„Die Region ist die Stadt“ – so war der Titel einer 1998 durchgeführten gemeinsamen Jahrestagung der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) und der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) in Esslingen .
Hier wurde die „zunehmende Notwendigkeit stadtregionaler Kooperationen diskutiert (…): einerseits zur besseren Abstimmung der Interessen von Kernstadt und Umland, andererseits zur Verbesserung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Stadtregion“ .
Als Gründe für die verstärkte Aufmerksamkeit von Stadtregionen seit den 1990er Jahren können zum Ersten die Suburbanisierung mit ihren negativen ökologischen Implikationen sowie einer zunehmenden finanziellen Polarisierung zwischen Kernstadt und Umland genannt werden. Zum Zweiten auch die “Konkurrenz der Regionen“. Hier sind Schlagwörter wie Globalisierung und eine Ökonomisierung von Gesellschaft und Politik zu nennen. Durch obige Befunde zeigt sich, dass die Wettbewerbsfähigkeit eines Standortes oftmals nur noch durch interkommunale Kooperationen – deren Bedeutung in Zeiten kommunaler Haushaltsprobleme ebenso stark zugenommen hat - sichergestellt werden kann. Drittens muss ebenfalls eine Regionalisierung der Lebensweisen angeführt werden, die sich in letzter Konsequenz in einer deutlichen Ausdehnung der Aktionsräume zeigt.
Die hier dargestellten Problemfelder gelten ebenfalls für die Region Aachen. Auch hier bedient man sich nun einer neuen Form der stadtregionalen Kooperation.
In der vorliegenden Arbeit sollen die Strukturen der StädteRegion Aachen näher erläutert werden. Gleichzeitig muss aber auch gefragt werden – und das noch vor der eigentlichen Bildung der Gebietskörperschaft – wohin die StädteRegion gehen kann und was ihre Zukunftsperspektiven sind.
Inhaltsverzeichnis der Publikation
1. Einleitung
2. StädteRegion Aachen
2.1 Einführung
2.2 Der Weg zur StädteRegion
2.3 Politik und Verwaltung
2.3.1 Administrative Struktur
2.3.2 Verwaltung und Finanzen
2.4 Zweck und Ziel der StädteRegion
2.5 Aufgaben der StädteRegion
2.5.1 Einzelhandel
2.5.2 Wirtschaftsförderung
2.5.3 Planung und Regionalplanung
2.6 Perspektiven
3. Schlussbemerkung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung, Strukturen und Herausforderungen der StädteRegion Aachen als neue Gebietskörperschaft. Ziel ist es, den Prozess der interkommunalen Kooperation darzustellen und die Zukunftsperspektiven sowie die Auswirkungen dieser Verwaltungsreform auf die Region und ihre Bürger kritisch zu beleuchten.
- Historische Entwicklung und Genese der StädteRegion
- Administrative Strukturen und politische Partizipation
- Synergieeffekte in Verwaltung und Finanzen
- Strategische Handlungsfelder: Einzelhandel, Wirtschaftsförderung und Planung
- Regionale Identität und europäische Perspektiven
Auszug aus dem Buch
2.1 Einführung
Die StädteRegion Aachen ist ein kommunaler Zweckverband im Südwesten Nordrhein-Westfalens. Er besteht aus der Stadt Aachen sowie den neun kreisangehörigen Kommunen des Kreises Aachen: Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Herzogenrath, Monschau, Stolberg und Würselen sowie den Gemeinden Simmerath und Roetgen.
Von den zehn städteregionsangehörigen Kommunen tragen acht den Titel “Stadt“; sechs hiervon sind mittlere Städte mit 25.000 bis 60.000 Einwohnern. Drei Kommunen – Monschau, Simmerath und Roetgen - haben weniger als 20.000 Einwohner. Aachen selbst ist eine Großstadt, die mehr als 100.000 Einwohner - 257.935 Einwohner, Stand: 30. Juni 2008 – hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit stadtregionaler Kooperationen in Zeiten des globalen Wettbewerbs und stellt die Ausgangslage für die Region Aachen dar.
2. StädteRegion Aachen: Das Hauptkapitel analysiert detailliert die Entstehung, die administrative Struktur, die finanziellen Rahmenbedingungen sowie die spezifischen Aufgabenbereiche der StädteRegion.
3. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung bilanziert den erfolgreichen Abschluss des Gründungsprozesses der StädteRegion Aachen und unterstreicht die Notwendigkeit, das Projekt bei den Bürgern zu verankern.
Schlüsselwörter
StädteRegion Aachen, Stadtentwicklung, interkommunale Kooperation, Verwaltungsreform, Gebietskörperschaft, Strukturwandel, Wirtschaftsförderung, Einzelhandelskonzept, Regionalplanung, Politik, Finanzen, Aachen-Gesetz, Europäische Metropolregion, Zweckverband, Kommunalverwaltung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation des Kreises Aachen und der Stadt Aachen in die neue Gebietskörperschaft „StädteRegion Aachen“.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die administrative Umstrukturierung, die damit verbundenen Effizienzsteigerungen, die strategische Wirtschaftsförderung sowie die künftige regionale Planung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit analysiert, wie die Strukturen der StädteRegion Aachen gestaltet sind und welche Zukunftsperspektiven sich für diese neue Form der stadtregionalen Zusammenarbeit ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung von Satzungsentwürfen, Gesetzesvorlagen, Gutachten sowie Presseberichten und Expertenmeinungen zum Prozess der Gebietsreform.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die administrative Architektur, politische Partizipationsmöglichkeiten, ökonomische Schwerpunkte wie Einzelhandel und Wirtschaftsförderung sowie die Debatte um die regionale Planungshoheit.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie StädteRegion, interkommunale Kooperation, Strukturwandel, Verwaltungsmodernisierung und regionale Identität geprägt.
Welche Bedeutung hat das „Aachen-Gesetz“ für die Region?
Das Aachen-Gesetz bildet die rechtliche Grundlage für die Gründung der StädteRegion Aachen und regelt die Übertragung von Aufgaben, Personal und Finanzen auf die neue Gebietskörperschaft.
Warum bleibt die Regionalplanung vorerst bei der Bezirksregierung?
Obwohl eine Übertragung der Regionalplanung auf die StädteRegion angestrebt wurde, entschied die Landesregierung, dass der Zeitpunkt hierfür noch nicht reif sei, um zunächst die Handlungsfähigkeit des neuen Verbandes zu festigen.
Wie stehen die Nachbarkreise zur Idee einer Erweiterung der StädteRegion?
Die Landräte der Kreise Düren und Heinsberg zeigen sich aktuell zurückhaltend und verweisen auf bestehende regionale Verzahnungen, betonen aber, die Entwicklungen der neuen StädteRegion genau zu beobachten.
- Citation du texte
- Michael Reichert (Auteur), 2009, StädteRegion Aachen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208075