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Die Catilinarische Verschwörung und die Rolle Caesars

Titel: Die Catilinarische Verschwörung und die Rolle Caesars

Hausarbeit , 2006 , 14 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Markus Müller (Autor:in)

Weltgeschichte - Altertum
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Eines der wohl spannendsten Themen der Geschichte, für welches sich die Menschen der Postmoderne brennend interessieren, sind Verschwörungen – also Handlungen, die „einen revolutionären Akt in geheimen Zusammenkünften einer kleinen Personengruppe vorbereiten.“ Egal ob wir hierbei an den Mord an John F. Kennedy oder an die Babington-Affäre denken, bei der man versuchte Maria Stuart auf den englischen Thron zu heben – die Menschen neigen wohl regelrecht dazu, die Welt aus der Perspektive des Finsteren, Verborgenen – von dem geheimnisvollen Strippenzieher aus dem Hintergrund heraus zu erklären. Zum Inbegriff des „großen Anderen“ ist dabei besonders der Römer Lucius Sergius Catilina geworden, welcher sich im Laufe der Historiographie, obwohl von Marcus Tullius Cicero zur Persona non grata aufgebauscht – oder gerade deswegen –, zum ungeheuerlichen Verschwörer par excellence, sozusagen zu dessen Synonym entwickelt hat. Und auch wenn die wahre Geschichte seiner Verschwörung wohl eher eine Marginalie ist – Wilhelm Hoffmann meint sogar, dass man den Ablauf der Geschichte von den Gracchen bis zu Augustus in großen Linien skizzieren könne, ohne dabei überhaupt Catilinas Namen zu erwähnen - liegt gerade hierin ein besonderer Reiz. Warum wurde eine Person, die in keinster Weise „a real threat to stability“ in Rom war, so dermaßen zum Konspirant sonders gleichen. Welche politischen Beweggründe stehen hinter dieser massiven Heraufstilisierung und wie ist es bezüglich Catilinas überhaupt möglich von historischer Wahrheit zu sprechen?
Die folgende Arbeit soll sich mit eben angesprochenen Fragen auseinandersetzen und hierfür zunächst ein knappes Überblicksbild über die Ereignisse von 66-62 v. Chr. geben, um im Anschluss besonders das politische Kalkül und die mögliche Verwicklung eines Gaius Julius Caesars zu diskutieren. In eben diesem Teil soll dabei vor allen Dingen auf die Wahrscheinlichkeit seiner Mittäterschaft, sowie auf seine Position gegenüber derer der anderen Senatoren in der „Gerichtsverhandlung“ gegen die Catilinarier eingegangen werden. Im Folgenden dann, soll noch einmal die Frage nach der historischen Wahrheit, vor dem Hintergrund, dass der Basisquellenlieferer – Marcus Tullius Cicero – selbst Protagonist bzw. Antagonist im Schauspiel der Catilinarischen Verschwörung war, gestellt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verlauf

3. Rolle Caesars

4. Historische Wahrheit

5. Coda

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die historische Bedeutung und die politische Wahrnehmung der catilinarischen Verschwörung unter besonderer Berücksichtigung der Rolle Gaius Julius Caesars sowie der kritischen Hinterfragung der zeitgenössischen Quellenlage.

  • Historischer Ablauf der catilinarischen Ereignisse (66–62 v. Chr.)
  • Untersuchung der möglichen Mittäterschaft von Gaius Julius Caesar
  • Analyse des politischen Kalküls von Marcus Tullius Cicero
  • Quellenkritische Bewertung der Geschichtsschreibung zu Catilina
  • Die soziale und politische Krise der ausgehenden römischen Republik

Auszug aus dem Buch

3. Rolle Caesars

Lucius Sergius Catilina war in der ausgehenden römischen Republik an und für sich keine allzu gewichtige Person. Die große Politik wurde vielmehr von anderen gemacht, was nachträglich oft Zweifel an seiner Hauptrolle in der nach ihm benannten Verschwörung aufkommen lässt. Sicherlich hatte er genügende Motive, um einen solchen Plan aus eigenem Antrieb zu verwirklichen: Nach Sallust und Cicero war er aufgrund seiner Verschwendungssucht hoch verschuldet und nur das Konsulat hätte ihn vor dem sozialen und finanziellen Ruin erretten können. Aber ging es nicht vielen so im Rom des ersten vorchristlichen Jahrhunderts? Tatsächlich geht „man […] von einer hauptsächlichen Beteiligung sullanischer Veteranen und Gefolgsleute [an der Catilinarischen Verschwörung] aus, die ihrer finanziellen […] Not überdrüssig waren“, was wiederum zeigt, dass eben nicht nur der einfache Bürger in Armut lebte, sondern gar einstige Eliten von der Krise in Rom betroffen waren. Hinzu kamen hochrangige Mitglieder des Senats, die auf Umsturz sannen, um diesen für sich zu nutzen. Catilina hatte also durchaus eine breite Schicht von Unterstützern hinter sich, wobei dieser Fakt durch „the complete financial and monetary crisis, which had its repercussion on Roman’s society and economy” erklärt werden kann. Es waren also in erster Linie die ungelöste soziale Frage, aber auch der „bedenkenlose […] Egoismus einzelner Gruppen“, welcher Catilina erst zu dem machen konnte, was er letztlich in der Darstellung Ciceros geworden ist: Ein ungeheuerliches Monster, welches harmlose Bürger aufwiegelt, um den Staat zu stürzen. Wäre es bei solch guten Gründen und Vorraussetzungen – in einem bei Sallust zitierten Brief an Catulus, soll Catilina geschrieben haben, dass er sich aufgrund ungerechter und schmachvoller Behandlung seitens der Herrschenden der Sache der Armen annehmen wolle – also nicht auch denkbar, dass gewichtigere Politiker in der Verschwörung mitmischten? Dass Catilina „merely a fool in the hands of other leaders“ war?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das spannungsreiche Thema der catilinarischen Verschwörung ein und erläutert die methodische Absicht, die Ereignisse kritisch unter Einbeziehung der Rolle Caesars zu beleuchten.

2. Verlauf: Das Kapitel schildert den chronologischen Ablauf der Verschwörung, die Hintergründe von Catilinas politischem Scheitern und die Zuspitzung der Konflikte in Rom.

3. Rolle Caesars: Hier wird der Frage nachgegangen, inwiefern Caesar in die Umsturzpläne involviert war und ob sein politisches Handeln in diesem Kontext als konsequent oder opportunistisch zu bewerten ist.

4. Historische Wahrheit: Dieses Kapitel kritisiert die Voreingenommenheit der antiken Hauptquellen Cicero und Sallust und stellt deren politische Absichten in den Vordergrund.

5. Coda: Den Abschluss bildet eine Reflexion darüber, dass das Bild Catilinas eher ein Konstrukt der Geschichtsschreibung als eine historische Realität ist.

6. Literatur: Eine Zusammenstellung der verwendeten antiken Quellen und der modernen wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Catilinarische Verschwörung, Lucius Sergius Catilina, Gaius Julius Caesar, Marcus Tullius Cicero, römische Republik, Quellenkritik, Historiographie, Verschwörung, Politische Krise, Senat, Antike, Machtpolitik, Sallust, Nobilität, Staatsnotstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der catilinarischen Verschwörung in der späten römischen Republik und hinterfragt kritisch die historische Rolle der beteiligten Akteure, insbesondere die von Catilina, Cicero und Caesar.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Analyse der politischen Krise der römischen Republik, die Rolle der Nobilität, die Problematik der antiken Quellenüberlieferung sowie die Auswirkungen sozioökonomischer Konflikte auf die Stabilität Roms.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Beteiligung Caesars an der Verschwörung zu bewerten und aufzuzeigen, wie stark die historischen Fakten durch die parteiische Darstellung der antiken Autoren wie Cicero und Sallust verzerrt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Die Arbeit nutzt die Methode der quellenkritischen Analyse, um die Glaubwürdigkeit und Intention der überlieferten Texte (Sallust, Cicero, Plutarch etc.) im Kontext ihrer Entstehungszeit zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung des chronologischen Verlaufs der Verschwörung, eine Diskussion über Caesars mögliche Mittäterschaft sowie eine tiefgehende quellenkritische Betrachtung der Geschichtsschreibung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Verschwörung, Quellenkritik, politische Krise, Caesar, Cicero, Catilina und Historiographie charakterisiert.

Wie bewertet der Autor die Rolle Ciceros?

Cicero wird als begabter Rhetoriker und Politiker dargestellt, der die Verschwörung nutzte, um sich selbst zu inszenieren und seine politischen Ziele durch eine starke Stigmatisierung seines Gegners Catilina zu verfolgen.

Warum zweifelt der Autor an der Objektivität von Sallust?

Der Autor argumentiert, dass Sallusts Werk stark moralisierend und parteiisch ist, da er versuchte, den Verfall der Republik als allgemeines Beispiel für den Verlust von „virtus“ zu konstruieren.

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Details

Titel
Die Catilinarische Verschwörung und die Rolle Caesars
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Veranstaltung
Das Römische Reich
Note
1,7
Autor
Markus Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
14
Katalognummer
V207966
ISBN (eBook)
9783656352129
ISBN (Buch)
9783656353096
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Catilina Catilinarische Verschwörung Caesar Julius Caesar Pompejus Rom Römisches Reich Antike Monarchie Senat Senator Verschwörung Cicero
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Markus Müller (Autor:in), 2006, Die Catilinarische Verschwörung und die Rolle Caesars, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207966
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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