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Metropolregionen in Deutschland zwischen politischem Wunschdenken und wissenschaftlicher Rechtfertigung

Title: Metropolregionen in Deutschland zwischen politischem Wunschdenken und wissenschaftlicher Rechtfertigung

Diploma Thesis , 2012 , 112 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sebastian Thom (Author)

Geography / Earth Science - Economic Geography
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Summary Excerpt Details

Aufgrund der Globalisierung und der zunehmenden europäischen Integration haben die großen Städte sowie die Ballungsräume einen erheblichen Bedeutungszuwachs für die Raumentwicklung erfahren (vgl. ANDRIEßEN 2007:1). Dementsprechend geraten sie vermehrt in den Fokus der Raumentwicklungspolitik. MR werden in diesem Zusammenhang als Zentren innerhalb Europas gesehen, die durch gesellschaftliche Innovationen und wirtschaftliche Entwicklung die Wettbewerbsfähigkeit und den Zusammenhalt Europas stärken. In der Zukunft wird ihnen eine herausragende Stellung im Wettbewerb der Regionen als Knotenpunkte der globalen Ökonomie und Raumentwicklung zugesprochen (vgl. BBR 2006:7). Durch die Deklaration der ersten europäischen MR innerhalb Deutschlands im Rahmen der MKRO 1995 kam diesem Forschungsgebiet ein zunehmend größeres Interesse zugegen, sodass die Intensität raumpolitischer Diskurse stark zunahm (vgl. GOPPEL 2007:19). Die Globalisierungsprozesse sowie die zunehmende europäische Integration sind eine große Herausforderung steuerungspolitischer Aktivitäten. Weltwirtschaftsrelevante Handlungsorte lösen sich teilweise von nationalstaatlichen hin zu regionalen Kontexten. Staaten fällt es zunehmend schwerer die Komplexität globaler Prozesse in politische Aktivitäten einzubringen und effiziente Maßnahmen einzuleiten, um diesen zu begegnen, da die Verflechtungen und Interaktionen verstärkt über staatliche Souveränitätsgebiete hinaus gehen. Dementsprechend werden Alternativen gesucht, um im globalen Wettbewerb zu bestehen und Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Diese werden in den MR gefunden, auf die sich der Wettstreit um sogenannte „Global Player“ konzentriert, denen ein maßgeblicher Anteil an den ökonomischen sowie gesellschaftlichen Entwicklungen auf regionalen, nationalen wie auch supranationalen Maßstab zugesagt wird. Demnach ist die Stärkung solcher globalen Schlüsselzentren in Deutschland ein bedeutsames Thema geworden und die MR sind eng in politische Prozesse eingebunden. Inwieweit diese von der Politik definierten Gebiete tatsächlich die von ihnen erwarteten Aufgaben und Funktionen umsetzen, soll das Thema dieser Arbeit bilden und wird in den folgenden Kapiteln aufgearbeitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Forschungsgegenstand

1.2 Zielsetzung der Arbeit

1.3 Begriffsdefinitionen

1.3.1 Region

1.3.2 Metropole

1.3.3 Metropolregion

2. Theoretisch konzeptionelle Grundlagen

2.1 Das Konzept der Europäischen Metropolregionen in Deutschland

2.1.1 Metropolregionen in Deutschland

2.1.2 Abgrenzung von Metropolregionen

2.1.3 Funktionen von Metropolregionen

2.1.4 Bedeutung für die Raumentwicklung in Deutschland

2.2 Theoretisch fundierte Konzepte zur Erklärung des Bedeutungszuwachses von Metropolregionen

2.2.1 Globalisierung und Regionalismus

2.2.2 Wachstumspolkonzept

2.2.3 New Economic Geography

2.2.4 World Cities / Global Cities

2.2.5 Funktionentheorie

3. Methodik

3.1 Räumliche Dimension

3.2 Methodische Arbeitsweise

3.3 Das Indikatorenset

3.3.1 Entscheidungs- und Kontrollfunktion

3.3.2 Innovations- und Wettbewerbsfunktion

3.3.3 Gatewayfunktion

3.3.4 Symbolfunktion

3.4 Hinweise zu messmethodischen Problemen

4. Ergebnisse

4.1 Faktorenanalyse

4.1.1 Bildung der Index-Werte

4.1.2 Validität und Reliabilität

4.2 Ranglisten der LK / KfSt nach „Metropolität“

4.3 Beurteilung des Zusammenhangs zwischen der Ausübung von MR-Funktionen und der MR-Zugehörigkeit

4.3.1 Analyse ohne Grenzmaße („ETA“)

4.3.2 Analyse mit Grenzmaßen („Phi / Cramer V“)

4.4 Beurteilung der administrativen Abgrenzungen deutscher MR

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob deutsche Metropolregionen (MR) die ihnen zugeschriebenen Funktionen tatsächlich erfüllen und sich funktional von anderen Regionen im Bundesgebiet abheben. Ziel ist es, ein wissenschaftlich fundiertes methodisches Instrumentarium zur Messung der "Metropolität" auf Kreisebene zu entwickeln und zu prüfen, ob die politisch definierten MR-Abgrenzungen empirisch haltbar sind.

  • Empirische Identifikation und Quantifizierung von MR-Funktionen.
  • Kritische Analyse der administrativen MR-Abgrenzungen.
  • Verwendung einer Faktorenanalyse zur Erstellung eines "Metropolitäts-Index".
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen funktionaler Ausprägung und politischer Zugehörigkeit.

Auszug aus dem Buch

1.1 Forschungsgegenstand

Aufgrund der Globalisierung und der zunehmenden europäischen Integration haben die großen Städte sowie die Ballungsräume einen erheblichen Bedeutungszuwachs für die Raumentwicklung erfahren (vgl. ANDRIEßEN 2007:1). Dementsprechend geraten sie vermehrt in den Fokus der Raumentwicklungspolitik. MR werden in diesem Zusammenhang als Zentren innerhalb Europas gesehen, die durch gesellschaftliche Innovationen und wirtschaftliche Entwicklung die Wettbewerbsfähigkeit und den Zusammenhalt Europas stärken. In der Zukunft wird ihnen eine herausragende Stellung im Wettbewerb der Regionen als Knotenpunkte der globalen Ökonomie und Raumentwicklung zugesprochen (vgl. BBR 2006:7). Durch die Deklaration der ersten europäischen MR innerhalb Deutschlands im Rahmen der MKRO 1995 kam diesem Forschungsgebiet ein zunehmend größeres Interesse zugegen, sodass die Intensität raumpolitischer Diskurse stark zunahm (vgl. GOPPEL 2007:19).

Ein Zitat des ehemaligen (bis 2011) Ministerialdirigenten im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung spiegelt sehr gut die Wirkung des auf der MKRO beschlossenen strategischen Raumkonzepts auf die Raumentwicklung wieder (vgl. SCHMITT 2007:12): „Das Konzept der Metropolregionen ist eine raumordnungspolitische Erfolgsgeschichte. Selten zuvor ist es gelungen, nur durch ein strategisches Leitbild ohne zusätzliche Fördermittel oder planerische Instrumente neue regionale Initiativen anzustoßen und erfolgreich voranzubringen. Eine ganze Reihe großer deutscher Großstadtregionen hat erkannt, dass es notwendig ist, sich im europäischen Wettbewerb zu positionieren und dazu die regionalen Kräfte über die kommunalen Grenzen hinweg zu bündeln.“ (SINZ 2005:I).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definition des Forschungsgegenstandes, der Zielsetzung sowie der grundlegenden Begrifflichkeiten.

2. Theoretisch konzeptionelle Grundlagen: Erläuterung des Konzepts der Metropolregionen und theoretische Einbettung durch Globalisierungs-, Wachstums- und Städtesystem-Theorien.

3. Methodik: Beschreibung des Forschungsansatzes, der Datengrundlage, des Indikatorensets sowie der statistischen Verfahren zur Messung von Metropolität.

4. Ergebnisse: Präsentation der Faktorenanalyse, der Ranglisten der Kreise nach Metropolitäts-Index sowie der statistischen Prüfung der administrativen MR-Abgrenzungen.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion der Komplexität des Forschungsfeldes.

Schlüsselwörter

Metropolregionen, Raumentwicklung, Globalisierung, Regionalisierung, Faktorenanalyse, Metropolität, Standortwettbewerb, Innovationsfähigkeit, Zentralitätskonzept, Wirtschaftsgeographie, Raumordnung, Regionalpolitik, Agglomerationsvorteile, Funktionsanalyse, Strukturdaten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Diskrepanz zwischen politisch festgelegten Metropolregionen und ihrer tatsächlichen funktionalen Leistungsfähigkeit in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Raumordnungspolitik, ökonomische Wachstumstheorien, die Bedeutung von Global Cities und die empirische Messung regionaler Standortqualitäten.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das Ziel ist die wissenschaftliche Überprüfung, ob die administrativen Grenzen der Metropolregionen empirisch durch ihre Ausübung spezifischer MR-Funktionen gerechtfertigt sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quantitative methodische Vorgehensweise gewählt, insbesondere durch eine Faktorenanalyse, um aus einer Vielzahl an Indikatoren einen Index für "Metropolität" zu bilden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Metropol-Konzepte sowie eine detaillierte empirische Auswertung auf Kreisebene basierend auf den Funktionsbereichen Entscheidung, Innovation, Gateway und Symbolik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Metropolregionen, Faktorenanalyse, Raumentwicklung, Standortwettbewerb und Innovationsfähigkeit charakterisieren.

Warum ist die Abgrenzung der Metropolregionen laut Autor so schwierig?

Der Autor führt an, dass Metropolregionen keine starren administrativen Einheiten sind, sondern durch komplexe, prozesshafte funktionale Verflechtungen mit ihrem Umland geprägt sind.

Welche Rolle spielt die Symbolfunktion in der Untersuchung?

Die Symbolfunktion wurde als vierter Funktionsbereich aufgenommen, um kulturelle und identitätsstiftende Aspekte der Metropolen in die Untersuchung zu integrieren, auch wenn deren Operationalisierung eine methodische Herausforderung darstellt.

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Details

Title
Metropolregionen in Deutschland zwischen politischem Wunschdenken und wissenschaftlicher Rechtfertigung
College
University of Hannover  (Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie)
Grade
1,7
Author
Sebastian Thom (Author)
Publication Year
2012
Pages
112
Catalog Number
V208270
ISBN (eBook)
9783656355526
ISBN (Book)
9783656356813
Language
German
Tags
metropolregionen deutschland wunschdenken rechtfertigung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Thom (Author), 2012, Metropolregionen in Deutschland zwischen politischem Wunschdenken und wissenschaftlicher Rechtfertigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208270
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