zum heutigen Verständnis
Zäsuren im Todesverständnis
Judentum
Islam
Islamische Regeln
Der Tod im Hinduismus
Der Tod im Buddhismus
Der Tod im Christentum
Kleines Lexikon der Grabformen
Grabsymbole
Sterben und Tod
Wann ist der Mensch tot?
Sterbephasen nach Kübler – Ross
Sterbevorgang und Hospizbewegung
Sterbephasen nach Albert Mauder
Bild: In einem Sterbezimmer
In Würde sterben
Philosophische Gedanken zur Würde
Bild: Der Tode in der Vorstellung des Menschen, in der Kunst dargestellt
Das apallische Syndrom
Frau B.
Fernsehfilm: Tod vor dem Sterben
Diese Diskussion um die Würde des Menschen
Sterbebegleitung
Das Schlüsselerlebnis
Die Palliativmedizin
Was bedeutet Pflege für uns?
Sterbehilfe
Aktion Gnadentod
Sterbehilfe für ein Baby
Hilfe beim Sterben?
Sterbebegleiter – Helfer zum Suizid?
Die indirekte Sterbehilfe
Die assistierte Sterbehilfe
Wandel im Umgang mit dem Tod
Der Wandel im Umgang mit dem Tode – Todesanzeigen
Sterben früher und heute
Lied: Ich bin ein Gast auf Erden
Letzte Ölung – Krankensalbung
Meine letzte Ölung
Der Tod – aus dem Leben verbannt
Tod und Kosmetik
Föhnfrisur für eine Leiche
Beruf: Bestatter
Thema Tod gehört in die Schulen, Ethikunterricht
Aus Angst die Flucht in die aktive Sterbehilfe
Die Angst beim Thema Tod
Stefan T.
Meinungsumfragen zur Sterbehilfe
Aktuelle Zahlen in Deutschland und in den Grenzländern
Exkurs: Aktive und passive Sterbehilfe – zur Würde beim Suizid
Organisationen im Bereich der aktiven Sterbehilfe
Dignitas Deutschland
EXIT – Deutschland
EXIT – Schweiz
NVVE – Niederlande
Was ist Sterhilfe – Formen der Sterbehilfe
Professor Doktor Julius Hackethal
Der Hippokratische Eid im Wortlaut
Sterbehelferteams in den Niederlanden unterwegs
Sich auf den Tod einstellen
bewusst sterben
Das Leben ordnen
Mein Testament
Der Organspendeausweis, wenn gewünscht
Die Patientenverfügung
Die Betreuungsverfügung
Gedanken zur Organspende
Was spricht für eine Organspende
Was spricht gegen eine Organspende
Exkurs: Mehrorganentnahme
Exkurs: Informationen zur Explantation
Abschied nehmen
Formen der Bestattung
Das Leben nach dem Tod
Nahtoderfahrungen
Die Einheit von Tod und Religion
In der christlichen Religion
Denken in der Reinkarnationslehre
Religion und Tod in den westlichen Religionen
Das Judentum
Das Christentum
Der Islam
Der Volksglaube
Die Reinkarnationslehre
Sterbeberichte
Todesverständnis in anderen Kulturen
Die östlichen Religionen
Der Hinduismus
Der Buddhismus
Der Universums
Totenkult und Totenverehrung
Ein individuelles Nachleben
Die körperunabhängige Seele
Der Glaube an die Wiederkehr der Toten
Christen und der Tod
Nachtoderfahrungen
Im christlichen Alltag
muss ich als Christ Angst vor dem Sterben und Angst vor dem Tod haben?
Warum haben wir Angst vor dem Tod?
Wie können wir mit der Angst vor dem Sterben und dem Tod umgehen?
Die christlichen Lehre auf biblischer Aussagen
Zielsetzung und Themen
Das Werk setzt sich kritisch und einfühlsam mit den Themen Sterben, Tod, Trauer sowie dem Glauben an ein Leben nach dem Tod auseinander und zielt darauf ab, dem Leser Hilfe für die persönliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Ende zu bieten.
- Psychologische und theologische Sterbephasen
- Kulturelle und religiöse Perspektiven auf den Tod und Bestattungsrituale
- Die Problematik der Sterbehilfe und Organspende aus ethischer Sicht
- Umgang mit Ängsten und praktische Hilfestellungen bei der Lebensordnung
Auszug aus dem Buch
Was ist der Tod?
Die Frage nach dem Tod ist in unserer Zeit ein Thema über das man nicht spricht. Er wird aus unserem Umfeld, unseren Wohnungen und nach Möglichkeit auch aus den Krankenhauszimmern verbannt. Darüber spricht man nicht, man schweigt ihn buchstäblich tot. Jeder Mensch weiß zwar, dass man sterben muss, nur von sich selbst will er es nicht wissen.
Für den heute bewusst lebenden Menschen sind sowohl das Sterben müssen einerseits, ebenso wie der Tod in seinen unterschiedlichsten Erscheinungsformen andererseits, das denkbar abscheulichste. Natürlich wird der Tod in manchen, nicht seltenen Fällen als eine „gnädige Erlösung“ angesehen und auch verstanden.
Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich in unserer Gesellschaft zunehmend eine gewisse Protesthaltung gegen die vermeintliche „Abscheulichkeit des Todes“ und die damit unweigerlich verbundene Zerstörung des Körpers und das Ende aller persönlichen und privaten geschäftlichen Beziehungen ausbildet; damit verdeutlicht sich der intensive Kampf der Naturwissenschaften gegen den vermeintlich unbesiegbaren Tod, denn bis heute kann er nicht verhindert werden; bisher kann er nur hinausgezögert werden. Diese „Lebensverlängerung“ ist aber in keiner Weise auch im Ansatz als erste Schritt im Kampf gegen den Tod zu verstehen, denn im Allgemeinen macht genau dieses Tun, diese doch sehr fragwürdige „Lebensverlängerung“ den Tod für die Betroffen nur noch qualvoller, für die Angehörigen fast unertragbar.
Zusammenfassung der Kapitel
Was ist der Tod?: Dieses Kapitel beleuchtet Definitionen des Todes, die Abgrenzung zum Scheintod und die biologischen Grundlagen des Sterbeprozesses.
Umgang mit dem Tod: Hier werden soziale und praktische Aspekte thematisiert, darunter die Vorbereitung auf den Tod, Sterbebegleitung und der Prozess der Trauerbewältigung.
Leben – Tod, eine unzertrennliche Einheit: Dieses Kapitel verknüpft die Hospizbewegung mit theologischen und philosophischen Sichtweisen auf das Sterben als Teil des Lebens.
Der Tod und die Bestattung in anderen Kulturen und Religionen: Eine vergleichende Analyse der Bestattungskulturen und Jenseitsvorstellungen verschiedener Weltreligionen und Gesellschaften.
Sterben und Tod: Fokus auf medizinische Definitionen, die Sterbephasen nach Kübler-Ross sowie kritische Diskussionen zu Sterbehilfe und Palliativmedizin.
Wandel im Umgang mit dem Tod: Eine Betrachtung über die historische Veränderung der Sterbekultur, verknüpft mit persönlichen Berichten und der gesellschaftlichen Verdrängung des Themas.
Sich auf den Tod einstellen: Praktische Anleitungen zur persönlichen Lebensgestaltung, wie das Erstellen von Testamenten und Patientenverfügungen.
Das Leben nach dem Tod: Eine Zusammenfassung der christlichen Glaubensverkündigung und persönlicher Überzeugungen bezüglich des Fortlebens nach dem Tod.
Christen und der Tod: Dieses Kapitel diskutiert spezifisch die christliche Sichtweise auf Sterben, Jenseitserwartungen und den persönlichen Glauben als Trostspender.
Schlüsselwörter
Sterben, Tod, Trauer, Hospizbewegung, Palliativmedizin, Sterbehilfe, Organspende, Patientenverfügung, Bestattungsrituale, Nahtoderfahrungen, Jenseitsglauben, Ethik, Menschenwürde, Religion, Trauerbewältigung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Sterben und dem Tod aus medizinischer, ethischer, kultureller und theologischer Sicht, um Menschen bei der persönlichen Vorbereitung zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Neben den Sterbephasen und Trauerbewältigung werden Bestattungskulturen, moderne Hospizarbeit, Fragen zur Organspende und ethische Grenzfragen der Sterbehilfe ausführlich analysiert.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Ängste vor dem Tod abzubauen, Informationen zur Verfügung zu stellen, die bisher tabuisiert wurden, und einen würdevollen Umgang mit dem Sterbeprozess zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse, vergleichenden kulturwissenschaftlichen Ansätzen und persönlichen Erfahrungen aus der Seelsorge und Begleitung von Schwerkranken.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Aspekte des Sterbens, von medizinischen Definitionen des Todes über historische Wandlungen in der Bestattungskultur bis hin zur ethischen Bewertung von Sterbehilfe und Organtransplantationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Sterbebegleitung, Hospizarbeit, Menschenwürde, Trauerphase, Jenseitsvorstellungen, Organspende und Patientenverfügung.
Was bedeutet das "Apallische Syndrom" in diesem Kontext?
Das apallische Syndrom wird als eine schwere neurologische Erkrankung thematisiert, bei der ethische Fragen bezüglich des Lebenswertes und der Reanimationsbemühungen besonders deutlich hervortreten.
Wie unterscheidet der Autor zwischen den Sterbehilfeformen?
Er differenziert präzise zwischen aktiver Sterbehilfe (Tötung auf Verlangen), passiver Sterbehilfe (Sterben lassen durch Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen) und indirekter Sterbehilfe (Schmerzlinderung mit lebensverkürzender Nebenwirkung).
- Citar trabajo
- Religionspädagoge Günter-Manfred Pracher (Autor), 2013, Tot, was nun? Eine Auseinandersetzung mit dem Sterben, dem Tod, der Trauer und dem Leben nach dem Tod, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207823