Optimierung der IT-Systemlandschaft durch den Einsatz von Enterprise Architektur

Vorgehensmodell für die Einführung der Enterprise Architektur Software "MEGA Suite"


Masterarbeit, 2013
100 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Problemstellung
1.3 Zielsetzung
1.4 Struktur der Arbeit

2 Optimierung von IT-Systemlandschaften
2.1 Optimierung der IT
2.2 Bestandteile von IT-Systemlandschaften
2.3 Notwendigkeit von IT-Architektur
2.4 Hilfsmittel für IT-Systeme - Zusammenführung der IT-Architektur zur Enterprise Architektur

3 Stand der Wissenschaft im Bereich Enterprise Architektur
3.1 Begriffsdefinition Enterprise Architektur
3.2 Allgemeine Ziele der Enterprise Architektur
3.2.1 Transparenz
3.2.2 Wertbeitrag der IT
3.2.3 Innovation und Differenzierung
3.2.4 Capability-Map
3.2.5 Profitabilität und Wertbeitrag von Enterprise Architecture Management
3.2.6 Verwaltung von Assets
3.2.7 IT-Governance in Enterprise Architektur

4 Entwicklung eines angepassten Enterprise Architektur Frameworks für die Asset-Verwaltung
4.1 Erstellung des SOLL-Prozesses im Asset-Management
4.2 Enterprise Architektur Frameworks
4.2.1 Zachman Framework
4.2.2 Gegenüberstellung SOLL-Prozess – Asset-Management –Zachman Framework
4.2.3 The OpenGROUP Architecture Framework
4.2.4 Gegenüberstellung SOLL-Prozess – Asset-Management – TOGAF
4.3 IT-Frameworks außerhalb der Enterprise Architektur
4.3.1 IT-Infrastructure Library
4.3.2 Gegenüberstellung SOLL-Prozess – Asset-Management – ITIL
4.3.3 Control Objectives for Information and Related Technology
4.3.4 Gegenüberstellung SOLL-Prozess – Asset-Management – COBIT
4.4 Methoden der Asset-Verwaltung
4.4.1 Listen
4.4.2 IT gestützte Asset-Verwaltung
4.4.3 Configuration-Management DataBase
4.4.4 Asset-Verwaltung mit Enterprise Architektur Software
4.4.5 Gegenüberstellung SOLL-Prozess – Methoden der Asset-Verwaltung
4.5 Kombination von Frameworks zur optimalen Prozessabdeckung
4.6 Einordnung der untersuchten Frameworks
4.7 Vorschlag eines kombinierten Frameworks

5 Stand der Entwicklung der Enterprise Architektur-Suiten
5.1 Enterprise Architektur-Suiten
5.2 Marktbetrachtung zur Verifizierung der Entscheidung für den Einsatz der „MEGA Suite“
5.3 Einordnung der Suiten nach Einsatzgebieten
5.4 Besonderheiten der MEGA Suite
5.5 Abgleich der EAM-Suiten mit IT-Frameworks
5.6 Optimierung durch Einsatz von Enterprise Architektur-Software

6 Einführung einer Enterprise Architektur-Software
6.1 Einführungsmodell für Office-Software
6.2 Einführungsmodell für ERP-Software
6.3 Einführung einer Enterprise Architektur Software
6.3.1 Einsatz der Enterprise Architektur Software
6.3.2 Stakeholder-Analyse für Enterprise Architektur Software
6.3.3 Enterprise Architektur Software Einführung mit „Big-Bang“
6.3.4 Vorteile und Nachteile bei der Software Einführung mit „Big Bang“
6.3.5 Projektbezogener Ansatz bei der Enterprise Architektur-Software-Einführung
6.3.6 Vorteile und Nachteile bei der Software Einführung mit einem Projektbezogenen Ansatz
6.4 Angepasstes Einführungsmodell für EA-Software

7 Optimierung der IT-Systemlandschaft durch Verbesserung der Asset-Verwaltung

8 Ausblick auf die Nutzung der entwickelten Modelle

9 Zusammenfassung und Fazit

Anhang A

Symbolverzeichnis:

Literaturverzeichnis

Printmedien

Internetquellen

Ehrenwörtliche Erklärung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Architekturpyramide als Ordnungsrahmen für EAM

Abbildung 2 Enterprise Architektur Management

Abbildung 3 Segmentierung des Nutzens nach Messbarkeit und Zurechenbarkeit der IT-Wirkung für den Geschäftserfolg

Abbildung 4 Architecture Governance

Abbildung 5 Ziele Enterprise Architektur-Management

Abbildung 6 BPMN Core and Layer Structure

Abbildung 7 SOLL-Prozess Asset-Management

Abbildung 8 TOGAF Entwicklungsmethode - ADM

Abbildung 9 ITIL V3 Life Cycle

Abbildung 10 Sieben Phasen des Implementations Kreislaufs von COBIT 5

Abbildung 11 Übersicht von Assets mit der Software Asset.Desk

Abbildung 12 Schnittmengen Informationsgehalt bei der Asset-Verwaltung

Abbildung 13 Forrester Wave™: EAM-Suites, Q2 ’11

Abbildung 14 Magic Quadrant for Enterprise Architecture Tools - November 2011

Abbildung 15 Magic Quadrant for Enterprise Architecture Tools - Oktober 2012

Abbildung 16 Zachman Framework - MEGA Suite

Abbildung 17 Vorgehensmodell der Einführung von Standardsoftware

Abbildung 18 Angepasstes Einführungsmodell für EAM-Software

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Struktur der Arbeit

Tabelle 2 Struktur einer Business Capability Map

Tabelle 3 Prozessbeschreibung SOLL-Prozess Asset-Management

Tabelle 4 Zachman Framework

Tabelle 5 Gegenüberstellung SOLL-Prozess – Zachman Framework

Tabelle 6 Gegenüberstellung SOLL-Prozess – TOGAF

Tabelle 7 Gegenüberstellung SOLL-Prozess – ITIL

Tabelle 8 Gegenüberstellung SOLL-Prozess – COBIT

Tabelle 9 Gegenüberstellung SOLL-Prozess – Methoden der Assetverwaltung

Tabelle 10 Aufgabenabdeckung durch Framework – Auswahlvorbereitung

Tabelle 11 Einordnung der untersuchten Frameworks und Werkzeuge

Tabelle 12 Entwurf eines angepassten Frameworks für das Asset-Management

Tabelle 13 Forrester Wave™: EAM-Suites, Q2 ’11 (Cont.)

Tabelle 14 Ability to Execute Evaluation Criteria

Tabelle 15 Completeness of Vision Evaluation Criteria

Tabelle 16 Gegenüberstellung EAM Software - IT-Frameworks

1 Einleitung

Die vorliegende Masterthesis befasst sich mit der Optimierung von IT-Systemlandschaften. Dieses wird mit dem Einsatz von Enterprise Architektur, im Weiteren mit EA abgekürzt, und der Einführung von EA-Software am Beispiel von "MEGA Suite" durchgeführt. Damit verbunden ist die Prüfung von IT-Frameworks für ihre Nutzung bei der Verbesserung der IT-Landschaften und -Prozesse. Durch einen definierten SOLL-Prozess für die Asset-Verwaltung, ein angepasstes EA-Framework und ein Modell für die Einführung der EA-Software wird der Mehrgewinn der EA verdeutlicht.

1.1 Motivation

Die Motivation, diese Arbeit zu schreiben, liegt in meiner Tätigkeit im Bereich des Application-Managements begründet. Zu den Aufgaben des Application-Managers zählt der Betrieb von IT-Infrastrukturen, das Generieren von Services, der Umgang mit Stakeholdern der Organisation und der Aufnahme und Optimierung von Geschäftsprozessen und Infrastrukturen. Dabei spielt in meiner Arbeit die Einführung von Standards sowie die Reduktion von Kosten und Risiken eine große Rolle.

Im Rahmen von Projekttätigkeiten und der Beschaffung von Informationen für die Revision oder Rechnungsprüfer, die Geschäftsleitung oder den Gesetzgeber wurde mir bewusst, wie kompliziert in diesem Falle die Beschaffung und Strukturierung der geforderten Antworten ist.

Dies, die Einführung und der Umgang mit Frameworks, sowie die Notwendigkeit der Adaption von aktuellen IT-Werkzeugen als Teil meiner Tätigkeit bewegten mich dazu, diese Arbeit zu schreiben.

Ich gehe davon aus, dass die Ergebnisse der Arbeit auch für andere Organisationen interessant sind und einen Beitrag für kommende Projekte im Bereich der Optimierung liefern.

1.2 Problemstellung

Das Problem, zu dessen Lösung diese Arbeit einen Teil beitragen soll, ist die fehlende Aussagemöglichkeit über die Wirtschaftlichkeit eines IT-Betriebes. Dieses ist gekoppelt mit der fehlenden Auskunftsfähigkeit über die Erbringungswirtschaftlichkeit der für den IT-Betrieb eingesetzten Systemumgebung. Eine Möglichkeit aussagekräftiger zu werden, ist der Einsatz von Hilfsmitteln zur Verwaltung von Assets. Dazu zählen Angaben für alle Assets, sowohl in Hard- als auch in Software. Diese in diesem Fall fehlenden Informationen verhindern unter anderem einen Vergleich mit anderen Anbietern für IT-Prozesse und -Leistungen und damit die Bewertung der eigenen Landschaft, Prozesse und Strukturen. Das Fehlen der Informationen im Bereich der Asset-Verwaltung bildet den Beginn der Neustrukturierung der IT-Systemlandschaft in der in dieser Arbeit untersuchten Organisation. Darum wird die Asset-Verwaltung als praktisches Beispiel für die Problemlösung herangezogen.

Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass durch die fehlenden Informationen über die bestehenden Systeme und Applikationen Aufgaben der Unternehmung bei gleicher Ausgangslage durch unterschiedliche Softwareprodukte erledigt werden. Dabei ist ungewiss, ob die Aufgaben durch die für das Unternehmen optimale Applikation durchgeführt werden.

Diese Ausgangssituation zeigt deutlich, dass es nur wenige Informationen über die Struktur der IT-Systemlandschaft im betrachteten Unternehmen gibt. Dadurch ist es im untersuchten Fall nicht möglich, eine Kostenstruktur aufzustellen.

1.3 Zielsetzung

Das Ziel dieser Arbeit ist es, Ansätze zur Optimierung der IT-Systemlandschaft zu liefern und ein Vorgehen zur Sicherstellung der Auskunftsfähigkeit über die IT-Systemlandschaft zu entwickeln. Dabei soll der zu entwickelnde Ansatz der Enterprise Architektur mit Hilfe einer Standard-EA-Software abgebildet werden. Die Auswahlentscheidung für die EA-Software „MEGA Suite“ ist dabei bereits erfolgt und wird im Rahmen dieser Arbeit verifiziert.

Im Verlauf der Arbeit wird ein auf die Aufgabe der Asset-Verwaltung angepasstes Framework entwickelt. Die Untersuchungen werden dabei an einem im Rahmen der Arbeit definierten SOLL-Prozess für die Asset-Verwaltung entlanggeführt.

Es werden bestehende IT-Frameworks auf die Möglichkeit ihrer Nutzung speziell im Zusammenhang zum Thema der Assetverwaltung untersucht und auf ihre Tauglichkeit bewertet, weil sie für die Problemlösung mögliche Lösungen anbieten. Ein besonderer Fokus liegt auf den Frameworks der Enterprise Architektur. Dabei werden im Speziellen die Rahmenwerke „The Open Group Architecture Framework”, im Weiteren mit TOGAF abgekürzt, und das Zachman Framework betrachtet, da diese die Grundlage der Konzeption aktueller EA-Softwareprodukte bilden. Um die Untersuchung zu vervollständigen, werden die IT-Frameworks „IT-Infrastructure Library“, im Weiteren mit ITIL abgekürzt und „Control Objectives for Information and Related Technology“, im Weiteren mit COBIT abgekürzt, als weit verbreitete IT-Framework-Sammlungen in die Untersuchung mit einbezogen.

Ein angepasstes Vorgehensmodell für die Einführung einer Softwarelösung zur Optimierung der IT-Landschaft wird in dieser Arbeit ebenfalls herausgearbeitet. Dabei werden die Standardmodelle für die Softwareeinführung überprüft, auf den speziellen Fokus der Einführung einer Enterprise Architektur Software hin untersucht und gegebenenfalls angepasst.

Es wird in der Arbeit dargelegt, welche Schlüsselrolle die Assetverwaltung für die Auskunftsfähigkeit einer Organisation spielt und wie die Optimierung dieser Verwaltung durch den Einsatz von EA die Grundlage für weitere Optimierungsmöglichkeiten einer Organisation schafft. Dabei wird die Gültigkeit der eingesetzten Modelle nachgewiesen.

1.4 Struktur der Arbeit

An dieser Stelle wird eine Übersicht der Arbeit in tabellarischer Form zur Orientierung dargestellt. Dabei wird die oberste Kapitelebene als Gliederung verwendet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1 Struktur der Arbeit

2 Optimierung von IT-Systemlandschaften

In der vorliegenden Arbeit wird das Thema Optimierung von IT-Systemlandschaften untersucht. Dazu ist es wichtig, am Anfang die Begriffe der IT-Systemlandschaft zu definieren und die Notwendigkeit für eine Optimierung dieser Landschaften darzulegen und festzulegen, was Optimierung in diesem Fall bedeutet.

2.1 Optimierung der IT

Für den Begriff der Optimierung finden sich in der Literatur verschiedene Quellen. Eine Definition von Optimierung aus dem Bereich der Optimierungen von Webseiten definiert, es wird versucht, einen verbesserten Zielzustand zu erreichen und ihn möglichst dicht an ein Optimum zu bringen.[1] Je nach Einsatzgebiet, zum Beispiel der Mathematik, werden Lösungen hinsichtlich einer Zielfunktion optimiert.[2] In der Informatik ist Optimierung zum Beispiel auf das Erreichen einer schnelleren Programmablaufzeit ausgerichtet. Auch das Suchen von Alternativen und die Festlegung einer möglichst Besten werden als Optimierung bezeichnet.

In dieser Arbeit wird der Begriff für die Verbesserung eines Zustandes, der Steigerung der Qualität und der Kostensenkung genutzt.[3] Dabei müssen die Kennzahlen, die für die Optimierung herangezogen werden, bekannt sein und von der Organisation unterstützt werden. Die Kennzahlen werden aus definierten Vorgaben abgeleitet. Für diese Arbeit bietet es sich an, die Ziele SMART zu definieren. SMART wird dafür mit spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert festgelegt.[4]

Der spezielle Fokus der Optimierung in dieser Arbeit wird durch die Verbesserung des Prozesses des Asset-Managements verdeutlicht. Dabei soll der Prozess in seinen Kennzahlen verbessert werden. Dazu gehören die Qualität des Prozesses, die Durchlaufzeit des Prozesses, die Zufriedenheit der Prozessbeteiligten und die Verbesserung der Informationsversorgung über den Prozess und seine Einzelschritte.

2.2 Bestandteile von IT-Systemlandschaften

Zu den Bestandteilen von IT-Systemlandschaften werden unterschiedlichste Elemente gerechnet. So gehören die Infrastrukturkomponenten eines Netzwerkes, die Software auf Servern und Clients, aber auch die Schnittstellen zwischen den Komponenten der Hard- und Software zum System. Zu den Bestandteilen zählen weiterhin die Daten und die definierten Prozesse.[5] Im ITIL-Framework bilden diese Elemente in ihrer Gesamtheit die Assets, also die Bezeichnung für jedwede Ressource oder Fähigkeit[6] oder Configuration Item (kurz CI), somit alle Komponenten und andere Service-Assets, die gemanagt werden müssen, um einen IT Service bereit stellen zu können.[7] Die einzelnen, verschiedenen Inhalte der Systemlandschaft werden in voneinander getrennten Architektursichten aufgearbeitet und behandelt.[8]

2.3 Notwendigkeit von IT-Architektur

Die unterschiedlichen Bereiche der IT-Architekturen ermöglichen es, die IT-Systeme beherrschbar zu halten. Sie verringern ihre Komplexität, die in Unternehmen nur schwer verwaltbar und beherrschbar ist. Dabei werden Elemente spezifisch nach ihren Eigenschaften in speziellen IT-Architekturen betrachtet. Zu den unterschiedlichen IT-Architekturen gehören die Componentware-Architektur, die Software-Architektur, die Integrations-Architektur, die Middleware-Kommunikations-Architektur, die Netzwerk-Architektur, die Plattform-Architektur, die Groupware-Architektur, die Informations-Architektur, die Daten-Architektur, die Sicherheits-Architektur und die Systembetriebs-Architektur. Aus den Namen der einzelnen Architekturen kann der Handlungsbereich der einzelnen Architektur bestimmt werden. So behandelt die Netzwerkarchitektur die Netzwerkkomponenten. Auch für die in dieser Arbeit betrachteten IT-Umgebung ist die Nutzung von Hilfsmitteln wie IT-Architektur-Frameworks notwendig.

2.4 Hilfsmittel für IT-Systeme - Zusammenführung der IT-Architektur zur Enterprise Architektur

Um den Beschränkungen, die durch die getrennte Betrachtung der einzelnen Architekturbereiche, „der Silobildung“ oder der Beschränkung auf die System- bzw. Infrastruktur zu begegnen, geht der Trend seit den 90iger Jahren zur Entwicklung der Enterprise Architektur, um die einzelnen IT-Architekturen zu verzahnen und den vergrößerten Fokus auf die Geschäftsprozesse zu berücksichtigen[9].

Ein Mittel zur Strukturierung der Architekturen bildet die Architekturpyramide als

„best practice“ Ansatz. Dabei werden die komplexen Strukturen de einzelnen Architekturebenen deutlich. Es wird erkennbar, dass die einzelnen verschiedenen Architekturen aufeinander aufbauen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Architekturpyramide als Ordnungsrahmen für EAM[10]

Die Abbildung 1 zeigt die Architekturebenen, die Architekturvorgaben, die Planungen und Elemente in ihren Anordnungen zueinander.[11]

Es gibt verschiedene Hilfsmittel, um eine Systemlandschaft zu steuern. Je nach Größe und Komplexität der Landschaft rücken dabei unterschiedliche Frameworks in den Mittelpunkt der Betrachtung, die die Sicherstellung des Betriebes und die Erhaltung der IT-Landschaft als Aufgabe haben.

Beispiele für Hilfsmittel sind Systeme zur Verwaltung der Strukturelemente der IT. Eine weitere Möglichkeit wäre eventuell die Nutzung eines auf den IT-Betrieb ausgerichteten Frameworks. Wenn der Fokus auf die Ausrichtung der IT an den Geschäftsprozessen und deren ständige Überwachung mit eingeschlossen wird, kommt die Enterprise Architektur zum Einsatz.

3 Stand der Wissenschaft im Bereich Enterprise Architektur

Die Notwendigkeit der Nutzung von Enterprise Architektur ergibt sich aus der im vorangegangenen Kapitel 2.3 dargestellten Komplexität der IT-Landschaft. Es ist notwendig, Informationen in einer hohen Qualität und in der richtigen Granularität zur richtigen Zeit zur Verfügung zu haben, um die Auswirkungen von Änderungen auf bestehende Systeme und betroffene Prozesse zu erkennen. Enterprise Architektur ist dabei behilflich.[12] Die optimale Enterprise Architektur versucht, ein möglichst genaues Abbild der realen Unternehmens-Architektur darzustellen.[13]

Heutige Architektur-Frameworks haben eine gemeinsame Geschichte. Viele Ansätze beziehen sich dabei auf CIM-Konzepte aus dem Jahr 1980.[14] [15] Einen großen Einfluss auf die Enterprise Architektur - oder auch Unternehmensarchitektur - übt dabei das 1987 von John Zachman vorgestellten IT-Framework zur Entwicklung von domänenneutralen IT-Informationssystemen aus. Mit dem Zachman Framework ist es z. B. möglich, ein Metamodell[16] als Basis für Architekturen zu erstellen.[17] Das Modell unterstützt und führt die Anwender dabei, die richtigen Fragen zur Aufnahme von beliebigen Architekturen kontrolliert zu stellen. Einzelheiten zum Zachman Framework werden nachfolgend in Kapitel 4.2.1 beschrieben.

3.1 Begriffsdefinition Enterprise Architektur

Neben dem Begriff Enterprise Architektur wird in der Literatur auch häufig der Begriff Unternehmensarchitektur verwendet.[18] [19] Die Arbeit nutzt beide Begriffe synonym. Die Zusammenführung der einzelnen IT-Architekturen mit den Geschäftsprozessen eines Unternehmens sowie den Geschäftsfähigkeiten oder Capabilities, den definierten Service-Domänen, dem Datenmodell, den definierten Diensten bilden in ihrer Gesamtheit die Enterprise Architektur.[20]

Der Begriff der Enterprise Architektur wird in der Literatur unterschiedlich definiert. Je nach Autor und dessen Beziehung zur Enterprise Architektur sind unterschiedliche Definitionen in der Literatur zu finden. So wird der EA-Prozess als Prozess der Erstellung einer umfassenden Lösung für die Herausforderungen einen Unternehmens gesehen. Dabei werden die Anforderungen, die Richtlinien und die Zukunft des Unternehmens in Übereinstimmung gebracht.[21] Eine Definition des Begriffes der Enterprise Architektur bezeichnet „die der Gestaltung von Geschäftsprozessen und IT-Infrastruktur zugrunde liegende Logik, welche die Integrations- und Standardisierungsanforderungen an die Leistungsinfrastruktur des Unternehmens reflektiert.“[22] Die BITCOM beschreibt den Begriff als wesentlichen Bestandteil für die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens.

In der EA werden Geschäftsprozesse und Infrastrukturen sowie Anforderungen und Softwarefähigkeiten in Beziehung zu einander gesetzt, um daraus analog zur Architektur von Gebäuden einen Bauplan zu entwickeln. Die EA unterstützt durch das EA-Management das Unternehmen, sich geplant weiterzuentwickeln.[23] Das Enterprise-Architecture-Management, im Weiteren mit EAM abgekürzt, bildet den Inhalt der Unternehmensarchitektur ab.[24]

Die Abbildung 2 zeigt die Zusammenhänge zwischen den Anforderungen aus den Geschäftsbereichen der Geschäftsstrategie und deren strategischen Anforderungen sowie der IT-Architektur. Zwischen diesen Komponenten werden die Capabilities der Organisation ausgebildet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Enterprise Architektur Management[25]

Die Abbildung 2 verdeutlicht die Notwendigkeit des Aufbaus der Verbindungen zwischen den Geschäftsbereichen über ihre Anforderungen. Dabei kann der Einsatz von EAM hilfreich sein.

3.2 Allgemeine Ziele der Enterprise Architektur

Mit EA und EAM wird eine Anzahl von unterschiedlichen Zielen verfolgt. Einige dieser Ziele werden in diesem Abschnitt erläutert.

3.2.1 Transparenz

Die durch EAM geschaffene Transparenz unterstützt die Unternehmensführung bei der Erreichung von Kostenreduktion, Standardisierung und Konsolidierung.[26] Die Transparenz der Unternehmensarchitektur ermöglicht es erst, die Architektur zu lenken. Hilfsmittel, um die notwendige Transparenz zu erreichen, sind Dokumentationen, Inventarisierung, Strukturierung und Standardisierung der Architekturelemente.[27] [28]

3.2.2 Wertbeitrag der IT

EAM erleichtert den Nachweis des Wertbeitrages der IT oder international „Business Value of IT“ zum Geschäftserfolg. Die Beschreibung von Capabilities und IT-Funktionalitäten steigert die Kostentransparenz.[29] Die Einteilung der Schöpfung des Wertbeitrages lässt sich in Kategorien teilen. Dabei werden diese Kategorien z. B. in Bereiche, die durch die Messbarkeit direkt der Aktionen der IT zugeordnet werden, und in indirekte bzw. strategische Vorteile eingeordnet.[30] Die folgende Abbildung 3 stellt die Messbarkeit von IT-Aktivitäten und deren Zurechenbarkeit zur IT dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Segmentierung des Nutzens nach Messbarkeit und Zurechenbarkeit der IT-Wirkung für den Geschäftserfolg[31]

Direkt messbarer Nutzen ist z. B. die Verringerung einer Prozessdurchlaufzeit nach einer Automatisierung. Indirekter und nicht messbarer Nutzen ist die Anwendung einer neuen Infrastrukturkomponente wie WLAN.[32] [33]

Es wird durch die Abbildung 3 deutlich, dass der Wertbetrag der IT umso leichter zu ermitteln ist, je näher die Daten am operativen Tagesgeschehen angesiedelt sind. Im Gegenschluss ergibt sich die Aussage, dass der Wertbetrag der IT umso schwerer zu ermitteln ist, je weiter die Informationen im strategischen Bereich zu finden sind.

3.2.3 Innovation und Differenzierung

EAM wird bedeutender, je mehr sich der Schwerpunkt von Kostenersparnis auf Innovation und Differenzierung verschiebt. Aus der Verschiebung kann Agilität[34] entstehen.[35] EAM schafft für Unternehmen einen Innovationsnutzen, indem zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten durch völlig neue Geschäftsprozesse eröffnet werden oder verbesserte Prozesse die Qualität und Produktivität des Unternehmens erhöhen.[36] Dazu gehört z. B. die Reduktion von Kosten der IT, um Innovationen zu finanzieren. Die Unterstützung der Geschäftsprozesse durch moderne IT-Architekturen und aktuelle Technologien hilft, eine gute Position bei der Technologieführerschaft zu erlangen.[37]

3.2.4 Capability-Map

Die Capability oder auch Business Capability steht für den Ausdruck der Fähigkeiten, die eine Organisation oder ein Unternehmen benötigt, um Kernprozesse oder Geschäftsprozesse umzusetzen.[38] Durch den Einsatz von EAM wird eine Übersicht der Fähigkeiten aufgestellt, siehe dabei auch Abbildung 2. Damit werden die Beziehungen von Geschäfts- und Investitionsstrategie dokumentiert.[39] [40] Durch die Aufnahme der Informationen werden Möglichkeiten geschaffen, die Aussagefähigkeit über die IT-Strukturen zu verbessern. Die herausgearbeiteten Informationen bilden einen Teil der Grundlage, um eine IT-Struktur zu steuern.

Die Aufstellung der Business Capabilities kann im einfachsten Fall in Listenform erfolgen. Dabei geschieht die Verknüpfung der Applikation mit Informationen aus dem Rollen- bzw. Governance Modell des Unternehmens. Zusätzlich werden Informationen, wie stark die Abdeckung der Fähigkeiten ist, welche Qualität sie erfüllen und ob sie mehrfach vorhanden sind, gesammelt.[41] Die nachfolgende Tabelle 2 zeigt beispielhaft, welche Informationen in einer Capability-Übersicht geführt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2 Struktur einer Business Capability Map[42]

Es lassen sich Informationen über Einsatzort, Qualität, und Verantwortung herauslesen. Die Antworten, die in der Tabelle 2 beispielhaft dargestellt werden, lassen sich durch die Fragestellungen des Zachman Frameworks herausarbeiten. Es wird deutlich, dass und in welcher Form der Einsatz von EA-Frameworks zum Informationsgewinn über eine IT-Infrastruktur beiträgt.

3.2.5 Profitabilität und Wertbeitrag von Enterprise Architecture Management

Durch den Einsatz von EA ergeben sich positive Auswirkungen für den Betrieb eines Unternehmens. Es kann ein direkter Zusammenhang zwischen dem Einsatz von EAM und der Profitabilität des Unternehmens nachgewiesen werden.[43]

Aus der verbesserten Transparenz sowie aus der verbesserten Steuerungsfähigkeit der Unternehmen ergibt sich der Wertbetrag von EAM.[44] Das Unternehmen kann sich schneller und umfassender an neue Marktsituationen anpassen.

3.2.6 Verwaltung von Assets

Die Verwaltung von Bestandteilen der technischen Infrastruktur ist ein Bereich, der durch EAM Tools abgedeckt wird. Dabei wird der Zusammenhang zwischen der IST-Architektur und der Zielarchitektur hergestellt. Ebenso werden Verbindungen zu Geschäftsprozessen dargestellt, die auf die Infrastruktur zurück greifen.

3.2.7 IT-Governance in Enterprise Architektur

Die Enterprise Architektur wird durch einige wichtige Bestandteile definiert. EA richtet sich nach:

- einem standardisiertem Vorgehen,
- einer gemeinsamen Sprache,
- einem gemeinsamen Modell,
- einer festgelegten Organisationsstruktur,
- dargestellten und definierten Prozessen und
- einem Governance-Modell.[45] [46]

[...]


[1] Vgl. SEO-united.de (2012): Optimierung

[2] Vgl. Springer Gabler | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (2012): lineare Optimierung

[3] Vgl. Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (2012): Optimierung

[4] Vgl. Behms, M. (2009): S. 171-173

[5] Vgl. ProSoft Software Vertriebs GmbH (2012): NetSupport Manager

[6] ITIL_2011_German_Glossary_v1_1b_pdf (1).pdf, Stand 12.12.2012S. 7

[7] ITIL_2011_German_Glossary_v1_1b_pdf (1).pdf, Stand 12.12.2012S. 32

[8] Vgl. Schwarzer, B. (2009): S. 2

[9] Vgl. Keuntje, J. H.; Barkow, R. (2010): S. 19ff

[10] Ebd.

[11] Ebd.

[12] Vgl. Hanschke, I. (2009): S. 69ff

[13] Vgl. Keuntje, J. H.; Barkow, R. (2010): S. 409f

[14] Vgl. Enterprise_Architecture Frameworks.pdf, Stand 21.09.2012S. 17

[15] Vgl. Witherton Jones Publishing Ltd. (2012): Computer Integrated Manufacturing (CIM)

[16] Vgl. Kurbel, K. et al., (2012): Metamodell, o.S.

[17] Vgl. John, A. Z. (2012): John Zachman's Concise Definition of The Zachman Framework™

[18] Vgl. Ferstl, O. K. et al., (2005): S. 1520

[19] Vgl. Hanschke, I. (2009): S. 69

[20] Vgl. Keuntje, J. H.; Barkow, R. (2010): S. 20ff

[21] Vgl. Gartner, Inc. (2012): Enterprise Architecture (EA)

[22] Thomas Group, Inc. (2006): S. 71

[23] Ebd.

[24] Vgl. Keuntje, J. H.; Barkow, R. (2010): S. 143

[25] Vgl. BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (2011): S. 11

[26] Vgl. Miedl, W. (2012): Kostenreduktion, Standardisierung und Konsolidierung

[27] Vgl. Keuntje, J. H.; Barkow, R. (2010): S. 22

[28] Vgl. Friedrichsen, U. (2010)

[29] Vgl. Rendite erzielen mit der EA.pdf, Stand 24.09.2012

[30] Vgl. Becker, L. (2012): Wertschöpfung durch IT

[31] Vgl. Becker, L. (2012): Wertschöpfung durch IT

[32] Ebd.

[33] Vgl. Friedrichsen, U. (2010)

[34] Vgl. Onpulson.de GbR (2012): Agilität

[35] BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (2011): S. 11

[36] Ebd.

[37] Vgl. Keuntje, J. H.; Barkow, R. (2010): S. 300ff

[38] Vgl. SearchSOA.com (2012): business capability

[39] Ebd.

[40] Vgl. Heffner, R. (2012): Business Capability Architecture: Technology Strategy For Business Impact

[41] Vgl. Keuntje, J. H.; Barkow, R. (2010): S. 353

[42] Vgl. Keuntje, J. H.; Barkow, R. (2010): S. 354

[43] BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (2011): S. 11

[44] Ebd.

[45] Gartner, Inc (2012): IT Governance (ITG)

[46] Vgl. Nathan Garber & Associates (2012): Governance Models: What's Right for Your Board

Ende der Leseprobe aus 100 Seiten

Details

Titel
Optimierung der IT-Systemlandschaft durch den Einsatz von Enterprise Architektur
Untertitel
Vorgehensmodell für die Einführung der Enterprise Architektur Software "MEGA Suite"
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Berlin früher Fachhochschule
Veranstaltung
IT-Management
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
100
Katalognummer
V208305
ISBN (eBook)
9783656355502
ISBN (Buch)
9783656357391
Dateigröße
3289 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ITIL, TOGAF, COBIT, Zachman, Zachman Framework, EA, EAM, Enterprise Architektur, Enterprise Architektur Management, Mega, Mega International, Mega Suite, IT-Framework, Asset-Verwaltung, BPMN, Geschäftsprozess, IT-Systemlandschaft, Optimierung, Architektur, Modell, Model, Software Einführung, KVP, EPK, PDCA
Arbeit zitieren
B.Sc. André Rakowski (Autor), 2013, Optimierung der IT-Systemlandschaft durch den Einsatz von Enterprise Architektur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208305

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