Es handelt sich um einen Unterrichtsversuch für 5. Jahrgangsstufe Erdkunde zum Thema: "Exogene Kräfte verändern die Landschaft: Bsp. Gletscher."
Die Schüler in der 5. Klasse sollen erfahren, dass die Erdoberfläche stetigen Veränderungen unterworfen ist. Gemäß des Lehrplans für die bayerische sechsstufige Realschule ist diese Einheit dem Oberthema „Veränderungen der Erdoberfläche in Heimat und Welt“ (Ek 5.3) einzuordnen.
Besonders im südbayerischen Raum haben Gletscher die Erdoberfläche von außen (exogen) verändert. Sie haben so einen starken landschaftsgestaltenden Charakter. Die landschaftsprägenden Attribute aus der letzten Eiszeit werden nun beleuchtet.
Für die Veränderungen der Erdoberfläche sind insgesamt ungefähr 10 Unterrichtstunden zu veranschlagen.
(BAYERISCHES STAATSMINITERIUM FÜR UNTERRICHT UND KULTUS (Hrsg.), 2001, S. 189)
In der Vorstunde wurde die Entstehung und der Aufbau eines Alpengletschers behandelt.
Nun wird das Thema mit dieser Unterrichtseinheit fortgeführt, in dem besonders auf die landschaftsprägenden Einflüsse der Gletscher ein Augenmerk gerichtet wird. Mit dieser Einheit sind die exogenen Einflüsse auf die Erdoberfläche ausreichend behandelt worden. In der Folgestunde wird dann zum Thema der endogenen Einflüsse auf die Erdoberfläche übergeleitet.
Stundenziel: Die Schüler sollen erkennen, dass die Erdoberfläche durch den Einfluss von Gletschern verändert wird.
Das Stundenziel wird für die Schüler noch in Teillernziele untereilt:
1. TLZ: Die Schüler erkennen, dass ein Trogtal durch die Einwirkung eines Gletschers entstanden ist.
2. TLZ: Die Schüler die erfahren, wie weit sich die Gletscher in das Alpenvorland vorgeschoben haben und wissen, wie ein Gletscher sich zusammensetzt.
[...]
Inhaltsverzeichnis
I. Fachwissenschaftliche Analyse
II. Didaktische Analyse
1. Einbettung des Themas in den Lehrplan
2. Lernziele
3. Methodische Überlegungen
Einstieg
Erarbeitung TLZ 1
Sicherung TLZ 1
Erarbeitung TLZ 2
Sicherung TLZ 2
Lernzielkontrolle
Puffer
Hausaufgabe
III. Durchführung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit konzipiert eine Unterrichtseinheit für die 5. Jahrgangsstufe der Realschule, in der die Schüler die prägende Kraft von Gletschern auf die Erdoberfläche verstehen lernen. Das primäre Ziel ist es, den Schülern durch fachwissenschaftliche Erläuterungen und methodische Erprobung am Modell (Sandkasten) zu vermitteln, wie glaziale Prozesse Landschaften nachhaltig verändern und formen.
- Exogene Einflüsse auf die Erdoberfläche
- Genese glazialer Landschaftsformen wie Trogtäler
- Die glaziale Serie (Moränen, Zungenbecken, Schotterebenen)
- Methodik des forschend-entdeckenden Lernens im Geographieunterricht
- Verknüpfung von theoretischem Wissen mit regionalgeographischen Beispielen
Auszug aus dem Buch
I. Fachwissenschaftliche Analyse
In den letzten 2,5 Mio. Jahren kam es immer wieder zu einem Wechsel von „Kalt- und Warmzeiten“. In den Kaltzeiten traten große Vorlandgletscher aus den Alpen in das Vorland hinaus. Diese haben die Landschaft in den Alpen, sowie im Alpenvorland verändert, da sie eine große gestalterische Kraft aufweisen. Sie können durch Detersion und Detraktion Felsen aus dem Berg herausbrechen und zermahlen.
Die herausgebrochenen und transportierten Gesteine und Sedimente (Schotter, Sand, Mergel, Findlinge) werden als Seitenmoräne am Rande des Gletschers und als Endmoräne am vorderen Ende der Gletscherzunge abgelagert. Auch eine flachwellige Grundmoräne ist nach dem abschmelzen zu finden. Das mitgeführte Material begünstigt die erosive Tätigkeit. Oft wurde ein voreiszeitliches Kerb- (V) Tal zu einem Trog- (U) Tal umgeformt.
Neben den Gesteinsablagerungen an den Seiten und am Gletschervorstoß treten weitere Akkumulationsformen bei der Gletscherschmelze auf. Die Darstellung der regelhaften Abfolge dieser Ablagerungsformen nennt der Altmeister der Eiszeitforschung (Albrecht Penck) glaziale Serie. Diese umfasst das Zungenbecken, Seiten-, Grund- und Endmoränenwälle, Sander und Urstromtäler. In Süddeutschland sind lediglich Zungenbecken, Moränen und Schotterebenen zu finden. Urstromtäler konnten sich wegen ansteigenden Geländes zu den Mittelgebirgen hin nicht bilden.
Neben den vorgenannten Ablagerungsformen lassen sich nach dem Abschmelzen des Gletschers weitere Landschaftsformen beobachten. So sind im Bereich der Grundmoräne Oser, Kames und Sölle zu finden. Toteislöcher verlandeten oftmals zu einem Moor, während sich aus dem Gletscherzungenbecken Seen bildeten.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Fachwissenschaftliche Analyse: Dieses Kapitel erläutert die geomorphologischen Grundlagen der glazialen Serie und erklärt, wie Gletscher durch Erosion und Akkumulation die heutige Landschaft formten.
II. Didaktische Analyse: Hier wird die Unterrichtseinheit in den bayerischen Lehrplan für die 5. Klasse eingeordnet und es werden konkrete Lernziele zur Vermittlung der Gletscherwirkung definiert.
III. Durchführung: Dieser Abschnitt beschreibt den detaillierten Verlaufsplan der Unterrichtsstunde inklusive der Medieneinsatzplanung und der methodischen Schritte für die Erarbeitung am Sandkastenmodell.
Schlüsselwörter
Gletscher, Eiszeit, Geomorphologie, Trogtal, glaziale Serie, Endmoräne, Grundmoräne, Alpenvorland, Erdkundeunterricht, exogene Einflüsse, Landschaftsformen, Schotterebene, Zungenbecken, Geographie, Unterrichtsplanung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption einer geographischen Unterrichtsstunde für die 5. Klasse der Realschule, die den Einfluss von Gletschern auf die Erdoberfläche thematisiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die glaziale Landschaftsgestaltung, die Entstehung von Trogtälern und die verschiedenen Formen der glazialen Ablagerung.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Die Schüler sollen das Verständnis dafür entwickeln, dass Gletscher eine massive exogene Kraft darstellen, die das Landschaftsbild, etwa durch die Formung von Tälern und die Ablagerung von Moränen, nachhaltig verändert hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit setzt auf eine Kombination aus fachwissenschaftlicher Herleitung (Glazialgeomorphologie) und handlungsorientierten Methoden wie dem Modellexperiment im Sandkasten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die didaktische Aufbereitung mit Lernzielen sowie einen detaillierten Verlaufsplan der Durchführung, der den Einsatz von Medien und die methodische Strukturierung abbildet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Gletscher, glaziale Serie, Trogtal, Moränen, Geomorphologie und handlungsorientierter Unterricht.
Wie wird die Umformung von Tälern visualisiert?
Durch den Einsatz von Bildfolien, die einen Vorher-Nachher-Vergleich ermöglichen, und ein begleitendes Sandkastenmodell, an dem der Lehrer die Prozesse praktisch demonstriert.
Welche Rolle spielt der Sandkasten in der Methodik?
Der Sandkasten dient als visuelles und haptisches Modell, um den Schülern die abstrakten geologischen Prozesse der Talformung und Moränenbildung begreifbar zu machen.
- Citation du texte
- Thomas Windhoevel (Auteur), 2012, Unterrichtsversuch zum Thema "bayerische Alpengletscher" für 5. Klasse (Realschule) im Fach Erdkunde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207863